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Naturschützer und Medienstar: Bernhard Grzimek zum 100.

 
"Guten Abend, meine lieben Freunde": Mit diesen Worten und einer unverwechselbaren Stimme begann Bernhard Grzimek seine Sendung "Ein Platz für Tiere".

"Guten Abend, meine lieben Freunde": Mit diesen Worten und einer unverwechselbaren Stimme begann Bernhard Grzimek seine Sendung "Ein Platz für Tiere".

Seit den 1950er Jahren saßen tausende von Familien gespannt vor den Fernsehgeräten, ...

... um die Tiersendung des bekannten Tierarztes und Direktors des Frankfurter Zoos sowie seine tierische Begleitung zu sehen und zu hören.

Grzimek brachte fast 30 Jahre lang zur besten Sendezeit Zootiere als Co-Moderatoren mit ins Studio, darunter Geparden, Schweine, Schlangen und natürlich Affen.

In der Live-Sendung "Ein Platz für Tiere" stellte der Professor und Verhaltensforscher verschiedene Tierarten vor, zeigte Filme zum Thema und erklärte Besonderheiten.

Das Zeug zum Medienstar und zur perfekten Selbstinszenierung hatte Prof. Dr. Grzimek Zeit seines Lebens. Die Tiere und besonders die Tierbabys halfen ihm dabei.

Bereits 1942 machte der Tierarzt Schlagzeilen: Als Beweis für seine Fähigkeiten als Verhaltensforscher stand er allein als Dompteur mit sechs Zirkustigern in der Manege des Zirkus Sarrasani und ließ sie nach seiner Pfeife tanzen.

Sein Anliegen war es, besonders bedrohte Arten zu schützen und unbeliebte oder als gefährlich eingestufte Tiere ins richtige Licht zu rücken.

Auf unterhaltsame und manchmal auch provozierende Art und Weise vermittelte der Professor ein breites Wissen an seine Zuschauer.

Besonders ans Herz gewachsen war ihm die Serengeti und die darin lebenden Tiere.

Er besuchte die afrikanische Savanne regelmäßig, filmte und forschte dort.

Grzimek verstand es wie kein anderer zu dieser Zeit, die neuen Massenmedien Film und Fernsehen für seine Ziele zu nutzen.

In einer seiner Sendungen behauptete er einfach, dass es Pauschalreisen nach Ostafrika gäbe. Doch das war glatt gelogen, brachte aber den gewünschten Effekt.

Tourismusunternehmen fürchteten daraufhin, einen Trend zu verschlafen und nahmen tatsächlich Ostafrika-Reisen in ihr Angebot auf.

Der Tierschützer kurbelte so bewusst den Tourismus in Ostafrika an.

Grzimek bekannte sich klar und öffentlich gegen Pelzmäntel, denn nur ein Ozelot selbst brauche ein Ozelotfell und ...

... sehr zum Unmut der katholischen Kirche, setzte er sich für Familienplanung und Empfängnisverhütung ein.

Zuviele Menschen auf der Erde bedeuteten weniger Lebensraum für bedrohte Tiere, so seine provozierende aber plausible Erklärung.

Auch sein Ausspruch: "Es wäre besser um die Welt bestellt, wenn sich die Menschen wie Löwen benähmen" ist legendär.

Bernhard Grzimek gilt bis heute als Vorreiter des modernen Tier- und Umweltschutzes.

Für seinen 1959 entstandenen Dokumentarfilm "Serengeti darf nicht sterben" erhielt der Professor 1960 als erster Deutscher nach dem Zweiten Weltkrieg einen Oscar.

Doch der Film brachte ihm nicht nur Ruhm und Ehre ein.

Während der Dreharbeiten verlor Grzimek seinen Sohn Michael durch einen Flugzeugabsturz. (Nachbau des früheren Flugzeugs des Tierforschers)

Grzimek konnte diesen Schicksalsschlag sein Leben lang nicht verkraften. Seine Ehe zerbrach daran und er ließ sich scheiden.

19 Jahre nach dem Tod seines Sohnes heiratete er Michaels Witwe Erika.

Grzimek versuchte sehr, sein Privatleben vor der Öffentlichkeit zu schützen. Seine Medienauftritte dagegen waren durchinszeniert und publikumstauglich.

Mit einem grandiosen Organisationstalent sammelte Grzimek 30 Millionen DM an Spenden für den Naturschutz und ermöglichte damit auch die Umwandlung des kenianischen Meru-Gebietes in einen Nationalpark.

Grzimek war der erste, der erkannt und gefordert hatte, dass die Afrikaner selbst ihre Natur schützen müssten, erzählt Manfred Niekisch, Nachfolger Grzimeks als Direktor im Frankfurter Zoo und Professor für internationalen Naturschutz.

Bernhard Grzimeks Leistungen fanden auch über seinen Tod hinaus Beachtung. Am 24. Juli 2009 wäre er 100 Jahre alt geworden.

Ihm zu Ehren wurde am 24. April 2008, dem 99. Geburtstag, die Straße am Eingang zum Frankfurter Zoo in Bernhard-Grzimek-Allee umbenannt.

Zum 100. Geburtstag brachte die Deutsche Post eine Grzimek-Briefmarke heraus.

Am 13. März 2012 jährt sich der Todestag des Tierforschers zum 25. Mal. Bernhard Grzimek starb so, wie er lebte, ...

Gemäß seines Wunsches wurde die Urne Grzimeks am Ngorongoro-Krater in Tansania neben der seines Sohnes Michael beigesetzt.

Grabtafeln erinnern dort an die beiden. (Alle nicht bezeichneten Bilder dpa)

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