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110 Jahre Tacho: Mit der Nadel am Limit

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Der deutsche Ingenieur Otto Schulze aus Straßburg meldete am 7. Oktober 1902 beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin unter der Patentnummer 146134 den ersten Tachometer für Automobile an.

Der deutsche Ingenieur Otto Schulze aus Straßburg meldete am 7. Oktober 1902 beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin unter der Patentnummer 146134 den ersten Tachometer für Automobile an.

Der deutsche Ingenieur Otto Schulze aus Straßburg meldete am 7. Oktober 1902 beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin unter der Patentnummer 146134 den ersten Tachometer für Automobile an.

Der Tachometer arbeitete nach dem sogenannten "Wirbelstrom-Verfahren", das für die Messung von Geschwindigkeiten bereits seit 1888 bekannt war.

Bei Otto Schulzes Wirbelstromtacho übertrug eine flexible Welle die Drehzahl des Rades oder der Getriebewelle an den Tacho.

Dort versetzte die Welle einen Magneten in Rotation. Diese Rotation erzeugte Wirbelströme in einer Metallscheibe, die sich über dem Magneten befand und von dessen Magnetfeld durchdrungen war.

Dabei steigt die Stärke des Magnetfelds linear mit dem Anwachsen der Geschwindigkeit. Die Reaktion zwischen dem Magnetfeld und den Wirbelströmen ließ ein Drehmoment entstehen, das die Scheibe in Bewegung versetzt.

Damit der Zeiger des Instruments den genauen Geschwindigkeitswert angeben konnte, erzeugte eine geeichte Feder eine Gegenkraft gegen die Scheibe und ihr vom Magnetfeld erzeugtes Drehmoment.

Mangels Mittel und kaufmännischem Talent war es Otto Schulze nicht vergönnt, seine Erfindung selbst zu verwerten. Er verkaufte seine Patente an das französische Unternehmen Seignol in Paris.

Seignol belieferte ab1908 dann deutsche Hersteller mit den Tachometern. Die Geschwindigkeitsmesser waren notwendig geworden, da die Fahrzeuge immer schneller wurden und die natürlichen Sinne des Menschen zur Einschätzung des Tempos nicht mehr ausreichten.

Wir registrieren zwar die Beschleunigung und Bewegung, ein konstantes Tempo können Menschen aber nicht gut einschätzen.

Deutschland führte 1935 die gesetzliche Tachopflicht ein. Die mechanische Lösung des Tachometers nach dem Prinzip von Otto Schulz war aber leider anfällig und ungenau.

Mit der rasanten Entwicklung der Elektronik beim Autobau wandelte sich der Tachometer zur elektronischen Anzeige.

Für die Ermittlung der Geschwindigkeit verarbeiten die heutigen Rechner dabei jene Daten, ...

... die Drehzahlsensoren an den Rädern liefern, sozusagen als Abfallprodukt der Fahrassistenzsysteme wie Antiblockierbremse ABS oder Elektronischem Stabilisierungsprogramm ESP.

Aus ergonomischer Sicht hat sich in 110 Jahren Tacho-Technik wenig geändert.

Allen Trends und ...

... technischen Entwicklungen zum Trotz ...

... ist der normale Autotacho heute genauso rund wie sein Ahn vor 110 Jahren.

Horizontale Anzeigen, wie sie in den Sechzigern präferiert wurden oder die vertikale Anzeige in den Mercedes-Modellen der gleichen Epoche blieben modische Abstecher ohne stilbildende Nachhaltigkeit.

Auch der digitalen Anzeige der Geschwindigkeit, wie sie Opel beispielsweise ab 1984 beim Kadett GSi einsetzte, ...

... oder zwei Jahre später beim Golf II GTI, war trotz ihrer zweifelsfrei guten Ablesbarkeit keine Durchsetzungskraft beschieden.

Die digitale Form der Geschwindigkeitsanzeige feiert jedoch derzeit ihr Comeback, ...

... bei den Headup-Displays, die dem Fahrer die Geschwindigkeit direkt ins Blickfeld auf die Innenseite der Windschutzscheibe projizieren.

Für die runde Ausführung des Tachometers, aber auch des Drehzahlmessers spricht die beste Wahrnehmbarkeit.

Doch wenn der Tachometer auch in Zukunft rund bleibt, setzen die wachsenden Informationen für den Fahrer aus dem Bereich Infotainment oder Navigation die Entwickler unter Druck, ...

... über flexible Anzeigen nachzudenken. "An eine strikte Trennung zwischen fahrrelevanten Informationen im Kombiinstrument und Infotainment in der Mittelkonsole ist heute in einer Zeit mit Radio, ...

... Navigation und Mobiltelefon sowie dem Internet im Auto fast nicht mehr möglich," so Eelco Spoelder vom Autozulieferer Continental. Durch den zunehmenden Informationsbedarf, entwickelte sich der Tacho zum Herzstück moderner Fahrerinformationssysteme.

Vor allem in Fahrzeugen der Mittel- und Oberklasse befinden sich im Blickfeld des Fahrers komplexe Informationszentralen mit Instrumenten, Anzeigen sowie Kontrollleuchten in großflächigen Bildschirmen für Navigation und Kommunikation.

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