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Geschichte des Bestsellers: Sieben Generationen Golf

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Da ist er! (Foto: REUTERS)

Da ist er!

Da ist er!

Der Golf geht in die siebte Generation.

Umjubelt wie sonst nur das iPhone bei seiner Präsentation.

VW-Chef Martin Winterkorn genießt den Trubel.

Der Golf ist mal wieder breiter, länger, aber auch leichter geworden - und damit sparsamer.

...auch wenn ihn Aktivisten immer noch für nicht umweltfreundlich genug halten.

Klar ist: Der Golf ist Kult.

Und er ist ein Dauerbrenner. Seit 35 Jahren kurvt er auf unseren Straßen umher.

Viele Millionen Autos wurden seitdem produziert.

Viele Generationen haben mit dem Wolfsburger so einiges erlebt. Die ersten Modelle haben mehr als 30 Jahre auf dem Buckel und dürfen als Oldtimer angemeldet werden.

1974 betrat der erste VW Golf die Bühne. Der Käfer, bis dato der Bestseller aus Wolfsburg, steckte in einer technischen Sackgasse. Die Karosserieform und der Heckmotor ließen kaum noch technische Weiterentwicklung zu. VW drohte den Anschluss zu verlieren.

Ein Zwischenmodell auf Basis des Käfers wurde kurz vor Veröffentlichung 1971 eingestampft. Der Heckmotor heizte den Inneraum auf, war schlecht zu warten und brachte dem Auto eine ungünstige Balance. Eine Alternative musste her.

Vor allem, weil der VW-Konzern Mitte der 1970er Jahre finanziell schwer angeschlagen war. In nur 18 Monaten entwickelten die Ingenieure eine neue Karosserieform samt dem technischen Innenleben. Im Frühjahr 1974 debütierte so der Scirocco als Coupé.

Im Herbst kam dann der Golf I. Aber zunächst mal hagelte es Kritik. Besonders die stark betonte C-Säule missfiel. Heute ist sie ein Markenzeichen. Dennoch war das Auto wegweisend. Verabschiedete es sich nicht nur von der Stufenheckkarosserie, ...

... sondern auch vom gängigen Heckantrieb. Der Motor wurde erstmals quer eingebaut und brachte damit mehr Platz im Innenraum. Der war damals noch recht spartanisch gehalten. Der Golf I wird übrigens noch heute in Südafrika als Citi Golf vertrieben.

Der Golf rettete trotz aller Kritik den VW-Konzern. Bereits die erste Variante verkaufte sich glänzend. 1976 legte VW den ersten GTI auf. Die Bezeichnung kommt von "Grand Tourisme Injection". Seither ist der GTI ein Standard im Golf-Programm.

Als Nachfolger des beliebten Käfer Cabriolets brachte VW 1979 das Golf Cabrio. Die kantige Bauweise und der markante Überrollbügel machen ihn heute zu einem begehrten Youngtimer.

Ganz auf das Stufenheck wollte man dann doch nicht verzichten, weshalb 1979 der Jetta ins Leben gerufen wurde.

In Europa blieb die biedere Limousine eher eine Randerscheinung, aber in Südamerika und vor allem den USA ist der Jetta bis heute sehr beliebt.

1983 kam nach kleineren Facelifts die erste komplette Neuauflage. Der Golf war bereits das wichtigste Modell von Volkswagen. Daher war auch das neue Modell vielbeachtet.

Das Auto verlor sein kantiges Äußeres und wurde, dem Zeitgeist entsprechend, runder.

Dem Erfolg am Markt tat das jedoch keinen Abbruch. Es gehört zu den meistverkauften Golf-Modellen überhaupt. Natürlich auch, weil sein Lebenszyklus mit neun Jahren sehr lang war.

Der neue Jetta kam ein Jahr später auf den Markt. Er passte sich dem Golf-Design an, behielt aber vorn seine eckigen Scheinwerfer.

Beim Cabrio war die Modellpflege sehr behutsam. Die eckige Form wurde auch beim neuen dachlosen Golf von 1987 beibehalten. Es gab wegen des Erfolges des Vorgängers nur leichte Modifikationen.

Daneben gab es noch weitere Varianten. Ein großer Misserfolg war der Golf Country. Damit versuchte VW, dem SUV-Trend vorzugreifen. Doch nicht mal 8000 Käufer fanden sich für das Auto, auch weil der Preis mit rund 50.000 D-Mark sehr hoch war.

1993 wurde auch das Cabrio neu aufgelegt. Wiederum blieb man bei einer recht kantigen Form, die dem Ur-Golf immer noch nahe stand.

Richtig rund wurde es mit dem Golf III von 1992. Die Motorhaube wurde flacher, der Stoßfänger breiter und die Karosserieform windschnittiger.

Mit dem Modelljahr 1992 wurde der Golf endgültig ein Teil vieler Familien. Die "Generation Golf" wurde in den neunziger Jahren geboren.

Wie die Eltern schon begeisterten sich jetzt auch viele Töchter und Söhne für den braven, aber treuen Wegbegleiter.

Für den Jetta kam in Europa das Aus. Während in den USA der Name bis heute beibehalten wurde, folgte in Europa der Vento auf den Jetta. Doch auch er konnte sein Nischendasein nicht überwinden.

Anders dagegen das 1993 bereits lange erwartete Cabrio. VW sagte den Kanten Adé. 1998 gab es ein Facelift, welches offiziell auch Golf IV Cabrio genannt wurde. 2002 wurde das Golf Cabrio zugunsten des Eos eingestellt. Beim neuen Golf soll es wieder ein Cabrio geben.

Der Golf in seiner IV. Auflage kam 1997 auf den Markt. Es war ein behutsames Facelift in einer Zeit, in der sich der VW-Konzern nicht über zuviel Selbstbewusstsein beschweren konnte.

Die Linienführung und die wichtigsten Fluchten blieben erhalten. In den USA überlebte der Golf IV sogar seinen Nachfolger und wurde dort bis 2006 verkauft.

Im Innenraum konnte man wieder eine bessere Qualität feststellen. Der von GM eingekaufte Radikal-Manager Lopez hatte in den 90er Jahren die Zulieferer von VW regelrecht kaputtgespart. Das machte sich an massiven Qualitätsproblemen bemerkbar.

Dem glücklosen Vento folgte 1998 der Bora als Stufenheckvariante und als Kombi. Obwohl man bei VW auf die Kritik reagierte und den Bora etwas eleganter und schnittiger machte, blieb auch ihm der Erfolg in Europa versagt.

Ganz anders dagegen der Golf Kombi, bei VW Variant genannt. Den ersten Kombi auf Golf-Basis gab es 1993. Der Golf V wurde als Variant erst 2007 vorgestellt. Dabei wurde er schon ungeduldig erwartet.

Im Jahr 2001 begann bei VW die Ära der FSI-Motoren. Die Aggregate haben ein von der Diesel-Technik abgeleitetes Einspritzverfahren. Damit wird bei Teillast weniger Kraftstoff in den Zylinder eingespritzt. VW hat diese Technik mittlerweile deutlich weiterentwickelt.

Mit dem Golf V kam 2005 ein etwas mutigeres Modell. Die Frontschürze wurde dynamischer durch die weit heruntergezogene Motorhaube (Im Bild der GT).

Scheinwerfer und Heckleuchten zogen sich jetzt weit in die Kotflügel hinein. Die Außenspiegel bekamen Blinkleuchten und die Seitenlinie eine kürzere Flucht.

Aufgerüstet wurde auch im Innenraum. Der Standardeinschub für das Radio musste einem Platz für Multimediageräte mit großem Display weichen. Bedienelemente für die Klimaanlage wurden modifiziert, und das Lenkrad bekam auf Wunsch ebenfalls neue Funktionalitäten.

Auch wenn VW-Designer schwören, kein Facelift gezeichnet zu haben: Revolution sieht anders aus. Nichtsdestotrotz wurde der Golf VI nochmals deutlich dynamischer.

Die Front war sehr eng an den Scirocco angelehnt. Fast wie beim Golf I eilte das Coupé der Limousine voraus.

Die Motorhaube wurde nochmals weiter nach unten gezogen. Ein erfreulicher Nebeneffekt des Downsizing, wo Motoren mit kleinerem Hubraum einfach weniger Platz brauchen.

Die Außenspiegel sind in ihrer Form mehr konisch geworden und haben weniger Fläche. Damit sinkt der Luftwiderstand und die Fläche für Schmutz nebenbei auch.

Hinten ist ein bisschen mehr Touareg eingeflossen. Zudem hat der Neue mit dem integrierten Stoßfänger fast einen Diffusor zu bieten.

Besonders an den Lampen ist die Verwandtschaft mit dem großen Bruder fürs Gelände zu erkennen.

Fast ein Spoiler: Die Abrisskante am Heck des Golf VI sorgte für einen besseren cw-Wert und beherbergte ein drittes Bremslicht.

Die Radkästen wurden weiter ausgestellt, was dem Auto einen breiteren Auftritt verleihen soll.

Bei der Innenausstattung wagte man wenig Experimente. Schließlich sollte sich auch jeder, der die Vorgängergenerationen gefahren hat, sofort zurechtfinden.

Auch Martin Winterkorn findet sich zurecht - im neuen Hoffnungsträger der VW-Familie.

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