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Freitag, 10. März 2017

Vom Coupé bis zum Kleinwagen: Das Neueste vom Autosalon in Genf

Von Holger Preiss

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Auf dem Autosalon in Genf gehört das Mercedes-AMG GT Concept mit Abstand zu den schönsten Autos der Messe. (Foto: Holger Preiss)

Auf dem Autosalon in Genf gehört das Mercedes-AMG GT Concept mit Abstand zu den schönsten Autos der Messe.

Auf dem Autosalon in Genf gehört das Mercedes-AMG GT Concept mit Abstand zu den schönsten Autos der Messe.

Zweifelsohne handelt es sich noch um eine Studie, die verspricht aber für das Serienmodell einiges: Formel-1-Technik mit über 800 PS zum Beispiel.

Und wem die Leistung egal ist, der kann sich am sickenfreien Kleid erfreuen, das Chefdesigner Gorden Wagerner gestrickt hat.

Nicht ganz so aufregend, aber ebenfalls fast ohne Falten kommt der neue Porsche Pnamera Turbo Sport Turismo nach Genf.

Optisch gleicht der Shooting-Brake bis zur B-Säule der Limousine, dahinter schließt sich ein geräumiges Kombi-Abteil an, das in einer extra großen Heckklappe endet.

An dieser findet sich der laut Porsche "erste adaptiv ausfahrbare Dachspoiler im Segment", der den Wagen auch bei hohen Geschwindigkeiten sicher auf den Asphalt drücken soll.

Anfang 2017 stellte Lexus auf der Detroit Autoshow die Neuauflage seines Flaggschiffs LS vor – damals noch mit einem über 400 PS starken V6-Benziner. Auf dem Genfer Autosalon steht jetzt die mit einigen Spritspartricks gesegnete Hybridvariante LS 500h.

Erstmalig präsentiert wurde der neue Hybrid-Antriebsstrang im Luxuscoupé LC 500h, der einen 299 PS starken 3,5-Liter-V6-Benziner mit einem 179 PS starken E-Motor kombiniert.

Im Zusammenspiel sollen Saugbenziner und E-Antrieb eine Systemleistung von 359 PS in den Vortrieb werfen. Angaben zu Fahrleistungen des LS machen die Japaner noch nicht. Eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h versteht sich in dieser Klasse von selbst.

Für Opel ist der neue Insignia in Genf ein Statement in jeder Hinsicht. Zum einen soll es die Konkurrenz in Wolfsburg warnen, zum anderen aber auch dem neuen Hausherren Peugeot zeigen, wer die Hosen in diesem Segment an hat.

Ein schnittiges Blechkleid, Motoren mit perspektivisch bis zu 340 PS und haufenweise moderne Technik heben Limousine und Kombi mindestens eine halbe Klasse über das Vorgängermodell hinaus.

Zudem wurden dessen Fehler behoben, etwa das überdurchschnittliche Gewicht und das unterdurchschnittliche Platzangebot.

Trotzdem droht dem neuen Insignia auf der Messe ein Platz im Schatten, denn so ganz verdaut ist die Übernahme durch die Franzosen noch nicht.

Den Limousinen-Flaggschiffen von VW hatten bislang ein Problem mit dem Prestige. Der Phaeton wollte zu viel, der CC bot zu wenig. Nun beerbt der neue Arteon gleichzeitig sowohl die Hybris-Limousine als auch den angeedelten Passat-Ableger – und soll alles besser machen als dieser.

Ob er das Zeug dazu hat, mag das Publikum entscheiden. Im Vergleich mit anderen Neuerungen kommt er jedenfalls etwas faltig daher.

Mit einem Facelift am Q50 will Infiniti die potenzielle Kundschaft am Lac Léman gewinnen.

Allerdings muss man schon ganz genau hinsehen, um die Unterschiede zum Vorgänger zu erkennen.

Dieses Problem hat das E-Klasse Coupé von Mercedes nicht. Neues schnittiges Kleid und Motoren, die Spaß machen, dürften die Käufer schnell fixen.

Alpine ist für Franzosen so etwas wie Porsche für die Deutschen. Nun kommt die ikonische Sportwagenmarke unter Renault-Regie zurück.

Den Start macht in Genf die Neuauflage des Mittelmotor-Renners Alpine A110. Optisch bleibt der flache Zweisitzer nahe am 1960er-Jahre-Vorbild.

Und auch das Konzept wird übernommen: ein kräftiger, aber nicht überzüchteter Motor soll in Kombination mit flottem Fahrwerk und geringem Gewicht für fortgeschrittenen Fahrspaß sorgen.

Mit 50.000 bis 60.000 Euro Anschaffungspreis dürfte der Alpine im Bereich des Konkurrenzmodells Alfa 4C bleiben.

Sein Debüt auf dem Genfer Salon feierte auch der Honda Civic in seiner Sport-Version Type R. Motorenseitig übernimmt die Neuauflage das Aggregat aus dem Vorgänger, allerdings haben die Entwickler den Zweiliter-Turbo-Vierzylinder, ...

.. dem durch eine große Hutze in der Motorhaube Kühlluft zugeführt wird, noch etwas mehr ausgequetscht: 310 PS standen bislang im Fahrzeugschein, jetzt holen sie dank einer Software-Überarbeitung und einer optimierten, dreiflutigen Abgasanlage zehn Pferdestärken mehr raus.

Aber in der Serie absolutes Benchmark ist der Bugatti Chiron. Der ist nicht neu, aber immer wieder schön anzusehen.

Hinzu kommen die nach wie vor imposanten Leistungsdaten: 1500 PS, 2,5 Sekunden auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit jenseits von Tempo 400.

Wem da nicht ein Schauer über den Rücken läuft, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Oder vielleicht doch, mit dem Aston Martin Valkyrie. Der Name kommt aus der nordischen Mythologie und steht für eine Art Todesengel. Ob das letztlich der richtige Name für ein Auto ist, muss jeder selbst entscheiden.

Angestrebt wird bei dem auf 150 Exemplare limitierten und angeblich bereits ausverkauften Flachmann ein Gewicht von 900 Kilogramm. Entsprechend leichtes Spiel wird der voraussichtlich 900 PS starke 6,5-Liter-V12-Motor haben, der zudem über ein Energierückgewinnungssystem verfügen soll.

Was Aston Martin kann, kann McLaren schon lange, präsentiert in Genf den Nachfolger des 650S und nennt ihn 720S.

Der Name des zweisitzigen Carbon-Coupés mit den nun weit im Dach angeschlagenen Flügeltüren ist dabei Programm. Denn das Typenkürzel steht in der McLaren-Nomenklatur für die Leistung des neuen V8-Turbo mit 4,0 Litern Hubraum.

Insofern sind 720 PS Programm und ein maximales Drehmoment von 770 Newtonmeter spricht auch für eine ordentliche Leistungsfähigkeit. Bei einem Gewicht von nur 1283 Kilogramm reicht das für einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 2,9 Sekunden und ein Spitzentempo von 341 km/h.

Ganz anders fährt Bentley mit der Studie EXP12 Speed 6e in Genf vor und präsentiert einen knackig proportionierten Roadster, der in mehrfacher Hinsicht zukunftsweisend für die britische Nobelmarke ist.

Zum einen könnte ein solch dynamisches und handliches Cabriolet helfen, das Image der Marke zu verjüngen. Zum anderen wird der EXP 12 elektrisch angetrieben, was sicher eine seriennahe Antriebszukunft andeutet.

Über den Antrieb des EXP12 macht Bentley noch keine konkreten Angaben. Es handelt sich um ein rein batterieelektrisches Fahrzeug, welches am Schnelllader oder an einer Haushaltssteckdose geladen werden kann. Ein Blick ins Cockpit auf die Reichweitenanzeige deutet an, dass eine Reichweite von über 400 Kilometern möglich ist. Zudem dürften beide Achsen angetrieben werden.

Der Innenraum bietet einen kühnen Mix aus klassisch anmutenden Elementen und modernen Anzeigen. So sind die Sitze mit rotbraunem Leder in Antik-Optik bezogen. Im Kontrast dazu blickt Fahrer zwischen den Lenkrad-Hörnern auf ein digitales Kombiinstrument, das unter anderem ein Rundtacho in klassischer Optik darstellt.

Auch wenn im Fall des EXP 12 der elektrische Antrieb noch ein wenig nach Zukunftsmusik klingt, werden die Briten schon bald ihren ersten Stromer in den Markt bringen. Bereits 2018 soll der Bentayga als Plug-in-Hybrid an den Start gehen. Vielleicht schon ein Jahr später könnte eine kleine Baureihe im Stile der EXP-Studien folgen.

Bei Rolls-Royce gibt es außer einem Sondermodell nicht wirklich etwas Neues zu sehen.

Hier heißt das Motto weiter: teuer und gediegen.

Anders startet da Range Rover am Lac Léman durch. Die Briten stellen dort ihren neuen Velar vor. Er ist nur geringfügig kleiner als der Ranger Rover Sport, zielt aber preislich auf die Porsche-Macan-Liga. Premiere feiert der Neuzugang auf dem Genfer Auto Salon, zum Händler rollt er Ende Juli für knapp 57.000 Euro.

Damit der Velar die hohen Erwartungen, die das sportliche Blechkleid weckt, auch erfüllen kann, liefert das Spitzentriebwerk ein V6-Benziner 380 PS und wuchtet das SUV in 5,7 Sekunden auf Tempo 100.

Im Segment der Edel-SUV möchte sich auch der Citroën-Ableger DS mit dem D7 platzieren. Statt wie bisher einfach ein existierendes Konzernmodell umfangreich aufzuhübschen, ist das nun vorgestellte Mittelklasse-SUV von Grund auf neu.

Mit 4,57 Metern Länge tritt der Crossover etwa gegen den etwas größeren Mercedes GLC an, abheben will er sich mit französischem Flair im klassenüblich hochwertigen Innenraum und charmanten Anspielungen an den avantgardistischen Ur-DS der 1950er-Jahre.

Um das Fehlen von Sechszylinder und Allradantriebe auszugleichen, setzt DS auf die Hilfe von Elektromotoren, die den Verbrennern die nötige Zusatz-Power verpassen und zudem die von ihnen nicht angetriebene Achse in Bewegung setzen können.

Auch Jeep hat die letzte Lücke wieder besetzt und das Kompakt-SUV Compass wiederbelebt. Mit 4,40 Meter ist er größer als der Renegade, orientiert sich aber an dessen Motorisierungen, wird also auch als Fronttriebler zu haben sein.

Wer wirklich klettern will, der sollte sich der hier abgebildeten Trail Hawk-Version mit mehr Bodenfreiheit und Allradantrieb zuwenden.

Eigentlich hatte man das Gefühl, dass der koreanische SUV-Spezialist Ssangyong mit seinem Design auf dem richtigen Weg wäre. Angesichts der in Genf gezeigten Studie XAVL muss nun wieder daran gezweifelt werden.

Hier steht eine Mischung aus Plastik-Schwimmpanzer mit unförmig weit ausgestellten Radhäusern und ...

.. fließenden Beplankungen. Die Schulterlinie schwingt sich zu einer geradezu mickrigen C-Säule auf, die noch gedrungener wirkt, weil die Heckscheibe unbedingt umlaufen muss. Bleibt zu hoffen, das für die Serie an dieser Optik stark gefeilt wird.

In sich stimmiger zeigt sich das Hyundai Fuel Cell Concept in Genf. Hyundai hatte bereits 2013 mit dem SUV ix35 Fuel Cell das nach eigenen Angaben erste Serienauto weltweit mit dieser Technik auf den Markt gebracht.

Die neue Technik im Konzeptfahrzeug soll nun 20 Prozent leichter und dabei effizienter geworden sein. Von 800 Kilometern Reichweite spricht der Hersteller. Der ix35 komme 594 Kilometer weit.

2018 kommt diese neue Brennstoffzellen-Technik in einem neuen Serienmodell auf den Markt. Weitere Angaben zur Technik bleibt Hyundai schuldig.

Allerdings soll die Studie - bis auf die Portaltüren - sehr nah am Serienmodell sein.

Keine Studie ist der neue Mitsubishi Eclipse. Der Name ist nicht ganz neu, denn bis 2012 hatte der Autobauer ein gleichnamiges Sportcoupé vermarktet. Mit etwas gutem Willen könnte man dem Design des Eclipse Cross sogar einen coupéhaften Charakter unterstellen.

Als Antrieb hat Mitsubishi vorerst zwei konventionelle Verbrennungsmotoren eingeplant. Ein direkteinspritzender 1,5-Liter-Turbobenziner wird wahlweise mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe oder einer stufenlosen CVT-Automatik kombinierbar sein. Alternativ wird ein 2,2-Liter-Diesel in Kombination mit einer Achtgang-Automatik zur Wahl stehen.

Leistungs- und Fahrwerte nennt Mitsubishi noch nicht, doch versprechen die Japaner dank eines elektronisch geregelten Allradantriebs im Zusammenspiel mit der Giermomentregelung AYC (Active Yaw Control) ein zugleich sicheres wie auch dynamisches Fahrverhalten.

An so richtig vielen Kanten kann man sich beim Toyota C-HR in Genf stoßen. Optisch dürfte das 4,36 Meter lange SUV genaus so polarisieren wie einst der Nissan Juke.

Aber vielleicht gilt hier ja der alte Slogan: Nichts ist unmöööglich – Toyota. Angeboten wird der C-HR natürlich als Hybrid: 1,8-Liter-Benziner plus Elektromotor mit zusammen 122 PS, wie man es aus dem Prius kennt.

Auch Skoda bietet den Octavia mit Vieraugengesicht wieder als Scout an.

Die Messepremiere feierte der Tscheche jedenfalls schon mal in Genf.

Eine waschechte Premiere gab es bei Volvo mit dem neuen XC60. Ab Sommer steht die gefällige Neuauflage für mindestens 48.050 Euro beim Händler.

Mit dem großen Bruder XC90 hatte Volvo 2015 sein neues Familien-Design eingeführt, an dem sich auch der neue XC60 orientiert – allerdings mit ein paar kleinen Verfeinerungen. Von vorne fällt die überarbeitete Tagfahrlicht-Grafik auf, die jetzt bis an den Kühlergrill heranreicht; ...

... hinten setzen die Designer auf feiner gezeichnete Rückleuchten und eine im unteren Teil nach vorne flüchtende Heckklappe. Das lässt das SUV dynamischer auftreten als seinen Vorgänger und auch um einiges sportlicher als den großen XC90.

Wenig Neues gibt es dagegen im geräumigen Innenraum und unter der hohen Haube zu vermelden. Das Cockpit ist im Großen und Ganzen aus den 90er-Modellen bekannt, auffälligstes Unterscheidungsmerkmal ist eine über die gesamte Breite des Armaturenbretts laufende Holzzierleiste.

Klein, aber fein - auch Suzuki hat eine echte Premiere in Genf am Start: den Swift. Neue Optik, eine leichtere Plattform und moderne Assistenten sollen den Kleinwagen fit machen für den Wettbewerb mit Nissan Micra, Hyundai i20 und Co.

Optisch setzt sich der Neue vor allem mit seiner rundlichen Front von den beiden nahezu identisch aussehenden Vorgängermodellen ab. Äußerlich nicht zu erkennen sind hingegen die um einen Zentimeter auf rund 3,84 Zentimeter geschrumpfte Länge und das deutlich gesunkene Gewicht.

Kräftig aufgerüstet hat Suzuki bei den Assistenzsystemen. So gibt es jetzt einen kameragestützten Notbremsassistenten, einen Spurverlassenswarner und automatisches Fernlicht. Auch ein adaptiver Tempomat mit Radartechnik ist zu haben.

In direkter Konkurrenz zum Swift steht der KIa Picanto nicht nur in Genf. Der ab Sommer zu Preisen ab 9990 Euro erhältliche Kia Picanto zeigt, ...

... dass Insassen selbst bei einer Fahrzeuglänge von nur 3,60 Metern nicht darben müssen. Mit einem guten Raumnutzungskonzept bietet Kias Kurzer zumindest vier Personen im Rahmen der Abmessungen ordentliche Platzverhältnisse.

Das Kofferraumvolumen fasst je Stellung der asymmetrisch im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzlehne zwischen 255 und 1010 Liter.

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