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Montag, 01. März 2010

Olympia: Gold-Ekstase beim Eishockey: Die Flamme ist erloschen

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Die XXI. Olympischen Winterspiele in Vancouver sind für die Gastgeber mit der erträumten Goldmedaille zu Ende gegangen: dem Sieg im Eishockeyturnier der Männer. (Foto: dpa)

Die XXI. Olympischen Winterspiele in Vancouver sind für die Gastgeber mit der erträumten Goldmedaille zu Ende gegangen: dem Sieg im Eishockeyturnier der Männer.

Die XXI. Olympischen Winterspiele in Vancouver sind für die Gastgeber mit der erträumten Goldmedaille zu Ende gegangen: dem Sieg im Eishockeyturnier der Männer.

Auch bei der Abschlussfeier im BC Place Stadium ...

... war die Freude über den Sieg des eigenen Eishockey-Teams unübersehbar.

Während der Feierlichkeiten brannte die olympische Flamme noch hell.

Dem Sieg im Finale gegen den Erzrivalen und Nachbarn USA war ein harter Kampf vorausgegangen.

Diesem Endspiel, diesem vergoldeten Ende, ...

... dem sportlichen Schluss- und aus kanadischer Sicht zweifelsohne auch Höhepunkt der Spiele, hatte das ganze Land seit der Eröffnung der Spiele am 12. Februar entgegengefiebert.

Für das Finale der Superlative, das meistgesehene Eishockey-Spiel der Fernsehgeschichte, hätten die Organisatoren nach eigenen Angaben 360.000 Karten verkaufen können.

Wer keine Karte bekam, verfolgte das Spiel beim "Public Viewing".

Nach dem Finale der Superlative ist das kanadische Gold-Fieber ...

... in einen kanadischen ...

... Gold-Rausch übergegangen.

In einem nicht immer hochklassigen, …

… aber stets hochspannenden Endspiel ...

... setzten sich die kanadischen Eishockeystars gegen den Erzrivalen aus den USA mit 3:2 nach Verlängerung durch.

Den Siegtreffer erzielte Jungstar Sidney Crosby, ...

... mit 22 Jahren bereits Kapitän des amtierenden Stanley-Cup-Siegers Pittsburgh Penguins, ...

... nach 7:40 Minuten der Verlängerung.

Mit einem Schuss durch die Schoner von US-Torwart Ryan Miller gab er den Startschuss für die rauschende Abschlussparty im ganzen Land.

"Das ist unglaublich, ich habe einfach geschossen. Ich weiß gar nicht, wie er reingegangen ist", sagte Crosby.

Nach seinem goldenen Tor wurde Kanadas neuer Nationalheld von seinen Mitspielern beinahe erdrückt …

… und schwärmte anschließend: "Das ist ein wunderschönes Gefühl."

Mit dem knappen, aber verdienten Finalerfolg sorgte "Team Canada" für das 14. Gold bei den Heimspielen – so viele Siege hat nie zuvor ein Land bei einer Winter-Olympia verbuchen können.

Für die kanadischen Eishockeyspieler war es der insgesamt achte Olympiasieg. Damit schlossen sie zu Rekordhalter Russland auf, ...

… den sie im Viertelfinale mit 7:3 abgefertigt hatten.

Ausgerechnet an Russland wurden die Kanadier aber im Endspiel noch einmal äußerst unangenehm erinnert, und zwar 24,4 Sekunden vor Schluss.

Dem Moment, als Zach Parise den kaum noch für möglich gehaltenen 2:2-Ausgleich für die stürmisch, aber konzeptlos anrennenden US-Amerikaner erzielte.

Irgendwie kam der Puck aus dem Getümmel zum frei vor Kanadas Keeper Roberto Luongo stehenden Parise, ...

... der sich die Chance nicht entgehen ließ und das Finale in die 20-minütige Verlängerung schickte.

Dort beendet jedes weitere Tor die Partie.

So wie im WM-Finale 2008, als sich Gastgeber Kanada und Russland in Quebec gegenübergestanden hatten. Mit 4:2 hatten die Kanadier damals geführt, der WM-Titel bei der ersten Weltmeisterschaft im Mutterland des Eishockeys und der erste Sieg eines WM-Gastgebers seit 1986 schien zum Greifen nah.

Doch die Russen glichen noch einmal aus – und schossen in der Verlängerung schließlich sogar das Siegtor.

Aus dem Heim-Titel wurde ein Heim-Trauma, das die Kanadier im olympischen Finale überwinden wollten.

Nach 28 Minuten schienen die Gastgeber bereits auf dem besten Weg dahin.

Zwar hatten die USA durch Verteidiger Brooks Orpik den ersten schönen Bodycheck gelandet, der Kanadas Torjäger Dany Heatley über die Bande auf die US-Spielerbank beförderte.

Das erste Finaltor blieb jedoch den Kanadiern vorbehalten. In der 13. Minute war Youngster Jonathan Toews zum 1:0 zur Stelle.

Sein Tor aus spitzem Winkel verwandelte den mit 19.3000 frenetischen Zuschauern besetzten Canada Hockey Place in ein Tollhaus.

Als Corey Perry in der 28. Minute nach Zuspiel von Ryan Getzlaf ...

... auf 2:0 erhöhte, schwoll der Jubel erneut zum Orkan an.

"Go Canada Go"-Rufe donnerten durch die Arena, die vorwiegend kanadischen Fans hielt es nicht mehr auf den Sitzen.

Ganz nach dem Geschmack der Zuschauer lief danach Publikumsliebling Roberto Luongo vom NHL-Klub Vancouver Canucks zu großer Form auf.

Der Goalie, der den 3:2-Halbfinalsieg gegen die Slowakei mit einer Glanzparade neun Sekunden vor Schluss festgehalten hatte, leistete Schwerstarbeit, als die Amerikaner in Überzahl Druck machten.

In der Anfangsphase hatte der mit "Luuuh"-Rufen angefeuerte Luongo bereits bravourös einen frühen Rückstand verhindert, als er nach einem Alleingang den Schuss von Dustin Brown parierte (10.).

Ausgerechnet gegen seinen Klubkollegen Ryan Kesler, der in der NHL für Vancouver Canucks stürmt, ...

... zog er im zweiten Drittel dann erstmals im Finale den Kürzeren.

Mit einem knappen 2:1-Vorsprung ging es ins Schlussdrittel, weil der Kanadier Eric Staal kurz vor Ende des Mitteldrittels allein vor US-Keeper Ryan Miller den Puck knapp neben das Tor setzte (20.).

Das wurde 24,4 Sekunden vor Schluss bestraft, ...

... als Zach Parise zum 2:2 einschoss.

Wie im WM-Finale 2008 hatten die Kanadier auf eigenem Eis eine Zwei-Tore-Führung verspielt, wie damals ging das Endspiel in die Verlängerung.

Diesmal jedoch behielten die von Mike Babcock trainierten Kanadier die Nerven. In der Verlängerung kontrollierten sie die Partie, warteten dabei aber geduldig auf ihre Chance.

Die kam nach 7:40 Minuten in der Verlängerung: Sid Crosby stand plötzlich frei vor Ryan Miller und jagte den Puck unter dessen Schonern hindurch ...

... zum Siegtreffer ins US-Tor.

Die USA verpassten dadurch 30 Jahre nach dem "Miracle on Ice" in Lake Placid, als eine amerikanische Amateurmannschaft im eigenen Land sensationell gegen die Sowjetunion triumphiert hatte, ...

... ihr drittes Gold nach 1960 und 1980.

Dass US-Keeper Miller nach dem verlorenen Endspiel zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde, war ihm vollkommen egal. Sein Kommentar: "Das fühlt sich wie ein Griff ins Klo an."

Den Kanadiern lag Mitleid mit den Besiegten im Moment des Triumphes freilich fern.

Crosby schwenkte auf der Ehrenrunde eine riesige Flagge, …

… anschließend sangen Kanadas Helden Arm in Arm ...

...und von den Fans inbrünstig unterstützt ihre Hymne ...

... und genossen die Magie des Moments in vollen Zügen.

Es war ein ganz großer Moment.

Die Fans schrien danach ihre Freude heraus ...

... und machten den letzten Tag der Spiele zum Karneval.

Vor den über 60.000 Zuschauern ...

... trug Doppel-Goldgewinnern Magdalena Neuner die deutsche Fahne, ...

... Neil Young sang seinen Klassiker "Long May You Run" und danach ...

... "fuhren" Kajaks, ein übergroßer Biber und natürlich die Figuren der Eishockeyspieler vorbei.

Auch Russland durfte sich in der überdachten Arena bereits freuen - ...

als Ausrichter der nächsten Winterspiele in Sotschi 2014.

Dann sprach Jaques Rogge, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees die abschließenden Worte.

Das Feuerwerk am Himmel brannte lichterloh ...

... und die olympische Flamme in Vancouver erlosch.

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