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Rassig und heißblütig, ganz südländisch eben gibt sich der Seat Exeo. Der Spanier basiert auf dem Vorgängermodell des Audi A4. Wer das aber nicht weiß, der wird unter dem roten Blechkleid keinen Bayern erkennen.
Dennoch hat Seat es geschafft dem Auto einen eigenen Charakter zu verpassen. Und dieser ist sehr sportlich. Ganz dem Image der Marke entsprechend.
Vergleicht man den Exeo mit dem aktuellen A4, so fallen aber durchaus einige Ähnlichkeiten auf.
Die Abmessungen stimmen weitgehend überein ...
... doch der Seat kommt bulliger daher. Dabei liegt er, trotz Sportfahrwerk, kaum tiefer als der A4.
Die sportlliche Herangehensweise ist denn auch das wichtigste Merkmal des Exeo. Unser Testfahrzeug hat den Zwei-Liter-Benziner mit 200 PS Leistung an Bord.
Dazu das Sportpaket mit 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, straffem Fahrwerk und Sportsitzen. Eine Kombination, die viel Fahrspaß mit sich bringt, aber nichts für Weichspüler ist. Der Seat ist bretthart und hat mit dem Spitzenbenziner jede Menge Kraft in petto.
Innen ist alles Audi. Der Schaltknüppel beispielsweise stammt aus Ingolstadt, viele Regler und Bedienelemente sind ebenfalls wiederzuerkennen. Da ist der Exeo eben ganz Produkt eines Großkonzerns.
Hinten geht es recht eng zu. Fünf Personen finden theoretisch Platz. Die Beine der Fondpassagiere dürfen allerdings nicht zu lang sein.
Vorne ist das Platzangebot ordentlich. Auch Menschen jenseits der zwei Meter können hier anständig sitzen. Das Auto ist durch das Sportfahrwerk allerdings sehr tief und ein Einstieg erfordert durchaus etwas Beugung.
Der Zwei-Liter-TSI-Motor ist ein lauffreudiges Stück Technik. Das Aggregat, das ebenfalls im Vorgänger-A4 seinen Platz hatte, wurde nicht umsonst auch als "Engine of the Year" ausgezeichnet. Ein Drehmomentplateau stellt zwischen 1800 und 5000 Umdrehungen pro Minute das Maximum von 280 Newtonmeter bereit.
Das macht aus dem Spanier einen echten Kurvenräuber. In Kombination mit dem straffen Fahrwerk macht der Exeo eine Menge Spaß auf verwinkelten Landstraßen. Er zieht aus dem Drehzahlkeller stramm nach oben.
Bei flotter Kurvenfahrt zeigt er ein braves Untersteuern, das das bewährte Audi-ESP souverän wegregelt. Trotz der nicht unerheblichen Leistung ist er somit gut zu beherrschen.
In 7,3 Sekunden gelingt dem Exeo der Sprint auf 100 km/h. Die 200 PS sollen für 241 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit gut sein. Das war im Test nicht nachzuvollziehen. Im oberen Geschwindigkeitsbereich wird es zäh mit dem Exeo.
Beim Verbrauch zeigt sich der Exeo maßvoll. Im Testdurchlauf genehmigte er sich in Durchgang Eins 10,5 und im zweiten Durchgang 8,9 Liter. Laut Norm sollte der Verbrauch bei 7,7 Litern liegen.
Das Kofferraumvolumen liegt bei 460 Litern. Damit bietet er nur 20 Liter weniger als ein aktueller Audi A4. Die Rückbank ist serienmäßig geteilt umlegbar.
Kommen wir zu den Kosten. Dank der Übernahme der Technik des "alten" A4 kann Seat den Exeo zu einem recht niedrigen Preis anbieten. Unser Testwagen mit dem Zwei-Liter-Benziner an Bord kommt zu einem Grundpreis von 28.290 Euro daher. Mit Business-Navi und Sportpaket kommt der Exeo auf einen Preis von 33.480 Euro.
Erfreulicherweise bringt der Exeo in der Basisausstattung schon recht viel serienmäßig mit. So kann der Exeo gegenüber der Konkurrenz durchaus glänzen. VW Passat, Audi A4 oder der 3er von BMW kosten alle mindestens 3000 Euro mehr. Der Skoda Octavia liegt im Vergleich 200 Euro unter dem Seat mit dem gleichen Motor.
Als Fazit lässt sich sagen, dass der Seat Exeo kein schlechtes Angebot ist. Für eine Familienkutsche ist er wohl zu sportlich. Aber wer Dynamik sucht und Nutzwert nicht komplett abschreiben will, für den ist der rassige Spanier eine Überlegung wert. (Text: Markus Mechnich)
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