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Ein echter Indianer im europäischen Schnee. Kurz vor Jahresende hat Jeep 2010 den neuen Grand Cherokee gezeigt. Ein Indianer will es wissen.
Der Grand Cherokee sieht aus wie frisch aus der Schönheits-OP. Glatt gezogen und geliftet.
Durch die Behandlung wirkt das Auto aber auch deutlich moderner als sein Vorgänger.
Der Grand Cherokee gehört zu der Sorte SUVs, mit denen man sich durchaus auch ins Gelände wagen kann.
Neu ist der Sechszylinder-Motor in V-Form, der 286 PS Leistung entwickelt.
Vorne und am Heck finden sich mit dem Modellwechsel nun LED-Leuchten. Die Heckklappe funktioniert jetzt auch elektrisch.
Schön ist das große Panoramadach, das sich auch öffnen lässt. Es lässt viel Licht ins Innere des Fahrzeugs.
Die Serienausstattung des Jeeps ist beachtlich. Navi, Leder und viele andere Dinge bringt der Grand Cherokee von Hause aus mit.
Die Kraft des Motors wird über eine 5-Gang-Automatik auf die Achsen übertragen. Die überrascht manchmal mit unvorhergesehenen Schaltmanövern. So wird auf der Autobahn bei 160 km/h schon mal der vierte Gang eingeworfen.
Die Materialien und die Verarbeitung sind ohne Tadel. Jeep hat in diesem Punkt deutlich zugelegt.
So wirkt der Innenraum als Ganzes hochwertig und standesgemäß.
Bei der Allradtechnik ist die Erfahrung der Marke mit Offroadeinsätzen bemerkbar.
Dank Luftfederung lässt sich das Niveau regulieren. Eine Bergabfahrkontrolle findet sich ebenso wie eine Geländeuntersetzung und Programme für steinigen Untergrund, Matsch und Schnee. Für die flottere Gangart steht auch ein Sport-Modus zur Verfügung.
Den Schnee-Modus konnten wir im tiefen Winter gut testen.
22 Zentimeter beträgt die Bodenfreiheit, die den Jeep auch im tieferen Geläuf kaum vor große Probleme stellt.
Der Böschungswinkel vorne beträgt 31 Grad. Hinten liegt er bei 26.
Durch den langen Radstand von fast 2,92 Metern ist die Möglichkeit zur Verschränkung nicht ganz so groß.
347 Newtonmeter Drehmoment stemmt der neu entwickelte V6 auf die Kurbelwelle.
Reichlich Kraft, selbst um das fast 2,3 Tonnen schwere Auto zu bewegen.
Durchs Gewässer geht es bis zu einer Tiefe von 50 Zentimetern. Allerdings sollte das Fahrzeug vorher auf die höchste Position gebracht werden.
Das Paket fürs Gelände passt jedenfalls.
Der Indianer braucht sich vor einem Ausritt abseits befestigter Straßen nicht zu scheuen.
Laut Norm verbraucht der Sechszylinder 11,4 Liter auf 100 Kilometer.
Bei unseren Testfahrten lagen wir aber knapp bei oder sogar weit über 14 Litern. Der Motor entwickelt etwas zu viel Durst.
Schade, denn ansonsten ist der Antrieb ein Quell der Freude. Antrittsstark, gut im Durchzug und auch die Höchstgeschwindigkeit von 206 km/h kann sich sehen lassen.
Im verschneiten Winter lässt sich so etwas am besten im Schnee ausprobieren.
Und da hat sich der US-Boy sehr ordentlich geschlagen.
Das fast fünf Meter lange Auto bietet keinen Anlass zur Sorge.
Über die Offroad-Elektronik werden die Traktionskontrolle, die Gaskennlinie und die Schaltpunkte der Automatik angepasst.
Unseren Schneetest hat der Grand Cherokee jedenfalls mit Bravour bestanden.
Der Jeep Grand Cherokee ist ab einem Preis von 52.850 Euro zu haben.
Für seine Größe ist das schon kein schlechtes Angebot. Damit liegt er im Vergleich zur Konkurrenz eher am unteren Ende der Preisskala.
Als Sahnehäubchen bringt der Indianer zahlreiche Extras mit, die sich andere Hersteller teuer bezahlen lassen. Navi, Leder oder Allrad - das gehört bei anderen oft zur Sonderaustattung.
Daher hat uns der Jeep Grand Cherokee im Test durchaus überzeugen können. Sparfüchse werden wohl auf den bald kommenden Diesel warten, und vielleicht bringt Jeep noch eine überarbeitete Automatik.
Aber ansonsten ist der Grand Cherokee ein sehr gutes Angebot. Und er hat immer noch das gewisse Etwas, das diese uramerikanische Marke eben mitbringt. Der hat schon was, dieser Indianer. (Text: Markus Mechnich)
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