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Marktübersicht SUVs: Die Großen

 
Marktübersicht SUVs: Die Großen

Wir sind wieder zu Gast in Alta Badia in den Dolomiten von Südtirol.

Zwischen steilen Gipfeln und schneebedeckten Hängen fühlen wir den aktuellen Geländewagen auf den Zahn.

Werfen wir einen Blick auf die Großen unter den SUVs.

In unserem Teilnehmerfeld treten der Hyundai Santa Fe, der Lexus RX450h, der Mazda CX-7 und der Subaru Outback an. Ups, da hat sich noch der BMW X1 ins Bild geschoben. Der nimmt aber bei den kleinen SUVs teil.

Der erste SUV in unserem Feld von vier Dickschiffen ist der Santa Fe von Hyundai. Es gibt zwar von der Marke mittlerweile den noch größeren ix55, aber auch das Mitteklasse-SUV der Koreaner kommt schon als ordentlicher Brocken daher.

Der Sante Fe wurde im vergangenen Jahr überarbeitet. Optisch haben die Designer nur zart Hand angelegt. Allerdings ist das Auto kräftig gewachsen. Er hat in der Höhe um 6,5 und in der Länge gar um 18 Zentimeter zugelegt. 4,66 Meter misst er in seiner aktuellen Auflage.

Revolutionärer geht es da im Innern zu, wo statt dem ehemaligen Sechs- nun einen Vierzylinder wohnt. Keine schlechte Idee, um dem Santa Fe die Trinkgewohnheiten auszutreiben. In unserem Vergleichstest haben wir den anderen neuen Motor, einen 2,2-Liter-Diesel an Bord.

Dieser bietet eine Leistung 194 PS und ein Drehmoment von 422 Newtonmetern. Das ist zwar ordentlich Kraft, aber mit den knapp 1800 Kilogramm tut sich der Motor doch manchmal schwer.

Dank des üppigen Drehmoments schafft der Santa Fe die 100 Stundenkilometer in 9,8 Sekunden. Bei 190 km/h endet dann der Drang nach vorne.

Der Alltradantrieb des Hyundai regelt sich elektronisch selbst. Der Fahrer kann, außer dem Abschalten des ESP, kaum etwas beisteuern.

Dafür arbeitet das Ganze doch recht solide. Die Bergstraßen in Südtirol meistert der Koreaner problemlos. Er bringt auch durchaus genügend Bodenfreiheit für unasphaltierte Straßen mit.

So darf man sich mit dem Santa Fe schon mal ins Gelände oder in den Tiefschnee wagen. Man sollte nicht zu viel riskieren, aber das Auto lässt einen bei der ersten Bodenwelle auch nicht gleich hängen.

Der Allradantrieb schaltet sich nur bei mangelnder Traktion zu. Dann wird die Kraft des Motors bis zu 50:50 auf die beiden Achsen verteilt.

Im Innern zeigt Hyundai Feines. Alu, Klavierlack und Leder finden sich dort. Dazwischen sind auch mal Plastikteile zu finden, aber der Kunststoff wird eher dezent eingesetzt.

Das Platzangebot vorne ist üppig und auch auf der Hinterbank geht es geräumig zu. 528 Liter Kofferraumvolumen bietet der Hyundai im Normalzustand. Wird alles umgelegt, dann entstehen bis zu 1582 Liter Platz.

Pluspunkte kann der Hyundai beim Preis sammeln. Mit dem Diesel ist er ab 34.640 Euro zu haben. Für ein Auto dieser Klasse recht moderat. Freilich lässt sich mittels Sonderuasstattungen auch ein Kaufpreis jenseits der 40.000 Euro erzielen.

Für Preisbewußte SUV-Fans ist der Hyundai Santa Fe durchaus eine Überlegung wert. Er zeigt seine Stärken auf mehreren Gebieten. Allerdings kann er sich keine Klassensiege erkämpfen.

Weiter geht es zum nächsten SUV, das wir durch die verschneiten Berge von Südtirol gehetzt haben.

Jetz fährt der Lexus RX450h vor. Ein Auto, das so einiges anders macht als die anderen.

Da wäre an erster Stelle der Antrieb zu nennen. Der Lexus arbeitet mit einem Hybrid-Motor der zweiten Generation. Insgesamt kommt er auf eine Systemleistung von 299 PS, die der Hersteller angibt.

Vorne sitzt ein benzinangetriebener Verbrennungsmotor mit 249 PS. An der Hinterachse stellt ein Elektromotor den Allradantrieb her. Dieser leistet 50 kW. An der Vorderachse sitzt ein weiterer Elektromotor, der mit seinen 123 kW das Auto auch rein elektrisch voranbringen kann.

Mit dem Allradantrieb lässt sich der Lexus ordentlich die Berge hochscheuchen. Es ist dem Auto nicht unbedingt anzumerken, dass an der Hinterachse "nur" ein Elektromotor werkelt. Der Lexus schafft es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und in 7,8 Sekunden erreicht er die 100 Stundenkilometer.

Allerdings mag man dem schicken Japaner auch nicht unbedingt schweres Terrain zumuten. Dazu reichen Bodenfreiheit und Allradtechnik dann doch nicht aus. Außerdem sind 2280 Kilogramm Leergewicht auch nicht zu verachten.

Innen macht der Lexus auf edel. Leder, Aluminium und Hochglanzlack müssen in der Klasse auch sein. Das Auto ist ordentlich verarbeitet, die Bedienung des Multimedia- und Infosystems ist aber gewöhnungsbedürftig.

Mit 446 Litern Kofferraumvolumen liegt der 4,77 Meter lange Lexus eher im unteren Mittelfeld der Kandidaten. Wird die dreigeteilte Rückbank umgelegt, dann entsteht ein Volumen von 1570 Litern.

Happig ist der Preis von 59.690 Euro, der sich mit Sonderausstattungen auch problemlos auf über 70.000 Euro steigern lässt. Damit ist er der Teuerste von allen Teilnehmern. Für technikbegeisterte sicher eine Option, der Landjäger wird wohl andere Modelle bevorzugen.

Der Nächste bitte: Noch zwei weitere Kandidaten treten im Feld der großen SUVs an.

Das sind die beiden Japaner vorne im Bild, die uns so hübsch ihre Heckansicht zeigen.

Das wäre dann zum Beispiel der Mazda CX-7. Ein SUV, das man schon auf den ersten Blick in die Stadt-Cruiser einordnen würde.

Er ist der Schönling unter den Teilnehmern. Der CX-7 hat eine coupéhafte Dachlinie und weit ausgestellte Kotflügel.

Als Neuheit hat er einen 2,2-Liter-Diesel an Bord, den es ganz frisch bei Mazda gibt. Der soll den durstigen Benziner ergänzen, der noch im Angebot ist. Der Selbstzünder hat eine Leistung von 173 PS und lockt mit einem Drehmoment von 400 Newtonmetern.

Damit lässt sich das 4,70 Meter lange und 1875 Kilogramm schwere Auto flott bewegen. Im oberen Bereich fehlt es dem Mazda etwas an Kraft, aber von unten schiebt er heftig. Das reicht für 200 Stundenkilometer Spitze

Mit dem neuen Selbstzünder ist der Verbrauch erheblich gesunken. In der Norm soll er sich 7,5 Liter genehmigen. Auch bei unseren Fahrten zeigte er sich recht genügsam und beschied sich mit rund neun Litern in der Praxis. Das ist ein ordentlicher Wert angesichts des Leergewichts von 1815 Kilogramm.

Das Fahrwerk des CX-7 ist sportlich straff gehalten. Das ist nicht optimal fürs Gelände, aber dafür ist er eben auch nicht ausgelegt. Auf der Straße stellt die Abstimmung einen guten Kompromiss dar.

Aber auch der Mazda wühlt sich durchaus die verschneiten Straßen hoch. Der Allradantrieb arbeitet unauffällig.

Problematisch ist abseits der Straßen die geringe Bodenfreiheit. Damit setzt der Japaner relativ schnell auf.

Die Platzverhältnisse auf den Vordersitzen sind absolut in Ordnung und auch auf der Hinterbank lässt es sich bequem reisen. Das Kofferraumvolumen von 455 Litern ist aber für ein Auto dieser Größe eher Durchschnitt. Bei umgelegter Rückbank werden es 1348 Liter.

Der Innenraum des Autos ist recht ansprechend gestaltet. Klavierlack auf der Mittelkonsole, Leder am Lenkrad und Aluminium auf dem Schaltknauf: Der Mazda macht innen genauso auf schick, wie außen.

Mit dem neuen Diesel-Antrieb schafft es der Mazda CX-7 mit seinem Grundpreis gerade so unter die Grenze von 30.000 Euro. Dafür sind die Aufpreise moderat und die Serienausstattung relativ umfangreich. Preislich also kein schlechtes Angebot.

Der gehört in die Stadt: Mit dem Mazda CX-7 ist abseits befestigter Straßen relativ wenig anzufangen. Der Allradantrieb funktioniert zwar gut, hält aber kaum Optionen für schwieriges Terrain bereit. Wer aber auf solche Crossover-Modelle steht, der ist mit dem Coupé-SUV gut bedient. Zumal er durch den Diesel auch ökonomisch vertretbar ist.

Wenn der CX-7 ein Stadtkind ist, dann muss doch der Subaru Outback ein echter Geländegänger sein. Gleich mehrere Rallye-WM-Titel in den letzten Jahren hat die Marke vor ihrem Ausstieg geholt. Schauen wir es uns an.

Tatsächlich macht der Subaru im Gelände eine bessere Figur. Man merkt dem Antrieb viele Jahre Offroaderfahrung an. Freilich ist der Outback nicht ganz so auf Gelände getrimmt wie andere Modelle der Marke.

Ursprünglich war der Outback auch als Pkw konzipiert. Erst im Laufe der Jahre wurde daraus ein Offroader, der eigentlich auch als eine Mischung zwischen Pkw und SUV durchgeht. Er teilt sich die Basis mit dem Mittelklassemodell Legacy.

Bei der Motoriseirung geht Subaru andere Wege als die Konkurrenz. Traditionell baut Subaru Boxer-Motoren. Die haben viel Drehmoment, eine flache Bauweise und sind von außen durch die Hutze auf der Haube erkennbar. Der Turbolader zieht sich seine Luft durch den Einlass.

Der Zwei-Liter-Diesel leistet 150 PS und emittiert 167 Gramm CO2 pro Kilometer. Der Verbrauch wird mit 6,4 Litern angegeben. Tatsächlich zeigte sich der Outback als ein recht sparsames Gefährt.

Dafür, dass das Auto nicht übermäßig motorisiert ist, geht es mit dem Subaru flott voran. Bis 195 Stundenkilometer schafft er. Das ist auch dem reichlich vorhandenen Drehmoment von 350 Newtonmetern und dem relativ geringen Gewicht von 1535 Kilogramm zu verdanken.

Im Innern des Autos geht es nicht ganz so luxuriös zu wie bei anderen Vergleichskandidaten. In der Mittekonsole wird Hartplastik eingerahmt von Aluminium. Dafür ist aber aufgeräumt, im Gegensatz zum Lenkrad, was etwas überfrachtet wirkt.

Auch beim Outback kann man sich über die Platzverhätnisse vorne und hinten nicht beschweren. Auf dem Ledergestühl lässt es sich bequem reisen. Im Vergleich mit der direkten Konkurrenz bietet der Subaru mit 526 Litern den größten Kofferraum. Umgeklappt werden es sogar 1726 Liter.

Dafür verlangt Subaru doch etwas mehr Geld als beispielsweise Mazda. 34.600 Euro kostet der Outback in der Grundausstattung. Serienmäßig bringt er aber einiges mit.

Der Subaru Outback ist schon eher ein Gipfelstürmer. Seine Offroadqualitäten sind nicht so stark wie beispielsweise die des Markenkollegen Forester, aber auch er kann sich abseits der Straßen sehen lassen. Die andersartige Technik und die schicke Hutze auf der Haube heben ihn aus der Masse hervor.

Wer ist also der Beste unter den Großen? Da haben sich ja schon wieder die kleinen Gernegroß Skoda und BMW reingeschmuggelt.

Sie sind so verschieden und haben alle ihre Vorzüge. Die Wahl zwischen dem Subaru Outback und Mazda CX-7 ist Geschmackssache. Der Subaru ist ein Sonderfall, der Mazda eher glattgebügelt und für den flotten Auftritt gedacht.

Beim Hyundai Santa Fe und dem Lexus RX450h treffen Welten aufeinander. Der eine ist eine politisch korrekte Wuchtbrumme, der andere ein dicker Billigheimer mit Qualitäten. Bei einem Preisunterschied von gut 20.000 Euro fällt die Entscheidung wahrscheinlich nicht schwer. (Text: Markus Mechnich)

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