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Schön und schnell: Danica Patrick mischt Nascar-Serie auf

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Dennoch erreichen die Fahrzeuge der Serie während des Rennens Geschwindigkeiten von über 300 km/h. Vor 64 Jahren gegründet, ist die Nascar-Serie eigentlich eine Männerdomäne. Nur sie beherrschen die dumpf grollenden und donnernden Boliden - bisher. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Dennoch erreichen die Fahrzeuge der Serie während des Rennens Geschwindigkeiten von über 300 km/h. Vor 64 Jahren gegründet, ist die Nascar-Serie eigentlich eine Männerdomäne. Nur sie beherrschen die dumpf grollenden und donnernden Boliden - bisher.

Nascar-Rennen sind extrem schnell. Die heute in den Wagen verbauten V8-Motoren mit 5,7 Liter Hubraum leisten weit über 800 PS. Mittels Luftmengenbegrenzer werden sie aber bei Rennen in dem Hochgeschwindigkeits-Oval auf etwa 450 PS gedrosselt.

Dennoch erreichen die Fahrzeuge der Serie während des Rennens Geschwindigkeiten von über 300 km/h. Vor 64 Jahren gegründet, ist die Nascar-Serie eigentlich eine Männerdomäne. Nur sie beherrschen die dumpf grollenden und donnernden Boliden - bisher.

Doch seit 2012 mischt eine Frau die Serie auf. Aber nicht nur das: Danica Patrick wird als erste Rennfahrerin der Nascar-Serie beim 500-Meilen-Rennen von Daytona von der Pole Position starten.

Die 30-jährige und nur 1,57 Meter große Rennfahrerin sichert sich Rang eins im Sprint Cup mit einer Zeit von 45,817 Sekunden. Dabei ist das US-Girl in ihrem giftgrünen Chevrolet 33 Tausendstelsekunden schneller als ihr Markenkollege, ....

... der Nascar-Vierfach-Champion Jeff Gordon (45,850). Der dürfte jetzt etwa so grollen wie sein Auto. Gordon, der bei der 55. Auflage des Daytona 500 neben Patrick aus der ersten Reihe startet, weiß nicht, ob er sich freuen oder ärgern soll. "Ich kann immerhin sagen, dass ich heute der schnellste Kerl war", sagt er.

Die Speed Queen nimmt es gelassen und bedankt sich freundlich: "Ich bin stolz und freue mich für das Team. Wir haben unsere Hausaufgaben im Winter gemacht, nicht hier in Daytona. Heute ging es nur darum, eine saubere Linie zu fahren, und dies ist mir offenbar gelungen."

Bei bisher zehn Rennen ist Position 23 der beste Startplatz für Danica Patrick gewesen. Doch diesmal bleibt sie schon im Training unter 46 Sekunden.

Im Qualifying rast sie in ihrem 850-PS-starken Chevy mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 316 km/h durch das 2,5-Meilen-Oval und ist dabei so schnell unterwegs wie seit 1990 kein anderer Fahrer.

Mit dem Motorsport angefangen hat die taffe US-Amerikanerin aus Beloit, Wisconsin bereits mit neun Jahren im Kart. Später wechselt sie in die britische Formel Vauxhall. 2002 kehrt Patrick in die USA zurück. 2005 fährt sie in der ...

... IndyCar-Serie, dem US-Pendant zur Formel 1. Hier sorgt sie bereits 2005 für Furore, als sie jeweils mit Platz vier die beste Startposition und das beste Endergebnis einer Frau beim berühmten Indy 500 erzielt.

Am 20. April 2008 gewinnt Patrick, die in ihrer Heimat gefeiert wird wie ein Popstar, in Motegi/Japan als erste Frau überhaupt ein IndyCar-Rennen.

Auch in den nächsten vier Jahren fährt Patrick in der IndiCar-Serie, versucht sich 2010 und 2011 schon bei den Nascar Nationwide Series, bleibt hier aber relativ erfolglos.

2012 geht sie dann den nächsten Schritt in die Nascar-Königsklasse und mischt hier gerade gnadenlos die männliche Konkurrenz auf. Die Geschichte der Nascar beginnt ...

... in den USA in den Zeiten der Prohibition. Damals (1919-1933), als Alkohol verboten war, gründen sich Schmugglerbanden, die mit frisierten Autos, sogenannten "Bootleggers", Schnaps über die Grenze von Kanada heranschaffen.

An Wochenenden treffen sich die Fahrer aus purem Spaß zu Rennen, um den Schnellsten zu ermitteln. Ein Mann namens Bill France senior ...

... organisiert schon sehr bald Rennen auf abgesperrten Kursen, bei denen es auch kleinere Preise zu gewinnen gibt.

1938 lässt er das erste Rennen am Strand von Daytona Beach austragen. Doch damit ist die Legende noch nicht geboren. Zwar plant France, eine Serie zu starten, aber der Zweite Weltkrieg machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

Erst im Jahr 1947 trifft sich France in Daytona Beach, um mit Veranstaltern aus dem Osten und Mittleren Westen die Nascar-Rennserie zu gründen.

Das erste offizielle Rennen findet am 19. Juni 1949 auf dem Charlotte Speedway in Charlotte, North Carolina statt. Sieger ist natürlich ein Mann: Jim Roper.

Inzwischen donnern seit über 60 Jahren die Boliden über die Rennstrecken. Und das in einem Land, in dem die Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht rigider sein können. Doch vielleicht hat gerade dieser Umstand die ...

... Serie und vor allem ihre Fahrer zu wahren Helden stilisiert. Die Männer sind in den USA berühmt wie Basball- oder Football-Spieler und verdienen ebenso viel Geld. Die Serie wird in Liedern besungen.

Zum Beispiel von Mark Knopfler in "Speedway at Nazareth" oder von Matchbox Twenty in "How Far We've Come". Seit 1960 werden Filme über die NASCAR-Serie gedreht.

Der erste war wohl "Thunder in Carolina"(1960). Die bekanntesten hierzulande dürften aber "Tage des Donners" (1990) und Cars (2006) sein.

Doch in die Zukunft könnte auch Danica Patrick zur Hauptfigur in einem Nascar-Film werden oder zur Heldin in einem Song.

Denn die Speed Queen brennt für ihren Sport. Und wenn nichts Schlimmes passiert, ....

... dann wird sie auch bei der 55. Auflage des Daytona 500 ganz vorne mitfahren.

Und mal ehrlich - warum nicht mal einen Film über eine attraktive Rennfahrerin drehen?

Noch dazu, wenn sie dann so in einem Nascar sitzen könnte.

Natürlich sieht die Wirklichkeit anders aus. Das ist aber auch gut so, ...

... sonst bestünde die Gefahr, dass man die schnellste Frau der USA nach solch einem Crash nicht mehr wiedererkennt.

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