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100 Jahre BMW: Vom Propellerflugzeug zum Luxusauto

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Das blau-weiße Logo auf jedem BMW erinnert noch heute an die Anfänge des bayrischen Autobauers. (Foto: BMW)

Das blau-weiße Logo auf jedem BMW erinnert noch heute an die Anfänge des bayrischen Autobauers.

Das blau-weiße Logo auf jedem BMW erinnert noch heute an die Anfänge des bayrischen Autobauers.

Vor 100 Jahren, am 7. März 1916, wurden die Bayrischen Flugzeugwerke gegründet.

Der Flugzeugmotor BMW VI, ein Zwölfzylinderaggregat in V-Form, kam 1926 auf den Markt, wurde zu einem weltweiten Exportschlager und entwickelte sich zum erfolgreichsten Produkt des Unternehmens in den 1920er-Jahren.

Anstelle von Flugzeugmotoren, deren Produktion nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in Deutschland zunächst untersagt war, trugen von 1918 an unter anderem Motoren für Lkw und Boote sowie von 1920 an auch Antriebe für Motorräder das BMW-Logo.

Zu den Abnehmern gehörte die Bayerische Flugzeugwerke AG, die schon bald für das Unternehmen von besonderer Bedeutung wurde. Das Unternehmen übernahm im Juni 1922 die Markenrechte samt BMW-Firmenlogo sowie die Produktionsanlagen und die Mitarbeiter.

Einen eigenständigen Weg schlug das Unternehmen bei der Entwicklung von Motorrädern ein. Während sich andere Hersteller noch an der Geometrie von Fahrrädern orientierten, wurde die BMW R 32 konsequent um den Motor herum konstruiert. Das 1923 präsentierte Modell wies erstmals einen Zweizylinder-Boxermotor mit quer zur Fahrtrichtung angeordneten Zylindern, ein direkt an den Motor angeblocktes Schaltgetriebe und eine Kraftübertragung über eine Welle anstelle einer Kette oder eines Riemens auf. Ein Konzept, dass sich im Übrigen bis heute erhalten hat.

Nachdem das Unternehmen im Jahr 1928 auch zum Automobilhersteller geworden war, ...

... entstanden zunächst Kleinwagen nach zeitgemäßem Muster, darunter auch der BMW 3/15 PS.

Doch schon mit dem BMW 303 wurde das erste Mittelklasse-Fahrzeug der Marke mit einem Sechszylinder-Reihenmotor geschaffen.

Auf anspruchsvolle Kunden zielte BMW mit dem 1936 vorgestellten BMW 326, der mit seinem 50 PS starken Sechszylinder-Motor und dem geräumigen Innenraum zu den eher exklusiven Angeboten zählte. Mit rund 16.000 verkauften Einheiten wurde er zum bis dahin meistverkauften Automobil der Marke.

Der legendäre Roadster BMW 328 absolvierte seinen ersten öffentlichen Auftritt auf der Rennstrecke.

Beim Eifelrennen auf dem Nürburgring im Juni 1936 holte Ernst Henne mit einem Vorserienexemplar des neuen Modells auf Anhieb den Klassensieg.

Obendrein fuhr er gegen die zum Teil deutlich stärker motorisierte Konkurrenz auch die schnellste Rennrunde.

Doch neben den Erfolgen im Motorrad- und Autosegment gerieten erneut die Flugzeugmotoren ins Visier staatlicher Auftraggeber und ihrer militärischen Zielsetzungen. Analog zu einem Großteil der deutschen Industrie ließen sich auch die Verantwortlichen bei BMW im Umgang mit den politischen Rahmenbedingungen der 1930er- und 1940er-Jahre von wirtschaftlichem Effizienzstreben leiten.

So profitierte das Unternehmen massiv von den neuen Rüstungsanstrengungen. Von 1939 an wurden bis zu 25.000 Strafgefangene, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene sowie Häftlinge aus Konzentrationslagern in den Werken des Unternehmens eingesetzt.

Am 30. April 1945 befreiten Soldaten der 7. US-Armee die Häftlinge im sogenannten Schattenwerk in Allach bei München.

Im Dezember 1948 wurde die Motorrad-Fertigung in München wieder aufgenommen. Als erstes Nachkriegsfahrzeug der BMW AG entstand eine BMW R24 mit Einzylinder-Motor.

Bereits in den 20er- und 30er-Jahren errang BMW Erfolge im Rennsport. Besonders bedeutend war der 1939 von Georg Meier mit einer BMW Kompressor-Rennmaschine erzielte Sieg. Meier gewann bei der Tourist Trophy auf der Isle of Man als erster Nicht-Brite die 500er-Klasse, die sogenannte Senior TT.

Der Brite Jock West, ebenfalls BMW-Fahrer, wurde Zweiter. Exakt 75 Jahre später trat der Nordire Michael Dunlop in Meiers Fußstapfen und holte auf einer BMW S 1000 RR den Sieg bei der Senior TT.

"Schorsch" Meier knüpfte in der Nachkriegszeit mit dem Gewinn des Deutschen Meistertitels 1947 an seine frühen Erfolge an. Eine besonders eindrucksvolle Siegesserie gelang den von BMW mit Motoren versorgten Teams in der Seitenwagenweltmeisterschaft mit 20 Marken- und 19 Fahrertiteln zwischen 1954 und 1974.

Die Wiederaufnahme der Automobilproduktion ließ bei BMW bis 1952 auf sich warten und brachte zunächst nicht den erhofften wirtschaftlichen Erfolg.

Der Versuch mit dem BMW 507 einen zweisitzigen Roadster gegen den Mercedes 300 SL fahren zu lassen, scheiterte grandios. Mit lediglich 254 gebauten Fahrzeugen bleibt der Bayer weit hinter dem schwäbischen Konkurrenten zurück.

Auf der Hauptversammlung im Dezember 1959 wurde der beinahe schon besiegelte Verkauf von der BMW AG an die Daimler-Benz AG in letzter Minute abgewendet. Der stattdessen unter der Regie des Großaktionärs Herbert Quandt entwickelte Sanierungsplan setzte auf Eigenständigkeit, neue Strukturen und neue Modelle.

Im Nachkriegsdeutschland war es zunächst die BMW Isetta, die den Zeitgeist der Wirtschaftswunderjahre widerspiegelte. Mehr als 160.000 Einheiten des "Motocoupés" wurden verkauft - selbst in den USA, dem Land der Straßenkreuzer, war der Zweisitzer gefragt.

Sportliche Ambitionen erfüllte der BMW 700, ...

... der 1959 zunächst als Coupé und wenig später als Limousine präsentiert wurde und dessen Verkaufserfolg dem Unternehmen das Überleben sicherte.

Im Jahr 1961 brachte die BMW AG schließlich mit dem BMW 1500 jenes Modell an den Start, das die Kundschaft offenbar vermisst hatte.

Die Konstrukteure lieferten einen klar gestalteten Viertürer mit kraftvollem Vierzylinder-Motor und moderner Fahrwerkstechnik. Die von BMW als "Neue Klasse" ausgerufene Serie symbolisierte Individualität auf hohem Niveau. Ihr besonderer Charakter basierte vor allem auf der Kombination aus komfortablen Fahreigenschaften und Sportlichkeit.

Das Unternehmen hatte damit jene "Nische" auf dem Automobilmarkt erschlossen, die einen wirtschaftlichen Erfolg ermöglichte. 1965 erschien mit dem BMW 1800 TI/SA die bisher stärkste Modellvariante als Basis für den Motorsport - und gleichzeitig auch der neue, bis heute gültige Slogan: "Freude am Fahren".

Auf dem Automobilsalon in Genf im Jahr 1966 feiert der BMW 1600-2 seine Premiere. Antriebs- und Fahrwerkstechnik wurden von den Viertürern übernommen, ebenso die Strategie, die Modelle mit unterschiedlichen Motorisierungen anzubieten.

Spektakulärste Variante war der im Jahr 1973 eingeführte BMW 2002 turbo - nicht nur aufgrund der 170 PS, die sein Motor mobilisierte, sondern vor allem, weil dafür erstmals in einem europäischen Automobil ein Abgasturbolader eingesetzt wurde.

Ausdruck für die gewachsene Bedeutung der Rennstreckenaktivitäten war die Gründung der BMW Motorsport GmbH im Mai 1972. In den folgenden Jahren wurden vor allem im Tourenwagensport zahlreiche Erfolge erzielt. Der BMW 3.0 CSL, ...

... der BMW 635 CSi, ...

... der BMW 320 Gruppe 5 und vor allem der ...

... BMW M3 Gruppe A, ...

... der zum erfolgreichsten Tourenwagen der Welt wurde, bereicherten die Titelsammlung.

Mit dem 1978 vorgestellten BMW M1 konnten Privatfahrer ...

... in der eigens für ihn geschaffenen BMW Procar Serie gegen Formel-1-Piloten antreten.

Im Jahr 1982 betrat die Marke BMW als Motorenlieferant gemeinsam mit Partner Brabham die Bühne der Formel 1. Erneut brachte das Unternehmen einen Vierzylinder-Motor in die Partnerschaft ein.

Das 1,5 Liter große Vierventil-Triebwerk brachte es mit einem Abgasturbolader sowie einer in der damaligen Formel 1 einzigartigen digitalen Motorelektronik auf anfangs rund 800 und später bis zu 1300 PS.

Am 13. Juni 1982 fuhr der Brasilianer Nelson Piquet in Kanada zum ersten Sieg. Im Jahr darauf folgte dann bereits der große Triumph: Piquet gewann die Weltmeisterschaft - nur 630 Tage nach dem ersten Renneinsatz des gemeinsamen Teams von BMW und Brabham in der Formel 1. Als erster Fahrer holte Nelson Piquet den Titel mit einem von einem Turbomotor angetriebenen Auto.

Im Mai 1969 wurde die Motorrad-Fertigung im BMW-Stammwerk in München beendet. Es erfolgte die Verlagerung der Produktion an den Standort in Berlin-Spandau, wo ab September 1969 die neue BMW-5-Baureihe vom Band lief.

Von 1973 an wurde "Freude am Fahren" auch für BMW Motorräder zum Leitsatz. Das Unternehmen hatte kurz zuvor die neuen Modelle BMW R 50/5, BMW R 60/5 und BMW R 75/5 auf den Markt gebracht. Motorradfahren wurde in jener Zeit zu einem Freizeitvergnügen.

Im Jahr 1980 brachte BMW die Reiseenduro BMW R 80 G/S auf den Markt. Das Bike wurde zum Vorreiter jener bis heute extrem populären Gattung von Motorrädern, die sowohl auf unbefestigtem Terrain als auch auf der Straße funktioniert.

Die Eigenschaften basieren auf einer Innovationen, die erstmals bei einem Motorrad eingesetzt wurde: die Einarmschwinge. Die Allrounder mit dem Buchstabenkürzel GS bilden übrigens heute die erfolgreichste Modellreihe im Angebot von BMW Motorrad.

Immer wieder glänzten die Fahrzeuge von BMW jetzt mit neuen Innovationen. Nicht alle setzen sich durch, andere werden von den Mitbewerbern aufgegriffen wie zum Beispiel die erste Vollverkleidung der Welt an einem Motorrad, zuerst an einer BMW R 100 RS im Jahr 1976 verbaut.

Nur ein Jahr später begann der Siegeszug der BMW 7er Reihe.

Sie ist bis heute Innovationsträger der Bayern.

1975 präsentierte BMW die 3er-Reihe, die mit neuer Technologie und neuer Modellbezeichnung die Nachfolge des erfolgreichen BMW 02er antrat.

Bis heute gehören die Autos der 3er-Reihe zu den erfolgreichsten Modellen der Marke.

Nicht ganz so erfolgreich war der BMW Z1, der mit versenkbaren Seitentüren 1988 das Licht der Welt erblickte.

1990 präsentierte BMW mit der K1 das erste Serienmotorrad der Welt mit einem geregelten Dreiwege-Katalysator.

Um im Wettbewerb mit Rivalen wie Daimler oder Volkswagen mithalten und auf größere Stückzahlen kommen zu können, übernahm BMW 1994 den britischen Autobauer Rover. Die versuchte Erweiterung vom Premium- zum Massenhersteller wurde jedoch zum Fiasko.

Nach Milliardenverlusten folgte sechs Jahre später der Rückzieher. Nur die Marke Mini behielt BMW - und machte wenigstens sie erfolgreich.

Eine neue Form der Vielseitigkeit kennzeichnete das Fahrzeugkonzept, mit dem BMW 1999 im Automobilbereich für Furore sorgte. Noch vor dem Einsetzen des weltweiten SUV-Booms präsentierte das Unternehmen auf der North American International Auto Show in Detroit den BMW X5. Mit ihm wurde das bayrische Segment des Sports Activity Vehicle ins Leben gerufen.

Seit 2013 möchte BMW mit dem i3 Freude am Fahren in einem rein elektrisch angetriebenen Automobil vermitteln. Für BMW liegt der wegweisende Charakter insbesondere darin begründet, dass er nicht auf einem bestehenden Modell basiert, bei dem lediglich der Verbrennungs- gegen einen Elektromotor ausgetauscht wurde, sondern eine komplett eigenständige Fahrzeugarchitektur aufweist.

Darüber hinaus macht das im Jahr 2014 eingeführte Plug-in-Hybrid-Modell BMW i8 die Zukunft des Sportwagens bereits heute erlebbar.

Allerdings zu Preisen, die für Normalsterbliche unerschwinglich sind. Aber auch dafür werden die Bayern in den nächsten 100 Jahren eine Lösung finden. n-tv.de gratuliert jedenfalls ganz herzlich zum Geburtstag.

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