Bilderserie
Montag, 07. Oktober 2013

Frau und Auto im Wandel der Zeit: Und ewig wirbt das Weib

Von Holger Preiss

Bild 1 von 50
Es gab Zeiten, da wurde das Objekt der Begierde mit einem anderen begehrten Objekt beworben. (Foto: Renault)

Es gab Zeiten, da wurde das Objekt der Begierde mit einem anderen begehrten Objekt beworben.

Es gab Zeiten, da wurde das Objekt der Begierde mit einem anderen begehrten Objekt beworben.

Das Auto stand im Fokus, weil es mobil machte und eine schöne Frau darin ...

... machte dem, der es bezahlen konnte - in der Regel dem Mann - das Leben angenehm.

Dieses Zusammenspiel alles Irdischen erkannten nicht nur die Franzosen.

Auch deutsche Autobauer setzten vor allem bei ihren Premiummodellen darauf.

Kaum eine Werbung für einen Mercedes SLS in den 1950er und ...

... 1960er Jahren, die nicht von einer schönen Frau geziert wurde.

Dabei stand die Marke vor allem für familiäre Mobilität mit einer gehörigen Portion Luxus.

Aber mal ehrlich: Diese Art der Fahrzeugpräsentation ist schon ansprechender. Oder?

Wer konnte, schnappte sich auch damals schon Testimonials wie hier Romy Schneider oder ...

... Hildegard Knef, die als optischer Anreiz die Fahrzeuge zu Kassenschlagern machen sollten.

Ob die Damen bei den Herstellern damals schon als Markenbotschafter liefen, wie es heute der Fall ist, entzieht sich der Kenntnis des Autors. Nicht aber, ...

... dass besonders sportliche Modelle wie in den 1980er und 1990er Jahren der Corsa Sprint von Steffi Graf als Sondermodelle Steffi Special beworben wurde.

Doch gehen wir zurück in die 1950er. Damals präsentierten sich die Fahrzeuge mit den züchtigen Werbedamen eher keusch.

Kaum, dass in dieser Zeit eine Frau an der Fahrerseite des Autos posieren durfte.

Sie war und blieb Beifahrerin. Jedenfalls in Europa. Nicht das hier, zu jener Zeit Frauen nicht auch Auto gefahren wären, ...

... aber so weit, dass man sie zum "fahrenden Werbeträger" gemacht hätte, ...

... war es noch nicht. Anders in den USA.

Dort war das Auto ein nicht mehr wegzudenkendes Fortbewegungsmittel, das natürlich auch von Frauen gesteuert werden musste.

Und wenn sich der Herr des Hauses entschied, seine Frau auch mobil zu machen, ...

... dann waren in den Augen des Herstellers gleich zwei Autos verkauft.

Natürlich musste das Fahrzeug des Gatten das größere sein.

Mit den Jahren wandelte sich das Bild. Die Frauen emanzipierten sich und verdienten inzwischen so viel Geld, ...

... dass sie durchaus in der Lage waren, sich selber ein Auto zu kaufen.

Bei dieser neuen Zielgruppe ging es nun darum, ihr zu suggerieren, ...

... wie einfach das Autofahren ist. Kaum mehr, dass die Schönen jetzt noch als Objekt der Begierde herhalten mussten, nein, ....

... sie waren der Beweis, wie spielend leicht sich ein Auto fährt.

Selbst mit Absatzschuhen macht das Gasgeben keine Probleme, will uns dieses Bild wohl sagen.

Aber nicht nur das. Auch, dass in der kleinsten Hütte Platz ist, wird auf den Werbebildern vermittelt.

Nachdem nun auch die letzte Frau begriffen hatte, wie leicht Autofahren ist, ging es jetzt erneut darum, den Spaßfaktor in den Mittelpunkt zu rücken.

Und der bestand ...

... im Reisen.

Da konnte das gute Stück dann auch schon mal ...

... ein wenig größer sein und einen ordentlichen Kofferraum haben. Wie die Klappe öffnet, war ja auch schnell durchschaut.

Und wer sie nicht aufbekam, der stellte sich an die Motorhaube und wartete, bis jemand kam, der sie öffnen konnte.

Aber Spaß beiseite. Autofahren war ab Ende der 1960er Jahre keine Männer-Domäne mehr. Auch bei größeren Hubräumen ...

... durfte das "schwache" Geschlecht jetzt auf der Fahrerseite Platz nehmen.

Wichtiger war aber, dass sich Frauen auch als Autokäufer anfingen zu etablieren.

Nun galt es, Fahrzeuge zu entwickeln, ...

... die in erster Linie Frauen ansprechen. Und die wurden wie?

Natürlich klein und wendig. Das wohl "frauentypischste" Auto jener Zeit dürfte der Renault 5 gewesen sein.

Nicht nur wegen seiner Maße, sondern auch, weil er genauso beworben wurde. Später aus deutscher Sicht war es wohl auch der ...

... Opel Corsa. Schließlich waren zwei von drei seiner Käufer weiblich und die Hälfte jünger als 29 Jahre.

Doch nachdem nun klar war, dass Frauen und Männer in der Lage sind, Auto zu fahren und diese auch bezahlen konnten, ...

... gab es keinen Ansatz mehr, die Werbung auf einen Geschlechterteil zu reduzieren. Damit verschwanden aber auch die Models aus den Werbeanzeigen.

Was heute noch zählt, sind nur die Autos. Es sei denn, ...

... BMW verpackt sein Gran Coupé in eine Kunst-Foto-Geschichte und ...

... erzählt von der Femme fatale ...

... in typischer Burlesque-Manier.

Oder aber die Bayern werben für ihre Gebrauchtwagen. Allerdings passiert das in dieser Art nur im englischsprachigen Raum. Schade eigentlich.

weitere Bilderserien