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Bethlehem: Unter diesem Dach der heutigen Geburtskirche ist das Jesuskind geboren.
Ein anderer Blickwinkel auf das Gebäude.
An dieser Stelle stand angeblich die Krippe.
„HIC DE VIRGINE MARIA JESUS CHRISTUS NATUS EST." („Hier ist Jesus Christus von der Jungfrau Maria geboren.")
Nicht nur Priester gehen hier auf die Knie.
Menschen aus aller Welt kommen hierher.
In der benachbarten Katharinenkirche liegt das „echte" Jesuskind, das man beim weltweit im Fernsehen übertragenen Weihnachtsgottesdienst sieht.
Eine Luftaufnahme von 2002 während der israelischen Belagerung der Kirche von einer Drohne aufgenommen.
Vor Weihnachten müssen die Kerzenhalter für Pilgerkerzen von Wachs befreit werden.
Ein griechischer Priester prüft den Kerzenhalter.
Auch die Kronleuchter werden entstaubt.
Ein griechischer Priester befreit den Altar von Brotkrümeln des Abendmahlbrotes.
Der armenische Messdiener rückt seinem Priester das Hut-Tuch gerade.
Ein kleiner Junge übt das Mönchsein in Franziskaner-Tracht.
Während die Westchristen Weihnachten feiern, geht bei den Orthodoxen das Leben „normal" weiter, bis zu deren Weihnachten am 6. Januar.
In der Geburtskirche wird auch geheiratet.
Die wunderschöne Basilika wurde im 4. Jahrhundert errichtet. Auf jeder Säule ist ein gemalter Säulenheiliger abgebildet.
Zu diesem "Wunderkreuz" auf einer Säule ...
... kommen muslimische Frauen mit dem Wunsch, schwanger zu werden.
Manche Pilger werden von den Priestern natürlich persönlich empfangen, wie hier Frank-Walter Steinmeier.
Für die Tourismusministerin Khoulud Daibes (hier mit n-tv Korrespondent Ulrich Sahm) war 2008 mit 1,2 Millionen Besuchern ein Rekordjahr.
Manche Pilger führt sie persönlich durch die Geburtskirche.
Die Katholiken sind zu spät gekommen und müssen sich mit einer Kirche neben der Geburtskirche begnügen
In ihrem Kreuzgang steht St. Hieronymos, der in einer Grotte die Vulgata (Bibelübersetzung ins Lateinische) geschaffen hat. In der Kirchenmauer hinter ihm sind noch Einschusslöcher aus dem Jahr 2002 zu sehen, als Terroristen sich in der Geburtskirche verschanzt hatten.
Schilder auf Arabisch und Englisch fordern von Pilgern, sich anständig zu kleiden und zu benehmen.
Das monumentale Eingangstor wurde verkleinert, damit niemand mit Pferd oder Kamel in die Kirche hineinreitet.
Sogar der Stuttgarter Bürgermeister kann die Kirche nicht erhobenen Hauptes verlassen, sondern nur tief gebückt.
Vom Krippenplatz aus wirkt die Kirche wie eine Festung.
Wo der Patriarch von Spalier stehenden Franziskanern empfangen wird.
An Weihnachten warten Priester auf die ankommenden Prozessionen. Man beachte die „Ikone" über dem Eingangstor.
Der ehemalige Patriarch Michel Sabbah auf dem Weg nach Bethlehem, ...
... zunächst von berittener israelischer Polizei begleitet.
In Bethlehem marschieren Pfadfinder voraus ...
... und trommeln den Weg frei.
Palästinensische Polizisten in Tarnuniform sorgen für Ordnung.
Bis 1994 zog der israelische Militärgouverneur mit dem Bürgermeister in die Kirche.
Heute hat ein palästinensischer General diese Aufgabe übernommen, ...
... angeführt von malerischen „Kawassen" in Uniform der türkischen Besatzer.
Doch im Dezember stehen auch die Kawassen im Regen.
Auf jeden Fall ist Weihnachten in Bethlehem auch ein Medienereignis.
Die feierliche Weihnachtsprozessen wird - wie könnte es anders sein - ...
... auch für politische Zwecke missbraucht.
Das traute friedliche Nebeneinander von Kreuz und Halbmond täuscht. 80 Prozent Moslems leben in der Stadt, in der die islamistische Hamas die Mehrheit im Stadtrat hat.
Einen Tag vor Weihnachten 1995 zog Arafat in Bethlehem ein.
Dafür wurde die Geburtskirche entsprechend geschmückt.
Vom gegenüberliegenden Dach aus berichtete Ulrich Sahm damals live für n-tv.
Und Arafat zu Ehren wurde auf das Dach des christlichen Heiligtums ein Modell des Felsendoms gehievt.
Hier deutlicher in der Nahaufnahme zu erkennen.
Arafat wandte sich vom Dach der Kirche ans Volk.
Zum Inventar von Bethlehem gehört natürlich auch der Weihnachtsmann.
Überdimensional auch aus Plastik vor einem Andenkenladen.
Geschäftemacherei gibt es natürlich auch: Krippen in Massenproduktion.
Oder auch der biblische Samson, der „erste Selbstmordattentäter der Geschichte" (aus palästinensischer Sicht).
Arafat als typischer Weihnachtsbaumschmuck.
Und besonders beliebte Weihnachtsgeschenke: Maschinengewehre aus Plastik.
Fettgebackene Felafel zur Stärkung.
Zur Pflicht eines Bethlehembesuchers gehört das Versenden einer Postkarte mit weihnachtlichem Sonderstempel im Postamt.
Und ein Besuch bei Issa (Jesus), dem Schuhputzer auf dem Krippenplatz.
In diesem verriegelten Laden direkt am Krippenplatz wurde einst Wein verkauft. Das mochten die Moslems nicht.
Der Esel ist bis heute ein beliebtes Verkehrsmittel.
Und gleich neben einem Gedenkzelt für einen „Märtyrer", der in Jerusalem Juden umgebracht hat, ...
... verteilt die UNO- Flüchtlingshilfeorganisation Mehl ...
... und andere Nahrungsmittel an bedürftige Palästinenser.
Selbst im Schatten der Geburtskirche ...
... werden die bewaffneten „Märtyrer" gefeiert.
Dieser britische Briefkasten zeigt, dass es auch schon vor den Israelis hier Besatzer gab.
Ohne die berühmte Mauer läuft hier nichts. Laut Presseberichten ist ganz Bethlehem völlig ummauert und zu einem „Ghetto" gemacht worden.
Selbst die künstlerische Gestaltung macht sie nicht ansehnlicher.
Obgleich dieser eine Friedenstaube fressende Löwe von großer Kunstfertigkeit zeugt, ...
... dient die Mauer auch religiösen Zwecke.
Obgleich Bethlehem „völlig ummauert" ist, wie es hier scheint,...
... endet sie schon nach wenigen hundert Metern in Richtung Westen.
Und auch in Richtung Osten gibt es keine Mauer, sondern nur einen Grenzzaun.
Durch das offene Tor in der Mauer nach Jerusalem zurückgekehrt, bleibt nur noch der Wunsch nach einem besinnlichen Weihnachtsfest ohne Politik und Propaganda. (Text und Bilder: Ulrich W. Sahm)
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