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Jeder Bundeskanzler liebte seine Extrawurst.
Für Helmut Kohl war es ...
... der Saumagen, eine echte Pfälzer Spezialität.
Gerhard Schröder sah man oft mit ...
... einer "volksnahen" Brat- oder Currywurst.
Für Angela Merkel könnte es ...
... die Blutwurst sein, die sie gern in ihrem Lieblingsrestaurant in Berlin bestellt, ...
... obwohl die Kanzlerin, laut biografischen Angaben, dieses Gericht, das etwas sarkastisch auch als "Tote Oma" oder "Verkehrsunfall" bezeichnet wird, gar nicht in der Schulspeisung der DDR genießen durfte.
Manche Menschen rümpfen schon wegen des Gedankens an den Hauptinhalt der Blutwurst die Nase.
Dennoch sollte jeder Wurst- oder Schweinefleischesser mindestens einmal im Leben Blut- oder zumindest eine artverwandte Wurst probiert haben, ... (Im Bild die Filetwurst)
... denn Würste mit einem gewissen Bestandteil Schweineblut gibt es viele verschiedene, zudem sind sie reich an Eisen. (links: geräucherte Blutwurst mit Fleisch, rechts: getrocknete Blutwurst mit Speck)
In Berlin-Neukölln gibt es eine ganz besondere Blutwurst, denn Fleischermeister Marcus Benser darf sich "Chevalier du Goûte-Boudin" (Blutwurstritter) nennen.
Jedes Jahr im März trifft sich in Mortagne-au-Perche in der französischen Normandie die Bruderschaft der Ritter der Blutwurst (Confrérie des Chevaliers du Goûte Boudin), um den weltweit größten Blutwurstwettbewerb auszutragen.
Die Bruderschaft hat das hehre Ziel, den Ruf und die Qualität der Blutwurst zu verteidigen und sie zu neuem Ruhm zu führen.
Dafür werden aus ganz Europa und aus Übersee mehr als 500 Blutwürste oder besser "Boudin Noir" (schwarze Würste) nach Mortagne-au-Perche geschickt, ...
... um dort von der strengen Jury blind verkostet und bewertet zu werden.
Am Ende der Veranstaltung werden die besten Blutwürste in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet ...
... und die Macher der ausgezeichneten Blutwürste mit Orden und Urkunde zum Blutwurstritter geschlagen.
Marcus Benser, der Blutwurstritter in Berlin-Neukölln, stellt täglich frisch ...
... in traditioneller Handarbeit seine drei Mal als "Beste Blutwurst Europas" ausgezeichnete schwarze Wurst her.
Dafür füllt er frisches Schweineblut aus blauen Säcken in einen Cutter. Dort wird es gerührt ...
... und mit Schweinespeck, ...
... Schweinefleisch, ...
... Zwiebeln, ...
... altbackenen Schrippen, ...
... Gewürzen wie Nelken, Piment und Thymian (im Bild), ...
... brasilianischem Pfeffer, ...
... und Majoran aus Thüringen gemischt. Damit sich die ätherischen Öle möglichst gut entfalten, zerreibt der Fleischermeister persönlich mit der Hand die Blätter.
Die Zutaten verrät der Fleischermeister gern, das genaue Rezept für seine preisgekrönte Blutwurst bleibt natürlich sein Geheimnis.
Nur Benser selbst weiß, wie die Blutwurstmasse schmecken muss, ...
bevor sie in den Darm kommt.
Die Nachfrage ist riesig, aber nicht nur nach der preisgekrönten Blutwurst, denn immer mehr Verbraucher kehren nach Gammelfleischskandalen und Etikettenschwindel den Fleischtheken im Supermarkt den Rücken ...
.. und wenden sich wieder den Produkten aus Fleischerfachgeschäften zu.
Leider gibt es die nicht mehr um die Ecke, denn die Zahl der Metzgereien sinkt ständig.
Ein Hauptproblem für die Zunft ist es, geeigneten Nachwuchs zu finden, ...
... denn welcher junge Mensch macht sich schon gern die Hände blutig?
Wer keinen Metzger um die Ecke hat, dem kann geholfen werden. Im Internet werden bereits verschiedenste Wurstspezialitäten und Delikatessen zum Kauf angeboten.
Außerdem können sich Wurstfreunde mit einem Mobile ...
... und/oder einem Teppich in ihrer Lieblingswurstsorte die Wohnung schmücken.
Na dann: Guten Appetit! (Text: Jana Köhler, Bilder: ap, dpa, blutwurstmanufaktur, edition8x8.de, Heinrich/Tagesspiegel, wurstteppich.de)
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