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Vom Straßenbolzer bis zum Hypercar: Die Schnellsten auf der Nordschleife

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Alfa Romeo hat ein Problem. Die Marke hat ihren einstigen Glanz schon vor einiger Zeit eingebüßt. Bis dato fehlte ein attraktives Modell, das Kunden anlockt. Mit der neuen Giulia scheint es jetzt aber da zu sein. Und sportlich kann die Italienerin auch noch.

Alfa Romeo hat ein Problem. Die Marke hat ihren einstigen Glanz schon vor einiger Zeit eingebüßt. Bis dato fehlte ein attraktives Modell, das Kunden anlockt. Mit der neuen Giulia scheint es jetzt aber da zu sein. Und sportlich kann die Italienerin auch noch.

Alfa Romeo hat ein Problem. Die Marke hat ihren einstigen Glanz schon vor einiger Zeit eingebüßt. Bis dato fehlte ein attraktives Modell, das Kunden anlockt. Mit der neuen Giulia scheint es jetzt aber da zu sein. Und sportlich kann die Italienerin auch noch.

Mit rund 510 PS aus einem von Ferrari-Ingenieuren entwickelten 3,0-Liter-Turbo-V6 geht die Giulia Quadrifoglio Verde in 7 Minuten und 39 Sekunden über die Nordschleife des Nürburgrings - ...

... das ist eine klare Ansage nach München, denn der BMW M4 lässt sich über 10 Sekunden länger Zeit.

Aber eigentlich ist das schon wieder Schnee von gestern. Denn gerade hat BMW den neuen M4 GTS präsentiert. Seine 500 PS holt er zu gewissen Teilen durch eine neuartige Wassereinspritzung, die die Ansaugluft kühlt. Das macht offenbar recht schnell.

Der M4 GTS ballert nämlich in 7:28 Minuten über die Nordschleife - schneller als jeder Serien-BMW vor ihm. Damit kann sich der Alfa gleich wieder hinten anstellen.

Zu seinem Glück werden aber nur 700 Stück vom M4 GTS gebaut. Zudem kostet jeder Einzelne sündhafte 142.600 Euro. Die Giulia hingegen gibt es schon ab 70.000 Euro.

Auch der neue BMW M2 geht nicht gerade verhalten über die Nordschleife. Mit dem intern F87 genannten Einstieg in die BMW-M-Welt lässt sich der Eifel-Kurs in 7:58 Minuten umrunden.

Kein Wunder, denn die Fahrwerkstechnik kommt fast komplett von M3 und M4. Hinzu kommt ein 370 PS starker Reihensechszylinder. Grundpreis für den Fahrspaß sind 56.700 Euro.

In einer anderen Liga und mit einer Fabelzeit hat sich der Porsche 918 Spyder auf dem Nürburgring präsentiert. In der Klasse Sportwagen mit Straßenzulassung hat der Zuffenhausener mit Werksfahrer Marc Lieb am Steuer die bestehende Rekordmarke pulverisiert.

Mit einer Rundenzeit von 6:57 Minuten steht der 918 Spyder jetzt ganz vorn in der Nahrungskette. Was ihm alle Testfahrer und vor allem Lieb bestätigen ist seine gute Fahrbarkeit: ...

... "Trotz der gigantisch hohen Systemleistung von 887 PS, trotz des Gewichts von über 1600 Kilo und trotz des Umstands, dass wir hier mit Straßenreifen gefahren sind, haben wir die sieben Minuten geknackt", so Lieb nach dem Fabellauf.

Mit einer für die Rennstrecke optimierten GTR-Version kitzelt McLaren das volle Potenzial aus seinem Supersportwagen P1 heraus. Natürlich wurde der auch über die Nordschleife gejagt.

Doch aus welchen Gründen auch immer, die Zeit des 916 PS starken P1 wurde unter Verschluss gehalten. "Unter sieben Minuten" war alles, was man von den wortkargen Briten zu hören bekam.

Ob der P1 doch langsamer war als der Porsche 918?

Immerhin bekam man bei McLaren immer noch mehr Infos als von Ferrari. Die Roten schweigen zu den Leistungen ihres Über-Autos LaFerrari bis heute.

Keinen Hehl aus seiner Klasse macht der Lamborghini Aventador SV. Eigentlich war der Testlauf auf dem Nürburgring für den Reifenhersteller Pirelli geplant. Nachdem Marco Mapelli allerdings bereits nach 6:59 Minuten die Ziellinie überquerte, war auch Lamborghini gewillt diese Wahnsinnszeit bekanntzugeben.

Auf Youtube gibt es ein Video, das zeigt, dass Marco Mapelli nicht nur schnell fahren, sondern auch verdammt schnell lenken kann. Der Superveloce leistet 750 PS und beschleunigt von null auf 100 km/h in 2,8 Sekunden.

Der schnellste Kombi auf der Nordschleife ist ein Seat. Bereits im letzten Jahr ließen die Spanier aufhorchen, als sie mit ihrem normalen Leon Cupra die beste Fronttriebler-Zeit pulverisierten.

Die wurden dann zwar recht schnell von Renault und Honda zurückerobert, aber das ist egal. Denn jetzt schickten sie einfach den 280 PS starken Leon Cupra ST samt seines elektronischen Vorderachsdifferenzials hinterher, ...

... und der war genauso schnell wie sein fünftüriger kleiner Bruder. Der Kombi hat mit Rennfahrer Jordi Gené am Steuer den Ring in 7:58 Minuten bezwungen.

Alle drei Jahre findet Renault den Weg auf den Nürburgring. Beim letzten Auftritt brachten die Franzosen den besten Mégane mit und fuhren mit einem neuen Rekord für Fahrzeuge mit Vorderradantrieb wieder nach Hause.

Um das zu schaffen, musste Renault einen radikalen Mégane bauen. Das Ergebnis ist der R.S. 275 Trophy-R. Wer ihn bei Regen bewegt, ist entweder ein fantastischer Fahrer oder einfach dämlich.

Aber auf der Rennstrecke ist er unglaublich schnell. So schnell, dass er lediglich 7:54 Minuten für die 20,83 Kilometer der Nordschleife brauchte.

Noch schneller als Renault umkurvte ein Vorserienauto des Honda Civic Type R die Nordschleife. Nach Angaben der Japaner soll der spacige Kompakte nur 7:50 Minuten für die Messstrecke benötigt haben.

Na gut, der Rekord-Civic fuhr mit einem Käfig. Natürlich nur wegen der Sicherheit! Das Mehrgewicht kompensierte man dann durch die Entfernung von Beifahrersitz, Klimaanlage und Audio-Geräten. Also "im Prinzip" ein ganz normales Serienfahrzeug.

Im Reich der SUV heißt der König der Nordschleife Porsche Cayenne Turbo S. Als erster Offroader knackt der Zuffenhausener mit 7:59 Minuten die Acht-Minuten-Marke. Kein Wunder bei 570 PS und 800 Newtonmeter Drehmoment.

Damit hat er dem BMW X6 M, dem eine Zeit von knapp über acht Minuten nachgesagt wird, den Rang abgelaufen.

Der Range Rover Sport mit seinem 550 PS starken 5,0-Liter-Kompressor-V8 ist ebenfalls über die Nordschleife gejagt worden.

In 8 Minuten und 14 Sekunden absolvierte das Hochleistungs-SUV die mehr als 70 Kurven der 20,8 Kilometer langen Rennstrecke.

Um der Leistung Rechnung zu tragen, stattet Land Rover das SUV mit verstärkten Bremsen und einem straffer abgestimmten Fahrwerk aus. Zudem wurden die Fahrdynamiksysteme neu kalibriert.

Der Nissan GT-R ist ein Nordschleifen-Phänomen. Kein Mensch kann rational erklären, wie ein so großes, so schweres, so kantiges Auto in der Lage ist, so fürchterlich schnell über den Ring zu brettern.

2014 legte Testfahrer Michael Krumm auf einem nur leicht modifizierten, aber ansonsten serienmäßigen GT-R Nismo - so die Aussage von Nissan - eine Zeit von 7:08 Minuten in die Berg- und Talbahn der Eifel.

Mit dieser Rekordrunde für den in größeren Stückzahlen hergestellten Seriensportwagen rückt der Nissan GT-R dicht an die Nürburgring-Zeiten von hochpreisigen, nicht straßenzugelassenen Supersportwagen heran.

Kurz vor dem Genfer Autosalon 2015 kam Porsche mit der Nordschleifenzeit des Cayman GT4 ums Eck.

Der Hardcore-Sportler soll die "Grüne Hölle" in 7:40 Minuten bezwungen haben. Der Mittelmotor-Renner für "Motorsport-Einsteiger", wie Porsche ihn nennt, wird wie schon der Seriensportwagen vom 3,8-Liter großen Sechszylinder-Boxermotor mit 385 PS angetrieben.

Den Titel für das schnellste Muscle Car beansprucht der Ford Mustang Shelby GT350R für sich. Er leistet 533 PS aus einem 5,2-Liter-V8-Sauger und hat mit einem normalen Mustang nicht mehr viel zu tun.

Er verzichtet weitgehend auf Komfort, hat Kohlefaser-Felgen und wird nur 37-mal gebaut. Das ist sehr schade, denn bei einem Preis von knapp 62.000 US-Dollar (etwa 55.000 Euro) hätte man wohl auch die tausendfache Menge absetzen können.

Er war ein Intermezzo und dennoch ist er das schnellste Elektroauto, dass die Nordschleife bis dato passiert hat: Der SLS AMG Coupé Electric Drive bezwingt die Nordschleife in 7:56 Minuten.

Den biologisch wertvollen Rekord wollte sich 2012 eigentlich der Audi R8 e-tron (8:09 Minuten) ans Revers heften, allerdings ging die Ingolstädter E-Flunder nie in Serie.

Mercedes sieht's gelassen und streichen mal eben den Preis ein. Angetrieben wird der SLS AMG Electric Drive von vier E-Motoren, die zusammen 1000 Newtonmeter und 751 PS leisten. Der Preis lag Anfang 2013 bei 416.500 Euro. Wer jetzt einen in der Garage zu stehen hat, darf sich schon auf die Oldtimer-Zeit freuen.

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