| SA | 9° / 23° |
| SO | 12° / 22° |
Das Infiniti G37 Cabrio: Gemessen an den verkauften Stückzahlen gehört es zum Exklusivsten, was man in Deutschland fahren kann. Die Marke ist wenig bekannt, denn die Edel-Tochter des japanischen Nissan-Konzerns wird überhaupt erst seit 2008 in Europa verkauft. Auf dem US-Markt hat sich Infiniti dagegen seit 1989 fest etabliert.
Der viersitzige Zweitürer ist nach dem gleichen Prinzip konstruiert wie die Klappdach-Coupés von BMW, Volkswagen, Volvo, Lexus oder Renault. Im Unterschied zu den meisten Stoffdach-Cabrios können diese Freiluft-Cruiser ihr Dach nicht während der Fahrt öffnen und schließen.
Mit Komfort und Eleganz versucht das G37 Cabrio, sich von den Wettbewerbern abzusetzen. Dazu gehört eine umfangreiche Ausstattung, die mit mehr als 58.000 Euro allerdings auch ihren Preis hat. Ein dynamisches und eigenständiges Design ...
... macht das Auto auch in geschlossenem Zustand zum Hingucker. Die fehlende B-Säule lässt das Auto mit versenkten Seitenscheiben besonders schick aussehen. Die dreiteilige Dachkonstruktion ist stabil und verwindungssteif – da knackt und knirscht nichts.
Ausgewogene Proportionen: Bei 4,66 Metern Länge und einem Radstand von 2,85 Metern dürfen die Insassen mit komfortablen Platzverhältnissen rechnen. Die hinten Sitzenden müssen aber zu Kompromissen bereits sein. Ist das Dach geschlossen, lässt die Kopffreiheit zu wünschen übrig.
Knapp 30 Sekunden dauert es, bis die Haube hinter den Sitzen verstaut ist, genauso lange braucht die Mechanik, um das Wetter wieder auszuschließen. Ein Platzregen kann da unangenehm werden, denn um das Dach in die gewünschte Position zu bewegen, muss man erstmal anhalten.
Die stark geneigte Frontscheibe und das relativ kurze Heck verleihen dem Wagen ein harmonisches Profil. Schönheit ging den Designern klar vor Zweckmäßigkeit. Obwohl der G37 mit fast 1900 Kilogramm so schwer ist wie manche Oberklasse-Limousine, erscheint er schlank und athletisch.
Open-Air-Vergnügen mit sportlichen 320 PS: Sobald die Sonne sich zeigt, zuckt es im Finger für den Öffnungsschalter des Daches. Zum Glück gibt es im Innenraum genügend Ablagen, wo man die Tube mit der Sonnencreme verstauen kann.
Anstatt wie andere Hersteller ein Modell in zahlreichen Motorisierungen und Ausstattungsvarianten anzubieten, gibt es beim G37 Cabrio einen Motor, ein Getriebe aber immerhin acht Außenfarben. Die aufpreisfreien Lacke sind Schwarz und Rot, dieses "Moonlight White" kostet 850 Euro extra.
Um die Frisur braucht frau sich keine Sorgen zu machen. Die Scheiben schotten die Insassen gut von lästigen Wirbeln ab. Wer das mitgelieferte Windschott hinter den Vordersitzen anbringt, wird auch bei mehr als 120 km/h die Freude am Offenfahren nicht so schnell verlieren.
Die Lederpolster gehören bei einem Komfort-Cabrio wie diesem Infiniti zur Serienausstattung, ebenso die Heiz- und Lüftungsfunktion für die Vordersitze. Über die Tasten am Multifunktionslenkrad lassen sich Tempomat, Abstandsradar und die Audio-Anlage steuern.
Die Abruftaste für den Bordcomputer ist rechts oben etwas unpraktisch angebracht, doch das Ergebnis der Verbrauchsmessung kann sich sehen lassen. Nur wenige Fahrzeuge beenden den n-tv.de-Praxistest mit einem geringeren Durchschnittsverbrauch als nach EU-Normverfahren ermittelt.
Die Rückfahrkamera ist ebenfalls serienmäßig, sie gibt zusätzlichen Sicherheit beim Rangieren. Da auf dieser Konsole auch die viel zu kleine Taste für die Warnblinkanlage sitzt, kann es leicht zu unbeabsichtigtem Auslösen kommen. Besser wäre es, ihr einen Sonderplatz einzuräumen.
Der 3,7-Liter-Sechzylinder ist ein ausgereifter und kultivierter Motor. Explosive Kraftentfaltung ist seine Stärke nicht, aber dank seines robusten Drehmoments von 360 Newtonmetern ist immer ausreichend Schubkraft für spontane Überholmanöver da.
Gegen Langeweile kann man vorsorgen, denn für Bücher ist genug Platz vorhanden. Leider nicht für Gepäck, was die Reisequalitäten des Cabrios entscheidend schmälert. Entschließt man sich, das Dach unterwegs geschlossen zu halten, steht im Kofferraum ein Volumen von 366 Litern bereit.
Die lang gezogenen Scheinwerfergläser sind das Markenzeichen der Infinitis. Beim G37 Cabrio gehören Bi-Xenon-Scheinwerfer und adaptives Kurvenlicht zur Serienausstattung. Allerdings ist die Leuchtweite des Fernlichts nicht gerade vorbildlich.
Auf den ebenfalls serienmäßigen 19-Zoll-Leichtmetallfelgen im 10-Speichen-Design sind vorn 45er und hinten 40er-Reifen montiert. Den Vier-Kolben-Scheibenbremsen kommt die Aufgabe zu, eine Zwei-Tonnen-Fuhre notfalls aus 250 km/h sicher zum Stehen zu bringen.
Urlaubsstimmung: Bei gemächlicher Fahrt sollten die 80 Liter Tankinhalt für mindestens 700 Kilometer reichen. Ist das Gepäck im Hotelzimmer verstaut, kann man auch wieder die Freuden des Offenfahrens genießen, was schließlich ...
... die wahre Bestimmung eines Cabrios ist. Das Windschott wird bei Nichtgebrauch in einer Mulde unter dem Kofferraumboden verstaut. Es ist mit wenigen Handgriffen zu montieren. Vorsichtig sollte man dabei trotzdem sein, die Innenverkleidungen sind kratzempfindlich.
Ein gewisser Hang zum Außergewöhnlichen und ein solide gefülltes Bankkonto sind gute Voraussetzungen für den Erwerb eines G37 Cabrios. Die Aufmerksamkeit der Mitmenschen wird einem gewiss sein, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit fährt man ...
... das einzige Auto dieser Art in der Stadt. Der geschmeidige Gleiter macht Freude als Freizeitauto, wird er als Alltagsauto gebraucht, kommt man um gewisse Zugeständnisse nicht herum. (Text und Bilder: Axel F. Busse)
Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.
Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.