Bilderserie

1983 ein Star, heute ein Oldie: Vor 30 Jahren rollten sie die IAA auf

Von Holger Preiss

Bild 1 von 44
Gestern wie heute gehören sportliche Autos zu den Highlights auf der IAA. VW zeigt 1983 den Prototyp des Scirocco II mit einem 16V-Motor, der immerhin 139 PS leistete. (Foto: Abdruck fuer Pressezwecke honorarfrei)

Gestern wie heute gehören sportliche Autos zu den Highlights auf der IAA. VW zeigt 1983 den Prototyp des Scirocco II mit einem 16V-Motor, der immerhin 139 PS leistete.

Gestern wie heute gehören sportliche Autos zu den Highlights auf der IAA. VW zeigt 1983 den Prototyp des Scirocco II mit einem 16V-Motor, der immerhin 139 PS leistete.

Ab 1985 ist der sportliche Volkswagen mit überarbeitetem Fahrwerk sowie Scheibenbremsen vorn und hinten im Angebot. Den Sprint von null auf 100 km/h absolvierte er in 8,1 Sekunden; er beschleunigte weiter bis auf 208 km/h.

Nicht minder sportlich zeigt Honda auf der IAA den CR-X. Das Sportcoupé punktet vor allem durch sein geringes Gewicht von knapp 835 Kilogramm. Erreicht wird das dadurch, dass 38 Prozent der Außenhaut aus Kunststoff sind.

Die europäische Version mit Vierzylinder-Einspritzmotor und 1477 Kubikzentimetern Hubraum leistet 100 PS und beschleunigt das Leichtgewicht in 8,9 Sekunden auf Tempo 100. Die Spitze wird mit 190 km/h angegeben.

Der Kaufpreis für den CR-X beträgt 1984 lediglich 19.490 DM. Damit ist der Japaner deutlich preiswerter als der VW Scirocco II. Für den müssen damals 27.190 DM berappt werden.

Auch in Rüsselsheim lässt man sich 1983 nicht lumpen und bringt mit der Bezeichnung GSE die höchste Ausstattungslinie des Opel Monza nach Frankfurt. Der Monza GSE ist ausschließlich mit dem 3,0-Liter-Sechszylinder-Einspritzmotor mit 180 PS erhältlich.

In 8,5 Sekunden fliegt der Monza an die Tempo-100-Marke und ist mit 215 km/h noch 7 km/h schneller als der Scirocco. Allerdings hatt der Sportler auch seinen Preis. 42.000 DM werden für das Coupé aufgerufen.

Mit dem Lancia Delta (831) HF Turbo zeigen die Italiener in Frankfurt ihre Vorstellung von Sportlichkeit. Der 1,6-Liter-Motor stammt von Fiat, ist aber mit einem Garret-T3-Turbolader ausgerüstet, ...

... was dem Delta satte 131 PS verschafft. Im Inneren erfreuen den Piloten Recaro-Sportsitze in Alcantara. Bei Sammlern besonders beghert ist heute das Sondermodell Lancia Delta HF Integrale.

Die Besonderheit besteht in den runden Scheinwerfern, der gewölbten Motorhaube und schwarzen Ledersitzen mit eingesticktem HF-Logo. Mindestens 15.000 Euro werden heute für einen Integrale fällig.

Der ultimative Sportler kommt aber auch schon 1983 aus Zuffenhausen. Der Porsche 911 verliert für das Modelljahr 1984 das Kürzel SC und wird zum Carrera. Der Hubraum des Saugers wird auf 3,2 Liter erhöht und lässt mit 231 PS die Herzen der Sportwagenfans höher schlagen.

Mit einem fetten Heckspoiler versehen soll der Carrera Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 245 km/h erreicht haben. Der Preis für den Wagen bewegt sich damals bei knapp 80.000 DM.

Gediegener geht es da bei den Münchnern zu. Die Bayern präsentieren 1983 auf der IAA erstmals in der Firmengeschichte einen BMW mit Dieselmotor.

Der 524td wird seinerzeit mit einem 115 PS starken Sechszylinder-Turbodiesel angeboten. Der im österreichischen Steyr gefertigte Sechszylinder läuft 184 km/h schnell und erledigt den Sprint auf Tempo 100 in 12,9 Sekunden.

Auch Mercedes lässt den 190 E in Frankfurt mit einem Diesel vorfahren. Mit 72 PS ist der aber eher für launiges Gleiten denn schnelle Spurts ausgelegt. Anders präsentierte sich der 190 E 2.3-16.

Mangels eigener Entwicklungskompetenz bei Sportmotoren lassen sich die Schwaben beim englischen Spezialisten Cosworth einen Vierventil-Kopf für den Vierzylinder mit 2,3 Litern Hubraum aus dem 230 E konstruieren. Der Sechzehnventiler mobilisierte 185 PS und ermöglicht der Limousine damit im Serientrimm eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h.

Um vor der großen Premiere auf der IAA die Zuverlässigkeit der Neukonstruktion unter Beweis zu stellen, geht man im süditalienischen Nardo auf die Rennstrecke. Über 50.000 Kilometer im Dauertest wird der Familiensportler auf Herz und Nieren geprüft.

Richtig krachen lässt BMW es auf der IAA 1983 mit der Sportversion des 635 CSi. Der ist zwar von der BMW Motorsport GmbH entworfen worden, wird aber bei der BMW AG gebaut. Das Kraftwek unter der Haube ist mit einem vom BMW M1 stammenden, jedoch überarbeiteten Vierventil-Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen und sechs Einzeldrosselklappen ausgerüstet.

Mit seinen 285 PS beschleunigt der Bayer in 6,4 Sekunden auf Tempo 100 und kann bis 255 km/h schnell werden. Der 635 CSi kostet 1983, als er zum ersten Mal in den Preislisten auftaucht, 89.500 DM; im September 1986 als 635 CSi mit Katalysator 102.050 DM.

Audi hat bereits im August 1982 den neu entwickelten Audi 100 C3 auf den Markt gebracht. Mit Leichtbaukarosserie und einem cW-Wert von 0,30 wird damals ein Weltrekord erzielt.

Im August 1983 folgt mit dem Audi 100 Avant die Kombiversion und der ...

... Audi 200, der eine reichere Motorenpalette aufweist und natürlich auch hochwertiger ausgestattet ist, als der Audi 100. Zum Marktstart gibt es Saugmotoren vom anfänglich 2,1 Liter Fünfzylinder mit 136 PS, einem 2,2 Liter mit 137 PS und schließlich einem 2,3 Liter mit 136 PS.

Als Auto für die Massen bringt Fiat den Regata zur IAA. Auf der Plattform des Ritmo ruhend, wird der Italiener zunächst nur als viertürige Limousine angeboten. Das Motorenspektrum reicht vom Einstiegsmodell mit 1,3 Liter Hubraum und 65 PS bis zum 1,6-Liter-Hubraum mit 100 PS und umfasst auch verschiedene Saug- und Turbodiesel.

Besonders in Südamerika und Nordafrika gehört die Fiat Regata-Limousine zu den erfolgreichsten Mittelklasse-Modellen.

Nicht minder erfolgreich präsentiert sich auf der IAA auch die zweite Generation des VW Jetta. Sein größtes Pfund ist der Kofferraum, der mit 660 Litern gigantisch ausfällt. Ansonsten ist der Jetta nichts weiter als ein gestreckter Golf.

Und auch der präsentiert sich in Frankfurt als Golf II. Bis 1992 werden vom Volkswagen mit der internen Bezeichnung Typ 19E 6,3 Millionen Exemplare produziert.

Dank gutem Korrosionsschutz und langlebigen Motoren sind 2012 in Deutschland, also 20 Jahre nach Produktionseinstellung, noch 450.000 Golf II zugelassen.

Im selben Segment wie der Golf fährt der Ford Escort. Auf der Automesse in Frankfurt wird er als XR3i vorgestellt. Vom bereits im Handel befindlichen Sondermodell RS1600i unterscheidet sich der XR3i nur durch eine andere Nockenwelle.

Die beschert dem Kölner aber immerhin 105 PS. Allerdings gilt der Motor als richtig durstig und nicht gerade drehfreudig. Mehr als 10 Liter sollen auf 100 Kilometer verbrannt werden.

Lobend wird aber immer wieder das Fahrwerk erwähnt. Dank seiner straffen Abstimmung wieselt er lustig um die Kurven, muss aber mit straffer Hand geführt werden, heißt es damals in verschieden Testberichten.

Auch Mazda tummelte sich 1983 auf der IAA und hat ein Auto im Gepäck, das sich in Zukunft zu einem Bestseller entwickeln soll: der 626. Die Autozeitschriften Motor Trend und Wheels magazine kürt den 626 noch im selben Jahr zum "Importauto des Jahres 1983".

Der neue 626 ist in der LX-Ausstattung mit einem 1,6-Liter-Motor mit 80 PS und in der GLX-Ausstattung mit einem 2,0-Liter-Motor mit 101 PS ausgestattet (Deutschland). Das Auto ist als viertüriges Stufenheck, ...

... fünftüriges Fließheck, ...

... und zweitüriges Coupé lieferbar, jeweils in der LX- und GLX-Variante. Für damalige Verhältnisse ist der GLX sehr gut ausgestattet. Er verfügt serienmäßig über elektrische Fensterheber, Velourspolster und eine Zentralverriegelung. Diese Optionen sind damals sogar in Oberklassefahrzeugen größtenteils aufpreispflichtig.

Auch Lancia hat ein Oberklassemodell in Frankfurt am Start: den Beta Trevi. 1983 wird auf der IAA die zweite Serie vorgestellt, die jetzt offiziell nur noch Trevi heißt. Man sieht es dem Trevi von außen nicht an, aber er ist mit Sportsitzen ausgestattet und für damalige Verhältnisse saubillig. Knapp 25.000 DM müssen für den Trevi hingelegt werden.

Befeuert wird er von einem Vierzylinder, der dank eines mechanischen Kompressors immerhin 135 PS und ein Drehmoment von 206 Newtonmetern auf die Achse wirft.

Der Ford Orion kommt im Juli 1983 auf den Markt und entspricht bis zur B-Säule dem fünftürigen Escort. Jedoch fehlt ihm das dritte Seitenfenster, er besitzt einen anderen Kühlergrill und ...

... das Heck ist zudem einige Zentimeter länger. Weil der Orion ursprünglich höher als der Escort positioniert werden sollte, ist er nur mit 1,3- und 1,6-Liter-Motoren und nur in den Ausstattungsvarianten L, GL und als Sportversion mit Einspritzmotor (Injection) mit 105 PS erhältlich.

Bereits auf dem Genfer Salon stellt Ford im März 1983 den sportlichen und ausschließlich dreitürigen Sierra XR4i vor. Sein Motor verfügt über einen Hubraum von 2,8 Litern und leistet 150 PS.

Alfa Romeo will 1983 an seine einst erfolgreiche Ära im Renngeschäft erinnern und präsentiert den Alfa Romeo 33. Abgeleitet ist der Name vom erfolgreichen Alfa Romeo Tipo 33/2 und Alfa Romeo 33TT. Im Juni 1983 erscheint der Nachfolger des Alfasud als fünftürige Limousine mit Schrägheck. Damit beginnt mit dem Alfa 33 (Typ 905) eine Erneuerung der Modellpalette.

Die bekannten Boxermotoren aus dem Alfasud werden weiter eingesetzt. Zunächst mit dem 1,2-Liter und 68 PS (nur in Italien erhältlich) sowie dem 1,3-Liter (79 PS) motorisiert, folgten dann die 1,5-l-Motoren, teilweise mit Doppelvergaser (33 Quadrifoglio Verde) mit 85 bis 105 PS.

1983 ist der Land Rover schon legendär. Seit 1948 haben sich bereits drei Modellreihen durch den Schlamm gewälzt. Die Vierte gibt sich auf der IAA die Ehre und heißt jetzt Ninety (90) und ...

... One Ten (110). Markante technische Veränderungen sind die Einführung von Lenkern und Schraubenfedern statt der bis dahin verwendeten Blattfedern und neue Dieselmotoren. Ab 1990 rollt der 110 als "Defender" durchs Gelände.

Und noch ein Geländepionier feiert seine Premiere 1983 in Frankfurt: der Mitsubishi Pajero. Erfolgreich auf der Rallye Paris-Dakar, muss er wegen seines Namens bis heute Spott ertragen. Denn in spanischsprachigen Ländern steht das Wort pajero für "Wichser".

weitere Bilderserien