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Vorsicht Raser, Drängler, Quartalssäufer! Der Verkehrsminister hat es auf Euch abgesehen!
Jetzt ist er da, der neue Bußgeldkatalog. Und er zielt besonders auf Autofahrer, die andere gefährden. Für sie wird's teurer.
Radfahrer preschen heran und Fußgänger huschen schnell noch über die Fahrbahn - Rechtsabbiegen ist auch mit grünem Pfeil teilweise ziemlich unübersichtlich. Als Ausrede gilt das aber nicht. Wer schwächere Verkehrsteilnehmer gefährdet, zahlte bislang 60 Euro.
Jetzt soll ein drohendes Bußgeld von 100 Euro Autofahrer zu mehr Rücksicht zwingen.
Wer mit über 50 durch die 30-Zone prescht, und sich dabei erwischen lässt, ist ab sofort 80 Euro los statt 50.
Außerorts sind für Geschwindigkeitsüberschreitungen zwischen 21 und 25 km/h 70 Euro fällig.
Lässt man sich mit 41 bis 50 km/h zu schnell erwischen, kostet das nun 200 statt 125 Euro (außerorts: 160 statt 100 Euro).
Mit 425 Euro war richtig Rasen schon vorher ziemlich teuer. Doch der neue Bußgeldsatz dürfte selbst Porschefahrer empfindlich treffen:
Wer über 70 km/h zu viel auf dem Tacho hat, zahlt innerorts 680 Euro, außerhalb geschlossener Ortschaften immerhin 600 Euro.
Wo wir schon beim Rasen sind: Auch das Drängeln wird teurer.
Möchtegern-Könige der Straße drücken jetzt bis zu 400 Euro ab, wenn sie dem Vordermann zu dicht im Nacken sitzen.
Doch es gibt ja noch die andere Sorte von Tempo-Diktatoren. Wer mit der Sturheit eines Maultiers die linke Spur blockiert, riskiert nun ein Bußgeld von 80 Euro. Damit hat sich der Satz verdoppelt.
"In jeder Farbe ist ein bisschen Grün" - der Polizei sieht das allerdings anders. Die immer häufiger werdenden Rotlichtverstöße werden jetzt mit 200 Euro (bislang: 125 Euro) geahndet, wenn die Ampel schon länger als eine Sekunde Rot zeigt.
Wer Dritte in Gefahr bringt, zahlt sogar 320 Euro statt 200.
Apropos in Gefahr bringen: Wenden oder Rückwärtsfahren in Autobahnaus- bzw. -auffahrten sollte man schon im eigenen Interesse unterlassen. Auch finanziell ist das schädlich: 75 Euro kosten solche riskanten Manöver.
Auch den Seitenstreifen sollte man nicht zu derartigen Übungen missbrauchen, sonst ist man mit 130 Euro dabei. Das Fahren auf dem Seitenstreifen ist normalerweise verboten und wird nun mit 75 Euro (bisher: 50) bestraft.
Vorfahrtsregeln gelten auch auf der Autobahn. Ob beim Einfädeln oder beim Spurwechsel: Wer andere zum Bremsen zwingt, wird mit 75 Euro zur Kasse gebeten.
Auf den übrigen Straßen kosten Vorfahrtsverstöße sogar 100 Euro.
Sonntag ist Ruhetag! Das gilt zumindest für LKW über 7,5 Tonnen. Fahrer, die sich dennoch auf der Straße blicken lassen, müssen mit 40 Euro Bußgeld rechnen, der Halter zahlt 200 Euro.
Damit sind die Sätze für schwergewichtige Sonntagsruhestörer gleich geblieben.
Don't drink and drive! Diesen Rat möchte man nicht nur Lindsay Lohan, Paris Hilton und Co. nahelegen, sondern auch jedem deutschen Autofahrer.
Wer sich unter Alkohol- oder Drogeneinfluss am Steuer erwischen lässt, kam früher mit 250 Euro recht günstig davon. In Zukunft liegt der Einsteigerpreis bei 500 Euro. Ernüchternd - oder?
Wiederholungstäter zahlen beim dritten Verstoß 1500 Euro und machen dann erstmal Zwangspause. Denn der Führerschein ist sowieso weg.
In der Probezeit und für Fahrer unter 21 Jahren ist Alkohol komplett tabu. Auch ein geringfügiges Überschreiten der Null-Promillegrenze macht die Betroffenen um 250 Euro ärmer.
Es ist ja so ungerecht: Die einen kassieren für Autorennen Millionen, die anderen zahlen 400 Euro Strafe. Jedenfalls dann, wenn sie illegal unterwegs sind.
Veranstalter von illegalen Straßenrennen, die sich übrigens gerade in Ostdeutschland großer Beliebtheit erfreuen, müssen mit 500 Euro Strafe rechnen.
Zum Schluss noch eine gute Nachricht: Nicht alles wird teurer!
Telefonieren am Steuer ist eigentlich seit 2001 verboten, viele tun es trotzdem. Ob unter den Quasselstrippen besonders viele CDU-Wähler sind, ist unbekannt. Die geplante Erhöhung des Bußgelds von 40 auf 70 Euro scheiterte jedenfalls am Widerstand der Union.
Na dann, gute Fahrt! (Bilder: AP, dpa, pixelio.de)
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