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Das war Olympia 2012 in London: Gewinner und Verlierer der Spiele

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Die Gewinner der Olympischen Spiele sind - Elizabeth II.: "Good Evening, Mr. Bond" - die ganze Welt war amused. Die Queen als "Herself", ein royaler Blick - ... (Foto: picture alliance / dpa)

Die Gewinner der Olympischen Spiele sind - Elizabeth II.: "Good Evening, Mr. Bond" - die ganze Welt war amused. Die Queen als "Herself", ein royaler Blick - ...

Die Gewinner der Olympischen Spiele sind - Elizabeth II.: "Good Evening, Mr. Bond" - die ganze Welt war amused. Die Queen als "Herself", ein royaler Blick - ...

... spektakulärer hätte London sein Olympia nicht eröffnen können. Mit einem herabschwebenden 007 im Geheimdienst Ihrer Majestät.

London: Sicherheit, Verkehr, Wetter - auf dem Weg zu Olympia wurden Horrorszenarien an die Wand gemalt. Die Realität war glücklicherweise eine andere. Kein Terror, keine Staus, kein Dauerregen.

Die Londoner Spiele waren wie London selbst. Locker, weltoffen, unkompliziert.

Gold für die 50.000 freiwilligen Helfer. Well done.

Boris Johnson: Das ist der Typ mit den blonden Haaren, der immer so aussieht, als sei er gerade erst aufgestanden.

Für alle, die es noch immer nicht wissen: Boris Johnson ist der Bürgermeister von London. Er hat die Spiele mit seiner Schnoddrigkeit, seiner guten Laune und aberwitzigen Aktionen geprägt.

Man stelle sich vor, einer seiner deutschen Amtskollegen hängt an einem Drahtseil fest, und am nächsten Tag gehen seine Popularitätswerte durch die Decke.

Deutschland-Achter: Vier Jahre lang, in 35 Rennen, war das deutsche Paradeboot ungeschlagen, als auf dem Dorney Lake der Startschuss fiel. Vielleicht gab es bei den gesamten Londoner Spielen keinen größeren Favoriten. Die bärenstarken Männer in dem schmalen Boot hielten dem Druck stand, sie ließen sich den goldenen Lohn der langen Plackerei nicht nehmen.

Michael Phelps: Vermutlich war es eine Unterwassergeburt, vermutlich hat er auch ausfahrbare Schwimmhäute zwischen den Zehen, vermutlich ist er gar kein Mensch. Wenn Michael Phelps seine Bahnen zieht, wird auch Flipper blass vor Neid.

Der US-Amerikaner ist begeistert, der Europäer fragt sich: 18-mal Gold in zwölf Jahren - (wie) geht das eigentlich?

Die schnellste Legende der Welt machte Mätzchen, spielte mit dem Publikum und den "Gegnern" und fand zwischendurch noch die Zeit, sich mit drei süßen Schwedinnen zu vergnügen. Wieder Gold über 100 und 200 m, ...

... Weltrekord mit der jamaikanischen Staffel - sportliche Ziele hat Usain Bolt nicht mehr. Jetzt will er Mrs. Bolt suchen. Der Junggeselle mit dem Millionen-Einkommen sehnt sich nach "wahrer Liebe".

Große Klappe, viel dahinter: Man muss die Art von Robert Harting nicht mögen, seine Form der Selbstdarstellung, die fast schon inflationären Einblicke in sein Innenleben, seine großspurige Art.

Man muss aber anerkennen, dass er auf den Punkt abliefert, dass er diese wenigen ganz großen Chancen im Leben eines Sportlers 100-prozentig nutzt. Mit Ansage zum Gold: Da darf man dann auch schon mal sein Trikot zerreißen. Und einen Hürdenlauf hinlegen.

Und so sehen die Verlierer der Olympischen Spiele aus - etwa die Deutschen Schwimmer.

Abgetaucht, ersoffen, untergegangen - kein Bild war drastisch genug, um die kollektive Schmach der deutschen Schwimmer darzustellen. Keine Meinung, keine Ahnung, kein Konzept.

Der Verband hat das alles zugegeben und gesagt, dass es so weitergehen wird. Es gibt viel zu tun, lassen wir es doch einfach liegen. So schlecht waren die Deutschen im Wasser das letzte Mal im Jahr 1932.

Russland: Was ist los, Mütterchen Russland? Der Präsident, der zu den Judo-Wettkämpfen mit geschätzt 100 Sicherheitsbeamten erschien, muss sich auf dem Weg nach Sotschi und Rio ein paar Gedanken machen.

Russische Olympiasiege sind längst kein Selbstläufer mehr, die Anzahl der Medaillen ist kontinuierlich rückläufig. Da muss was passieren, aber Putin wirds schon richten. Zur Not greift er halt selbst ein.

Doping-Kontrolleure: Eine Erfolgsbilanz sieht anders aus. Nur zwei Sünder gingen den Doping-Jägern bis kurz vor Ende der Spiele bei Wettkampf-Tests ins Netz.

Ein US-amerikanischer Judoka, der schlicht so dumm war, sich kurz vor seiner Reise nach London ein paar Haschkekse zu gönnen, und eine syrische Hürdenläuferin, die eine verbotene Stimulans genommen hatte.

Das Wembley-Stadion war einmal fast voll und einmal ganz voll - als die Endspiele angepfiffen wurden. Aber Wembley ist Wembley. Und Fußball ist Fußball. Und gehört irgendwie nicht zu Olympia. Für die Frauen mag es ja noch in Ordnung sein, dass sie da mitspielen - das Männer-Turnier ist ein Witz.

Das geht schon damit los, dass England und Schottland und Wales und Nordirland zusammen spielen. Und wenn Spanien in der Vorrunde ausscheidet, ist das nicht ernst zu nehmen. Ganz zu schweigen davon, dass Brasilien kein Gold gewinnt (sondern Mexiko).

Kampfrichter: Wann immer im Sport menschliches Ermessen der Ermittlung von Siegern und Verlierern dient, wird es unübersichtlich. Fechter, Boxer, Reiter, um nur einige zu nennen, waren der Willkür menschlicher Fehlbarkeit ausgesetzt.

Da fragt sich der geneigte Betrachter: Wann gibt es endlich den Videobeweis in der Dressur? Und wie lange dauert eigentlich eine Sekunde? Ach ja, noch was: Ist ein fünfter Versuch im Hammerwurf grundsätzlich ungültig?

Liu Xiang: Die chinesische Tragödie von Peking erlebte in London ihre Fortsetzung, wieder riss die Achillessehne, wieder humpelte der tragische Held von der Bahn. Der Aufschrei war nicht ganz so laut wie 2008, als 1,3 Milliarden Menschen Gold von Liu erwarteten.

Nach Rio wird er es wohl nicht mehr schaffen, denn wie sagte schon Konfuzius: Weise ist der, der das Ende sieht.

China: Es regnete Goldmedaillen für das Reich der Mitte, doch fast jede wird hinterfragt. Ein 16-jähriges Mädchen, schneller als die Superschwimmer Michael Phelps und Ryan Lochte, als Synonym für Chinas Olympiasieger, die außerhalb des Riesenreichs kaum einer kennt.

Ihre Namen sind zu fremd, ihre Leistungen zu abstrakt, die Zweifel zu groß. Vielleicht werden sie in Rio 100 Goldmedaillen gewinnen. Irgendwie außer Konkurrenz.

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