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Flucht (fast) unmöglich: Alcatraz - Kultknast und Mythos

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Alphonse "Scarface" Capone, ... (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Alphonse "Scarface" Capone, ...

Alphonse "Scarface" Capone, ...

... George "Machine Gun" Kelly, Arthur "Doc" Barker, Alvin "Creepy"Karpis" und der legendäre Vogelmann - fast 30 Jahre lang sitzen in Alcatraz die gefährlichsten Verbrecher der USA ein.

So nah am Festland und doch so weit weg von der Zivilisation: Gerade mal zwei Kilometer vom Ufer San Franciscos liegt die Insel, oft nebelverhangen und von einer kräftigen Brise umweht.

Alcatraz hat eine lange Geschichte. Ein spanischer Seefahrer, der die Insel 1775 entdeckte, taufte sie Isla de los Alcatraces (Insel der Pelikane).

Bereits seit 1850 wird die Insel von der US-amerikanischen Armeeführung als Verteidigungsposten genutzt, drei Jahre später darauf wird der erste Leuchtturm der Pazifikküste in Betrieb genommen.

Lange Zeit ist Alcatraz Inbegriff für die schlimmstmögliche Art von Gefangenschaft. Zuerst werden dort Deserteure des amerikanischen Bürgerkrieges interniert, später dann während des Ersten Weltkriegs die Wehrdienstverweigerer.

Von eiskaltem Wasser und sehr starken Strömungen umgeben, liefert die Insel optimale Voraussetzungen für ein Hochsicherheitsgefängnis.

Von hier zu flüchten scheint unvorstellbar. Am 1. Januar 1934 wird Alcatraz als Bundesgefängnis für unverbesserliche Straftäter neu eröffnet.

Auf der Insel selbst gilt das Prinzip "Sicherheit durch massive Abschreckung". Auf drei Gefangene kommt ein Wachposten, jeder mit einem Maschinengewehr ausgerüstet.

Mehr als 250 Häftlinge sind nie zur gleichen Zeit im Gefängnis untergebracht. Die durchschnittliche Aufenthaltszeit beträgt zehn Jahre. Verstößt ein Häftling gegen die Vorschriften, wandert er ins "Loch": 18 Tage lang kein Licht, kein Bett, keine Heizung, keine Toilette.

1576 Bandenbosse, Totschläger und Vergewaltiger machen in knapp 30 Jahren Bekanntschaft mit "The Rock".

Jeder Gefangene sitzt in einer Einzelzelle, ...

... nur 3 mal 1,5 Meter groß, in der lediglich ein Waschbecken, eine Toilette und eine schmale Pritsche stehen.

Die Insassen haben Anspruch auf Essen, Kleidung und ...

... medizinische Versorgung.

Der Gefängnisalltag ist eintönig, selbst Arbeit gilt als Privileg.

Selten dürfen die Häftlinge Zeitung lesen oder Radio hören, einmal pro Monat wird eine Stunde Besuchszeit gewährt. (im Bild Mae Capone auf dem Weg zu ihrem Mann).

Jeden Abend geht pünktlich um 21.30 Uhr das Licht aus.

Obwohl die "Insel des Teufels", wie Alcatraz auch genannt wird, als ausbruchssicher gilt, versuchen etwa 40 Gefangene zu entkommen. Die meisten werden gefasst, einige auf der Flucht erschossen, andere ertrinken.

Nur der Ausbruch von Frank Morris und den beiden Brüdern John und Clarence gibt Rätsel auf: Im Juni 1962 gelingt dem Trio ein spektakulärer Coup. Mit Löffeln und einem improvisierten Bohrer graben sich die Männer durch Mauern und verschwinden auf Nimmerwiedersehen.

Bis heute fehlt von ihnen jede Spur.

Am 21. März 1963 ordnet Justizminister Robert F. Kennedy die Schließung des Gefängnisses an.

Die Betriebskosten waren zu hoch geworden, die alten Gemäuer vom Salzwasser zunehmend beschädigt und die Lebensbedingungen als unmenschlich unter Beschuss gekommen.

1969 beginnt eine 19 Monate währende Besetzung durch die "Indianer aller Stämme", die mit einem Boot auf die Insel fahren ...

... und deklarieren, dass sie ihr Land zurückerobern wollen.

1972 wird Alcatraz Teil der neu geschaffenen Golden Gate zur National Recreation Area ...

... und bereits ein Jahr später zu einem Museum umfunktioniert. Besucher können mit einer Fähre zur Felseninsel fahren und an Führungen teilnehmen.

Der Kultknast mit seinen dunklen Zellentrakten, seinem modrigen Geruch und ...

... den kunstvoll drapierten Blechtassen mausert sich schnell zu einem wahren Touristenmagneten.

Noch immer können die primitiven vergitterten Zellen und ...

... die nackten Betonwände jedem Besucher einen kalten Schauder über den Rücken jagen.

"The Rock" lebt vor allem von seinem Mythos, berühmt durch Gangstergeschichten und Abenteuerkrimis mit Filmstars wie Clint Eastwood und Burt Lancaster.

Über eine Million Besucher kommen jährlich auf die Insel, rund 5000 Besucher pro Tag.

Jeder sollte sich diesen Ort zur Abschreckung anschauen, empfahl Ex-Häftling Darwin Coon einst bei einem "Klassentreffen" mit Wärtern und ehemaligen Insassen. 1959 wurde der hartgesottene Bankräuber auf das Eiland verbannt, "29 Tage im Block D, in einer bitterkalten Dunkelzelle ohne einen Lichtstrahl", waren Coons schlimmste Erinnerung.

Es sei eindeutig besser, von hier auf die Insel zu schauen, als umgekehrt der Blick aus der Zelle auf die Stadt, beschreibt der Ex-Alcatraz-Insasse seine Erlebnisse in einem Buch.

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