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Freche, frische Autos für junge Großstädter, das ist das Grundkonzept von Kia Soul und Nissan Cube. Beide Autos überraschen mit einem unkonventionellen Auftritt ...
... und wollen sich so von der automobilen Masse abheben. Der Kia Soul orientiert sich eher etwas an der SUV-Fraktion, während der Nissan Cube ganz eigene Wege geht. Er spielt mit asiatischen Anleihen und interessanten Design-Ideen.
Dazu gehören zum Beispiel die außergewöhnlichen Fenster oder die seitlich öffnende Heckklappe. Da ist der Soul etwas konventioneller gezeichnet.
Auch die Fahrzeugfront des Cube wirkt frischer als die des Soul. Eine Bulldogge mit Sonnenbrille hatte der Designer vor Augen als er das Auto entwarf. Muss man nicht nachvollziehen können, aber eine gewisse Parallele ist durchaus erkennbar.
Aber auch der Soul spielt mit dem ein oder anderen Eyecatcher. Vorne ist es der nach oben gezogene Unterbodenschutz, hinten sind es die schmalen Rückleuchten.
Die Kategorie Design gehört am Ende aber doch dem Cube. Selten ist uns bei der Fahrt mit einem Testwagen so viel Aufmerksamkeit auf den Straßen zuteil geworden. Ob man es schön oder hässlich findet, der Nissan ist ein Hingucker.
Beide Autos haben einen 1,6-Liter-Motor an Bord. Gleiche Voraussetzungen also.
Im Cube kommt der Motor auf eine Leistung von 110 PS und ein Drehmoment von 153 Newtonmetern. Er produziert 151 Gramm CO2.
Der Benziner im Soul leistet 126 PS und bietet 156 Newtonmeter Drehmoment. Hier werden 154 Gramm CO2 werden in die Umwelt entlassen.
Mehr Soul-Power gegenüber dem solideren Cube-Gefühl also.
Kein Wunder, dass sich der Soul im Antritt etwas flinker zeigt. Allerdings kann der Cube aufholen. Für die 100-km/h-Grenze braucht der Soul elf Sekunden und der Cube 11,3.
Auch die Spitzengeschwindigkeiten liegen recht nahe beieinander. Der Cube schafft es auf 175 Stundenkilometer, der Soul auf 177.
In Sachen Fahrleistungen fährt der Kia Soul also vorneweg, wenn auch nur knapp.
Beide Konkurrenten haben ein recht weiches Fahrwerk.
Wobei sich der Soul als der sportlichere der beiden erweist und eine wohl auf den europäischen Geschmack ausgerichtet Federung mitbringt.
Der Cube ist in sich etwas weicher abgestimmt, liegt aber durch den etwas längeren Radstand satter auf der Straße.
Beide Autos sind allerdings nicht gerade für das flotte Kurvenräubern gedacht. Der Soul zeigt eine leichte Neigung zum Aufstellen, der Cube geht dafür eher mal in die Knie.
In der Summe fährt der Nissan Cube in der Kategorie Fahrwerk aber vorne weg. Aber auch hier geht die Entscheidung knapp aus.
Kommen wir zum Verbrauch. Gerade für City-Mobile ist das ein ganz entscheidendes Kriterium. Schließlich kostet die Fortbewegung in der Stadt am meisten Sprit.
Auf dem Papier hat der Kia Soul da ganz leicht die Nase vorne. Nach dem EU-Zyklus genehmigt er sich 6,5 Liter im Mittel. Außerorts sind es 5,7 Liter und innerorts 7,9.
Der Cube steht da etwas zurück. Sein Mittelwert beträgt 6,6 Liter. In der Stadt kommt er auf 8,3 Liter Benzin und außerorts soll der Konsum bei 5,6 liegen.
In der Praxis war das allerdings nicht ganz nachzuvollziehen. Bei unseren Testfahrten lag der Konsum des Kia mit 8,5 Litern im Schnitt doch deutlich über den Herstellerangaben.
Da zeigte sich Cube mit einem Mittel von 7,8 Litern noch näher an der Grenze des Vertretbaren. Entgegen den Angaben des Herstellers also kann sich der Nissan hier an die Spitze schieben.
Aber ein City-Mobil muss auch praktisch sein. Wozu sonst die Kastenform?
Kommen wir also zu den inneren Werten.
Auffällig beim Nissan Cube ist zunächst die seitlich öffnende Heckklappe. Dadurch ergibt sich eine etwas niedrigere Ladekante. Allerdings ist die Öffnung auch gewöhnungsbedürftig. Den ein oder anderen blaue Fleck kann man sich da schon mal abholen.
An Platz mangelt es dem Cube grundsätzlich nicht. Im Normalzustand beträgt das Kofferraumvolumen 260 Liter. Für einen Kleinwagen ein respektabler Wert.
Allerdings ergeben die umgelegten Sitze der Rückbank eine hohe Hürde. Deshalb kommt der Nissan nach der VDA-Norm nur auf ein maximales Ladevolumen von 410 Liter. Das wiederum ist recht wenig. In der Praxis passt da zwar durchaus mehr rein, aber die Zahlen sprechen gegen den Cube.
Der Kia Soul zeigt nach dem Öffnen der Kofferraumklappe eine relativ schmale Öffnung. Auch die Ladekante ist nicht gerade niedrig.
222 Liter passen im Normalzustand rein. Wenn die Rückbank umgelegt wird werden daraus aber riesige 1258 Liter. Das ist dann schon viel. Zumal sich die Rückbank fast flach umlegen lässt, was den Nutzwert doch erhöht.
Beide haben also eine große Klappe. Der eine so, der andere so.
Aber die Kategorie Kofferraumvolumen geht dann doch an den Kia Soul.
Im Innenraum zeigt sich der Cube genauso interessant und verspielt wie von außen. Das Design ist der Innenansicht eines Whirlpools nachempfunden. Auch die Bedienelemente sind leicht anders als bei gewöhnlichen Autos. Aber nicht alles erschließt sich gleich, wie der kreisrunde Teppich auf dem Armaturenbrett zum Beispiel.
Insgesamt ist das Auto aber sauber verarbeitet und die Materialien sind der Fahrzeugklasse angemessen. Zudem glänzt er mit reichlich vorhandenen Staufächern.
Im Soul geht es da etwas konventioneller zu. Die frei stehende Mittelkonsole über dem Schaltknüppel ist das noch das Aufregendste.
Alles ist funktional, aber die Verarbeitung kann nicht ganz mit der des Nissan mithalten. Auch die verwendeten Materialien, vorwiegend Hartplastik, wirken nicht ganz so wertig wie beim Konkurrenten. Ausreichend sind die Staufächer auch beim Soul, aber nicht ganz so zahlreich.
Kommen wir schließlich zu den Kosten. Da fährt der Kia Soul erst mal mit einem Einstiegspreis von 15.900 Euro vor.
Der Nissan Cube ist da schon teurer. Mindestens 18.000 Euro muss man in der Tasche haben, um den schicken Japaner zu erstehen.
Das Ganze relativiert sich allerdings etwas mit der Ausstattung. Während der Cube von Hause aus sehr üppig ausgerüstet ist, ist beim Soul die Basisausstattung nicht ganz so umfangreich.
Der Nissan bringt beispielsweise das schöne Panoramadach oder die längs verschiebbare Rückbank serienmäßig mit.
Auch die optionalen Zusatzpakete sind beim Cube etwas günstiger zu haben. Rückfahrkamera und Navi gibt es beispielsweise für vergleichsweise günstige 850 Euro zusätzlich. Beides sucht man beim Soul vergebens.
Wie sieht also das Fazit aus? Das Ergebnis ist knapp aber doch klar. Für uns hatte der Nissan Cube am Ende doch die Nase vorne. Zwar hat der Kia Soul in Sachen Praxisnutzen und Fahrleistungen leichte Vorteile.
Aber das Design, die etwas höhere Qualität und der eindeutig gesteigerte Coolness-Faktor, den das Auto mitbringt entscheiden diesen Zweikampf zugunsten des Cube. Grämen muss sich der Kia Soul aber nicht. Am Ende ist es, wie so oft, eine Frage des Geschmacks und der persönlichen Schwerpunkte. (Fotos: Ines Woywode; Text: Markus Mechnich)
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