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Rückrufwelle in der Autobranche: Diese Autos müssen rein

 
Rückrufwelle in der Autobranche: Diese Autos müssen rein

Das Rückruf-Desaster bei Toyota nimmt kein Ende. Ein Debakel, das den weltgrößten Automobilbauer bereits jetzt nachhaltig beschädigt hat.

Toyota-Chef Akio Toyoda zeigt sich zerknirscht und reumütig. Der Konzern hat sicherlich die ersten Anzeichen unterschätzt und die Beschwerden von Kunden nicht ernst genommen.

Dabei ist Toyota nicht der einzige Hersteller, der seine Fahrzeuge in die Werkstatt beordern muss. Jedes Jahr finden zahlreiche Rückrufe statt. Allerdings werden die meisten davon nicht in der Öffentlichkeit bekannt.

Wir zeigen ihnen die wichtigsten Rückrufe in Deutschland aus 2009 und in diesem Jahr.

Der Prius zum Beispiel ist der jüngste Rückruf aus dem aktuellen Jahr. In Deutschland sind es 4000 Autos, die in die Werkstatt müssen. Das Problem mit den Bremsen soll durch ein Softwareupdate behoben werden.

Der iQ hingegen ist von dem umfangreichen Rückruf des japanischen Autogiganten wegen der defekten Gaspedale betroffen.

Ebenso wie sein Kollege, der Aygo. Der hat sogar noch Autos aus anderen Konzernen in Mitleidenschaft gezogen.

Die Modelle Peugeot 107 und Citroen C1 sind baugleich mit dem Aygo und laufen auch im tschechischen Kolin vom Band.

Ansonsten reiht sich bei Toyota die halbe Modellpalette in die Problematik ein. Der RAV4 ebenso ...

... wie der flexible Familien-Van Verso, ...

... der Kleinwagen Yaris, ...

... der kompakte Auris, dessen Vorgänger Corolla auch vom Rückruf betroffen ist.

Und zu allem Überfluss auch noch das Mittelklasse-Flaggschiff Avensis.

Aber in diesem Jahr gab es schon einige andere Rückrufe, die weniger Schlagzeilen machten. Teilweise auch, weil die Stückzahlen weitaus geringer waren. Vom Ford Focus RS mussten beispielsweise 650 Fahrzeuge wegen Problemen mit den Gaspedalen in die Werkstatt. Das kennen wir doch irgendwoher.

Audi musste seinen Q5 in den ersten beiden Monaten dieses Jahres in die Werkstatt beordern. Bei den 8000 Autos ging es aber nur um einen Verkleidung des Kopf-Airbags.

Bei gut 3000 C-Max von Ford hingegen korrodiert das Kühlerlüfter-Modul. Das ist weniger witzig und kommt in den Baujahren 2006 und 2007 vor.

Auch im vergangenen Jahr wird Audi von einem Rückruf getroffen. Beim TT und A3, die zwischen September 2008 und August 2009 gebaut werden, gibt es Probleme mit dem Sechsgang-STronic-Getriebe. Insgesamt müssen 3000 Autos zum Check.

Bei Ford hat man große Probleme mit dem Bremskraftverstärker. 12.000 Autos mit dem Zwei-Liter-TDCi müssen bei Ford vorfahren. Alle zwischen November 2008 und März 2009 gebaut.

Ja, ja, der Karneval. Da kann unter den kölschen Jecken schon mal was schief gehen. Betroffen sind die Modelle Focus, S-Max, Mondeo, Kuga, Galaxy und C-Max. Daneben gibt es noch ein Problem mit dem Kühlerlüfter beim Focus, von dem 6400 Autos betroffen sind.

Auch der X5 macht Probleme. Wegen der hinteren Bremsscheibe soll der Edel-Geländewagen 2009 ebenso in die Werkstatt ...

... wie sein Bruder, der X6. Insgesamt sind etwa 3000 Fahrzeuge betroffen.

Auch bei Citroën klemmt es mal. In 2009 müssen die Modelle C2, C3 und C3 Pluriel (Bild) zum Check. Der Grund sind Probleme mit der Software des Steuergerätes. Immerhin 22.201 Autos sind betroffen.

Und natürlich gibt es auch beim französischen PSA-Konzern Sippenhaft. Die gleichen Probleme haben auch der Peugeot 307, 308 und Expert III.

Auch der Berlingo hat in 2009 einen Rückruf. Das Hitzeblech im Motor kann sich lösen. 5687 Autos müssen in die Werkstatt.

Bei Daihatsu klemmt's am Lenkrad. Die Modelle Sirion, Copen und YRV müssen in die Werkstatt. In Deutschland allerdings nur 6226 Autos.

Selbst ein Luxushersteller wie Ferrari ist nicht gefeit vor Rückrufen. Letztes Jahr muss der F430 Spider zurückgerufen werden. Allerdings nur in den USA, wo 1950 Autos einbestellt werden. Möglicherweise können Lecks in der Hydraulik entstehen. 500 F355 aus den Baujahren 1994 bis 1998 müssen wegen leckender Kraftstoffleitungen ebenfalls in Werkstatt.

Auch Volvo hat Probleme mit den Bremsen. Knapp 1200 Autos müssen der Modelle V50, V70 und S40 werden zurückgerufen.

Zwei weitere Rückrufe betreffen den XC70. Kondenswasser in der Klimaanlage und Probleme mit Benzinpumpe und Motorlüfter sind die Gründe.

Auch bei Volkswagen läuft es nicht immer problemlos. Bei mehreren Modellen aus dem Zeitraum September 2008 bis August 2009 gibt es Probleme mit dem Doppelkupplungsgetriebe. Mehr als 22.000 Autos der Modelle Scirocco, Golf, Jetta, Passat, Eos, Caddy und Touran sind betroffen.

Die tschechische VW-Tochter Skoda muss ebenfalls unter den Problemen leiden. Die Modelle Ocatvia und Superb sind betroffen.

Und schließlich hat auch Seat bei den Modellen Leon und Altea das Problem.

Bei Suzuki stellt sich der Swift als Sorgenkind heraus. Gleich zwei Rückrufe gibt es für den japanischen Kleinwagen in 2009, einmal wegen einer Korrosion an den Gurtlaschen und ein zweites Mal wegen der Gefahr eines Schmorbrandes im Kofferraum. Gar nicht witzig. Es waren jeweils rund 25.000 Autos betroffen.

Der Yaris von Toyota war 2009 übrigend schon einmal von einem großen Rückruf betroffen. Wegen fehlerhaftem Dämmmaterial müssen fast 45.000 Autos in die Werkstatt.

Beim Peugeot 4007 gibt es bei nur 85 Autos ein Problem mit dem Bremskraftverstärker.

Beim Peugeot Partner sind es aber mehr als 2000 Autos, die wegen eines wackligen Hitzeblechs in der Werkstatt vorfahren müssen.

Auch der andere französische Hersteller Renault muss auf einige Rückrufe im Jahr 2009 zurückblicken. Beim Koleos kann möglicherweise die Lenkung ausfallen. Mehr als 5000 Autos müssen in die Werkstatt.

Beim Scenic und Megane bis Juli 2009 gibt es ebenfalls Probleme mit dem Bremspedal. 3690 Autos müssen zum Mechaniker.

Der Kangoo und der ältere Scenic werden mit Problemen an der Servolenkung zur Werkstatt beordert. Insgesamt 40.330 Autos.

Bei Mazda gibt es in 2009 nur ein Problem mit dem Partikelfilter. Damit sind aber gleich alle Zwei-Liter-Diesel der Baureihen 3,5 und 6 betroffen. Insgesamt sind es 37.771 Fahrzeuge.

Mercedes kann leider ebenfalls nicht ohne Rückrufe auskommen. Die beiden Transporter Viano (Bild) und Vito haben Probleme mit der Halterung des Reserverades. 44.000 Autos müssen bei einer Mercedes-Niederlassung vorstellig werden.

Die M-Klasse hat eine undichte Heckklappe, zumindest manche Wagen. Zahlen werden nicht bekannt gegeben.

Bei Mitsubishi gibt es 2009 mehrere Rückrufe. Zwei davon betreffen den Outlander, der wegen eines defekten Bremslichtschalters (5214 Autos) und dem Bremskraftverstärker (315 Autos) in die Werkstatt muss.

Nissan hat 2009 ernste Probleme mit dem Erfolgsmodell Qashqai. Wegen eines möglichen Ausfalls der Lenkung müssen 40.204 Autos in die Werkstatt. Betroffen sind die Fahrzeuge der Baujahre November 2006 bis Juni 2009.

Der erste Astra und der erste Zafira müssen auf ihre alten Tage noch einen Rückruf erleben. Die Beschichtung der Hilfsrahmen ist der Grund. 266.000 Autos sind betroffen. Der einzige Rückruf in 2009, der annähernd die Dimensionen von Toyota erreicht.

Aber nicht der einzige Rückruf für Opel. Auch der neue Corsa muss nochmal vorgefahren werden. Von der mangelhaften Sitzverschraubung sind aber nur 680 Autos betroffen.

Beim Opel Vivaro sind allerdings weitaus mehr Autos betroffen. 24.680 Fahrzeuge der Baujahre 2001 bis 2008 müssen in die Werkstatt, weil sich die hinteren Gurtschlösser lösen könnten.

Toyota ist also in bester Gesellschaft. Allerdings bringt es kein Hersteller auf derart stattliche Zahlen. Opel musste mit 266.000 noch die meisten Fahrzeuge zurückbeordern. Der Toyota-Rückruf wird wohl in die Automobilgeschichte eingehen. (Text: Markus Mechnich)

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