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Wer die Macht hat, will auch gut chauffiert werden. Gestressten Politikern sind die Luxus-Limousinen, die ihnen zur Verfügung gestellt werden, durchaus zu gönnen. Bei einem ausgefüllten Kalender mag man nicht im Polo von Termin zu Termin hetzen.
Doch manchen unserer Volksvertreter fehlt das Fingerspitzengefühl bei der Auswahl ihrer Karossen. Angesichts des Klimawandels sollten gerade Politiker auf eine umweltfreundliche Art der Fortbewegung achten.
Dabei muss man nicht zu Fuß gehen. Die modernen Oberklasselimousinen gibt es mittlerweile auch in vernünftigen und sparsamen Versionen.
Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl fuhr in seiner Amtszeit viele Jahre in dieser Spezialanfertigung einer Mercedes S-Klasse. Das Fahrzeug ist stark gepanzert, fährt auf Spezial-Reifen und wiegt mehr als zwei Tonnen. Daher war das Auto auch nicht unter 20 Litern auf 100 Kilometer zu bewegen.
Der amtierende Präsident Frankreichs, Nicolas Sarkozy , fährt Peugeot. Der 607 Paladine (Langversion) begleitete Sarkozy bei seiner Amtseinführung über die Champs Elyses. Damals war Carla Bruni übrigens noch nicht an Bord.
Für deutsche Politiker sind allerdings auch deutsche Limousinen angesagt. Lange Jahre war hier die S-Klasse der Standard. Mittlerweile versuchen die Politgrößen, ihre Gunst etwas zu verteilen. So gibt es zahlreiche BMWs und Audis in der Fuhrparks. Auch VWs sind mit Politikern an Bord unterwegs. Und neuerdings sogar Toyotas. Aber beginnen wir von vorne.
Auf Platz eins im Umweltranking der Deutschen Umwelthilfe (DUH) landen eine Linke und eine Grüne: Hamburgs Umweltsenatorin Anja Hajduk (Grüne) lässt sich in einem Toyota Prius Hybrid herumfahren. Der Wagen hat einen Ausstoß von 92 Gramm CO2 pro Kilometer.
Das gleiche Modell fährt die Berliner Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke).
Knapp dahinter folgt die saarländische Umweltministerin Simone Peter (Grüne). Ihr VW Passat Blue Motion stößt 118 Gramm CO2 aus.
Bremens grüner Umweltsenator Reinhard Loske fährt einen Mercedes E250 CDI. Der stößt 144 Gramm CO2 aus - ebensoviel wie der neue E220 CDI von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Damit liegen sie knapp über der Forderung der Deutschen Umwelthilfe von maximal 140 Gramm CO2 pro Kilometer. Aber es geht noch schlechter.
Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) fährt einen BMW 730 d und stößt damit 180 Gramm CO2 aus. BMW scheint bei Umweltministern beliebt zu sein: Wagen dieser Marke werden auch in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen gefahren.
Die bajuwarische Oberklasselimousine fahren auch die Ministerpräsidenten Christine Lieberknecht (CDU) aus Thüringen und Wolfgang Böhmer (CDU) aus Sachsen-Anhalt.
Einen BMW 740d hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) bestellt. Dieser Wagen stößt 181 Gramm CO2 aus.
Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) legt da noch was drauf: 188 Gramm CO2 emittiert der Mercedes Benz E 350 Blue Tech.
Einen Audi A6 3.0 TDI - Ausstoß: 189 Gramm CO2 - hat die schleswig-holsteinische Umweltministerin Juliane Rumpf (CDU) bestellt.
Bislang fährt sie einen Mercedes S400 Hybrid - ob die Einsparung von 2 Gramm CO2 die Neuanschaffung rechtfertigt, sei mal dahingestellt. Diesen Wagen fahren auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und bald auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD).
Den Mercedes S400 Hybrid mit einem Ausstoß von 191 Gramm CO2 fährt demnächst auch der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU). Er verbessert sich damit immerhin um 27 Gramm - bislang fuhr er einen S320 CDI L.
Einen ganz frischen Audi A8 4.2 TDI mit CO2-Emissionen von 199 Gramm haben Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) und Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) bestellt. Beide fuhren bislang einen Audi A8 3.0 TDI. Sie verbessern ihren Ausstoß damit um 25 Gramm.
Einen Audi A8 4.2 TDI des Modelljahres 2009 mit 249 Gramm CO2-Ausstoß fuhr Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz bislang. Auch er hat sich nun für einen neuen A8 4.2 TDI entschieden.
Die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner fährt einen Mercedes S350 CDI 4Matic und bringt damit 211 Gramm CO2 auf die Waage. Das entspricht immerhin einem kombinierten Verbrauch von 8 Litern - eigentlich skandalös für die Repräsentantin des Hightech-Ländles. Wozu sie ein Allradfahrzeug braucht, erschließt sich auch nicht wirlich.
Unnötig viel, nämlich 224 Gramm CO2, stößt auch ihr nordrhein-westfälischer Parteifreund und Amtskollege Eckhard Uhlenberg aus. Er hat sich für einen Audi A8 3.0 TDI der bisherigen Generation entschieden. Diesen Wagen fahren auch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) und Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU).
Ministerpräsident Platzeck fuhr bislang einen Mercedes S500. Ausstoß: 286 Gramm CO2. Das entspricht einem kombinierten Verbrauch von 12 Litern. Zu viel. Platzeck steigt auf einen S400 Blue Hybrid um. Der hat allerdings auch noch einen Ausstoß von 191 Gramm.
Wir kommen zu den Top-Klimakillern: Der Audi A8 W12 Quattro Langversion. Ausstoß: 324 Gramm CO2. Verbrauch kombiniert: 13,6 Liter. Stadtverbrauch: 20,1 Liter. Das ist die Spitzenmotorisierung der Modellpalette. Der Fahrer: Jürgen Rüttgers (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
Und der Gewinner heißt: Roland Koch. Der hessische Ministerpräsident fährt einen VW Phaeton und stößt damit 348 Gramm CO2 aus. Verbrauch kombiniert: 14,5 Liter. Stadtverbrauch: 21,4 Liter.
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