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Die kommen nicht wieder?: Autos, die gestorben sind

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Das letzte prominente Opfer der Autos, die es so wohl nicht mehr geben wird, ist das 3er Coupé von BMW. Seit Juli 2013  durch den 4er abgelöst, hat der einstige Liebling der Tuner ausgedient. (Foto: eb.andriuolo)

Das letzte prominente Opfer der Autos, die es so wohl nicht mehr geben wird, ist das 3er Coupé von BMW. Seit Juli 2013 durch den 4er abgelöst, hat der einstige Liebling der Tuner ausgedient.

Das letzte prominente Opfer der Autos, die es so wohl nicht mehr geben wird, ist das 3er Coupé von BMW. Seit Juli 2013 durch den 4er abgelöst, hat der einstige Liebling der Tuner ausgedient.

In seiner sportlichsten Form leistet der M3 450 PS und bringt es auf 305 km/h und stürmt in 4,4, Sekunden an die Tempo 100-Marke. In Zukunft ...

... wird die M GmbH ihr Kürzel an den 4er kleben. Damals kostete der M3 in seiner stärksten Form 137.000 Euro. Mit einem ähnlichen Preis müssen wohl auch Käufer eines M4 in Zukunft rechnen.

Während BMW mit dem 4er nur die Zahlenfolge verschoben hat, sind bei Gumpert fast die Lichter ausgegangen. Der letzte Wurf der Sportwagenschmiede aus dem thüringischen Altenburg war der Apollo.

Hinter dem Projekt stand der ehemalige Ex-Audi-Motorsportchef Roland Gumpert. In seiner ausgefeiltesten Form brachte es der Apollo Enraged auf 780 PS und beschleunigte in 2,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Ein Apollo kostete rund 350.000 Euro. Im September 2012 musste Gumpert Insolvenz anmelden. Doch in letzter Sekunde hat sich ein neuer Investor gefunden. Gumpert weigert sich zu sterben und wird als GSM Gumpert erneut durchstarten. Die Thüringer versprechen in Kürze Schwestermodelle des Apollo auf den Markt zu bringen.

Wirklich erwischt hat es aber die sächsischen Sportwagenhersteller von Melkus. Dabei war der Melkus RS2000 ein reinrassiger Renner aus deutscher Produktion. Doch zuletzt stockte der Absatz.

Das 2007 in Sachsen neu gegründete Unternehmen musste am Amtsgericht Dresden einen Insolvenzantrag stellen. Die Umsätze reichten nicht, um sich am Markt durchzusetzten, teilte die Sportwagenmarke im August 2012 mit.

Die geplanten 25 Fahrzeuge pro Jahr konnten zu einem Stückpreis von rund 115.000 Euro nicht verkauft werden. Der Flügeltürflitzer hat unter der Haube einen 2,0-Liter-Turbobenziner mit bis zu 375 PS. Der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h ist in bis zu 3,8 Sekunden erledigt, die Höchstgeschwindigkeit liegt zwischen 270 und 300 km/h.

Einen Monat zuvor hatte sich bereits Artega vom Markt der kleinen, aber feinen Sportwagenhersteller verabschiedet.

Zwar verhandelte man mit einem asiatischen Investor, aber ein Ergebnis gab es nicht. Dabei war der Artega GT aus Ostwestfalen nicht mal der Teuerste.

Mit 88.500 Euro und satten 300 PS gab er sich gegenüber den anderen Boliden eher bescheiden. Doch es half nichts. Auch Artega gibt es nicht mehr.

Aber nicht nur innovative Sportwagenhersteller mussten sich in den letzten Jahren den schlechten wirtschaftlichen Gegebenheiten beugen. Auch ein Projekt aus der Schweiz gab 2009 auf. Nur ein Prototyp des elektrogetriebenen Mindset schaffte es vor die Linsen der Journalisten.

Nach 268.000 Franken Entwicklungskosten hatte das Unternehmen nicht mehr die Kraft, in die Produktion zu gehen. Ein Hersteller, der die Produktion des Hybridelektrofahrzeuges übernehmen wollte, fand sich nicht.

Der Mindset sollte über einen 100 kW starken Elektromotor angetrieben werden und in 6,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 150 km/h begrenzt. Mit einem Range Extender sollen 800 Kilometer Reichweite möglich sein.

Auch der Pagani Zonda hat in diesem Jahr das letzte Mal geheult. Allerdings liegt das nicht daran, dass die Firma pleite ist, sondern daran, dass ein neues Modell an den Start geht. Doch zuvor legte Pagani seinen Supersportwagen Zonda noch einmal in einer ultimativen Spitzenversion auf.

Das Mittelmotor-Coupé mit dem Beinamen Revolucion ist leichter und stärker als die Standardmodelle. Das spiegelt sich auch im Preis wider: 2,6 Millionen Euro kostet das gute Stück. Der von AMG zugelieferte V12-Motor erhielt ein Leistungs-Upgrade um 122 PS auf 800 PS.

Auch für den Elektrosportler von Tesla, den Roadster, gingen die Lichter aus. Ende 2011 wurde nach drei Jahren Bauzeit die Produktion eingestellt. Geplant war, dass der Roadster ab 2014 ...

... in neuer Form wieder auf dem Markt erscheinen sollte. Inzwischen sieht es nicht mehr so aus und so darf sich jeder, der eins der insgesamt 2100 Exemplare mit 288 PS starken Elektromotor sein Eigen nennt, freuen, denn das dürfte in absehbarer Zeit eine echte Rarität werden.

Im Jahr 2010 wurde auch der Hummer zu Grabe getragen. Der aus dem Militärfahrzeug High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle (HMMWV) entstandene Offroader gehörte ob seiner wuchtigen Optik und ...

... seiner absoluten Geländetauglichkeit, bei den Freunden dieser Gattung in den USA zu den begehrtesten Fahrzeugen. Mit der Zeit ließen aber der immense Kraftstoffverbrauch und der nicht minder extreme Schadstoffausstoß das Interesse weichen.

Selbst der chinesische Spezialmaschinenhersteller Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery wollte den Hummer nicht mehr auf die Beine bringen. Auch im Reich der Mitte entspricht das Gefährt nicht mehr geltenden Umweltnormen, hieß es.

Der auf der Plattform des Jeep Cherokee ruhende Dodge Nitro wurde 2007 in Deutschland auf den Markt gebracht. Riesige Hubräume mit wenig Leistung ließen aber die Kundschaft auf dem Absatz kehrt machen. Daran konnte auch ein Video von Sabrina Setlur nichts ändern, in dem sie einen roten Nitro fuhr.

Der Rapper Samy Deluxe hatte sogar einen Sponsoring-Vertrag mit Dodge, die ihm einen Nitro zur Verfügung stellten. Im Jahr 2011 wurde die Produktion eingestellt.

Auch die Produktion des kleinen Bruders, des Dodge Calilber, wurde 2011 eingestellt. Dabei wollten die US-Amerikaner mit der kleinen Wuchtbrumme in der Golf-Klasse einsteigen. An den Start ging man mit einem Diesel von VW und drei eigenen Benzintriebwerken.

Der letzte Dodge Caliber, der in Belvidere (Illinois) vom Band rollte, war tiefschwarz. Jetzt wird am selben Standort der Nachfolger Dodge Dart gebaut.

Mit dem Chevrolet HHR, wobei das Kürzel für Heritage High Roof steht, stellte General Motors 2006 einen neuen Crossover auf die Räder.

Mit dem Retro-Design wollte der Hersteller an den Chevrolet Suburban aus dem Jahre 1949 erinnern. vorrangig junge Leute wollten die US-Amerikaner mit dem HHR ansprechen. Eigentlich war der Wagen nur für den Heimatmarkt bestimmt.

Nachdem die Premiere auf dem Genfer Salon positiv ausfiel, entschied sich GM, ihn ab 2008 auch in Europa zu verkaufen. Die Zahlen waren aber so enttäuschend, dass der Verkauf ein Jahr später wieder eingestellt wurde. Für das Design des Wagens zeichnete Brian Nesbitt verantwortlich.

Vorbild für den zwischen 2000 und 2009 in Deutschland angebotenen PT Cruiser waren die US-amerikanischen Autos der 1930er-und 1940er-Jahre, wie man sie hierzulande vor allem aus den Mafia-Filmen dieser Zeit kennt. Die betonten Kotflügel, der optisch davon abgesetzte Motorraum und das massige Steilheck hätten auch dem Fuhrpark Al Capones gut zu Gesicht gestanden.

Wer bei einem US-Auto an mächtige Sechszylinder denkt, wird vom PT Cruiser enttäuscht. Stattdessen gab es auf Benzinerseite brummige Vierzylinder-Sauger und zwei Dieseltriebwerke, die damals noch von Mercedes stammten. Heute wird der PT Cruiser ab 1500 Euro gehandelt. Die Produktion wurde 2011 eingestellt.

Der Chevrolet Tacuma Rezzo gehört wohl zu den hässlichsten Autos, die Pininfarina je entworfen hat. Ursprünglich als Daewoo Rezzo auf den Markt gebracht, wurde er 2004, als GM den Vertrieb übernahm, als Chevrolet Rezzo verkauft. Für Europa ist das Modell, das sich mehr als schleppend verkaufte, gestorben.

An seiner Produktionsstätte in Usbekistan wird er weiterhin gebaut und auf den Märkten in Südafrika als Chevrolet Tacuma und in Südamerika als Chevrolet Vivant verkauft. Die letzten 36 Neuzulassungen gab es in Deutschland im Jahr 2010.

Nicht weniger hässlich zeigte sich ab 1999 der Fiat Multipla. Dabei wurde die Urform des Vans, der auf der Basis des Bravo ruhte und auch mit dessen Motoren ausgestattet war, wegen seines ungewöhnlichen Designs sogar im New Yorker Museum of Modern Art ausgestellt.

Da die Form des Multipla nicht massenkompatibel war, wurde sie 2004 umgestellt und wich einer sogenannten integrativen Formsprache. Anfang 2008 wurde der Verkauf in Deutschland eingestellt und 2010 stoppte Fiat auch die Produktion in Italien.

Auch mit seinen Oberklassefahrzeugen hatte Fiat nicht viel Glück. Unter der Marke Lancia firmierte damals der Thesis, der 2001 basierend auf der Studie Lancia Dialogos auf den Markt kam.

Zum Verkaufsbeginn im Frühsommer 2002 war der Thesis mit drei Benzinmotoren (2,0 Turbosoft, 2,4 20V und 3,0 V6 24V) und einem Diesel (2,4 10V JTD) erhältlich. Im Mai 2003 wurde der drei Liter große V6-Benziner durch ein 3,2 Liter großes Aggregat mit 230 PS abgelöst.

2009 wurde die Produktion des Thema eingestellt. Erst 2011 wurde mit Thema ein Nachfolgemodell mit Chrysler-Technik auf den Markt gebracht.

Auch französische Luxusliner blieben in Deutschland eher glücklos. Der Citroen C6 wurde auf dem Genfer Auto-Salon 2005 erstmals vorgestellt. Der C6 sollte an die Tradition der großen Citroen-Limousinen DS, CX und XM anknüpfen. Vor allem in puncto Sicherheit war der Franzose beispielhaft.

Im Euro-NCAP-Crashtest erreichte er 2005 fünf Sterne. Ab 2009 ging der C6 mit einem3,0-Liter-V6 HDi Biturbodiesel an den Start, der 241 PS leistete. Während seiner Amtszeit diente der C6 dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy als Staatskarosse. 2012 wurde die Produktion eingestellt. In Deutschland verkaufte Citroen im letzten Jahr gerade noch 60 Fahrzeuge.

Der Peugeot 607 hat bereits seit drei Jahren das Zeitliche gesegnet. Das ehemalige Flaggschiff sollte vor allem gegen die E-Klasse von Mercedes und den 5er BMW anrollen. Ab 2000 auf dem Markt, diente er erst dem französischen Präsidenten Jacques Chirac und später seinem Amtsnachfolger Sarkozy als Dienstwagen.

Ein Peugeot-Sprecher erklärte im November 2009, dass es für den Peugeot 607 keinen unmittelbaren Nachfolger geben werde. Daher wurde das Mittelklassemodell, der Peugeot 508, der den 407 ablöste, auch deutlich größer.

Ab 2014 könnte der Peugeot 608 – ein Modell, das nur als Shooting-Brake gebaut werden soll – den 607 in der oberen Mittelklasse ersetzen.

Durch die Übernahmen von Rolls-Royce durch BMW und Bentley durch VW befürchtete Daimler, in der Nische der großen Luxuslimousinen mit der Beschränkung auf die klar umrissene Marke Mercedes-Benz außen vor bleiben zu müssen und reaktivierte die Luxusmarke Maybach.

Deutlich oberhalb der S-Klasse positionierte man 2002 den Maybach und glaubte an ein enormes Marktinteresse. Als größtes Problem für den Absatz entpuppte sich im Laufe der Zeit aber das Design. Böse Zungen sprachen von einer "aufgepumpten S-Klasse".

Von den zwischen 300.000 und 500.000 Euro teuren Modellen konnten bis 2005 nur halb so viele Fahrzeuge wie geplant abgesetzt werden. 2004 wurden etwa 500 Maybach weltweit verkauft. Für 2005 wurden insgesamt 25 deutsche Zulassungen verzeichnet, 2006 konnte diese Zahl nur geringfügig auf 32 gesteigert werden.

Damit schrieb die Maybach-Sparte Verluste. Im Jahr 2007 fielen dann noch 29, im Jahr 2008 26 und 2009 31 Zulassungen in Deutschland auf Automobile von Maybach. Aufgrund des zu geringen Auftragseingangs wurde die Produktion des Modelljahrs 2013 vollständig gestrichen und die Fertigung bereits im Dezember 2012 beendet.

Mit 33 Jahren Bauzeit gehört der Lada 2107 oder Lada Nova wohl zu den am längsten gebauten Autos überhaupt. 1979 löste der Nova den Lada 2101 ab, der in Lizenz gebaut wurde und dem Fiat 124 entsprach. Vor allem in der DDR war der 2107 begehrt. Allerdings war sein Preis immens und Wartezeiten von 15 Jahren normal.

In seiner gesamten Bauzeit änderte sich das Design des Fahrzeuges nicht wesentlich. Am 16. April 2012 verkündete der Hersteller Avtovaz ohne nähere Terminangabe den endgültigen Produktionsstopp für den Fahrzeugtyp - begründet wurde das mit einem Einbruch der Nachfrage um 76 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ein weiteres Modell, das das Zeitliche gesegnet hat, ist der A2. Als der Minivan 1999 von Audi auf die Straße gebracht wurde, passte er so gar nicht in das Umfeld der anderen Audis. Hoch und schmal fuhr er außerhalb aller Eleganz und Sportlichkeit.

Kleine sparsame Triebwerke mit einem Leistungsband von 61 PS bis 110 PS befeuerten den Van, der damals in direkter Konkurrenz zur A-Klasse von Mercedes gebaut wurde. Bereits 2005 wurde die Produktion aufgrund des schleppenden Verkaufs eingestellt.

Heute gehört der A2 zu den begehrtesten Fahrzeugen auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Und auch Audi überlegt, mal laut und mal leise, ob es nicht lohnen könnte, den A2 wieder auferstehen zu lassen. Das Projekt, A2 als Elektroauto, wurde aber vorerst wieder in die Schublade verbannt.

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