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Yamahas Vmax im Test: Im Bann des Drehmoments

 
Yamahas Vmax im Test: Im Bann des Drehmoments

Hat da wer von Beschleunigung gesprochen? Will da jemand Kraft? Yamaha hat eine neue Vmax auf den Markt gebracht. Wir hatten Gelegenheit, sie Probe zu fahren.

Optisch ist man sehr nahe an dem Ahnen von einst geblieben. An den verchromten Ansaugstutzen links und rechts des Tanks lässt sich auch die Neue sofort erkennen.

Mitte der achtziger Jahre kam die erste Vmax auf den Markt: Ein großvolumiger Motor mit damals atemberaubenden 140 PS waren kennzeichnend für dieses Naked Bike.

Ist es eine Warnung oder eine Provokation?

Eines sollte jedem klar sein, der auf dieses Motorrad steigt: Hier gibt es Leistung satt. Und wehe dem, der sie nicht beherrschen kann.

Die Yamaha Vmax ist jedenfalls kein Motorrad für Leisetreter. Der sonore Sound des in V-Form angeordneten Vierzylinders ist zwar durch die Abgasanlage gedämpft, aber dennoch macht sich die Vmax auch akustisch bemerkbar.

Technisch ist die Vmax eine komplette Neuentwicklung und hat kaum etwas mit der Vorgängermaschine zu tun.

Mit einer Länge von 2,39 Metern ist sie ein recht großes Motorrad. Der Radstand von 1,70 Metern macht sie nicht gerade handlich.

Dafür verfügt die Vmax über ein sehr gutes Fahrwerk. Im Gegensatz zum Vorgänger.

Trotz des üppigen Gewichts von 310 Kilogramm und des großen Radstandes lässt sich die Vmax immer noch gut bewegen.

Die geballte Kraft der Maschine wird vorne ...

... und hinten von Brembo-Bremsen eingefangen.

Die 4-1-4-Auspuffanlage bringt den sonoren Sound des 1,6-Liter-Motors ans Gehör der Umwelt.

Auch die LED-Technik hat bei der neuen Vmax Einzug gehalten.

Die Rückleuchten sind dadurch deutlich schmaler geworden.

Wie einst: Der Tankstutzen befindet sich aus Platzgründen unter dem Sattel. Genau wie bei der alten Vmax.

Der Scheinwerfer vorne ist ähnlich klein wie beim Vorgängermodell. Allerdings erzeugt er durch neue Lichttechnik deutlich mehr Helligkeit.

Luft für die Airbox und Charakteristikum: Die Hutzen aus Aluminium auf beiden Seiten sind zum Markenzeichen der Vmax geworden.

Auf den ersten Blick sieht der Schlüssel aus wie ein Tankdeckel.

Die Titan-Beschichtung ist durchgehend an der VMax zu finden. Vorne an den beiden Gabelholmen ...

... oder auf dem Motorblock. Das Aluminium-Chassis ist eine völlige Neukonstruktion.

Das Wichtigste im Blick: Der Drehzahlmesser und ...

... der digitale Tacho sind in einem Rundinstrument vereint.

Mehr Infos bringt die digitale Anzeige auf dem Tank.

So bleibt das Cockpit der Vmax übersichtlich und ist keinesfalls überladen.

Die kurzen Endtöpfe sind Geschmackssache. Aber sie wirken jedenfalls modern.

Das Hinterrad hängt an einer Einarmschwinge. Hinten sind 200er Reifen auf die 18-Zoll-Felgen gezogen, ...

... vorne sind es Pneus der Dimension 120/70.

Über eine Kardanwelle wird die üppige Kraft des Motors an das Hinterrad übertragen.

52 Millimeter starke Standrohre finden sich in der Telegabel. Die Tauchrohre werden in Aluminiumaufnahmen geführt.

Druck- und Zugstufendämpfung sind einstellbar.

Die Sitzposition auf der Vmax ist relativ tief. Dennoch können auch größer gewachsene Fahrer durchaus ihren Platz finden.

Vor der Ausfahrt sind wir noch ein paar Fakten schuldig. Und die sind beeindruckend: 200 PS bei 9000 Umdrehungen pro Minute. Das maximale Drehmoment von 166,8 Newtonmeter wird bei 6500 Umdrehungen erzeugt.

Also ab auf die Straße. Schließlich will so ein Motorrad nicht nur beguckt werden.

Schon auf den ersten Metern wird klar: Es ist viel Gefühl in der Gashand vonnöten, um die geballte Power dieses Motorrads unter Kontrolle zu halten.

Auch wenn man sie gerne mal galoppieren lässt.

Die Beschleunigung der Vmax ist sensationell. Aus dem unteren Drehzahlbereich schiebt sie ohne Unterlass.

In der Stadt ist so viel Kraft kaum auszukosten. Der 1,6-Liter-Motor braucht mehr Raum für seinen Auslauf.

Also raus aufs Land. Beim Ampelstart ist die Vmax ohnehin die Königin. So schnell sprintet kein anderes Fahrzeug nach vorne.

Auf der Landstraße zeigen die 200 Pferde, was sie können. Beim Durchzug entfaltet sie ihr ganzes Leistungsspektrum.

Der Druck in der Magengegend will nicht aufhören. Je mehr am Gashahn gedreht wird, desto höher steigt der Adrenalinspiegel.

Auf der Autobahn schließlich ist die Vmax nahezu ohne Konkurrenz. Selbst potente Luxuslimousinen haben das Nachsehen. Erst der heftig am Oberkörper zerrende Fahrtwind stoppt den Vorwärtsdrang. Höchstgeschwindigkeit? Offen!

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht wird die Rückfahrt angetreten. Keine Frage, die Vmax hat Gänsehautgarantie.

22.500 Euro kostet die neue Vmax. Bestellbar ist die Maschine jedoch nur über Internet. Wenige Testmotorräder stehen verteilt über Deutschland bei den Yamaha-Händlern.

Kein günstiges Vergnügen, aber die Yamaha Vmax bietet schon was fürs Geld. Die Verarbeitung hochwertig, die Fahreigenschaften tadellos und die geballte Kraft dieses V-Vierzylinders eine Wucht. Die Legende lebt wieder - und wie! (Text: Markus Mechnich)

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