Bilderserie

Ein Pony im Dauerlauf: Ford Mustang ist nicht totzukriegen

Bild 1 von 70
Ein neuer Mustang ist für US-Amerikaner auch nach 50 Jahren ein Ereignis nationaler Bedeutung, weit wichtiger noch als in Deutschland ein Modellwechsel des Volkswagen-Golfs.

Ein neuer Mustang ist für US-Amerikaner auch nach 50 Jahren ein Ereignis nationaler Bedeutung, weit wichtiger noch als in Deutschland ein Modellwechsel des Volkswagen-Golfs.

Ein neuer Mustang ist für US-Amerikaner auch nach 50 Jahren ein Ereignis nationaler Bedeutung, weit wichtiger noch als in Deutschland ein Modellwechsel des Volkswagen-Golfs.

Schließlich ist der Ford mit dem Logo des Wildpferdes nicht nur für Autofans ein ähnlich fester Bestandteil amerikanischer Lebenskultur wie Burger, Coca Cola oder Jeans.

Nutzwert und Genuss zu günstigen Preisen, dafür stehen die kompakten und kräftigen Coupés und Cabrios von Ford seit einem halben Jahrhundert.

Wobei der bis heute fast zehn Millionen Mal verkaufte Mustang in allen sechs Generationen stets ein Spiegelbild der US-amerikanischen Gesellschaft war.

So verkörperte der erste Mustang die Aufbruchstimmung der tempo- und technikgläubigen Swinging Sixties, ...

... der kleine Mustang II von 1973/74 passte sich mit Vierzylindermotoren der ersten Ölkrise an, ...

... die Generationen III und IV fanden in den 1980er und 1990er Jahren zurück zu klassischen V8 und größeren Formen und ...

... der Mustang von 2004 revitalisierte erfolgreich den Urtyp und schwelgte im Retrodesign.

Erst die soeben enthüllte sechste Auflage des Sportlers sieht den Weltmarkt als Feld und passt die Motorenpalette sogar CO2-sensiblen europäischen Wünschen an.

So wagt der Mustang nach jahrzehntelanger Absenz auch einen offiziellen Restart in Deutschland.

Hierzulande fristete das erfolgreichste Sportcoupé aller Zeiten allerdings bislang nur ein Nischendasein. Bis Ende 1978 durfte die Vermarktung in Deutschland nur unter der nüchternen Bezeichnung Ford T5 - ein Entwicklungscode - erfolgen, da Krupp und Kreidler die Namensrechte hielten.

Der bescheidene Absatzerfolg hatte jedoch andere Gründe. So wurde etwa der erste Mustang mit V8-Power zu Preisen ab rund 17.000 Mark eingeführt, ...

... was ihn Mitte der 1960er Jahre in Konkurrenz zu Leistungssportlern der Luxusklasse brachte wie Porsche 911 und Mercedes 230 SL.

Diesen konnte der Ford T5 hinsichtlich des Prestigefaktors aber ebenso wenig Paroli bieten wie bei den von der Presse heftig kritisierten, weil auf amerikanische Bedürfnisse ausgelegten Fahreigenschaften.

Dafür eroberte der Familiensportler die Herzen der Deutschen bald auf andere Art. In vielen Kinderzimmern standen Mustang-Modellautos auf Pole Position und Action-Streifen mit dem Mustang waren in den Kinos Kult.

Allen voran Bullitt aus dem Jahr 1968, der vielleicht bekannteste Autofilm überhaupt. Legendär ist über zehnminütige Verfolgungsjagd durch San Francisco von Lieutenant Frank Bullitt (gespielt von Steve McQueen) ...

... in seinem Ford Mustang GT 500 gegen einen Dodge Charger.

Mehrere Mustang-Sondermodelle erinnerten noch Jahrzehnte später ...

... an den offenbar immergrünen Lorbeer. Aber auch mehrere James-Bond-Filme und über 500 weitere Kino- und TV-Produktionen machten den Ford zum vielleicht populärsten vierrädrigen Helden der Filmgeschichte.

Insofern fehlt ein modifizierter Mustang auch nicht in der wohl populärsten Autofilmreihe "Fast and Furios". Aber damit nicht genug, ...

... auch auf PCs, Spielkonsolen und auf mobilen Endgeräten treibt der Ford Mustang weiter sein "Unwesen".

Beredtes Beispiel dafür ist das Rennspiel "Need for Speed". Aber zurück zu den Anfängen:

Damals schob der Mustang die Entwicklung eines eigenständigen Coupés bei Ford Köln und Ford England an - die Geburtsstunde des Capri. Wie der Capri sollte auch der Mustang bereits durch seinen Namen Assoziationen wecken: "Schnell, sportlich, beschwingt, mit einem Hauch Romantik".

Los ging es im April 1964 mit einem Paukenschlag. Zwei Concept Cars, der Mustang I von 1962 und der Mustang II von 1963, hatten die Öffentlichkeit auf das automobile Mega-Ereignis der New Yorker Weltausstellung 1964 vorbereitet.

Als dann aber die verführerisch gezeichneten sportiven Hardtop-Coupés und Cabriolets enthüllt wurden und ihre Faszination per TV-Übertragung und Werbung in alle Wohnzimmer übertrugen, stürmten die US-Amerikaner landesweit die Showrooms der Ford-Händler.

Eine regelrechte Mustang-Manie bestimmte drei Monate das öffentliche Leben.

Fords genialer Chefverkäufer Lee Iacocca hatte eine neue Fahrzeugklasse kreiert, ...

... die für jeden Amerikaner maßgeschneidert schien. Ob Farmer, Hausfrau oder Manager, den Mustang wollte jeder haben.

Den ersten Mustang, der überhaupt ausgeliefert wurde, bekam der kanadische Pilot Stanley Tucker.

Eine schier endlose Liste an Extras und Ausstattungspaketen ermöglichte es jedem Kunden, sein persönliches Mustang-Modell zu konfigurieren.

Der Mustang schlug alle Rekorde. 680.000 Einheiten im ersten Modelljahr schienen ein Weltrekord für die Ewigkeit zu sein.

Drei Monate machten Meldungen über die Mustang-Manie täglich neue Schlagzeilen: so beispielsweise 900 US-Amerikaner, die in Alabama alle Absperrungen überwanden, um ein Mustang-Showcar zu bestaunen oder der Händler in Chicago, der seine Ausstellungsfahrzeuge verschließen musste, ...

... da Kunden beim Durchkrabbeln der Autos in verhängnisvolle Situationen gerieten, der Texaner, der sich beim Bieterwettstreit gegen 15 konkurrierende Käufer durchsetzte und anschließend in seinem Auto schlief, bis am Folgetag sein Scheck als gedeckt anerkannt wurde.

Was dem erfolgreichsten Sportcoupé aller Zeiten jetzt noch fehlte, waren Hochleistungsversionen. Kein Wunder, dass Mustang-Erfinder Lee Iacocca geradezu begeistert war, als Carroll Shelby aus dem Ponycar ein Rennpferd züchtete.

Seit der überstarken Cobra galt der Texaner den Amerikanern als Schlangenbeschwörer, der jeden harmlosen Sportler zum Powercar transformieren konnte.

Den Mustang ließ Shelby auf bis zu 375 PS erstarken, ...

... genug, um allen Pontiac GTO und sogar Amerikas einzigem ...

... zweisitzigen Supersportwagen, der Corvette Stingray, die Zähne zu zeigen.

1967, aus diesem Jahr stammt auch der Mustang in Playboy Pink, erreichte die Fieberkurve der Ponycars einen neuen Höhepunkt ...

... als General Motors mit Chevrolet Camaro ...

... und Pontiac Firebird die passenden Antworten auf den Mustang fanden.

Tatsächlich knickte die Absatzkurve des Ford aber nun allmählich ein, eine Entwicklung, gegen die Dearborn zunächst keine wirksamen Rezepte fand.

Der Mustang legte in den äußeren Dimensionen mit fast jedem Modelljahr zu, was die Fans mit Unmut quittierten. Zurück zur kompakten Urform fand der Mustang erst im Winter 1973/74.

Der Mustang II basierte auf dem Kleinwagen Pinto und begnügte sich anfangs mit schmächtigen Vier- und Sechszylindern, denen es stets an Pferdestärken zu fehlen schien.

Dafür waren die Aggregate sparsam und sorgten so trotz oder wegen der Ölkrise für einen Absatzboom des faszinierendsten Fords.

Anpassungsfähig an wirtschaftlich wechselhafte Zeiten zeigte sich der Mustang auch in den folgenden Jahrzehnten.

Die V8 kehrten zurück, ...

... die Generationen 3, 4 und 5 des Ponycars ...

... begeisterten durch Turbos, ...

... neue Cabrios und zahllose ...

... modische oder sportliche Sonderserien. Während Camaro und Firebird sich Anfang des 21. Jahrhunderts sogar eine Auszeit gönnten, war der Mustang beständiger emotionaler Imageträger im sonst nüchternen Ford-Pkw-Programm.

Gerade dieser Wille zur Emotionalität beflügelte die Designer über Generationen. Und so gibt es einige Entwürfe des Mustang, die nie umgesetzt wurden, aber ein beredtes Bild der Entwicklung des Muscle Cars sind.

Der Mustang Mach I wurde so als zweisitziger Fastback mit seiner extrem aggressiven Optik nie gebaut.

Auch der Ford Allegro II, der 1967 als Concept Car vorsgestellt wurde, schaffte es nicht in die Produktion.

Aus heutiger Sicht wäre der Ford Mustang Station Wagon ein interessantes Modell gewesen. Aber er blieb nur eine Studie.

Nur ein Koncept war der Mustang Milano aus dem Jahr 1970.

Interessant ist die Studie des Ford Mach 2 aus dem gleichen Jahr. Ford Design-Chef Gene Bordinat hatte den Mittelmotorsportwagen als Nachfolger des Shelby Cobra geplant, blieb aber in seinen Bemühungen erfolglos.

1980 ließ Ford in Italien bei Ghia die Studie des RSX als Rallye-Sondermodell erstellen. Mit breiterem Radstand und etwas höhergelegt, sollte der Mustang nun auch geländetauglich werden. In die Serie schaffte es der RSX nicht.

Mit dem Ford Mustang Mach III concept wollte Ford einen Vorgeschmack auf die vierte Generation des Mustang geben. Dabei verschwanden alle klassischen Insignien des Muscle Cars.

Über die Jahre hat der Mustang optisch immer wieder versucht, sich dem Zeitgeist anzupassen, ...

... was eben dazu führte, dass der Wiedererkennungswert der unterschiedlichen Modelle relativ gering ist.

Dabei sind es doch die ersten Ponys, die das Bild geprägt haben und ihn als Muscle Car so unwiderstehlich machten.

Zu den alten Linien fand der Mustang erst ab 2000 zurück. Die Designer erkannten, welches Potenzial in der Ur-Idee eines Muscle Cars schlummerte.

Deshalb wundert es auch nicht, dass die ganz alten Mustangs bei Liebhabern die größte Akzeptanz finden.

Wer in den USA eines dieser begehrten Sammlerstücke hat, der hegt und pflegt es und passt es seinen individuellen Bedürfnissen an.

Da kann es wie in diesem Fall schon vorkommen, dass der Big Block pink lackiert ist. Wie man es auch dreht und wendet, ...

... der Mustang war und ist beständiger emotionaler Imageträger im sonst nüchternen Ford-Pkw-Programm.

Ein Grund mehr, das global bekannteste Ford-Modell jetzt wieder weltweit zu vermarkten.

Passgenau zum 50. Jubiläum und in nunmehr sechster Generation wird es den Mustang auch wieder in Deutschland geben.

Allerdings nicht mit Fünfliter V8 mit 426 PS, sondern mit einem abgespeckten 2,3-Liter-Vierzylinder. Der leistet aber immer noch 309 PS.

weitere Bilderserien