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Exklusiv, brachial, schnell und extrem teuer: Super-Boliden in Kleinserie

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Sie sind so etwas wie das Tüpfelchen auf dem I des Autobaus: Fahrzeuge, die in Kleinstserie gebaut werden. Meist in Manufakturen und in Handarbeit.

Sie sind so etwas wie das Tüpfelchen auf dem I des Autobaus: Fahrzeuge, die in Kleinstserie gebaut werden. Meist in Manufakturen und in Handarbeit.

Sie sind so etwas wie das Tüpfelchen auf dem I des Autobaus: Fahrzeuge, die in Kleinstserie gebaut werden. Meist in Manufakturen und in Handarbeit.

Das kostet verdammt viel Geld und ist nur für eine sehr ausgewählte Klientel erschwinglich. Doch nicht nur, dass die Edel-Boliden extrem selten und schnittig sind, ...

... sie sind auch mit Kraftwerken ausgestattet, die Fahrleistungen jenseits aller Normalität erlauben. Allerdings schaffen es nicht alle Hersteller, mit ihren Fahrzeugen und Ideen zu überleben.

Eine dieser exklusiven Fahrzeugschmieden war die Artega GmbH & Co. KG. Der erste Prototyp eines Artega Sportwagens wurde auf dem Genfer Autosalon 2007 vorgestellt.

Die Karosserie zeichnet der Däne Henrik Fisker. Für den Vortrieb des Sportcoupés sorgt ein 3,6-Liter-Sechszylinder-Mittelmotor von Volkswagen, der 300 PS leistet. Mit diesem Aggregat und einem Leergewicht von nur 1285 kg ...

... beschleunigt der Artega GT in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Artega mit 270 km/h an. Den Preis von 88.500 Euro wollten allerdings nicht genügend Leute bezahlen. Am 30. September 2012 wurde die Produktion eingestellt.

Auch die Sportwagenmanufaktur Melkus hatte nicht wirklich Glück. Dabei war der RS2000 ein reinrassiger Renner aus deutscher Produktion. Die geplanten 25 Fahrzeuge pro Jahr konnten zu einem Stückpreis von 115.000 Euro nicht verkauft werden.

Der Flügeltürflitzer hat unter der Haube einen 2,0-Liter-Turbobenziner mit bis 375 PS. Der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h ist in bis zu 3,8 Sekunden erledigt, die Höchstgeschwindigkeit liegt zwischen 270 und 300 km/h.

Bekannt wurde die Marke vor allem in der DDR durch den Melkus RS 1000. Der Rennsportwagen wurden von Tüftler Heinz Melkus in Dresden entwickelt, der mit seinem Gefährt auch gleich mehrere DDR-Meistertitel gewann.

Mehr Glück hat da die Firma Pagani. Als Horazio Pagani in den Achtzigern nach Italien kam, wollte er nichts weniger als den perfekten Sportwagen bauen. Angefangen hatte alles mit dem Zonda. Doch jetzt steht ein ganz neuer Bolide da.

Schon beim Design geht Pagani mit dem Nachfolger des Zonda eigene Wege: Wo die Konkurrenz auf mächtige Spoiler setzt, sind beim 4,61 Meter langen und 1,17 Meter flachen Huayra die beiden großen Flügeltüren das einzige, was sich in den Wind reckt.

Das Triebwerk kommt vom Mercedes-Ableger AMG und wird auch im SL verbaut. Dort hat der Motor allerdings nur bescheidene 630 PS. Wenn er bei Pagani in den Wagen kommt, ist er gründlich umgearbeitet, mit einem Ornat aus Gold und Karbon, und bringt es auf 730 PS.

Die Endgeschwindigkeit wird mit 360 km/h angegeben. Doch es ist weniger das hohe Tempo, das einen im Huayra gefangen nimmt. Es sind der ohrenbetäubende Sound und der gewaltige Schub beim Beschleunigen, wenn der Huayra faucht wie einen Furie und in 3,3 Sekunden auf Tempo 100 schnellt.

Extreme Technik, ein exquisites Interieur und exklusive Stückzahlen – das treibt natürlich den Preis in die Höhe. 892.000 Euro plus Steuern verlangt Pagani für den Huayra. Der Name stammt übrigens vom Aymara-Gott des Windes - Huayra Tata.

In den 1930er Jahren gehörte der in Lüttich ansässige belgische Automobilhersteller Imperia zu den prestigeträchtigsten Marken Europas. Jetzt kehrt die Marke unter Regie des Besitzertrios Yves Toussaint, der 2008 den Markennamen kaufte, Nicolas Naniot und Bernard Loly mit einem Hybrid-Sport-Boliden in Retro-Optik zurück.

Unter seinem extravaganten Blechkleid vereint der Imperia GP einen 212 PS starken Vierzylinder und einen Elektromotor mit 136 PS. Rein elektrisch soll der Plug-In-Hybrid den Sprint von 0 auf 100 km/h in sechs Sekunden schaffen. Greift der Benzinmotor in den Blitzstart ein, sollen es nur noch vier Sekunden sein.

Um den Polymer-Akku mit 355 Volt restlos zu entladen, reicht allerdings eine Fahrstrecke zwischen 50 und 80 Kilometern. Nach fünf Stunden an der Dose ist die Batterie wieder voll.

Dafür sollen nach Angaben des Herstellers die Verbrauchswerte extrem niedrig sein. Lediglich 1,9 Liter Benzin und 11,5 kWh Strom sollen auf 100 Kilometer verbraucht werden. Das Geheimnis für diesen exorbitanten Wert soll in der extremen Leichtbauweise liegen.

Das heißt, dass die Belgier konsequent auf jeden technischen Schnickschnack verzichtet haben. Helferlein wie ESP, Airbags, Multimedia- oder Klimaanlage sucht man hier vergeblich. Und dennoch kostet der Retro-Sportler bereits in der Basis 125.000 Euro.

Im Jahr 2011 feierte der Jaguar E-Type seinen 50. Geburtstag. Anlässlich dieses Jubiläums ließ sich ein Schweizer Geschäftsmann einen neuen E-Type entwerfen. Damals firmierte der Wagen unter dem Namen Growler E 2011, er hatte seine Wurzeln im Jaguar XKR.

Der Growler sorgte für immenses Aufsehen und brachte das Schweizer Design-Unternehmen Classic Factory auf eine königliche Idee. Mit großem Herzen und einer typisch britischen Formsprache wird der E-Type-Enkel jetzt in Kleinserie unter dem Namen Lyonheart K auf die Straße gebracht.

Unter der traditionellen Klapp-Haube schlägt das Herz eines Löwen: ein 5,0-Liter-Kompressor-V8-Aluminium-Motor. Er leistet 550 PS und hat ein Drehmoment von 680 Newtonmetern. Durch das mit Kohlefaser verkleidete Chassis wurde das Gewicht auf unter 1600 Kilogramm reduziert.

In weniger als vier Sekunden spurtet das Coupé auf 100 km/h, bei 300 km/h wird abgeregelt. Wer allerdings ein solch exklusives Fahrzeug bestellt, zahlt auch einen hohen Preis. Ohne viel Schnickschnack und Mehrwertsteuer kostet der Bolide 495.000 Euro.

Im Jahr 2003 gründete der frühere Seat- und Mitsubishi-Entwickler Ignacio Fernandez Rodriguez die Firma IFR Automotive. Spätestens seit 2008 ist das Unternehmen kein unbeschriebenes Blatt mehr. Auf der British Motorshow in London wurde seinerzeit der aufsehenerregende Aspid enthüllt. Die Presse feierte den Wagen als den neuen Lotus Superseven.

Mit dem Aspid GT-21 stellten die Spanier einen neuen Supersportwagen vor. Was IFR Automotive von ihrem neuen Muskelprotz halten, sagt bereits der Beiname Invictus (der Unbesiegbare). Der von einem von BMW stammenden V8-Aggregat befeuerte Hecktriebler schöpft aus 4,4 Litern Hubraum satte 450 PS bei einem maximalen Drehmoment von 440 Newtonmeter.

Die spezielle Variante des M3-V8 ist bereits aus den sportlichen Sondermodellen BMW M3 GTS und BMW M3 CRT bekannt. Damit beschleunigt der Aspid GT-21 in unter drei Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Bereits nach 10,6 Sekunden sollen 200 km/h erreicht sein. Die Endgeschwindigkeit gibt IFR mit 305 km/h an.

Mit diesen Parametern soll sogar der Lamborghini Aventador überflügelt werden, der für die gleichen Fahrleistungen satte 690 PS benötigt. Was der ganze Spaß kostet, ist noch nicht bekannt. Für viele dürfte der Namenszusatz hier aber von Invictus in Impossibilis (unerreichbar) wechseln.

Kit Cars wurden in den 60er Jahren in England erfunden, um die damals sehr hohe Neuwagensteuer zu umgehen. Inzwischen kann man sich seinen Caterham zu einem Mehrpreis aber auch zusammenbauen lassen.

Eines der bekanntesten Modelle von Lotus Gründer Colin Chapman ist der Lotus Seven. Die Rechte an dem Wagen gingen 1973 im Zuge der Einstellung der Produktion an Caterham über. Die daraus entstandene Eigenproduktion ist der für Autorennen entwickelte SP 300 R. Dessen Herstellung endet 1974.

Im Laufe der Jahre lancierte Caterham eine Vielzahl von Modellvarianten der Kit Cars, denen diverse Motoren zum Vortrieb dienten: vom altbewährten Ford-Vierzylinder der Kent-Serie mit 1300 oder 1600 Kubikzentimeter über den Lotus Twin-Cam-Doppelnockenwellenmotor, Vauxhall/Opel-Maschinen bis hin zum Motorradmotor der Honda Blackbird.

Der Caterham Seven Superlight R600 wird von einem 2.0L Ford Duratec Inline-Four Motor mit Superlader und über 275 PS angetrieben. Die Kraftübertragung findet über den Heckantrieb statt. Außerdem gibt es eine sequentielle Sechs-Gangschaltung. Damit gelingt der Sprint von 0 auf 100 km/h in 2,8 Sekunden.

Für die Rennserie im Jahr 2013 will Caterham 16 R600 herstellen. Weitere 30 Stück der superleichten Renner sind für 2014 geplant. Die Kosten für einen solchen Sprinter belaufen sich auf ca. 60.000 Euro. Wer einen R300 sein Eigen nennt, kann ihn übrigens auf das Modell R600 upgraden lassen.

Ähnlich exklusiv sind die Fahrzeuge von Donkervoort. Die Firma wurde 1978 von dem Niederländer Joop Donkervoort in Lelystad gegründet. Dort werden die Fahrzeuge ausschließlich von Hand gefertigt. Der Donkervoort D8 ist mit einem Audi 1,8T 20V E-Gas Turbomotor ausgerüstet, dessen Leistungsband von 150 bis 270 PS reicht. Dank seines geringen Gewichts von 630 Kilogramm beschleunigt er in 5,2 bis 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Der Donkervoort D8 270 ist seit Sommer 2008 erhältlich. Diese D8 Version ist der Nachfolger des D8 270 RS, der in einer limitierten Auflage von 25 Stück gebaut wurde. Der D8 270 beschleunigt in 3,6 s auf 100 km/h. Für den Vortrieb sorgt immer noch der Audi 1,8T 20V E-Gas Turbomotor mit 270 PS.

Der Donkervoort D8 GT wurde 2007 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und wird noch heute gebaut. Er ist im Gegensatz zu seinen Vorgängern geschlossen und hat eine komplett neue Radaufhängung. Das komplette Dach, Heck und Türen werden aus Kohlefaser gefertigt. Die Preise für den exklusiven Flitzer bewegen sich zwischen 100.000 und 150.000 Euro ohne Mehrwertsteuer.

Die Autoschmiede Fornasari ist ist im italienischen Vicenza ansässig. Der Vater des Firmeninhabers, Gigi Fornasari, war in den 50er Jahren ein bekannter Rennfahrer. Durch ihn lernte Giuseppe das technische Know-How. 1999 gründete Giuseppe mit der finanziellen Unterstützung einiger Freunde die Firma Fornasari.

Angesichts seiner Herkunft verwundert es nicht, dass er jetzt den Prototyp des GIGI 311GT als Hommage an seinen Vater auf die Räder gestellt hat. Explizit soll der Bolide an das Rennen der Mille Miglia 1956 erinnern.

Die Grundlage für den Wagen liefert wie so oft bei Fornasari eine Corvette. Das Herz besteht aus der neuesten Generation von Motoren von General Motors. Details zu dem Alluminiummotor verrät Fornasari noch nicht. Allerdings sprechen die Werte für sich: Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 340 km/h und der Sprint von 0 auf 100 km/h ist in 3,5 Sekunden abgeschlossen.

Ob und wie viele Modelle des Zweisitzers die Schmiede in Vicenza verlassen werden, ist noch nicht bekannt. Auch die Preise sind noch ein Geheimnis des Herstellers. Aber unter 150.000 Euro dürfte hier nichts zu machen sein.

Bereits 2010 sorgte Fornasari auf dem Genfer Salon mit dem RR 99 für Aufsehen. Der Wagen ist eine krude Mischung aus Sportcoupé und SUV. Der Antriebsstrang stammt wie bei allen Fornasari-Modellen aus der Chevrolet Corvette. Der Siebenliter-CV8 leistet 610 PS und 750 Newtonmeter Drehmoment, die wahlweise von einem manuellen Sechsgang-Getriebe oder einer Sechsgangautomatik verwaltet werden.

Dynamisch wie die wahlweise aus Carbon oder Alluminium geformte Karosserie sind auch die Fahrleistungen des RR 99. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei abgeregelten 280 km/h liegen, den Standardsprint absolviert der 1850 Kilogramm schwere RR 99 in 3,8 Sekunden.

Den Durchschnittsverbrauch geben die Italiener mit 12,5 Liter an - das dürfte eher eine Wunschvorstellung sein. Der Grundpreis des Fornasari soll bei rund 180.000 Euro liegen.

In Deutschland steht die Firma Wiesmann für puristisches Design mit Retro-Charme. Seit 1988 werkeln die Brüder Friedhelm und Martin an Hardtops für Cabrios. Die Idee, einen klassischen Roadster mit dem Image deutscher Qualitätsarbeit zu bauen, ließ 1993 den ersten Wiesmann-Roadster entstehen.

Im Oktober 2007 zieht die Firma zu ihrem neu errichteten Standort in Dülmen, eine gläserne Automanufaktur. Den Antriebsstrang für seine Modelle bezieht Wiesmann traditionell von BMW. Beim MF3 stammt er vom Vorgänger-M3 (343-PS-Sechszylinder, wahlweise mit SMG).

Den brutalen MF5 GT treibt der 507-PS-V10 aus dem aktuellen M5/M6 an. Der neue MF4 Roadster ist in zwei Ausführungen zu haben, mit einem 367 PS starken 4,8-Liter-V8 oder mit dem Herz des aktuellen M3.

Dessen 4,0-Liter-V8 leistet 420 PS, entwickelt ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern und darf bis zu 8400 Touren drehen. Der Spurt von null auf Tempo 100 dauert 4,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 300 km/h.

Geld sollte grundsätzlich keine Rolle spielen, wenn man sich für einen Wiesmann Roadster interessiert. Der Grundpreis für den MF4 mit 367 PS-V8 beträgt 128.900 Euro, für den MF4-S mit dem 420 PS starken M3-V8 fallen mindestens 137.900 Euro an.

Ein kleiner Auszug aus der regulären Aufpreisliste zeigt, dass man durchaus auch mehr Geld ausgeben kann: etwa 2600 Euro für Bicolor-Leder, 1390 Euro für farbige Zifferblätter, 2820 Euro für den empfehlenswerten Schleuderschutz DSC, ...

... 3550 Euro für eine Klimaanlage, 2350 Euro für die Speziallackierung, 5300 Euro fürs Doppelkupplungsgetriebe und 8950 Euro für eine Bremsanlage von Brembo.

Seit den 60er-Jahren hat der Plus 8 die britische Firma Morgan mit guten Verkaufszahlen immer wieder vor dem Untergang gerettet. Nachdem Abgas- und Sicherheitsvorschriften dem Retro-Roadster den Garaus gemacht hatten, ist er inzwischen wieder zurück.

Wie bei den puristischen Briten von Morgan üblich, ignoriert auch der Plus 8 bewusst die Entwicklungen im Automobildesign der vergangenen sechs Jahrzehnte und setzt auf Vorkriegs-Optik mit aufgesetzten Kotflügeln, seitlichen Trittbrettern und separaten Scheinwerfergehäusen.

Wieder deutlich zeitgemäß ist jedoch das Gewicht des teilweise aus Aluminium gefertigten Zweisitzers: lediglich 1100 Kilogramm bringt der vier Meter lange Sportwagen auf die Waage. Die Leichtbauweise sorgt in Kombination mit dem bei BMW eingekauften 4,8-Liter-V8-Benziner mit 367 PS für brachiale Beschleunigungswerte; Tempo 100 ist aus dem Stand nach 4,5 Sekunden erreicht. Maximal sind 249 km/h möglich.

Die erste Generation des Morgan Plus 8 startete 1968. Vor allem in den USA erfreute sich der puristische Renner – damals mit V8-Motoren von Rover ausgestattet - großer Beliebtheit. Wer einen Morgan Pus 8 sein Eigen nennen möchte, der sollte mindestens 104.000 Euro bereithalten.

Das Unternehmen Koenigsegg wurde 1994 von Christian von Koenigsegg in Ängelholm, Schweden gegründet. Im Jahr 2000 begann die Serienproduktion. Das Ziel von Christian von Koenigsegg war es, ein Fahrzeug als "reine Fahrmaschine", wie er es nannte, auf den Markt zu bringen. Auf dem Autosalon in Genf wird 2011 der Agera R vorgestellt.

Mit seinem 1115 PS muss sich der Schwede nur knapp dem Bugatti Veyron Super Sport geschlagen geben. Die Fahrleistungen des Mittelmotor-Sportlers mit dem 5,0-Liter-V8 unter der Haube können sich dennoch sehen lassen. In nur 2,9 Sekunden beschleunigt der Agera R auf 100 km/h. Nach nur 9,7 Sekunden fällt die 200 km/h-Marke.

Die Höchstgeschwindigkeit des Agera R soll bei 415 km/h liegen. Auf der Nürburgring-Nordschleife schaffte der 1,2 Millionen Euro teure Bolide allerdings ganz offiziell "nur" die Höchstgeschwindigkeit von 401,6 km/h. Schneller als der Koenigsegg ist nur noch einer: ...

... ein Bugatti Veyron Vitesse. Hier hämmern 16 Kolben durch acht Liter Hubraum. Dabei werden 1200 PS entfesselt und 1500 Newtonmeter reißen an den Rädern. Die technische Basis dafür liefert das Bugatty Veyron Super Sport Coupé, das 2010 mit 431 km/h als schnellster Sportwagen der Welt ins Guinnessbuch der Rekorde gefahren ist.

Im Steuer der Veyron wähnt man sich im Cockpit eines Kampfjets. Die Bremskräfte des Veyron sind so stark, dass Bugatti die Hupe noch einmal überarbeiten musste, denn die wurde bei einer Vollbremsung schon durch die Fliehkraft aktiviert.

Um den rasenden Millionären - denn der Bugatti kostet über zwei Millionen Euro - einen Riegel vorzuschieben, hat der Hersteller ab 375 km/h eine Hürde eingebaut. Schneller fährt der Veyron nur, wenn man mit einem zweiten Schlüssel den Top-Speed-Modus aktiviert und das Auto vorher präparieren lässt.

Ob 300 oder 400 km/h, der Bugatti ist angesichts seines Preises und der einzigartigen Fahrleistungen ein Auto, das wohl bis auf Weiteres die Überholspur nicht verlassen wird.

Selbst der "faster F1 one" von Weber Sportcars aus der Schweiz kann einem Bugatti nicht gefährlich werden. Zwar weist auch der Zweisitzer mit Mittelmotor eine gigantische Leistungsentwicklung auf, aber ganz reicht es nicht. Der aus Karbon gefertigte Renner mit einem Leergewicht von nur 1100 Kilogramm beschleunigt in 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. In 16,2 Sekunden ist die 300 km/h-Grenze erreicht. Die Endgeschwindigkeit liegt bei 400 km/h.

Für den Vortrieb sorgt ein V8-Zylinder 2-Ventil LS7 Leichtmetallmotor mit zentraler Nockenwelle. Das Aggregat leistet 900 PS und wuchtet 1050 Newtonmeter auf die Achsen. Aus aerodynamischen Gründen besitzen die Türen des "faster one" keine Griffe und öffnen sich elektrisch. In die Dachpartie ist eine Airbox eingelassen, die den Motor mit Ansaugluft versorgt.

Um das Auto auf der Straße zu halten, weist es einen glatten Unterboden mit einem breiten, am Heck nach oben gezogenen sogenannten "Venturi-Tunnel" auf. Dieser soll gemeinsam mit dem ausfahrbaren, elektronisch gesteuerten Heckflügel für hohen Abtrieb sorgen. Der Heckspoiler dient zudem als Luftbremse, bis zu 4000 Newtonmeter zusätzliche Bremskraft kann er erzeugen. Der Grundpreis liegt bei etwa einer Million Euro.

Begonnen hat das Projekt der Gumpert Sportwagenmanufaktur in Altenburg unter dem Namen R1 im Jahr 2002. Das Konzept sah vor, einen Rennwagen mit Straßenzulassung zu bauen. Der erste in Ingolstadt gebaute Apollo-Prototyp wurde im Jahr 2004 fertiggestellt. Im Gegensatz zu den großen Konzernen nutzte die Manufaktur den Prototyp nicht nur für Tests, sondern auch für Werbemaßnahmen, um das Projekt bekannter zu machen.

Der offizielle Serienproduktionsstart war am 21. Dezember 2005 in Altenburg. Die Produktionsstraße wurde auf 60 Fahrzeuge pro Jahr ausgelegt. Der Preis des Apollos betrug zum Start der Produktion 198.000 Euro ohne Steuern. Der Gumpert Apollo Sport wurde 2007 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt.

In der Grundausstattung besitzt der Apollo 650 PS mit einem maximalen Drehmoment von 850 Newtonmeter bei 4500 U/min. Weiterhin sind Motoren mit 750 PS oder 860 PS erhältlich. Die Grundlage der verschiedenen Motorisierungen basiert auf einem 4,2-Liter-V8-Motor von Audi, jedoch nur der Motorblock, das Innenleben wurde speziell für den Apollo gefertigt.

Mit dem Toppaggregat beschleunigt der Apollo in 2,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt zwischen 308 und 360 km/h. Mittlerweile besitzt der Apollo Komfortelemente schon in der Basisversion, der Preis stieg somit auf 301.600 Euro ohne Mehrwertsteuer. Allerdings sollten sich Interessenten beeilen: Auch Gumpert hat Insolvenz angemeldet.

Der ehemalige slowenische Rennfahrer Aljosa Tushek hatte einen Traum: Er wollte irgendwann ein Auto fahren, das sich von der Traktion und vom Gefühl wie ein Rennwagen anfühlt. Allerdings sollte man das auch täglich nutzen können. Da er keines fand, musste er in seiner Sportwagenschmiede in Ljubljana selber eins ersinnen. Herausgekommen ist der Tushek Renovatio T500.

Die Grundlage für den Boliden bildet der im slowakischen Bratislava gefertigte K1 Attack Roadster. Natürlich wurden Technik und Design nach den Vorstellungen Tusheks modifiziert. Auch für den Vortrieb des Mittelmotorsportlers sorgt ein alter Bekannter: ein 4,2-Liter-Achtzylinder aus dem Audi RS4, mit satten 450 PS, befeuert den Renovatio T500.

Rein rechnerisch leistet der Straßensportler bei einem Leergewicht von 1133 Kilogramm damit pro 2,51 Kilo eine Pferdestärke. Über ein manuelles Sechsgang-Getriebe werden wuchtige 428 Newtonmeter auf die 19-Zöller am Heck gepresst, die mit 305er Reifen ummantelt sind. Dank Leichtbauweise sprintet der T500 in nur 3,7 Sekunden aus dem Stand an die 100 km/h-Marke.

Nach 11,5 Sekunden sind auch 200 km/h erreicht. Die Endgeschwindigkeit gibt Tushek mit 310 km/h an. Das alles hat natürlich seinen Preis. 350.000 Euro ruft Tushek in Deutschland für den Renovatio T500 in Deutschland auf. Allerdings sollen lediglich 30 Fahrzeuge gefertigt werden.

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