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Wankelmütige Japaner feiern 40.: "Zoom-zoom" Mazda

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1972 beginnt der japanische Automobilhersteller Mazda mit seinen Mittelklassemodellen Mazda 1000/1300 und …

1972 beginnt der japanische Automobilhersteller Mazda mit seinen Mittelklassemodellen Mazda 1000/1300 und …

1972 beginnt der japanische Automobilhersteller Mazda mit seinen Mittelklassemodellen Mazda 1000/1300 und …

… dem Kleinwagen Mazda 616, gegen etablierte Fahrzeughersteller in Deutschland anzutreten. Ursprünglich ist der Mazda 1000 für den Markt in Japan und Nordamerika bestimmt. Die Bemühungen, das Fahrzeug in Europa zu etablieren, …

… schlagen anfänglich fehl. Japanische Autos gelten als Exoten und haben vor allen in Ländern mit einer eigenen Automobilproduktion einen extrem schweren Stand. Hinderlich für den Verkauf ist auch, …

… dass sich die Japaner bei der Form des Blechkleides am US-amerikanischen Geschmack orientieren. Autokäufer in Europa können sich nicht so recht mit den kühn geschwungenen Linien und dem großzügigen Chromschmuck anfreunden. Mazda begegnet …

… dem schwierigen Marktumfeld mit einer umfangreichen Ausstattung und niedrigen Preisen. Auf europäischen Straßen bleibt der 616 aber immer ein Außenseiter. Dabei bieten die viertürige Limousine und …

… das zweitürige Coupé für die damalige Zeit beachtliche Parameter. Beide verfügen über einen wassergekühlten 1,6 Liter-Hubkolbenmotor, der 55kW (75 PS) leistet, und über ein Viergang- oder Automatikgetriebe und eine Kardanwelle, die die Kraft auf die Hinterräder überträgt.

Für kurze Zeit kann auch ein 1,8-Liter- Motor mit 74 kW (100PS) geordert werden. Heute ist der 616 längst aus dem deutschen Straßenbild verschwunden. Zwei Jahre nach der Einführung des 616 …

… bringt Mazda den 1000/1300 auf den Markt. Um sich dem deutschen Geschmack anzupassen, hat man den zunächst als 2-Türer angebotenen Mittelklassewagen von seinen rechteckigen Scheinwerfern befreit und …

… ihm runde verpasst. Mit seinem 1,3-Liter-Motor, der 44 kW (60PS) leistet, sind weder der Mazda 1000 noch der 1300 Rennmaschinen. Später gibt es sogar ein noch kleineres Triebwerk mit 1,0-Liter-Hubraum und schlanken 33 kW (45PS). Ende 1976 läuft die Produktion des Mazda 1000/1300 aus und das Modell …

… wird durch den Mazda 323 ersetzt. Der 323, der in Japan Familia heißt und in Amerika als GLC angeboten wird, kommt in Deutschland als Fließheck auf den Markt. 1977 wird er neben den Varianten als 3- und 5-Türer …

… auch als Kombi 323 Variabel angeboten. Nach einem Facelift 1979 werden die runden Scheinwerfer gegen rechteckige H4 Leuchten ausgetauscht. Auch die Rückleuchten werden größer. Erstmals werden in einem Mazda-Fahrzeug die bis dahin gebräuchlichen Teilledersitze …

… von Veloursitzen abgelöst, die nun auch eine verstellbare Kopfstütze haben. 1980 rollt ein ganz neuer 323 nach Deutschland. Er ist kantig, besticht durch glatte Flächen und ein für die damalige Zeit modernes Design. Mazda verzichtet auf die Kardanwelle und …

… lässt den 323 jetzt mit Frontantrieb rollen. Die Leistungspalette der Motoren beschränkt sich auf zwei Modelle: einen 1,1 Liter mit 40 kW (54 PS) und einen 1,5 Liter mit 65 kW (88 PS). In Deutschland wird der 323 zum meistverkauften Pkw aus japanischer Produktion. 1983 erhält der 323 …

… erneut ein Facelifting. Die vorderen Blinker wandern in die Stoßstange und die Rückleuchten werden überarbeitet. Auch in der DDR wird der Wagen Anfang der 80er Jahre angeboten. Staats- und Parteichef Erich Honnecker brachte das Fahrzeug von einer Reise aus Japan mit. Allerdings bleibt der "Westwagen" ob seines horrenden Preises (etwa 35.000 DDR-Mark), …

… für die Mehrzahl der DDR-Bürger ein unerreichbarer Traum. 1985 wird die Produktion des intern als BD bezeichneten Modells eingestellt. Sein Nachfolger geht deutlich dynamischer an den Start. Weniger Kanten, …

… flachere Linien und schmalere Scheinwerfer bestimmen sein Äußeres. 1986 wird ein Kombi auf der Basis des 323 eingeführt. Erstmals steht auch ein Dieselmotor mit 1,7-Liter-Hubraum und 40 kW (54 PS) zur Verfügung.

1989 schafft Mazda mit der vierten Generation des 323 den Durchbruch auf dem deutschen Markt. Eine Neuerung und die eigentliche Punktlandung ist die fünftürige coupéhafte Variante des 323, der 323F. Mit seiner flachen Dachlinie …

… und den Klappscheinwerfern ist er für ein sportliches Publikum ausgelegt. Bereits fünf Jahre später wird der Verkaufsschlager erneut geliftet. Der sportliche Anspruch wird nun auch mit der Motorisierung unterstrichen. Ausschließlich der 323F erhält einen …

… 2,0-Liter-V-Sechszylinder 24V-Motor mit 106 kW (144 PS). 1998 bringt Mazda zwei Sondermodelle des 323F mit Lederausstattung auf den Markt. Angetrieben werden sie mit dem neu entwickelten 1,5-Liter-Vierzylinder DOHC 16V-Motor mit 65 kW (88 PS).

Im Herbst 2003 endet die Ära des 323. Nach 26 Jahren wird die Mazda-Nomenklatur geändert. Ab da heißt die Serie schlicht und ergreifend: Mazda 3. Auch in Japan wird die Produktion eingestellt. Der Nachfolger wird dort als Axela verkauft.

Sportlich geht es in den 70er Jahren auch mit dem Mazda 818 zu. Der Wagen wird zunächst als 2-türiges Coupé und 4-türige Limousine angeboten. Befeuert wird er von dem selben 1,5-Liter-Motor mit 55 kW (75 PS), der auch im 616 verbaut ist. 1978 wird …

… der aus heutiger Sicht schnittige 818 aus dem Programm genommen. Im Juli 1979 liefert Mazda den letzte seiner Art an einen deutschen Käufer aus. Sportlich versuchen es die Japaner auch mit dem …

… Mazda 929. Der Mittelklassewagen ist in drei Varianten zu bekommen: als Limousine, Kombi und Coupé. Wobei vor allem das Coupé die Männerherzen höher schlagen lässt. Mit seiner stark abfallenden Dachlinie und der langen Schnauze …

… erfüllte er noch heute alle Anforderungen eines sportlichen Zweisitzers. Im Gegensatz dazu ist der Kombi mit seinem riesigen Kofferraum das perfekte Familienauto. Leider verlor der 929 über die Modellwechsel sein außergewöhnliches Äußeres. Mit Rücksichtnahme auf den Zeitgeist …

… befreien ihn die Designer von seinem barocken Äußeren. Seine Züge werden glatt gestrichen. Die Scheinwerfer lassen sich jetzt versenken, das dritte Seitenfenster fällt weg und neue Zierleisten sorgen für eine eigene Optik. Ausstattungsdetails wie …

… elektrisch verstellbare Außenspiegel und Heckscheibenwischer sind bei den GXL-Modellen und beim Coupé Serie. Im April 1987 geht eine völlig neu konzipierte Limousine mit 4,88 Meter Länge und 1,75 Meter Breite an den Start: …

… der Mazda 929 HC. Ein Coupé ist in dieser Modellreihe nicht mehr erhältlich. Bis 1991 wird der 929 in Deutschland verkauft, danach bietet Mazda den Xedos 9 als Nachfolgemodell an.

Einen Kracher landet Mazda in den 90er Jahren mit dem MX-5. Mit dem Modell lösen die Japaner eine Renaissance der Roadster aus. In den USA wird der MX-5 als Mazda Miata und in Japan als Eunos Roadster verkauft. Mit über 800.000 verkauften Exemplaren …

… zwischen 1989 und dem 30. Januar 2007 ist der MX-5 der meistverkaufte Roadster weltweit. Bereits 1982 gibt Mazda eine Studie in Auftrag, um zu erfahren, wie sich die USA, …

… dem für Mazda wichtigsten Markt, einen Sportwagen vorstellen. Die Ergebnisse gehen durch den Konzern, bleiben aber vorerst unverwirklicht. Den Durchbruch bringt eine praktische Demonstration altenglischer Roadster-Freunde. Auf einer Dienstreise wählt Technikchef Yamamoto als Fahrzeug einen Triumph Spitfire.

Die Auswahl der Strecke tut ein Übriges. Nach ein paar Stunden auf den kurvigen Straßen der Berge rund um den Hakone-See, zwischen Fujijama und Pazifik gelegen, ist nichts mehr, wie es war: …

… Kenichi Yamamoto ist endgültig mit dem Roadster-Virus infiziert. Im Mai 1983 übernimmt Yamamoto den Firmenvorsitz von Mazda und das Projekt LWS (light weight sportscar) kann beginnen. Im September 1984 gibt er den Auftrag, …

… einen fahrbereiten Prototypen zu fertigen. 1985 ist es endlich so weit. Auf einem abgesperrten Testgelände des britischen Verteidigungsministeriums präsentieren die Designer der japanischen Delegation ihre Idee. Der Neue wird …

… bei etlichen Vergleichsfahrten gegen den Fiat X1/9, Toyota MR-2 und Reliant Scimitar ins Rennen geschickt. Nach weiterer Überarbeitung darf der MX-5 Ende 1989 auch auf den deutschen Markt.

Bis 2009 geht der MX-5 mit regelmäßigen Facelifts an den Start und zwingt etablierte Hersteller, mit eigenen Roadster-Modellen nachzuziehen. BMW bringt den Z1 und Z3, Mercedes folgt mit dem SLK, MG mit dem MGF/TF und Fiat mit der Barchetta. Während die …

… im Preissegment des MX-5 angesiedelten Konkurrenten fast ausnahmslos ohne Nachfolger eingestellt werden, …

… hat sich der Markt für höherpreisige Roadster zu einer festen Größe entwickelt. Weniger Erfolg ist dem Mazda RX-7 vergönnt. Der Sportwagen wird mit Wankelmotor und Klappscheinwerfern angeboten. Während die Klappscheinwerfer einwandfrei funktionieren, …

… bleibt der Kreiskolbenmotor in puncto Verbrauch und Haltbarkeit eine kitzelige Angelegenheit. Hinzu kommt, dass im März 1978, als der MX-7 erschien, die Zeit der Wankelmotoren fast wieder vorbei war. Der hohe Verbrauch, …

… die gestiegenen Benzinpreise seit der Ölkrise und die schlechten Erfahrungsberichte über die Motoren verunsichern die Kaufinteressenten zusehends. Andere Hersteller haben sich längst von den Wankelmotoren getrennt. Was den RX-7 in Deutschland dann doch zu einem relativen Erfolg macht, …

… ist der für einen Sportwagen extrem günstige Preis von 22.186 D-Mark. Damit wildert der "Wankelmütige" sogar im Revier des Porsche 924, der immerhin 6000 D-Mark teurer ist. Die Preisdifferenz kann Mazda dank puristischer Ausstattung halten. Während an der Vorderachse McPherson-Federbeine verbaut sind, …

… rumpelt der Wagen hinten über eine sauber geführte Starrachse mit Schraubenfedern. Das Fahrverhalten wird trotzdem als gut und einfach beherrschbar eingeschätzt. Hinzu kommt der leichte Wankelmotor, …

… der einen sehr tiefen Schwerpunkt des Wagens ermöglicht und die fast perfekte Gewichtsverteilung von Vorder- zu Hinterachse von 52:48 Prozent erlaubt. Bei einem Gewicht von knapp einer Tonne …

… sind zumindest für damalige Verhältnisse echte Sportwagenwerte zu erzielen. Der MX-7 benötigt zehn Sekunden für den Sprint auf 100 km/h und erreicht in der Spitze 192 km/h. Mit den Facelifts …

... geht auch eine Leistungssteigerung der Wankelmotoren einher. Bis 1985 gibt es nicht viele Autos, die in der Lage sind, mit nur 85 kW (115 PS) eine Spitzengeschwindigkeit von über 200 km/h zu erreichen.

Bis 2002 verbaut Mazda in den Modellen der RX-7-Reihe konsequent Wankelmotoren. Der RX-7 FD präsentiert sich mit einem turbogeladenen 13B-REW-Wankelmotor, der in der letzten Ausbaustufe eine Leistung …

… von 206 kW (280 PS) erreicht. Der RX-7 FD ist das leistungsstärkste Modell der Reihe und überzeugt mit einer üppigen Bremsanlage und Schalensitzen. In Deutschland wird der Wagen bis 1996 angeboten, …

… ehe neue Abgasvorschriften den Verkauf unmöglich machen. Auch der Preis von 80.000 D-Mark führt dazu, dass sich das Interesse mehr und mehr in Grenzen hält. Ersetzt wird der RX-7 durch den …

… RX-8. Der glänzt mit einem verbesserten Wankelmotor. Der Benzinverbrauch wird deutlich gesenkt, liegt aber immer noch 30 Prozent über dem Verbrauch vergleichbarer Fahrzeuge mit Hubkolbenmotor.

Was den RX-8 besonders macht, sind seine hinten anschlagenden Fondtüren, die den klangvollen Namen Freestyle-Doors bekommen. Sie lassen sich nur öffnen, wenn die vorderen Türen ebenfalls geöffnet sind. Damit und durch den Kreiskolbenmotor …

… unterscheidet sich der RX-8 deutlich von anderen Sportcoupés. Ab 2009 wird der RX-8 nur noch mit 170-kW-Motor angeboten. 2011 ist er von der Bildfläche verschwunden, weil er die Euro-5-Abgasnorm beim besten Willen nicht mehr erfüllen kann.

Aber Mazda bringt nicht nur Sport- und Familienwagen auf den deutschen Markt. Mit dem Mazda Bongo, der in Deutschland in der E-Serie angeboten wird, dringen die Japaner in das Segment des VW-Busses, des T1, vor. Er soll sich …

… als Transporter für Mensch und Gerät etablieren. Und so wirbt Mazda: Wer mit Gewinn transportieren will, muss mit drei Faktoren rechnen: Leistung, …

… Zeit und Geld. Nichts anderes gilt. Der Export des Bongo, der nur einen Mittelmotor hat, beginnt 1978. Ab 1983 werden bei dem Spartypen sogar Extras wie Klimaanlage und eine Heizung für den Fahrgastraum serienmäßig angeboten.

Dank seines Preises und seiner vielseitigen Einsatzmöglichkeiten wird der Bongo mit einigen Retuschen bis 2010 auch für den deutschen Markt produziert. In vier Jahrzehnten hat sich die Formsprache bei Mazda immer wieder geändert.

2012 präsentiert Mazda mit dem CX-5 sein neuestes Modell. Mit dem modernen Crossover-SUV wollen die Japaner ein neues Segment für sich erobern. Die neue Design-Sprache nennt Mazda:

"KODO – Soul of Motion".Und damit soll ein Kapitel aufgeschlagen werden, das mindestens noch einmal 40 Jahre dauert. Im Frühjahr soll der CX-5 zu den Händlern rollen. Wie er angenommen wird, bleibt abzuwarten.

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