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Meistgeklaut 2010: Die Lieblinge der Autodiebe

 
Meistgeklaut 2010: Die Lieblinge der Autodiebe

Berlin ist für Autofahrer ein gefährliches Pflaster. Etwa 600 Wagen gingen seit Jahresbeginn in Flammen auf. Die Wahrscheinlichkeit, dass man sein Auto als ausgebranntes Wrack wiederfindet ...

... ist aber nicht annähernd so hoch wie die, dass man es überhaupt nicht mehr entdeckt.

Auch 2010 war Berlin für Autodiebe ...

... Exportregion Nummer 1. Von 1000 zugelassenen Fahrzeugen wurden 3,7 als gestohlen gemeldet. Insgesamt wurden 3290 Pkw geklaut, wie aus der neuen Diebstahlstatistik des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht.

Auch jenseits der Stadtgrenze sieht es nicht gut aus: Fast 1700 Fahrzeuge kamen in Brandenburg weg, 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Großstädte Sachsens werden bei Autodieben immer beliebter.

Doch nicht nur der Osten der Republik ist gefährdet. NRW rangiert in der Länderstatistik zwar nur im Mittelfeld, in einzelnen Städten vermeldet der GDV aber eine "dramatische Zunahme". So waren in Bielefeld fast 70 Prozent mehr Diebstähle zu verzeichnen, in Dortmund waren es über 50 Prozent mehr. Am sichersten leben Autofahrer im Saarland. Insgesamt wurden hier gerade mal 92 Fahrzeuge als gestohlen gemeldet.

Wegfahrsperren und Alarmanlagen sind zwar gut und schön. Die beste Diebstahlprävention scheint jedoch die Wahl des Fahrzeugs zu sein. Mit einem Franzosen ist man auf der sicheren Seite. Weder Renault noch Citroen oder Peugeot tauchen in der Diebstahlstatistik unter den meistgeklauten Marken auf.

Am begehrtesten sind deutsche Premiummarken: Porsches und Audis werden - gemessen an der Zahl ihres Gesamtbestands - am häufigsten gestohlen. Der absolute Liebling der Autodiebe kommt aber nicht aus Deutschland. Doch dazu am Ende mehr. Hier erstmal die übrigen Favoriten:

SUVs sind begehrtes Diebesgut. Auf Platz 15 ein kleiner Vertreter dieser Klasse: Der Toyota RAV4 2.0. Mit durchschnittlich 18.963 Euro fällt der Schaden hier noch vergleichsweise gering aus.

Der Bulli war nach dem Käfer das erste Zivilfahrzeug im VW-Programm. Mittlerweile wird die fünfte Generation des Kleintransporters gefertigt. Die Optik mag nicht mehr so einnehmend sein, praktisch bleibt der VW-Bus immer noch. Das finden offenbar auch die Diebe beziehungsweise deren Auftraggeber: Platz 14 für den T5 Multivan California 2.5 TD.

Nochmal Volkswagen: Früher galt der Passat als Familienkutsche, heute gehört er zu den beliebtesten Firmenwagen. Zumindest in der meistgeklauten Version, dem V6 2.5 TDI.

Der erste und letzte Audi in der Statistik ist kein Q7 und kein TT, sondern der kleine S3 1.8T. Audi-Käufern sei grundsätzlich geraten, auf das Quattro-Emblem auf dem Heck zu verzichten.

Auffällig ist, dass Diebe offenbar Diesel-Modelle bevorzugen. Jedenfalls findet sich auch auf Platz zwölf ein solches: der BMW 730D.

Schon wieder ein Diesel, ein bärenstarker noch dazu: Ein schneller Fluchtweg dürfte den Dieben mit dem 300 PS starken BMW 535D sicher sein.

Dass Porsche in der Gesamtstatistik der geklauten Marken so weit vorne liegt, hat einen Grund und der heißt Cayenne. Je mächtiger, desto besser. Der Cayenne 3.0 V6 TDI wird zwar oft gestohlen, ...

... seine großen Brüder, der Turbo 4.5 und der S 4.8, sind aber noch begehrter. Mit über 56.000 Euro ist der Durchschnittsschaden beim Turbo übrigens am höchsten.

Nicht ganz so teuer in der Versicherung dürfte der Toyota Landcruiser 3.0 D-4D sein. Er steht zwar auf Platz 6 der gefährdeten Fahrzeuge, allerdings beläuft sich der Schaden im Schnitt "nur" auf knapp 28.00 Euro.

Stammgast in den Diebstahlstatistiken sind von jeher BMWs SUV-Modelle. Der X5/X6 3.0 landet diesmal auf Platz 5 ...

... hinter der Variante 3.0 SD, die damalige Top-Motorisierung der Baureihen. Durchschnittlicher Schaden für die Versicherer pro Diebstahl: knapp 49.000 Euro.

Nochmal VW, nochmal ein Multivan, diesmal allerdings der Caravelle T4 mit 2,5 Liter TDI-Motorisierung. Der T4 wird schon seit 2004 nicht mehr gebaut und der Bestand ist in Gefahr: Von 1000 Multivans gingen 15 verlustig.

Weniger Nutzwert, aber mehr Freude am Fahren verspricht der BMW M3. Fast 19 von 1000 Coupés wurden 2010 als gestohlen gemeldet.

Und nun der Spitzenreiter der Diebstahlstatistik. Dass er nicht aus Deutschland kommt, war ja schon angekündigt, dass es sich um ein SUV handelt, war absehbar. Dass Diebe auch auf Spritverbrauch achten, überrascht dann aber doch ein wenig: Der Lexus RX400 fährt mit Hybridantrieb und schluckt geradezu bescheidende 12 Liter auf 100 Kilometer. Auf dem langen Weg nach Osteuropa dürfte sich das rechnen.

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