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Jesus ganz nah sein: Büßer lassen sich kreuzigen

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Katholiken gedenken am Karfreitag mit Prozessionen und Umzügen ... (Foto: picture alliance / dpa)

Katholiken gedenken am Karfreitag mit Prozessionen und Umzügen ...

Katholiken gedenken am Karfreitag mit Prozessionen und Umzügen ...

... des Leidensweges und Todes Jesu Christi.

Weltweit wird die Geschichte vom Sohn Gottes und dessen Sterben am Kreuz nachgespielt, ...

... das martialische Ritual der Kreuzigung mit einigen Tricks nachempfunden.

Nur auf den Philippinen nicht. Hier gehen die Gläubigen extreme Wege ...

... und lassen sich tatsächlich ans Kreuz nageln. Auf diese Weise könne man Jesus ganz nah sein, erklärte einer der Freiwilligen.

Für das umstrittene Ritual in San Pedro Cutud, rund 70 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila, ...

... und in San Fernando City, der Hauptstadt der Provinz Pampanga, ...

... finden sich alljährlich Dutzende von Gläubigen, ...

... um sich an Händen und Füßen mit Nägeln an ein Kreuz aus Holz schlagen zu lassen.

Die Freiwilligen wollen mit dieser Praxis an die Leiden Jesu erinnern und für ihre Sünden sühnen.

Das alljährliche Spektakel auf den Philippinen, ...

... das von der katholischen Kirche verurteilt wird, ...

... zieht jedes Jahr tausende Touristen an.

Als Legionäre verkleidete Männer jagen den Büßern mit zwei bis drei Hammerschlägen die Nägel durch Hände und Füße.

Dann wird das Kreuz aufgestellt ...

... und die Büßer müssen einige Minuten leidend am Kreuz stehen.

Danach werden sie wieder vom Kreuz genommen und von den Legionären weggetragen.

Im Schatten werden dann die Wunden der Büßer so gut wie möglich versorgt.

Die Nägel, die bei dem grausigen Ritual verwendet werden, sind etwa zehn Zentimeter lang.

Manche Büßer, wie Ruben Enaje, kümmern sich selbst um die rostfreien Nägel und spitzen sie vorher extra an.

Der 52-Jährige ließ sich in diesem Jahr zum 27. Mal kreuzigen.

Der Anstreicher hatte 1986 auf seiner Arbeit einen gefährlichen Sturz, den er überlebte.

Ruben Enaje glaubt mit diesem schmerzhaften Ritual Gott seine Dankbarkeit alljährlich beweisen zu müssen.

Zu denen, die sich ans Kreuz schlagen lassen, kommen Hunderte, die sich mit Peitschen selbst geißeln, ...

... und zwar so lange ...

... bis Blut fließt.

Die außergewöhnliche Form der Buße ist nicht nur schmerzhaft, sondern auch gefährlich. So könnten die Nägel wichtige Nerven in Füßen und Händen verletzen, so dass diese gelähmt werden. Zudem können sich die Wunden infizieren oder es kann zum gefährlichen Wundstarrkrampf kommen.

Die katholische Kirche verurteilt auch dieses Ritual aufs Schärfste.

Der Erzbischof Jose Palma, Vorsitzender der Bischofskonferenz auf den Philippinen, riet den Mitbürgern, in der Heiligen Woche zu beten und zu meditieren, statt sich an den extremen Formen der Buße zu beteiligen.

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