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Suzuki Alto vs. Kia Picanto: Weniger ist mehr

 
Suzuki Alto vs. Kia Picanto: Weniger ist mehr

Kleiner ist schicker und schlauer: City-Flitzer sind in Mode. Wer was auf sich hält, fährt smarter durch die Gegend. Deshalb haben wir zwei Autos unter der magischen Schallmauer von 10.000 Euro Basispreis gegeneinander antreten lassen. Beide bieten vier Türen, vier Sitze und zeigen sich frech und peppig. Wer wird der Sparmeister unter den City-Flitzern?

Kandidat eins ist der Kia Picanto. Er ist schon seit einigen Jahren auf dem Markt und wurde Anfang 2008 überarbeitet. Als Underdog hat er schon für die eine oder andere Überraschung gesorgt.

Der Suzuki Alto ist der Newcomer und erst seit diesem Frühjahr zu haben. Er ist das Produkt einer Kooperation mit Nissan und baugleich mit deren Pixo. Der Alto wird in Indien produziert.

Neu an dem Konzept ist der Dreizylinder-Motor. Das Konzept an sich wurde natürlich nicht neu erfunden, doch im Pkw-Bau lag es lange auf Eis. Vorteile des "fehlenden" Zylinders ist ein günstigerer Verbrauch und Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen. Das Aggregat im Alto leistet 68 PS und bietet ein Drehmoment von 90 Newtonmetern.

Damit sind natürlich keine aufregenden Fahrleistungen machbar. Dennoch zeigt sich der Alto recht spritzig und für den Stadtverkehr ausreichend motorisiert. In 14 Sekunden schafft er die 100 km/h. Bei 155 km/h endet der Vortrieb. Im Mittel verbraucht der Kleinwagen laut Hersteller 4,4 Liter.

Dem Innenraum des Alto sieht man den Sparzwang schon etwas an. Die Serien-Ausstattung ist üppig, aber die Verarbeitung eher dürftig. Hartplastik regiert im Innenleben des Suzuki.

Klimaanlage und ESP gibt es beim Alto serienmäßig. Ein Radio mit MP3-Funktion wird nur mit der höchsten Ausstattunsgvariante serienmäßig geliefert.

Der Drehzahlmesser sitzt ausgelagert auf dem Armaturenbrett. Das bringt ein Flair von "Mini-Style".

Mit 3,66 Metern ist der Alto 12 Zentimeter länger als der Kia Picanto. Auf den Vordersitzen finden auch großgewachsene Menschen Platz.

Hinten merkt man von dem Platzvorteil allerdings wenig. Nur mit Mühe findet ein Erwachsener Platz. Der Einstieg ist durch die vier Türen allerdings kein Problem.

Der Kofferaum ist mit 129 Litern sehr knapp bemessen. Die Rückbank ist asymetrisch umlegbar.

Dann werden aus den 129 schnell 774 Liter Stauvolumen. Das ist für die Fahrzeuggröße ein ordentlicher Wert. Bei sperrigen Gegenständen stören die Ausbuchtungen für die Lampen etwas.

Das Fahrwerk des Suzuki Alto ist gutmütig und verzeiht vieles. Ein leichtes Übersteuern ist Programm. Die Bremsen sind kräftig.

Auf der Autobahn verlassen den Dreizylinder von Suzuki allerdings etwas die Kräfte. Der Durchzug von 80 auf 120 km/h geht sehr langsam vonstatten.

Insgesamt kann der Alto in einigen Punkten durchaus überzeugen. Er zeigt sich als günstiges und praktisches Stadtauto.

Ein solches will auch der Kia Picanto sein. In der Basisausstattung gibt es ihn für 8960 Euro. Eine Kampfansage an die Konkurrenz.

Der Picanto hat einen 1.1-Liter-Motor mit 65 PS an Bord. Das ist keine sportliche Motorisierung, bringt den Wagen aber dennoch auf eine Spitzengeschwindigkeit von 154 km/h. 97 Newtonmeter Drehmoment entwickelt das Auto.

Im Innern des Koreaners erfreuen qualitativ recht hochwertige Materialien und eine gute Verarbeitung.

Die Schaltung des Kia ist weich und die Schaltwege kurz. Das macht auch das schaltintensive Fahren in der Stadt angenehm. Im Antritt ist der Picanto allerdings etwas träge, obwohl er mehr Drehmoment hat als der Suzuki.

Die Bedienelemente des Cockpits sind sinnvoll angeordnet. Im Gegensatz zum Suzuki findet beim Kia der Drehzahlmesser seinen Platz im Cockpit.

Sehr praktisch ist der USB- und "Aux"-Eingang unterhalb der Mittelkonsole.

Den Diesel-Motor hat Kia aus dem Programm genommen. Eigentlich schade, aber auch der Benziner ist mit einem Verbrauch von fünf Litern Superbenzin auf 100 Kilometern recht sparsam. In der Praxis sind es im Mittel aber eher sechs.

Mit einer Länge von 3,54 Metern ist der Kia kurz genug - selbst für kleine Parklücken. Das smarttypische Querparken entlang der Straße funktioniert allerdings nicht.

Erwachsene finden auch auf der Rückbank ausreichend Platz. Das ist dem Radstand von 2,54 Metern zu verdanken.

Der Kofferraum ist mit 127 Litern Volumen doch sehr überschaubar.

Die Rückbank lässt sich geteilt umlegen. Die maximale Zuladung liegt bei 421 Kilo.

Wir alles umgelegt, dann kommt der Picanto auf ein Volumen von 868 Litern. Damit lässt sich dann doch etwas transportieren. Die Ladekante ist erfeulich niedrig und die Öffnung des Kofferraums recht groß.

In Sachen Kofferraum und Platzangebot kann der Kia Picanto den Suzuki Alto in die Schranken weisen. Trotz des nominell kleineren Kofferraums.

Auch bei der Verarbeitung liegt der Koreaner vorne. Der Innenraum des Picanto wirkt wertiger.

Bei den Fahrleistungen muss der Kia allerdings den Suzuki vorbeifahren lassen. Der Dreizylinder wirkt deutlich spritziger im Stadtverkehr. Das bringt mehr Freude in der City und an der Tankstelle, denn der Alto verbraucht auch weniger.

Jenseits der 80 km/h wird es für den Alto allerdings eng. Dann zeigen der leicht größere Hubraum (1.1 Liter) und das höhere Drehmoment (97 Newtonmeter) des Kia ihre Wirkung.

Knapp wird es bei den Kosten. Den Suzuki Alto gibt es für 8900 Euro und den Kia Picanto für 8960 Euro.

Ein enges Rennen in dieser Kategorie also. Nachteil des Picanto ist, dass es ESP erst ab höheren Ausstattungen serienmäßig gibt.

Bei annähernd gleicher Ausstattung liegen die beiden Autos ebenfalls nur 100 Euro auseinander. Der Kia bringt serienmäßig schon einiges mit.

Im Fazit ist der Sparmeister der Suzuki Alto. Wer etwas mehr Komfort und Qualität sucht, sollte dennoch zum Kia greifen, denn er bietet etwas mehr Auto fürs Geld.

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