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Automobile Kostbarkeiten: Oldies auf der AMI

 
Automobile Kostbarkeiten: Oldies auf der AMI

Es gibt nicht nur Neuwagen auf der AMI in Leipzig zu sehen. Auch wenn die natürlich im Mittelpunkt stehen.

Nicht alles ist Hybrid ...

... oder steht unter Strom. Anlässlich der Messe haben einige Automuseen ihre automobilen Kostbarkeiten aus den Hallen geholt und insgesamt 30 Exponate nach Leipzig gebracht. Oldtimer, Youngtimer oder Sportwagen: Es ist wirklich sehenswert, was sich den Besuchern in Leipzig da bietet.

Das BMW-Museum in München hat den 3.0 CSL von 1975 mitgebracht. Das Auto ist eine der ersten Leichtbauvarianten des Sechszylinder-Coupés.

Nur 167 Exemplare dieses Autos wurden gebaut. Das Modell ist mit einem Drei-Liter-Einspritzmotor ausgestattet und leistet 206 PS.

Der BMW 3.0 CSL wurde vornehmlich im Kundensport eingesetzt und errang dort so einige Erfolge. Mit den heftigen Spoilern bekam das Auto allerdings keine Straßenzulassung. Der Preis lag damals bei 37.850 D-Mark.

Eine Schönheit ist der BMW 326 von 1938. Der Umbau der Dresdner Karosseriefirma Gläser ist auch noch eine echte Rarität.

Nur wenige Umbauten des Zweisitzers mit einem zusätzlichen Notsitz wurden vor dem Krieg hergestellt und waren daher damals schon Seltenheiten.

Der Motor ist ein Zwei-Liter-Sechszylinder, der 50 PS leistet. Angetrieben durch die Viergang-Mittelschaltung, erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von 115 Stundenkilometern.

Formschön auch das Heck, wo sich unter einer speziellen Abdeckung aerodynamisch günstig das Reserverad versteckt.

Ein ganz anderer Schatz aus dem BMW-Museum ist der Z8. Er gelangte als Bond-Fahrzeug in dem Film "Die Welt ist nicht genug" im Jahr 1999 zu weltweiter Berühmtheit.

Mitte der neunziger Jahre begann sich BMW wieder mit dem Bau von Roadstern zu befassen. Das Ergebnis war unter anderem dieser Supersportler, der weitgehend in Handarbeit im Werk München gebaut wurde.

Mit den 400 PS aus einem V8-Motor erreicht der Z8 eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h und schafft den Sprint auf 100 Stundenkilometer in 4,7 Sekunden. Schon damals baute BMW eine Alu-Spaceframe-Karosserie.

Dieser goldige Geselle ist Zeichen einer der großen Sternstunden von Opel. Der Kapitän von 1956 ist das zweimillionste Auto dieser Marke und deshalb veredelten die Mitarbeiter das Auto an allen Chromteilen mit 24-karätigem Gold.

Zwischen 1955 und 1958 wurde diese Version des Kapitän gebaut, der von seinem Design her recht amerikanisch wirkt. Auch die Polsterung und Lackierung des Autos sind Sonderanfertigungen.

Die zart angedeutete Heckflosse erinnert an die Straßenkreuzer der Vereinigten Staaten und kann so als Beleg für die Zugehörigkeit Opels zu General Motors gezählt werden. Die Rüsselheimer waren der erste deutsche Autobauer, der die Zwei-Millionen-Marke knacken konnte.

Die schaffte der Kadett dann sogar als einzelnes Modell. Das Coupé von 1966 ist sicher eines der schönsten Exemplare des Kadett überhaupt. Vor allem gibt es nicht mehr allzuviele B-Kadett in diesem tadellosen Zustand. In den sechziger Jahren war das Coupé der bezahlbare Traum vom Sportwagen für den kleinen Mann.

Gleichzeitig bot er noch einen hohen Nutzwert und mit den wahlweisen 45 oder 55 PS für die damalige Zeit ein relativ hohes Maß an Sportlichkeit. Immerhin schaffte er 146 km/h in der Spitze. Wegen der Luftschlitze in der C-Säule wurde er auch "Kiemen-Coupé" genannt. Zwischen 1965 und 1973 wurden 426.136 Exemplare dieses Modells gebaut.

Zu den neueren Exponaten der Autoschätze in Leipzig zählt der VW Beetle aus dem Jahr 2003. Bei den Abmessungen ist kaum zu glauben, dass unter der Haube ein Sechszylinder-V-Motor steckt. Das ausgestellte Fahrzeug ist eine Sonderanfertigung der damaligen Volkswagen Individual GmbH und davon wurden gerade mal zwei Exemplare gebaut.

Der 3,2-Liter-Motor leistet 225 PS und beschleunigt den Beetle auf 225 km/h Spitzengeschwindigkeit. Findig gelöst wurde das Problem des Überrollbügels. Der ist nämlich in die Kopfstützen integriert und schnellt bei einem Überschlag blitzschnell heraus. So versperrt nichts den Blick nach hinten.

Das neueste Auto dieser Ausstellung ist eine Studie von Peugeot. Der RC Hybrid4 ist ein Konzeptauto aus dem Jahr 2008.

Der französische Hersteller wollte mit dem Auto den Beweis antreten, dass ein ökologisch korrektes Auto auch Spaß machen kann. Für Vortrieb sorgen ein 1,6-Liter-Benziner im Heck und ein Elektromotor an der Vorderachse.

Zusammen kommen sie auf eine Systemleistung von 313 PS und entlassen dabei nur 109 Gramm CO2 pro Kilometer in die Umwelt. Durch die Verteilung der beiden Motoren bringt dieser Peugeot den Allradantrieb quasi von Hause aus mit.

Über CO2 hat man sich bei diesem Auto so gar keine Gedanken gemacht. Der Peugeot 205 GTI zählte in den achtziger Jahren zu den heißesten Kompaktsportlern überhaupt. Ein Gewicht von 875 Kilogramm, gepaart mit 130 PS in der Serienversion, waren eine explosive Kombination.

Der hier gezeigte GTI Turbo 16 brachte es im Rallye-Trimm auf eine Leistung zwischen 350 und 500 PS. Kein Geringerer als der heutige FIA-Präsident Jean Todt war damals als Ex-Profi Projektleiter für Peugeot.

Der 205 GTI konnte zahlreiche Erfolge einfahren, darunter Siege bei der Rallye Monte Carlo und der Paris-Dakar. Dieses Auto wurde gelenkt von Michèle Mouton und Terry Harryman als Co-Pilot.

Da ging es bei diesem Gefährt deutlich gemächlicher vorwärts. Der Benz Muli 278 Viktoria ist mit dem Baujahr 1893 das älteste Exponat. "Viktoria" soll Karl Benz ausgerufen haben, als es ihm gelang, mittels einer Achsschenkellenkung den beiden Vorderrädern beim Einschlag verschiedene Winkel zu geben.

Der Antrieb besteht aus einem Ein-Zylinder-Motor mit 4,5 kW und einer Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. Mit diesem Fahrzeug absolvierte der österreichische Industrielle Theodor Freiherr von Liebig im Jahr 1894 die erste Fernfahrt mit einer Länge von 940 Kilometern.

Da konnte dieser Wanderer W 25 K im Jahr 1936 schon ganz andere Strecken zurücklegen. Dieser sportliche Roadster begründete den guten Ruf der Auto Union AG vor dem Krieg.

Der Reihen-Sechszylinder-Motor leistet 85 PS aus zwei Litern Hubraum. Die Kraftübertragung erfolgt durch ein Vier-Gang-Getriebe von Horch und brachte das Auto auf damals sensationelle 145 Stundenkilometer.

Die Karosserie wurde von der Firma Karl Baur aus Stuttgart konstruiert. Gebaut wurde das Auto in Zwickau.

Bis heute wohnt dem Auto eine zeitlose Schönheit inne, die nur wenige Automobile so mitbringen. Auch technisch war er mit Einzelradaufhängung und Kompressor-Motor weit fortgeschritten.

Eine echte Seltenheit ist der DKW GT Malzoni Coupé. 1961 beschloss der brasilianische Geschäftsmann Rino Malzoni, einen eigenen Sportwagen auf Basis des DKW Vemag zu bauen. Heraus kam ein Auto mit Kunststoffkarosserie und 160 km/h Spitzengeschwindigkeit.

Die Fachpresse bejubelte das Auto, das auch auf der Rennstrecke schon bald Erfolge einfahren konnte. Nur 35 Exemplare dieses Wagens wurden gebaut. Das Audi-Museum hat dieses Exemplar erst im letzten Jahr in Brasilien ergattern können.

Eine weitere Kostbarkeit aus dem Horch Musem in Zwickau ist der Horch 951 A, der einst das Flaggschiff der Marke war. Gleichzeitig war er 1940 das letzte Horch-Fahrzeug vor der Einstellung der zivilen Fertigung.

Das Cabrio ist von seinem gesamten Auftritt her ein beeindruckendes Auto. Trotz der enormen Länge von 5,65 Metern ist der 951 ein harmonisches Auto. Zwischen dem Fahrer- und dem großzügigen Fahrgastraum ist eine Trennwand eingebaut. Dahinter gibt es Klapptisch und eine Bar für den Drink zwischendurch.

Der Achtzylinder-Reihenmotor mit fast fünf Litern Hubraum leistet 120 PS und überträgt seine Kraft durch ein Vier-Gang-Getriebe von ZF auf die Räder. Damit waren Spitzengeschwindigkeiten über 130 km/h möglich.

Der Mercedes Benz 190 SL feierte auf dem Genfer Automobilsalon 1955 seine Weltpremiere. Die Idee für das Sportwagenmodell kam von US-Händlern, die der Firmenleitung die Wünsche der US-amerikanischen Kundschaft vortrugen.

Mit einem Einstiegspreis von 20.000 Mark gehörte das Auto von Beginn an zu den ganz teuren Wagen. In der Rennsportversion hatte das Auto eine Plexiglasscheibe für den Fahrer und sonst kein Dach.

Sportlich war der 190 SL allerdings nur mäßig erfolgreich. Daher wurde sein Engagement auf den Rennstrecken dieser Welt schnell wieder eingestellt. Allerdings absolvierte er eine Weltrekordfahrt für Dieselfahrzeuge im Herbst 1961.

In den achtziger Jahren feierte Mercedes Benz zahlreiche Erfolge in der DTM. Die so erfolgreiche Rennsportabteilung bastelte in der Folge an einem völlig neuen Motorenkonzept. Herausgekommen ist der 190 E 2,5 16 V Evo2.

Die Kraftübertragung erfolgt über eine Öl-Lamellenkupplung, zwei Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang sowie Kettenantrieb auf die Hinterachse. Das Fahrwerk ist über eine Hydraulik höhenverstellbar. Wegen seines gewaltigen Heckspoilers wurde er auch "Hirschkäfer" genannt.

Der 190 Evo2 war ein ausgesprochen erfolgreiches Auto. Im Glanzjahr 1992 gewann Klaus Ludwig die DTM mit dem Auto und es wurden 16 von 24 Rennen siegreich abgeschlossen.

Die Firma Baur hat sich stets mit viel Liebe der Autos von BMW angenommen. Im Jahr 1987 entwickelte man die Studie TC3 auf Basis des BMW 3er (E30). Das Design nahm die ersten Elemente des später folgenden Z1 vorweg.

Die Karosserie wird getragen von einem Gitterrohrrahmen und beherbergt die Technik eines 325i.

Allerdings hat man den Motor zurückversetzt, so dass ein Frontmittelmotor das Auto vorantreibt. Ursprünglich wollte man noch weitere Varianten auf Basis des 3ers anfertigen, doch mit dem Z1 wurden diese Pläne obsolet.

Dieses schöne Coupé ist ein Iso Grifo 7 Litri von 1969. Nuccio Bertone zeichnete das Auto, das gleichzeitig mit atemberaubenden Fahrleistungen glänzen kann.

Inne wohnt ein V8 mit sieben Litern Hubraum und einer Leistung von 420 PS. Damit schaffte das Auto Spitzengeschwindigkeiten von 300 km/h. Das Triebwerk ist so mächtig, das es nicht unter die Haube passte und die Erhebung auf der Motorhaube, auch "Penthouse" genannt, benötigte.

Eine ganz eigene Eleganz hat auch der NSU 5/25 Sport Boattail.

Dass der Name nicht von ungefähr kommt, zeigt das Heck des Autos. Einem Kundenwunsch folgend wurde das Auto der Form eines Schiffes nachempfunden.

Diese Sonder-Karosserie ist eine Anfertigung der Firma Drautz aus Heilbronn und machte aus dem Auto bereits im Jahre 1925 eine extravagante Rarität

Der NSU 5/25 hat eine Vier-Rad-Bremse, Linkslenkung und Mittelschaltung. Selbst von dem "normalen" 5/25 gab es nur 1250 Fahrgestelle.

Der American La France 75 aus dem Jahr 1917 ist ebenfalls ein recht seltenes Stück Automobil. Basierend auf einem Mercedes aus dem Jahr 1902 wurde das Auto in den USA hauptsächlich als Feuerwehrfahrzeug genutzt.

Sage und schreibe 14,5 Liter Hubraum hat der Motor, der daraus 140 PS zaubert. Angetrieben von einem Daimler-Simplex-Motor mit Kettenantrieb fand er aber auch Eingang in den Motorsport. Mit 1700 Newtonmetern war selbst dieser drei Tonnen schwere Koloss flott zu bewegen.

Mit diesem Admiral AD38 aus dem Jahr 1939 trat Opel vor dem Zweiten Weltkrieg in der Oberklasse gegen Maybach, Mercedes oder Horch an. Dabei lockte er mit einem relativ günstigen Preis und viel Sonderausstattung die Kundschaft.

Der 3,6-Liter-Sechszylinder-Motor brachte es auf 75 PS und schaffte so eine Höchstgeschwindigkeit von 132 km/h. Er hat damit den gleichen Motor wie der berühmte Lastkraftwagen Opel Blitz. Allerdings ist sein Äußeres ungleich schöner. Opel konnte sich mit dem Admiral in der Oberklasse zeitweise einen Marktanteil von 25 Prozent sichern.

Bei diesem Auto sieht man seine Extravaganz schon auf den ersten Blick. Und der Morgan Threewheeler Super Sport trägt sein dreirädriges Dasein auch im Namen. Ein Rennwagen fürs Volk wollte er sein.

Deshalb beschränkte man sich bei der Motorisierung auf einen Ein-Liter-Zweizylinder-Motor in V-Form. Diese ist auch gleich vorne zu erkennen, denn der Antrieb ist ein modifizierter Motorrad-Motor. Durch die drei Räder war sein Fahrverhalten nicht ganz unkompliziert.

Ein süßes Auto ist der Framo VH 200 "Piccolo" aus dem Jahr 1935. Entstanden ist das Auto auf Basis von Dreirädern, auf die die Firma eigentlich spezialisiert war. Die geringen Verkaufszahlen sorgten auch dafür, dass die Auto-Produktion schon 1935 wieder eingestellt wurde.

Der "Piccolo" wird von einem Ein-Zylinder-Zweitakter angetrieben, der aus 192 Kubikzentimetern sechs PS holt. Damit schafft er eine Maximalgeschwindigkeit von 57 km/h.

Der Simson Supra SO 8/40 aus dem Jahr 1925 ist ein seltenes Exemplar aus der Auto-Produktion der Marke Simson. Ab 1924 begann man im thüringischen Suhl mit dem Bau von Automobilen. Da es aber bei der Liebhaberei blieb, wurden nur 750 Einheiten des Modells Supra gebaut.

Der S und SO galten als Hochleistungs-Sportwagen und wurden von einem Zwei-Liter-Vierzylinder mit 40 PS angetrieben. Damit schaffte das Auto 110 Stundenkilometer. 1935 wurde die jüdischen Brüder Simson zwangsenteignet und das Unternehmen "arisiert".

Maybach stand vor dem Krieg quasi sinnbildlich für die Spitze des Automobilbaus. Der SW38 machte da keine Ausnahme. Aus vier Litern Hubraum produzierte der Sechszylinder-Motor 140 PS. Damit konnten bis zu 150 km/h erreicht werden.

Dieses spezielle Fahrzeug war während des Krieges im Besitz der SS und wurde dann später von der Roten Armee konfisziert. Dank glücklicher Umstände gelangte es in die Hände von Oldtimer-Liebhabern aus dem Baltikum.

Diese pflegten das Auto liebevoll und so steht dieser SW38 noch heute glanzvoll da. Nach dem Mauerfall wurde der Maybach in den Westen verkauft, wo nur Kleinigkeiten restauriert werden mussten. Der Zustand ist weitgehend original.

Der Autohersteller Borgward ist ganz besonders mit der deutschen Nachkriegsgeschichte verbunden. Technisch waren die Autos stets auf der Höhe der Zeit, was auch für den Hansa 1500 gilt. Mit dem Baujahr 1949 ist er eines der ganz frühen Modelle der Firma, die schon 1961 ihre Pforten schließen musste.

Er war das erste deutsche Auto mit einer Ponton-Karosserie nach US-amerikanischem Vorbild. Das Oberklassemodell wurde bis 1952 rund 22.500 Mal gebaut.

Der Vierzylinder-Reihenmotor holt aus 1,5 Litern Hubraum 48 PS. Damit schafft es das Auto auf 121 Stundenkilometer in der Spitze.

Last, but not least ein wunderschöner Roadster von Wanderer. Dieser W 25K aus dem Jahr 1936 ist etwas sportlicher geschnitten als der Wanderer, den wir zuvor schon zeigten. Die Motorisierung ist gleich, allerdings ging man bei diesem Modell mit dem Fahrwerk ganz neue Wege. Vorne ist das Fahrzeug mit untenliegenden Querfedern und Öldruckstoßdämpfern an einer Einzelradaufhängung konstruiert.

Hinten hat das Auto eine so genannte Schwebeachse. Damit erreichte Wanderer eine außergewöhnlich gute Straßenlage. Wie die anderen Austellungsobjekte ist dieser W25K ein außergewöhnlich schönes Automobil. Für Liebhaber klassischer Automobile einfach eine Herzensfreude. (Text und Fotos: Markus Mechnich)

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