Suche
hier klicken, um den Ort für die Startseite festzulegen
Berlin
17
SA 9° / 23°
SO 12° / 22°
Auto

Marktübersicht SUVs: Die Kleinen

 
Marktübersicht SUVs: Die Kleinen

Hier müssen auch die Kleinen ran. Die malerische Landschaft der Dolomiten bietet die Kulisse für vier SUVs, die sich als Kompakte messen.

In dieser Kategorie treten in unserer Marktübersicht an: Der Toyota Urban Cruiser (l.), der Suzuki SX4, ...

... der BMW X1 (l.) und der Skoda Yeti.

Großes Gedränge also in dieser Sparte. Alle vier Autos sind im letzten Jahr neu auf den Markt gekommen oder wurden überarbeitet.

Beginnen wir mit dem Newcomer von BMW. In unserem Vergleich fährt ein X1 20d mit dem Allradsystem xDrive mit.

Erst im letzten Herbst kam der kleinste X aus München auf den Markt. Die Resonanz war hervorragend. Die Fachwelt feierte den Neuen und die Kundschaft zeigte reges Interesse.

Wieder einmal schaffte es BMW als erster mit einem SUV auf dem Markt zu sein. Das gelang bereits mit dem X5 und dem X3.

Der Bayer zeigt sich im Offroadlook, bietet dafür aber relativ wenig Bodenfreiheit. Er ist eher auf eine städtische Käuferschicht ausgerichtet.

Daher fährt sich der X1 auf der Straße auch tadellos. Die 177 PS des Zwei-Liter-Diesels sind eine ausreichende Motorisierung für das 4,54 Meter lange und 1670 Kilogramm schwere Auto.

Das liegt vor allem an den 350 Newtonmetern Drehmoment, die der Motor schon ab 1800 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung stellt.

Diese Kraft kommt aber auch im Gelände gut. Der bewährte Allradantrieb von BMW leistet hier gute Dienste. Einstellbar ist hier nichts außer dem ESP, das sich aktivieren lässt.

Dafür ist der X1 mit vier angetriebenen Rädern etwas schluckfreudiger als seine hinterradgetriebenen Kollegen. Bleibt allerdings alles noch im Rahmen. Im Mittel nimmt er 6,2 Liter laut EU-Zyklus, in der Praxis rund einen Liter mehr.

An den Berggipfeln schlägt sich der X1 mit seinem Allradantrieb sehr ordentlich. Tief darf das Geläuf nicht werden, aber den vereisten Untergrund meistert der Münchner mit Bravour.

Kommen wir zu den inneren Werten. 420 Liter bietet der Kofferraum an Volumen. In der Mitte gibt es eine Durchlademöglichkeit, zum Beispiel für Skier. Werden alle Teile der Rückbank umgeklappt, entstehen maximal 1350 Liter an Raum.

Das Interieur besteht aus großteils bekannten Elementen aus dem BMW-Baukasten. Das harmoniert aber sehr gut.

Im Cockpit bleibt es bei den zwei klassischen Rundinstrumenten, auf die BMW vertraut. Der Bordcomputer in der Mitte liefert variable Informationen über das Auto, das Multimediasystem oder vom Navi.

Das Navigationssystem ist schön anzusehen. Besonders, wie im Bild, mit der Satellitenansicht in 3D. Der Aufschlag von 3680 Euro für die schönen Ansichten schmerzt allerdings.

Im Vergleich liefert der BMW X1 20d kein schlechtes Bild ab. Auch wenn er kein Offroader ist, so zeigt er sich doch solide und sehr wertig. Er ist eben eher Lifestyle als Gelände.

Der Preis von 34.400 Euro für unseren Testwagen ist aber auch nicht ohne. Und die Preise für Extrawünsche gehen schmerzhaft auf den Geldbeutel.

Steigen wir von diesem Preisniveau doch etwas herab und begeben uns in die Region unter 30.000 Euro.

Dort treten der Skoda Yeti, der Suzuki SX4 und der Toyota Urban Cruiser an.

Seit Mitte letzten Jahres lockt der Skoda Yeti die Käufer. Das erste SUV der Tschechen ist ein etwas größerer Roomster, mit dem er sich die Plattform teilt.

Mit einer Länge von 4,22 Metern ist er deutlich kürzer als der BMW. Verkleidet mit Plastikelementen außen mimt er den Geländegänger.

Allerdings ist auch beim Tschechen die Bodenfreiheit nur leicht erhöht. Die Kastenform des Fahrzeugs verspricht bereits auf den ersten Blick Nutzwert.

Das Design ist, zumindest an der Front, eigenwillig. Extrovertierte Nebelscheinwerfer sitzen zu beiden Seiten neben dem Kühlergrill. Außen erwecken die beiden Scheinwerfer einen fast grimmigen Eindruck.

So viel zur Optik. Ab mit dem Schneemenschen in sein Element. Angetrieben wird der Yeti in unserem Vergleich von einem1,8-Liter-Benziner mit 160 PS.

Im Yeti wirft das Aggregat ein Drehmoment von 250 Newtonmetern in den Ring. Damit lässt es sich auf der Straße flott vorankommen. Maximal läuft der Yeti 200 km/h schnell. Den Sprint auf 100 km/h erledigt er in 8,4 Sekunden.

Auch im Gelände zeigt er durchaus seine Fähigkeiten. Dank des relativ geringen Gewichts von 1520 Kilogramm kann der Tscheche mit Wolfsburger Genen problemlos die steilern Bergstraßen hochkraxeln.

Auch wenn er eine leichte Anfahrschwäche zeigt: Der permanente Allradantrieb mit Haldexkupplung schiebt den Yeti mühelos über die vereisten Pässe.

Zurück auf der Straße achten wir auf den Verbrauch. Der soll bei acht Litern im Schnitt liegen.

Davon waren wir aber bei unseren Fahrten weit entfernt. Im Mittel genehmigte sich der Yeti mindestens zehn Liter.

Die Platzverhältnisse sind für ein Auto mit diesen Abmessungen außerordentlich großzügig. Vorne sitzt es sich sehr bequem und auch hinten finden lange Menschen noch ausreichend Platz.

Das Kofferraumvolumen liegt bei 405 Litern. Nicht üppig, aber clever aufgeteilt.

Wird die dreiteilige Rückbank umgelegt, dann werden daraus bis zu 1760 Liter. Das ist fast schon ein sensationell hoher Wert, mit dem er selbst größere Autos alt aussehen lässt.

Der Grundpreis für den Skoda Yeti mit dem 1,8-Liter-Benziner liegt bei 23.590 Euro. Damit stellt er, ökonomisch gesehen, ein wirklich gutes Angebot dar. Die Liste der Sonderausstattungen ist lang, aber noch finanzierbar.

Der kann was, der Yeti. Praktische Ideen im Innern, ein apartes Äußeres und wenn er muss, dann kann er auch ein bisschen Gelände. Zusammen mit dem moderaten Preis ist er ein ordentliches Angebot.

Das will auch der Toyota Urban Cruiser machen. Der Japaner hat zwar Allrad, ist aber, wie der Name schon sagt, eher ein Stadtkind.

Eine junge, urbane Zielgruppe soll der Cruiser ansprechen. Mit 3,93 Metern ist er der kürzeste unter unseren Teilnehmern.

Mit zwei Motorisierungen ist der Urban Cruiser zu haben: Entweder als Benziner mit 1,33 Litern Hubraum und ausschließlich Frontantrieb oder als 1,4-Liter-Diesel mit 90 PS und 205 Newtonmetern Drehmoment. (Letzteren hatten wir in unserem Vergleich.)

Damit ist das Auto keineswegs übermotorisiert, auch wenn er nur ein Leergewicht von 1120 Kilogramm mitbringt. Wird er untertourig bewegt, dann stottert der Antrieb ordentlich. Der Selbstzünder ist auch ein rauher Geselle, der sich durch lautes Nageln auszeichnet.

Allzuviel Gelände wollten wir ihm auch nicht zumuten. Mit einer Bodenfreiheit von 16 Zentimetern ist er abseits der befestigten Straßen nur bedingt einsetzbar. Der Allradantrieb verrichtet ordentlich seine Dienste, so dass auf verschneiten Passstraßen ein Fortkommen dennoch jederzeit möglich ist.

Im Innern herrscht Plastik-Ambiente vor. Das ist zwar in Ordnung, wirkt aber nicht besonders wertig. Das Cokpit ist etwas eigenwillig gestaltet, passt aber zu der Zielgruppe. Ärgerlich ist der geringe Platz im Fußraum, wo sich die Pedalerie mit dicken Winterstiefeln nicht so richtig gut bedienen lässt.

Auch sonst ist der Urban Cruiser kein Raumwunder. Vorne lässt es sich gut sitzen, hinten ist es gerade so akzeptabel. 305 Liter Kofferraumvolumen bietet der Toyota, durch Umklappen der assymetrisch geteilten Rückbank werden daraus bis zu 1244 Liter.

Unser Testwagen hat einen Grundpreis von 22.950 Euro. Das ist nicht ohne für das Auto, das qualitativ doch deutlich hinter dem Skoda Yeti liegt. Der Toyota Urban Cruiser ist eben eher was für hippe Großstädter.

Kann es im Vergleich dazu der SX4 von Suzuki besser? In Sachen kleine Geländewagen hat Suzuki ja eine große Tradition.

Der SX4 hat im vergangenen Jahr ein Facelift erfahren. Dabei wurde außen und innen an dem Auto gearbeitet.

Mit seinem kompakten Abmessungen - die Länge beträgt 4,15 Meter - wirkt er leicht gedrungen.

Dafür geht er aber als Kompakter durch und kann sich im engen Großstadtgewühl genauso zurechtfinden wie abseits der Straßen. Mit 17,5 Zentimetern Bodenfreiheit ist er zwar auch nicht für die großen Schneeverwehungen gebaut, aber er wühlt sich ordentlich durch.

Den Diesel hat man im Hubraum jetzt auf zwei Liter angehoben. Mit 135 hat er jetzt 115 PS mehr als sein Vorgänger. Dafür schieben den Suzuki stramme 320 Newtonmeter nach vorne. Damit lässt sich der SX4 flott bewegen.

Beim Allradantrieb setzt Suzuki auf ein flexibles System. Normalerweise werden die Vorderräder angetrieben. Mittels einer Einstellung kann man den Vierradantrieb durch die Elektronik flexibel zuschalten lassen oder per Taste arretieren.

Auf den Bergstraßen macht er, dank eines moderaten Gewichts und günstigem Schwerpunkt eine gute Figur.

Im Innern ist Plastik das vorherrschende Material. Das ist aber nicht schlecht gemacht und erweckt keinen billigen Eindruck. Die Platzierung der Bedienelemente ist logisch aufgebaut und überschaubar.

Die Platzverhältnisse auf den vorderen Sitzen sind ordentlich, auf der Rückbank gibt es ausreichend Raum. Eng wird es im Kofferraum, wo nur 270 Liter zur Verfügung stehen. Bei umgelegter Rückbank werden daraus 1045 Liter. Das sind keine sensationellen Werte. Für die Abmessungen ist das aber in Ordnung.

Preislich macht Suzuki mit dem SX4 ein durchaus gutes Angebot. Für 21.400 Euro ist der Japaner in der höchsten Ausstattungsvariante zu haben. Insgesamt kann der Sx4 in unserem Vergleich durchaus überzeugen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gut, die Qualität in Ordnung und der Nutzwert vertretbar. Ein Allrounder eben.

Das waren unsere kleinen SUVs im Vergleich. Alle haben ihre Vorzüge. Wer es Premium mag, der wird dem BMW X1 den Vorzug geben. Wer gute Qualität zu günstigem Preis sucht, greift zum Skoda Yeti und wer von allem ein bisschen haben möchte und dafür nicht viel Geld ausgeben will, den wird der Suzuki SX4 überzeugen. Nur der Toyota Urban Cruiser fällt in diesem Vergleich etwas ab. (Text: Markus Mechnich)

Bilderserie versenden
Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.