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Hunderte Tote bei Disco-Brand: Brasilien im Schockzustand

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500 Tage vor dem Anstoß wollte Brasilien die erste Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land feiern. Doch nach der Brandkatastrophe in einer Diskothek im Süden des Landes wird die Feier abgesagt. (Foto: REUTERS)

500 Tage vor dem Anstoß wollte Brasilien die erste Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land feiern. Doch nach der Brandkatastrophe in einer Diskothek im Süden des Landes wird die Feier abgesagt.

500 Tage vor dem Anstoß wollte Brasilien die erste Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land feiern. Doch nach der Brandkatastrophe in einer Diskothek im Süden des Landes wird die Feier abgesagt.

Auch die Vorstellung des offiziellen WM-Posters wird vertagt. "Das ist nicht der richtige Moment für ein Fest", erklärt Sportminister Aldo Rebelo.

Stattdessen befindet sich Brasilien im Schockzustand.

Mehr als 230 Menschen sterben bei dem verheerenden Brand im Nachtclub Kiss in der Stadt Santa Maria.

Präsidentin Dilma Rousseff bricht eine Auslandsreise ab und ordnet drei Tage Staatstrauer an. "Es ist für uns alle eine Tragödie", sagte sie.

Sie reist an den Unglücksort und spricht mit Familien und Freunden der Opfer. Es kommt zu erschütternden Szenen.

Die Diskothek war zu einer tödlichen Falle geworden, als in der Nacht auf Sonntag während des Auftritts einer Band ein Feuer ausbricht.

Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben des Zivilschutzes um 120 junge Männer und 113 Frauen.

Die meisten von ihnen sterben durch Rauchvergiftung, andere werden während der Massenpanik niedergetrampelt.

Über 100 verletzte Menschen liegen noch in Krankenhäusern. Die Mehrheit von ihnen leide an Rauchvergiftung, heißt es. Etwa ein Fünftel der Verletzten habe Brandwunden erlitten.

Nach ersten Erkenntnissen wird die Tragödie durch eine Art Leuchtfackel ausgelöst. Sie war als pyrotechnische Show-Einlage gedacht.

Doch die Funken setzen vermutlich das Dämmmaterial aus Isolierschaum an der Decke in Brand. Dem hochgiftigen Rauch, der sich verbreitet, fallen sofort viele der Gäste zum Opfer.

"Das Feuer war am Anfang klein, aber innerhalb von Sekunden ist es explodiert", sagt die Augenzeugin Taynne Vendruscolo. "Alle haben gedrückt und gedrängelt."

Die Feuerwehr erklärt, dass zum Zeitpunkt der Katastrophe eine wichtige Tür abgeschlossen war. Es kommt zu einer Massenpanik.

Anwohnern versuchen, mit Hämmern die Mauern der Disko einzuschlagen, um den Eingeschlossenen Luft zum Atmen zu verschaffen.

Unklar ist, wie viele Menschen sich tatsächlich in dem Gebäude befanden, das für 2000 Besucher ausgelegt ist.

Zeugen berichten, dass die Sicherheitsleute des Nachtclubs anfangs nur Besucher herauslassen, die - wie in Brasilien üblich - ihre Rechnung beim Verlassen der Diskothek bezahlt haben.

Auf Fernsehbildern ist zu sehen, wie Feuerwehrleute und Besucher verzweifelt Körper aus dem völlig verqualmten Eingang ziehen. Die Bilder zeigen auch viele auf dem Boden liegende Leichen.

"Das war eine zu kleine Tür für so viele Leute", sagt Luana Santos Silva dem Sender TV Globo.

Erst nach etwa fünf Stunden ist der Brand unter Kontrolle.

Das Feuer ist der zweitschlimmste Brand in der Geschichte Brasiliens. Nur ein Zirkusbrand im Jahr 1961 war nach Angaben der Behörden mit 533 Todesopfern noch verheerender.

Die Nachricht von dem Unglück sorgt weltweit für Bestürzung. Auch die Teilnehmer des EU-Lateinamerika-Gipfels in Chile gedenken der Opfer. Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel sprechen Rousseff ihr Beileid aus.

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