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VW T5 Multivan im Test: Für alle Lebenslagen

 
VW T5 Multivan im Test: Für alle Lebenslagen

60 Jahre und kein bisschen älter - so etwas schaffen nur Autos. Und auch nur, weil sie in regelmäßigen Abständen neu aufgelegt werden. Der aktuelle T5 ist 2003 auf den Markt gekommen. Im vergangenen Jahr erfuhr er seine erste Überarbeitung.

Nutzwert steht beim Klassiker von Volkswagen immer noch an erste Stelle. Daher hat man den Radstand verlängert um hinten mehr Platz zu schaffen.

Der neue Spitzendiesel ist ein Zwei-Liter-Motor mit doppelter Aufladung. Daraus haben die VW-Ingenieure eine Leistung von 180 PS gezaubert.

Beeindruckend sind die 400 Newtonmeter Drehmoment, die in einer Bandbreite zwischen 1500 und 2500 Umdrehungen pro Minute voll zur Verfügung stehen.

Damit lässt sich der schwere Bus fast wie ein Pkw bewegen. Das ist aber auch dem Fahrwerk zu verdanken. Es ist zwar sehr komfortabel abgestimmt, schluckt aber die natürlichen Aufstellbewegungen des hochgebauten Fahrzeugs gut weg.

Aber kann sich der neue auch gegen seinen Vetter behaupten? Dazu haben wir zwei besonders harte Tester eingeladen. Roland B. Marx und Sergio Klein spielen in der Metal-Band "The Outside" und sind auf Tour mit ihrem T3 unterwegs.

Und das natürlich nicht alleine. Jede Menge Equipment haben die schweren Jungs an Bord.

Schlagzeug, Verstärker und Gitarren müssen da schon reinpassen. Und natürlich die Band. Außer den beiden gehen zwei weitere Musiker mit auf Tour.

Der Volkswagen T3 von "The Outside" ist aus dem Jahr 1988. Unser Testwagen aus der neuesten Generation des T5.

Der T3 hat einen quer eingebauten Boxermotor auf der Hinterachse sitzen. Aus den zwei Litern Hubraum des Vierzylinders kommt eine Leistung von 95 PS.

Da kann der Neue mal schön die Klappe aufreißen. Der hat nämlich mit seinen 180 PS fast doppelt so viel Kraft. Und beim Drehmoment kann er so richtig auftrumpfen. 400 Newtonmeter stehen da 160 gegenüber.

Diese Power braucht der T5 aber auch, denn er schleppt ganz schön Übergewicht mit sich rum. 2247 Kilogramm bringt er mit dem BiTurbo-Motor auf die Waage.

Da nehmen sich die 1480 Kilogramm des T3 geradezu leichtgewichtig aus, selbst mit solch schweren Jungs an Bord.

In Ordnung, die Kategorie Gewicht gewinnt der T3. Aber in Sachen Leistung kann der Neue glänzen.

Wie sieht es aber mit den inneren Werten aus?

Der T5 bringt ein Ladevolumen von maximal 4525 Litern. Das ist eine stramme Vorgabe für den Ahnen. Beim T3 lag dieser Wert noch bei rund 2300 Liter.

Aber bei der Nutzlast sieht es besser aus. Da stehen beim T5 726 Kilo zu Buche. Der T3 kann da mit 995 Kilogramm strahlen.

Im Innenraum des T5 sieht man dann aber gnadenlos den Fortgang der Zeit. Das sieht es hochmodern und edel aus.

Mit einem solchen Ambiente kann der T3 dann nicht mehr mithalten. In der Mitte des Armaturenbretts thront das neuesten Multimediasystem mit Touchscreen. Navi, Radio und Fernsehen hat der Technokrat dann auch noch zu bieten.

Schwer flexibel zeigt sich auch der Rückraum. Die hintere Sitzbank ist auf Schienen montiert und herausnehmbar.

Die davor montierten Einzelsitze ebenso. Der linke Sitz ist sogar drehbar.

Eine Standheizung hat der Multivan ebenso an Bord ...

... wie eine Drei-Zonen-Klimaanlage. Zwei Zonen vorne und eine hinten.

Okay, die Disziplin Komfort geht klar an den Neuen. Aber wer braucht schon Komfort.

In der Summe muss sich der altgediente T3 dem neuen VW T5 Multivan in unserem nicht ganz ernst gemeinten Vergleich also geschlagen geben.

War aber ganz schön knapp, das muss man schon sagen.

Volkswagen hat in der Summe also vieles richtig gemacht. Der T5 ist ein sehr guter Kompromiss zwischen Komfort und Nutzwert. Und dabei bietet er auch eine Menge Fahrspaß.

Schmerzhaft ist der Preis. Für den T5 Multivan mit dem Spitzendiesel veranschlagt VW 47.184 Euro. Das ist ein Wort. Wird noch Sonderausstattung geordert, dann ist die Schwelle von 50.000 Euro schnell überschritten. Mit dem kleineren Diesel gelingt der Einstieg aber auch mit knapp 30.000 Euro.

Uns hat der T5 im Test überzeugt. Viel Raum und eine Menge an Pkw stecken in dem Klassiker aus Hannover. Und rocken kann er auch, wie die Jungs von "The Outside" feststellen konnte. Aber noch hat der T3 den Kultfaktor auf seiner Seite. Und das ist das wirklich Wichtige in der Musikbranche. (Text: Markus Mechnich)

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