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Ein letzter Rundgang im Palexpo: Das war der Autosalon in Genf 2016

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Der Genfer Salon wurde dieses Jahr von den SUV dominiert. Kaum ein Hersteller kann sich inzwischen diesem Trend entziehen und so wundert es nicht, dass auch der angeschlagene VW-Konzern über alle seine Marken ein wahres Offroad-Feuerwerk abbrennt. Die wohl schönste Aussicht präsentierte Skoda mit seiner Vision S. (Foto: Holger Preiss)

Der Genfer Salon wurde dieses Jahr von den SUV dominiert. Kaum ein Hersteller kann sich inzwischen diesem Trend entziehen und so wundert es nicht, dass auch der angeschlagene VW-Konzern über alle seine Marken ein wahres Offroad-Feuerwerk abbrennt. Die wohl schönste Aussicht präsentierte Skoda mit seiner Vision S.

Der Genfer Salon wurde dieses Jahr von den SUV dominiert. Kaum ein Hersteller kann sich inzwischen diesem Trend entziehen und so wundert es nicht, dass auch der angeschlagene VW-Konzern über alle seine Marken ein wahres Offroad-Feuerwerk abbrennt. Die wohl schönste Aussicht präsentierte Skoda mit seiner Vision S.

Das 4,70 Meter lange Showcar bietet bis zu sieben Personen in drei Sitzreihen Platz. Optisch orientiert sich der Allrader mit seinen scharf geschnittenen Karosserielinien und dem selbstbewussten Kühlergrill am Design der Modellpalette um Octavia und Superb.

Die Technik kommt aus dem VW-Baukasten, den auch der gerade neu aufgelegte VW Tiguan nutzt.

Mit 4,43 Metern Länge und fünf Sitzplätzen ist dieser aber eine Nummer kleiner als das tschechische Konzeptfahrzeug.

Nicht wirklich zu erklären ist die Volkswagenstudie T-Cross-Breeze. Sieht sie doch aus wie die eckige Variante des eben zu Grabe getragenen Golf Cabrios. Hinzu kommt, dass der Vorderwagen verdammt an ein Range Rover Evoque Cabrio erinnert.

Letztlich gibt das 4,13 Meter lange Concept mit 110-PS-Benziner einen Ausblick auf ein Polo-SUV. Mit markanten LED-Ringen, schmalen Leuchten und breitem Grill soll der T-Cross das Gesicht künftiger VW-Modelle andeuten, ...

... und auch das fast schalterlose Cockpit mit reichlich Touch-Flächen, Gestensteuerung und gläsernen Drehwalzen statt Automatikwahlhebel und Parkbremse soll mittelfristig Realität werden.

Bereits im Sommer geht das erste SUV von Seat in den Verkauf, in der Schweiz ist es zum ersten Mal für die breite Öffentlichkeit zu sehen. Der Ateca ist 4,36 Meter lang, beim Radstand von 2,64 Metern sitzen auch Erwachsene hinten kommod, ...

... der Kofferraum fasst 510 Liter. Die Technik stammt aus dem VW-Konzernregal. Einstiegsmotorisierung ist der 1,0-Liter-Dreizylinder mit 115 PS.

Das knackige Kleid hingegen könnte, wie auch der Innenraum, spanischer gar nicht sein, erinnert es in der Linienführung doch stark an den Leon.

Die Serienversion des auf der IAA als Konzept gezeigten Hybrid-SUV C-HR hat am Genfer See ihren ersten Auftritt. Optisch und technisch orientiert sich der kleine Crossover an der IAA-Studie CH-R Concept.

Auch deren Hybridantrieb dürfte in die Serie einfließen, alternativ wird es einen Turbobenziner geben. Zudem sollen die steife Struktur und der niedrige Schwerpunkt der neuen Toyota-Plattform TNGA für gute Handling-Eigenschaften sorgen.

Der erste Offroader in der mehr als 100-jährigen Geschichte von Maserati kommt ab Mai zu den Händlern. Der Levante trägt eine aggressive Front ähnlich wie Ghibli und Quattroporte, die allerdings weniger sportlich als bullig gestaltet ist. Böse Zungen sprechen sogar von einem extrem prolligen Auftritt.

Von der Seite kann man die sportlichen Proportionen mit niedrigem, nach hinten abfallenden Dach, ansteigender Fensterlinie, breiter C-Säule und stark modellierten hinteren Radhäusern erkennen. Das neue SUV ist serienmäßig unter anderem mit adaptiven Dämpfern, Allradantrieb und Acht-Stufen-Automatikgetriebe ausgestattet.

Ganz anders präsentiert sich Kia in Genf. Die Koreaner zeigen den für Mitte 2016 erwarteten kleinen Hybrid-Crossover Niro. Das Design des 4,36 Meter langen Hybridmodells verrät eine enge Verwandtschaft zum größeren Kompakt-SUV Sportage.

Angetrieben wird der Niro von einer Kombination aus 1,6-Liter-Benziner mit 105 PS und einem 44 PS starken Elektromotor, der Crossover soll rund 3,8 Liter auf 100 Kilometern verbrauchen.

Das Interieur bleibt klar, wirkt für den hiesigen Geschmack vielleicht sogar etwas verhalten.

Wie das kompakte SUV XV von Subaru künftig aussehen könnte, zeigen die Japaner auf ihrem Stand. Das "XV Concept" kennzeichnet eine markante Frontpartie; ...

... ausgestellte Radkästen und ein Unterfahrschutz betonen den robusten Charakter des Konzeptfahrzeugs. Flankiert wird die Studie von der aktuellen Subaru-Modellpalette, unter anderem dem aktuellen XV in optisch aufgefrischter Version.

Die Ingolstädter zeigten ebenfalls ihr neues City-SUV Q2 der Weltöffentlichkeit. Auf Basis des A3 soll es gegen BMW X1 oder Mercedes GLA antreten.

Da die Technik aus dem modularen Querbaukasten stammt, dürften die Motorisierungen etwa zwischen 100 und 180 PS liegen. Darüber dürfte es eine Sportversion geben, die mit Front- und Allradantrieb kombinierbar ist.

Mit etwas eleganterer Optik, LED-Scheinwerfern, der neuesten Infotainment-Generation und einem aktuellen Motor aus dem Astra wappnet Opel den Mokka, der nun mit dem Namenszusatz "X" versehen, ...

... für die zweite Lebenshälfte aufgefrischt wurde. Von außen wirkt vor allem die Front eleganter und weniger verspielt. Der aus dem Astra bekannte 1,4-Liter-Turbobenziner erweitert das Antriebsportfolio des Mini-SUV als 150 PS starke Variante.

Auch das Mini-SUV von Peugeot, der 2008, wurde geliftet. Ab dem Sommer gibt es ein aufgefrischtes Design mit stärkeren Offroad-Anleihen und einen neuen Einstiegsdiesel. Der 1,6-Liter-Vierzylinder leistet 75 PS und soll mit 3,7 Litern auf 100 Kilometern auskommen.

Der Peugeot 2008 erreichte im vergangenen Jahr Rang drei unter den meistverkauften Mini-SUV in Europa. Die Nummer zwei war übrigens der Opel Mokka. Die beiden Modelle wollen so dem Segments-Primus Renault Captur stärkere Konkurrenz machen.

Ssangyong präsentierte in Genf die Langversion des Mini-SUV Tivoli: Der XLV ist gut 20 Zentimeter länger, misst also 4,40 Meter.

Bei unveränderten Radstand kommt der Zuwachs komplett dem Kofferraumvolumen zugute, das auf beachtliche 720 Liter wächst.

Das Design des Tivoli bleibt erhalten, die Proportionen verschieben sich zugunsten des großen Heckabteils. Für den Vortrieb stehen die bekannten 1,6-Liter-Motoren zur Wahl.

Darüber hinaus zeigt die Marke einen neuen 48-Volt-Hybrid-Antriebsstrang: Das Konzeptfahrzeug SIV-2 – das das Design des Kompakt-SUV Korando vorwegnimmt - wird von einem 1,5-Liter-Turbobenziner angetrieben, ...

... der mit einem 14 PS starken E-Motor-Generator und einer 0,5 kWh großen Batterie kombiniert ist.

Die neue Edelmarke von Citroën präsentiert ihre Zukunft abseits des SUV-Booms. Bei dem in strahlendem Metallic-Grün lackierten E-Tense handelt es sich um ein Sportcoupé mit elektrischem Antrieb, der 402 PS leistet.

Die Design-Studie ist breit und flach gezeichnet und sowohl an Front und Heck als auch in der Seitenansicht stark zerklüftet. Auffällig ist das Fehlen der Heckscheibe, der Blick nach hinten wird durch einen digitalen Rückspiegel mit Hilfe einer Kamera realisiert.

Als ein "Markenzeichen" bezeichnet DS die Lichtsignatur: Die horizontalen LED-Schweinwerfer sind sehr schmal, zwei Lichtbänder ziehen sich vertikal über die Höhe der Front. Die am Heck im oberen Teil der Karosserie eingelassenen Blinker sind eine Hommage an die historische DS aus dem Jahr 1955.

Ganz anders der Innenraum. Der zitiert alles, was man sich für die Zukunft in einem Auto wünscht.

Nicht minder schnittig, geradezu schön ist die Studie, die Mazda in Form des Wankelmotor-Sportwagens RX-Vision mit nach Genf gebracht hat.

Skyactiv-R nennt Mazda den neuen Wankelmotor, der die Studie antreibt und stellt ihn damit zumindest in der Benennung in eine Reihe mit den erfolgreichen Skyactiv-Hubkolben-Aggregaten.

Wann aus dem RX-Vison ein echter RX mit Wankelantrieb wird, lässt Mazda noch offen. Aber zwei bis drei Jahre werden bis zur Premiere wohl noch vergehen. So oder so stärkt Mazda mit dem Projekt in der Zwischenzeit ihr Image als die Ingenieurs-Marke unter den japanischen Herstellern.

Auch Opel hat in Genf eine aufregende Studie am Start: das Sportwagen-Showcar Opel GT. Der kleine, leichte Frontmittelmotor-Flitzer steht gleich in mehrfacher Hinsicht in der Tradition der gleichnamigen Ikone aus dem Jahr 1968.

Eine entzückende, nicht übermotorisierte Spaßmaschine in bezahlbarem Preisrahmen wie der Ur-GT könnte daraus entstehen, aber nur vielleicht. Der 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner basiert auf den Triebwerken aus Adam, Corsa und Astra und leistet im Sporttrimm 145 PS.

Die Kraft wird über ein sequenzielles Sechsganggetriebe an die mit einer mechanischen Differenzialsperre ausgestattete Hinterachse geschickt. Weil der Zweisitzer weniger als 1000 Kilo auf die Waage bringt, ...

... genügt ihm die Leistung, um in weniger als acht Sekunden auf Landstraßentempo zu beschleunigen.

Der FF-Nachfolger Ferrari GTC4 Lusso kommt wieder mit Allrad, erstmals kombiniert mit Hinterradlenkung. Das Design wurde nur leicht überarbeitet, unter der langen Haube des Viersitzers bleibt es beim V12-Sauger mit 6,3 Litern Hubraum, der nun aber 690 PS leistet, ...

... das maximale Drehmoment liegt bei 697 Newtonmetern. So beschleunigt der GTC4Lusso in 3,4 Sekunden auf 100 km/h, ...

... maximal wird er 335 km/h schnell. Der weiterentwickelte Allradantrieb und Hinterradlenkung soll den Shooting Brake zusammen mit elektronisch gesteuerten Dämpfern noch dynamischer machen.

Auf der IAA in Frankfurt zog die potente Version der Giulia das Publikum an, ...

... in Genf präsentiert Alfa nun die zivileren Varianten der Mittelklasse und ...

... die überarbeiteten Mito und Giulietta.

Aston Martin stellte in Genf seine neue Superwaffe DB11 aus.

Bereits im Herbst soll der Brite auf den Markt kommen. Unter seiner wirklich bildschön gezeichneten Karosserie steckt ein 5,2-Liter-V12 mit 600 PS.

Über 1000 Bestellungen sollen bereits vorliegen. Was wenig wundert, der DB11 kostet "nur" knapp 200.000 Euro.

Natürlich dürfen auch die Tuner in Genf nicht fehlen. Unter ihnen AC Schnitzer mit dem neuesten Dampfhammer ACL2. Grundlage ist ein BMW M253i.

Doch anstelle des Dreiliter-Reihensechszylinders mit 326 PS aus dem Serienmodell hat der "ACL2" einen auf 570 PS hoch gezüchteten M4-Motor mit einem maximalen Drehmoment von 740 Newtonmetern unter der Haube. Der Spurt von 0 auf 100 km/h soll in 3,9 Sekunden gelingen, nach 10,9 Sekunden ist die 200-km/h-Marke geknackt.

Zum 120-jährigen Firmenjubiläum präsentiert Abt Sportsline in Genf einen streng limitierten RS 6 R. Der Beiname "1 of 12" verrät, dass nur zwölf Exemplare des exklusiven Kombis entstehen.

Der RS 6 R "1 of 12" hat 735 PS und 920 Newtonmeter maximales Drehmoment. Das sind 175 PS und 220 Newtonmeter mehr als beim RS 6 im Werkstrimm. Der Zweitonnen-Kombi soll in 3,2 Sekunden auf 100 km/h sprinten und 320 km/h erreichen.

Auch MTM präsentiert seine Interpretation von Sportlichkeit an einem Audi S8 und nennt ihn Talladega R. Die Tuner aus Wettstetten haben dem Ingolstädter einen neuen Turbo mit strömungsoptimierten Vorrohr und eine neue Edelstahl-Abgasanlage verpasst. Außerdem gab es ein Aero-Paket mit unter anderem neuen Front- und Heckspoilern und Seitenschwellern aus Kohlefaser.

Nach dem Leistungs-Upgrade arbeitet der V8-Motor mit 802 PS bei maximal 945 Newtonmetern. So aufgemotzt schafft der S8 den Sprint auf 100 km/h in gerade einmal 3,1 Sekunden. Nach nur 9,9 Sekunden steht der Tacho bei 200 km/h und die 300-km/h-Marke wird nach 29 Sekunden geknackt. Bei 350 km/h Höchstgeschwindigkeit ist dann Schluss.

Für den so leistungsgesteigerten S8 Talladega R ruft MTM satte 222.249 Euro auf.

Aber das ist ja gemessen an dem, was sich in Genf noch zeigte, alles Pillepalle. Wirklich in sich hat es die Auferstehung von Apollo. In knalligem Orange präsentiert die jetzt unter dem Label Apollo Automobil GmbH laufende Gumpert-Nachfolgefirma ihren Supersportler Arrow der Öffentlichkeit.

Die von Apollo zum Genfer Autosalon mitgelieferten Zahlen sprechen für sich. Nicht nur, dass der neue Apollo Arrow mit seinen 1000 PS in 2,2 Sekunden auf Tachostand 100 schießt, er gehört mit einem Vmax von 360 km/h - generiert durch einen 4,0-Liter-V8 - zu den Schnellsten seiner Zunft.

Wenn sich der Arrow tatsächlich verkauft, dürfte die Investmentfirma Team Ventures Limited (TVL) aus China wohl auch weiter Gumperts Ideen bezahlen.

Nicht minder schnittig steht unweit vom Apollo der Lamborghini Centenario, eine auf 40 Stück (20 Coupés und 20 Roadster) limitierte Edition zu Ehren des 100-jährigen Geburtstags von Firmengründer Ferruccio Lamborghini.

Monocoque-Fahrgastzelle und Karosserie sind selbstverständlich aus Karbon. Der Zwölfzylinder-Sauger leistet 770 PS und schafft den Sprint 0-100 km/h in 2,8 Sekunden. Spitze: 350 km/h.

Trotz des gewaltigen Preises von 1,75 Millionen Euro plus Steuern ist die komplette Produktion bereits ausverkauft.

Im vergangenen Jahr zeigte Koenigsegg die Studie des Regera. In diesem Jahr präsentieren die Schweden das Serienmodell des brachialen Wikingers. Um auf die atemberaubende Leistungsangabe von "weit mehr als 1500 PS" zu kommen, sind natürlich ein paar Techniktricks notwendig. In Sachen Antrieb haben die Ingenieure einen 1312 PS starken 5,0-Liter-V8 mit gleich drei Elektromotoren gekoppelt.

Statt einer gewöhnlichen Integration der Elektro-Power in den Antriebsstrang leiten zwei der E-Motoren ihre je 180 kW-Power direkt an die einzelnen Hinterräder weiter. Der dritte, 160 kW starke Elektromotor ist an die Kurbelwelle angeflanscht, um Drehmomentlöcher des Verbrenners zu stopfen. Die Energie für die E-Motoren liefert ein 800 Volt-Batteriepaket mit einer Kapazität von 4,5 kWh.

Gigantisch wie die Motorleistung sind auch die Fahrleistungen des Koenigsegg Regera. Null - 100, nach 2,8 Sekunden abgehakt. Null - 200, nach 6,6 Sekunden erledigt. Die 300 km/h-Marke fällt nach 10,9 Sekunden und 400 km/h sollen nach 20 Sekunden erreicht sein. Für den Zwischenspurt von 150 bis 250 km/h sollen nur 3,9 Sekunden vergehen.

Noch potenter als der schwedische Regent zeigt sich der im britischen Sawstone beheimatete Arash AF 10. Satte 2080 PS soll der Supersportwagen auf die Straße bringen.

Das Herz des Briten bildet ein 6,2 Liter V8 Benziner mit Kompressoraufladung, der bereits 900 PS zur Verfügung stellt und auch in der Corvette Z06 seine Arbeit verrichtet. Um bei der Leistung aber auf die sagenhafte Zahl von 2080 PS zu kommen, sollen vier Elektromotoren, ...

... die ihre Energie aus einer Lithium-Ionen-Batterie mit einer Leistung von 32 kWh schöpfen, jedes einzelne Rad zusätzlich antreiben, was zu weiteren 1180 PS führt.

Die Krux: Noch hat es Arash nicht geschafft, die vier zusätzlichen Antriebsaggregate an den Achsen zu verbauen. "Man arbeitet daran", so der Hersteller in Genf. Wenn das gelingt, dürfte der AF10 aber tatsächlich für den Moment zum absoluten Überflieger werden.

Denn unter dem Karbonkleid findet sich ein Chassis, das ebenfalls von einem Karbonrahmen getragen wird. So gebaut, wiegt der Wagen lediglich 900 Kilogramm. Kommen die Elektromotoren und der Akku hinzu, steigt das Gewicht auf 1300 Kilogramm.

Utopisch hört sich das Konzept des zweiten Supercars an, des Techrules Turbinenladers. Das in Peking ansässige chinesische Unternehmen hat sich auf die Fahne geschrieben, die Elektromobilität ganz weit nach vorne zu bringen und verspricht über ein patentiertes System eine Reichweite von mindestens 2000 Kilometern.

In Daten liest sich das so: Für den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h benötigt der Techrules lediglich 2,5 Sekunden. Bei Tempo 350 wird abgeregelt und mit einem Benzinverbrauch von lediglich 0,18 Litern auf 100 Kilometer ist der E-Bolide mit Turbine unschlagbar.

Wie viel von der Idee in der Realität übrig bleibt, ist abzuwarten. Von der Nennleistung gehört der Techrules aber mit 1044 PS zu den echten Rennern in Genf.

Ebenfalls in diese Phalanx und ebenfalls mit Elektroantrieb reiht sich das Rimac Concept ein. Auch hier lassen die Eckdaten die Ohren klingeln: 1088 PS, 1600 Newtonmeter Drehmoment, von 0 auf 100 km/h in 2,6 Sekunden. Auf Tempo 200 soll es in nur 6,2 Sekunden gehen und nach 14,2 Sekunden ist die Tachonadel an der 300 vorbeigehuscht. Der Top-Speed soll bei elektronisch abgeriegelten 355 km/h liegen.

Die Vorserie hatte der kroatische Konstrukteur Mate Rimac bereits 2011 mit seinem Concept One auf der IAA vorgestellt. Auch beim Rimac wird jedes einzelne Rad von einem flüssig gekühlten Elektromotor angetrieben.

Für die Kraftentfaltung sorgen insgesamt 8450 Batteriezellen, die in der Summe 82 kWh leisten. Bei der Reichweite gibt man sich etwas bescheidener als Techrules mit 2000 Kilometern, aber immerhin sollen noch 600 Kilometer möglich sein.

Aber auch einen alten Bekannten trifft man in Genf - den Bugatti. Der heißt jetzt nicht mehr Veyron, sondern Chiron und kommt in neuem Kleid, bleibt aber, um seine 1500 PS zu entwickeln, ganz alten Konzepten treu. Hier sorgt nämlich ein Achtliter-W16-Benzinmotor für geradezu gigantische Leistungen.

Bereits bei 2000 Umdrehungen krachen 1600 Newtonmeter auf die Kurbelwelle und entwickeln schon an dieser Stelle eine Leistung von 450 PS. Bei 4000 Umdrehungen stehen 900 Pferde in den Startlöchern ...

... und wenn der Drehzahlmesser die 6700 passiert, sind 1500 Gäule bereit, den Bugatti im wahrsten Sinne des Wortes auf 420 km/h fliegen zu lassen.

Lediglich etwas über 2,0 Sekunden vergehen, dann hat der Bugatti die 100-km/h-Marke passiert. Kein Serienauto der Welt hat diesen Wert bislang geschafft. Nach 6,0 Sekunden fällt Tempo 200, nach rund 14 ist die 300-km/h-Marke durchbrochen. Die reinen Zahlen sind also nicht viel anders als die der oben erwähnten Boliden.

Machen wir einen Abstecher zu den erschwinglichen Neuerscheinungen, die in Zukunft auch das Straßenbild prägen sollen. Da wäre zum Beispiel der Kia Optima Kombi. Während die Limousine bereits seit Januar in Deutschland erhältlich ist, ...

... wird die praktischere Variante der koreanischen Mittelklasse erst im September zu den Händlern kommen. Hinter der großen Heckklappe des 4,86 Meter langen Optima verbirgt sich ein Kofferraum mit 553 Litern Volumen.

Mit dem Tipo will Fiat den Kompaktklasse-Markt von unten aufrollen.

Nach dem Stufenheck kommt nun die für Europa gebaute Fließheck-Version.

Auch hier dürfte der günstige Preis - die Limousine kostet ab 13.990 Euro - nicht aber die innere Schönheit ...

... ein wesentliches Verkaufsargument sein.

Der Nachfolger des großen Volvo-Kombis V70 heißt nun V90 und kommt im Spätsommer auf den Markt. Optisch orientiert er sich bis zur B-Säule direkt an der kürzlich vorgestellten Limousinen-Variante S90, dahinter schließt sich ein geräumig wirkendes Gepäckabteil mit einer nur sanft abfallenden Dachlinie an.

Als Abschluss am Heck gibt es eine relativ schräge Klappe. Das Antriebsprogramm dürfte weitgehend dem der Limousine und dem technisch ebenfalls verwandten Luxus-SUV XC90 entsprechen, die mit Vierzylindermotoren zwischen 190 PS und 320 PS zu haben sind.

Dazu kommt ein 407 PS starkes Plug-in-Hybridmodell mit einer elektrischen Reichweite von rund 50 Kilometern.

Mercedes leistet seinen Beitrag zum Traumwagen-Portfolio der Messe: Für Normalsterbliche fährt das viersitzige Cabrio der C-Klasse vor. Das Design mit Softtop lehnt sich an das des Coupés an, ...

... von dem die offene Variante auch die Motoren übernimmt. Mercedes verspicht im geschlossenen Zustand eine Geräuschkulisse auf dem Niveau des Coupés. Die Luftfederung soll Komfort weit über Klassendurchschnitt garantieren.

Daneben debütiert auch das Mercedes-AMG C 43 4MATIC Coupé.

Der 3,0-Liter-V6-Biturbo leistet 367 PS, die über die neue Neungang-Automatik hecklastig an alle vier Räder verteilt werden.

Mit dem Ioniq bringen die Koreaner ihr erstes dezidiertes Öko-Modell und das gleich in drei Varianten: als Hybrid, Plug-In-Hybrid und Elektroauto.

Die Elektroversion mit Strom für 250 Kilometer nimmt Batteriefahrzeuge wie Chevrolet Bolt oder Nissan Leaf ins Visier, ...

... die Plug-In-Version mit 51 Kilometern elektrischer Reichweite zielt vor allem auf den VW Golf GTE, ...

... der konventionelle Hybrid ist speziell auf den Gegner Toyota Prius zugeschnitten.

Als Rausschmeißer soll hier das, nun sagen wir, unattraktivste Auto der Messe gezeigt werden: der Tata Kite S.

Es mag Märkte auf der Welt geben, die auf dieses Auto in genau dieser Form gewartet haben, Europa ist es ganz bestimmt nicht.

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