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Alle Jahre wieder lädt n-tv Motor zum großen SUV-Test in die Alpen.
In Südtirol, genauer gesagt in Alta Badia, in den Dolomiten, müssen die kleinen Geländegänger, die Volks-SUVs, zeigen, was sie können.
Dort gibt es seit Anfang Dezember reichlich Schnee. Ski und Rodel gut, würde man sagen.
Ideale Bedingungen also auch für unsere fünf Test-Teilnehmer. Die kleinen SUVs sind ja oft mehr Accessoire als Geländefahrzeug. Dennoch sollten sie den Ritt in die Unwegsamkeit der italienischen Alpen überstehen.
Doch zunächst wollen wir sie vorstellen. Brandneu, weil erst dieses Jahr auf den Markt gekommen, ist der Ford Kuga. Reichlich viel Zeit hat sich Ford mit dem Einstieg in die SUV-Klasse gelassen.
Das gilt auch für Citroen. Der C-Crosser ist das erste SUV der Franzosen überhaupt und bereichert auch erst seit Sommer 2007 den Markt. Er teilt sich die Basis mit dem Outlander von Mitsubishi und dem 4007 von Peugeot.
Das Original, also der Mitsubishi Outlander, nimmt ebenfalls teil. Er ist ein Veteran unter den Geländewagen.
Gleiches könnte man auch für den Subaru Forester sagen. Bereits seit 1997 streift er durch Deutschland.
Spät kam auch der Tiguan von Volkswagen. Erst im Herbst 2007 wurde das Auto vorgestellt. Doch dann stürmte der VW gleich an die Spitze. Er ist der Titelverteidiger aus dem Vorjahr unter den Volks-SUVs.
Also, hoch auf die Pisten, wo die Kleinen unter den Kraxlern ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können.
Los geht es mit dem Ford Kuga. Er ist ein neuer Beitrag in der Klasse der kleinen SUVs und der erste von Ford. Mittels "kinetic"-Design und einem günstigen Einstiegspreis will der in Saarlouis gefertigte Geländewagen punkten.
Basis für das Auto bildet der Focus beziehungsweise der Ford C-Max. Der Zwei-Liter-Durateq-Motor stammt aus der Kooperation mit Peugeot und findet so auch seinen Einsatz im Volvo S40 und V50.
Das Aggregat leistet 136 PS (100 kW) und bietet ein Drehmoment von 320 Newtonmeter. Der Verbrauch ist mit 6,4 Liter angegeben. Dabei stößt er 169 Gramm CO2 aus. Das sind gute Werte, im Testfeld die zweitbesten.
Zweigeteilte Heckklappe, Nebelscheinwerfer und elektrische Fensterheber gibt es serienmäßig. Daneben ist zu den bekannten Systemen wie ESP, ABS und elektronische Bremskraftverteilung auch ein Überschlagpräventionssystem serienmäßig an Bord.
Allrad gibt es allerdings nur gegen Aufpreis. Leider hat der Motor bei niedrigen Drehzahlen ein ausgeprägtes Turboloch und das ESP ist nicht abschaltbar. Daher handelt sich der Kuga im Gelände eher schwache Noten ein.
Auch die Verarbeitung ist nicht perfekt. Die hintere Stoßstange zum Beispiel besteht aus einem zusammenhängenden, wabbelig wirkenden Stück Plastik. Einen wilden Ritt abseits der Pisten wird sie kaum verkraften.
So kann sich der Ford Kuga zunächst mal nicht entscheidend absetzen. Er legt zwar gut vor, vor allem mit dem günstigsten Preis von 28.500 Euro. Doch bleibt es fraglich, ob er die Konkurrenz aus dem Weg räumen kann.
Dazu setzte der Citroen C-Crosser bereits in 2007 an. Das erste SUV aus den Hallen der Franzosen konnte aber bei den Käufern in Deutschland bisher eher mäßigen Erfolg verbuchen. Mit knapp 1800 verkauften Autos in 2008 ist er der Ladenhüter im Testfeld.
Das könnte auch daran liegen, dass der C-Crosser gar kein Franzose ist. Das Auto teilt sich die Basis mit dem Mitsubishi Outlander und dem Peugeot 4007. Gefertigt wird er komplett in Japan. Lediglich der 2,2-Liter-HDi-Diesel kommt aus französischer Produktion.
Die Allradtechnik kommt von Mitsubishi. Dementsprechend gibt es dabei wenig zu mäkeln. Auf den verschneiten Pässen wirkt das Auto dennoch nicht sehr rutschfest.
Der Motor des C-Crosser leistet 156 PS (115 kW) und hat ein Drehmoment von 380 Newtonmeter. Mit 7,2 Litern genehmigt er sich aber den höchsten Verbrauch im Feld und emittiert mit 191 Gramm ungewöhnlich viel CO2.
Dazu kommt eine böse Überraschung beim Preis. Mit einer Basis von 34.350 Euro ist der Citroen der teuerste unter den kleinen SUVs.
Warum, ist nicht ganz verständlich. Denn weder ist die Grundausstattung besonders reichhaltig noch gibt es sonstige tiefgreifende Unterschiede zu seinem Bruder, dem Mitsubishi Outlander.
Dann vielleicht doch lieber das Original? Der Mitsubishi Outlander (l.) ist mit einem Preis von 34.990 Euro nur unwesentlich teurer als sein französischer Kollege. Ab den vorderen Kotflügeln sind die Autos jedoch absolut baugleich.
Der Aufschlag muss am Motor liegen, denn der "normale" Zwei-Liter-Diesel von Mitsubishi kostet fast 4.500 Euro weniger.
Erwartungsgemäß sind die Unterschiede bei Fahrwerk, Motor und Allradantrieb nicht erwähnenswert. Der Antrieb des Outlanders ist bewährt und kraxelt zuverlässig die Berge hoch.
Obwohl beide Testfahrzeuge neue Winterreifen hatten, machte der Outlander auf Eis und Schnee einen stabileren Eindruck. Könnte am Fabrikat liegen, wahrscheinlich sind aber die mit 18 Zoll größeren Räder daran schuld. Der Citroen begnügt sich mit 16 Zoll.
Im Innenraum sind beide Fahrzeuge fast identisch. Beim Blick auf das Cockpit scheint nur das Emblem auf dem Lenkrad ausgetauscht. Das Interieur ist eben typisch Mitsubishi und untypisch für den Citroen.
Allerdings ist die Grundausstattung im Outlander deutlich reichhaltiger. Da bleiben kaum Wünsche offen.
Über die Motorisierung lässt sich nicht viel Neues sagen. Interessanterweise verbraucht der 2,2-Liter-HDi-Diesel im Outlander mit 7,3 Liter etwas mehr Sprit und stößt mit 194 Gramm etwas mehr CO2 in die Atmosphäre aus.
Keine schlechte Wahl also, der Mitsubishi Outlander. Fraglich allerdings, ob das für den Spitzenplatz reicht.
Denn der Preis von fast 35.000 Euro ist schon happig. Die üppige Grundausstattung kann den Schmerz zwar etwas lindern, doch bringt der Motor mit seinem Turboloch das gleiche Problem mit wie beim Citroen.
Das waren sie also noch nicht, die kleinen Bergkönige. Ganz bis zum Gipfel konnte noch keiner der Kandidaten vorstoßen. Die Suche geht weiter.
Und das mit einem Urgestein der Offroad-Szene. Seit 1997 fährt der Subaru Forester auf Deutschlands Straßen oder abseits davon. Er hat sich einen guten Ruf als zuverlässiges Lastentier erarbeitet.
Tradition, die verpflichtet. Die jahrelange Erfahrung macht sich insbesondere beim bewährten Allradantrieb bemerkbar. Der Rallyesport hat Subaru bekannt und die Allradsysteme nahezu perfekt gemacht.
Der Boxer-Motor, eine Besonderheit im Testfeld, zeigt sich äußerst gutmütig und drehmomentstark im unteren Drehzahlbereich.
Damit lässt er die Konkurrenz am Hang schon mal stehen. Der Zwei-Liter-Diesel-Boxer leistet 147 PS und hat ein Drehmoment von 350 Newtonmeter.
Von außen fällt die Lufthutze auf der Motorhaube auf. Wohl eher ein optischer Gag, denn technische Notwendigkeit. Erfreulich: Mit 6,3 Litern verbraucht er am wenigsten und mit 167 Gramm emittiert er am wenigsten CO2.
Preislich muss sich der Forester mit 29.900 Euro nur knapp dem Ford Kuga geschlagen geben. Leistet man sich die Exclusive-Variante, dann wird die Wunschliste ganz kurz und das Auto rangiert in der Preisklasse von Citroen und Mitsubishi.
Allerdings muss man im Innenraum schon Abstriche machen. Die Türen des Subaru klingen blechern, wenn sie ins Schloss fallen. Und der Innenraum ... ein echter Förster (dt. für Forester) eben, ein Naturtyp. Auch das unkomfortable Fahrwerk und das Turboloch bringen Abzüge.
Citroen C-Crosser, Subaru Forester und Ford Kuga. Das sind also die Herausforderer. Ohne Abzüge ist bisher keiner durch die Prüfung gekommen.
Mal sehen, wie sich der Titelverteidiger im Vergleich schlägt.
Auch der VW Tiguan muss sich erneut der Konkurrenz stellen.
Da wäre zunächst der Motor: Mit 170 PS hat der VW-Diesel die meiste Kraft im Feld. 350 Newtonmeter Drehmoment sorgen für ausreichend Vorwärtstrieb. Mit dem Zwei-Liter-Diesel geht VW konsequent den Downsizing-Weg.
Und das erfolgreich, denn das Aggregat benimmt sich in Sachen Verbrauch mit 6,6 Litern recht genügsam. Auch die CO2-Emissionen halten sich mit 172 Gramm im Rahmen des Vertretbaren.
Dabei macht der Tiguan immer Spaß und zeigt sich auch beim Durchtreten jenseits der 150 km/h noch, dem Motor entsprechend, zugkräftig.
Das Allradsystem 4Motion zeigt sich in den Tiroler Alpen als trittfest und steigfreudig. Die Karosserie zeigt wenig Neigung zum Kippen.
Das ESP ist abschaltbar und mittels der "Offroad"-Taste lässt es sich auch sicher steile Hänge herunter fahren. Mit dem Offroadsystem gibt es einige kleine Helferlein, die bei Berganfahrten und -abfahrten sowie im Gelände dienlich sind.
Nur kurz währt die Freude über den günstigen Anschaffungspreis. Mit 31.650 Euro Grundpreis liegt er im Vergleich deutlich hinter den Konkurrenten von Citroen und Mitsubishi.
Doch die nicht enden wollende Sonderausstattungsliste trübt das Vergnügen doch sehr. Ganz VW-typisch lässt man sich hier viele Dinge teuer bezahlen, die bei der Konkurrenz Standard sind.
Mit dem gut ausgestatteten Testfahrzeug, das 3D-Navigation, Mulitmedia-System, Rückfahrkamera, Lederausstattung und ähnliche Schmankerl an Bord hatte, wäre man wohl bei rund 40.000 Euro gelandet. Ein solcher Preis reißt dann schon Löcher.
Das waren also die fünf Bewerber um den Alpenkönig unter den Volks-SUVs. Alle durchaus mit Vorzügen, aber auch keines der getesteten Autos ohne Nachteile.
Wer schafft den Sprung auf den vakanten Thron in den italienischen Alpen?
Am Ende macht der VW Tiguan erneut das Rennen. Er bietet einfach das beste Gesamtpaket und leistet sich eigentlich keine nennenswerten Schwächen. Da kann die Konkurrenz nur staunen, die sich eben auf dem ein oder anderen Feld Patzer leistet.
So schreitet der Tiguan erneut unter den Gipfeln der Dolomiten aufs Siegerpodest. Doch wir sind gespannt, ob er im kommenden Jahr den Hattrick schafft.
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