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Tokio gibt sich die Ehre und lädt die Welt des Automobils ein. Ähnlich wie bei der IAA sind in geraden Jahren die Nutzfahrzeuge und in ungeraden Jahren die Pkws an der Reihe.
Schillernder und exotischer ist kaum eine Automesse. Die Motor Show im Hibiya-Park musste allerdings zahlreiche Absagen hinnehmen. Gerade die europäischen Hersteller haben reihenweise ihren Auftritt auf Eis gelegt. Es wurde sogar eine Absage der kompletten Messe erwogen.
In Krisenzeiten wird eben auch in der Autobranche der Gürtel enger geschnallt. Die deutschen Marken fehlen fast komplett. Dabei hat Tokio einen besonderen Stellenwert, weil hier avantgardistisches Design gezeigt wird. In diesem Jahr sind die japanischen Hersteller dennoch fast alleine auf der Messe.
Die Show 2009 steht ganz im Zeichen der Elektromobilität. Hybrid oder gleich ganz elektrisch? Das ist die Frage.
Der Suzuki Swift ist ein so genannter Plugin Hybrid. Das heißt, er kann per Stecker ans Stromnetz angeschlossen und aufgeladen werden.
Neben dem Elektroantrieb hat der Swift noch einen 660 Kubikzentimeter großen Verbrennungsmotor an Bord.
Damit wird der Akku nachgeladen, wenn gerade keine Steckdose zur Hand ist. Auf langen Strecken wird der Akku durch Bremsrekuperation wieder gefüllt oder der Verbrennungsmotor muss eben alleine ran.
Große Pläne hat Suzuki mit dem Kizashi. Der Hersteller will zeigen, dass man nicht nur Kleinwagen bauen kann.
Das 4,65 Meter lange Auto hat einen 185-PS-Motor mit 2,4 Liter Hubraum an Bord.
Wahlweise werden von der sechsstufigen Automatik nur die vorderen oder alle Räder angetrieben. Der Kizashi soll noch in diesem Jahr in den USA und Japan auf den Markt kommen. Der Verkauf in Europa ist hingegen fraglich.
30 Jahre gibt es nun schon den Alto. In Tokio zeigt Suzuki ein Konzept-Fahrzeug, das den Ausblick auf die nächste Generation des günstigen Kleinwagens gibt.
Außerdem hat Suzuki dem Alto ein CVT-Getriebe geschenkt. Ob das stufenlose Schalten allerdings auch in Serie kommt, ist fraglich.
Ansonsten bleibt es bei 3,50 Metern Länge und Platz für vier Personen.
"Style and Fun" verspricht Honda für den CR-Z. Dynamisch sieht es schon mal aus, das Konzeptfahrzeug.
Angetrieben wird er, wer hätte das gedacht, von einem Hybrid-Motor.
Die Elektro-Technik kommt aus dem Serienfahrzeug Insight. Die Studie soll zeigen, dass ein kompakter Sportwagen auch Hybrid kann.
Damit es auch flott nach vorne geht, ist ein Vierzylinder-Benziner an Bord.
Der CR-Z läuft in Tokio unter der Studie, gilt aber als ausgesprochen seriennah. "Da ändern sich allenfalls noch Spiegel und Felgen", heißt es unter vorgehaltener Hand.
Ähnliches Aussehen, aber ein gänzlich anderes Konzept.
Der Honda Skydeck will Lifestyle bieten und alle Generationen ansprechen.
Natürlich hat auch er einen Hybrid-Motor an Bord.
Die B-Säule fehlt bei dem Auto komplett. Die beiden vorderen Türen öffnen nach oben, die hinteren sind Schiebetüren.
Die Frontscheibe ist weit ins Dach hinein gezogen und mündet in ein Panorama-Glasdach. Mehr Licht geht wohl kaum.
Das ist praktisch bei engen Parkplätzen und erleichtert den Einstieg.
Die Sitze der zweiten Reihe lassen sich unter die der ersten schieben. Das soll den Einstieg nach hinten einfacher machen.
Das Design hat etwas Ikea-Charme, das Cockpit hingegen ist sehr futuristisch. Eine typisch japanische Studie eben: hoch innovativ, mit futuristischem Design.
Das kann man gut finden, muss man aber nicht. Der Honda EV-N hat starke Ähnlichkeit mit dem Ur-Mini oder dem Fiat 500.
Unter der Haube steckt aber modernste Technik. Solarzellen auf dem Dach laden die Lithium-Ionen-Batterie für den Eco-Elektro-Motor. Wenn es mal nicht voran geht, kann das bordeigene Einrad UX-3 ausgepackt werden.
Der Acty ist ein Dauerbrenner in Asien. Seit zehn Jahren ist der kleine Transporter beliebt wegen seiner kompakten Abmessungen und seiner hohen Wendigkeit. Eine Schönheit ist er zwar nicht, aber das ist ja auch nicht seine Stärke. Zum ersten Mal wurde das Lastentier komplett überarbeitet.
Mazda zeigt einen echten Hingucker auf der Tokio Motor Show. Der Kiyora bündelt alle möglichen Maßnahmen zur Einsparung von Benzin in einem Konzeptfahrzeug.
Das Auto basiert auf dem aktuellen Mazda 2. Die Kraft des 1,3-Liter-Benziners wird durch ein Sechstsufen-Automatikgetriebe auf die Straße gebracht.
"Ein Fahrvergnügen der nächsten Generation", verspricht Mazda. Die Japaner wollen mit der Studie spezielle die Bedürfnisse der kommenden Käufer-Generation erfülllen. Lifestyle und Umweltfreundlichkeit seien für diese wichtig.
Deshalb wurde das Auto gegenüber dem Mazda 2 um 100 Kilo abgespeckt. Die Abgase werden mit Nano-Technik gereinigt und die Handhabung soll besonders einfach sein. Das Cockpit sieht jedenfalls alles andere als simpel aus.
Auf Allrad versteht man sich bei Subaru. Daher sind auch bei der Studie einer luxuriösen Reiselimousine alle vier Räder angetrieben.
Zwei Flügeltüren machen den Weg zu den vier Einzelsitzen frei.
Innen gibt es atmungsaktives Leder der neusten Generation, das Armaturenbrett lässt sich in der Höhe verstellen.
Und der Antrieb ist - natürlich Hybrid. Ein Zwei-Liter-Turbobenziner ist kombiniert mit je einem Elektromotor an jeder Achse.
Auch bei Toyota gibt man sich sportlich. Der kompakte FT-86 wurde in Frankreich gezeichnet.
Schwarze Säulen lassen das Dach leichter wirken. Dabei ist er nur 1,26 Meter hoch und 4,16 Meter lang.
Unter der Haube werkelt ein Zweiliter-Boxermotor, der aufgrund seiner flachen Bauweise gerade so reinpasst.
Vorlage für das Auto war das Corolla Coupé aus den frühen Achtzigern. Der Preis soll unter 23.000 Euro liegen.
Der Prius ist ein wichtiger Imageträger für Toyota geworden. Der Prius Plugin-Hybrid feierte schon auf der IAA Weltpremiere und ist in Tokio zum ersten Mal in Japan zu sehen.
Durch das Aufladen an der Steckdose erweitert sich die Reichweite für den rein elektrischen Betrieb um 20 Kilometer. Unter 60 Gramm CO2 pro Kilometer sollen möglich sein.
Mehr zukunftsgerichtet ist der FT-EV II.
Bis zu 100 km/h sollen mit der Studie möglich sein. Das Einsatzgebiet des Konzeptautos von Toyota ist der Stadtverkehr.
Bis zu 90 Kilometer beträgt die Reichweite.
Die Edel-Marke von Toyota, Lexus, setzt in diesem Jahr mehr auf schiere PS-Gewalt. Der LFA will sich als Supersportler zwischen den Ferraris und Porsches dieser Welt positionieren: ...
... mit 560 PS und einer Beschleunigung in 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Dank Carbon und Aluminium ist das Gewicht auf unter 1500 Kilogramm gesunken. Ein 4,8 Liter V8-Motor treibt den Boliden an.
Um das Ganze auch noch auf umweltfreundliche Beine zu stellen, hat Lexus in Tokio noch den LF-Ch mitgebracht.
Der soll High-Performance mit Umweltbewusstsein verbinden.
Daihatsu hat den Basket in Tokio am Start.
Mit dem Überrollbügel ist der Name auch Programm. Geschlossen wird das Auto mit einem Hardtop.
Parallel dazu zeigt Daihatsu den Deca Deca. Der ist ähnlich kastenförmig geraten, ...
... bietet aber im Innenraum deutlich mehr.
Irgendwie scheint Daihatsu die Kastenform zu liegen. Auch der Tanto kommt reichlich eckig daher.
Der Hersteller hat vor allem an der Effizienz gearbeitet.
In Japan ist der Tanto sehr erfolgreich. Der Tanto Exe Custom bietet mehr Individualisierungsmöglichkeiten.
Das Konzept ist sicher praktisch, aber nicht sehr schön. Geschmackssache eben.
Auch ein neues Eco-Auto hat Daihatsu am Start.
Der e:S (steht für Eco Smart) ist 700 Kilogramm leicht, hat einen Radstand von nur 2,17 Metern und verbraucht 3,3 Liter auf 100 Kilometer.
Eine echte Innovation bietet Nissan auf der Tokio Motor Show: Das City-Mobil Land Glider bietet zwei hintereinander angeordnete Sitze auf vier Rädern. Die Karosserie neigt sich in die Kurven.
Angetrieben wird er von einem Elektromotor, der an der Hinterachse arbeitet. Auch ein Kollisionvermeidungssystem ist an Bord.
Der Fuga von Nissan ist ein Serienfahrzeug, mit dem die Japaner die Oberklasse aufmischen wollen. In Europa wird er bei Infiniti unter dem Namen "M" laufen.
Die Limousine wird mit zwei Sechszylindern angeboten, die 3,5 oder 3,7 Liter Hubraum haben. Im kommenden Jahr wird es einen Hybridantrieb geben.
So könnte ein SUV von morgen aussehen: ein bisschen Buggy und ein bisschen Coupé.
Den Qazana war schon auf anderen Messen zu sehen, aber er ist immer noch ein interessantes Auto. Stilelemente sind schon im Nissan Murano zu sehen, wie beispielsweise der Kühlergrill.
Die Designlinie im Innern wird außen konsequent weitergeführt. Beim Interieur spielen die Designer mit transparenten Oberflächen. Die B-Säule fällt weg und dafür öffnen sich die Türen gegenseitig.
Mitsubishi hat den Outlander kräftig aufgerüstet. Ein elektronisch geregelter Allradantrieb soll den Geländewagen durch unwegsames Geläuft führen.
Der 2,2-Liter-Diesel stammt aus dem französischen PSA-Regal und leistet 156 PS sowie 380 Newtonmeter Drehmoment. Er wird im Block mit einem manuellen Sechsganggetriebe gebaut.
Daneben gibt es noch einen 2,4-Liter Benziner mit 170 PS. Dazu ist ein manuelles Fünfganggetriebe oder ein sechsstufiges CVT-Getriebe wählbar.
Auch ein reines Elektroauto ist auf dem Stand von Mitsubishi zu finden. Den i-MiEV kennt man schon, aber nicht in der Cargo-Version.
Technisch ist er aber mit seinem Bruder identisch, soll aber Handwerker und Gewerbetreibende begeistern.
Der einzige Beitrag aus Deutschland kommt von Alpina. Die bajuwarischen Edel-Tuner zeigen das Flaggschiff, den 7er als Langversion.
Vor genau 30 Jahren hat Alpina die ersten Autos in Japan verkauft. Da war man den Kunden ein Messeauftritt schuldig.
Der doppelt aufgeladene V8-Motor leistet 507 PS und beschleunigt in 4,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Der andere europäische Beitrag kommt von Lotus. Allerdings befinden die sich unter der Haube des malyischen Unternehmens Proton. Der Exige Stealth soll nur 35 mal gebaut werden. Carbon außen und innen ist das besondere Merkmal.
Die Elise von Lotus ist bekannt, aber immer wieder schön anzusehen. Als Fazit bleibt zu sagen, dass die Tokio Motor Show auch ohne die Europäer so einiges zu bieten hat. Dennoch wirkt die Messe arg beschnitten. Die Wirtschaftskrise findet eben auch in Tokio statt.
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