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Geschichte eines Klassikers: "Casablanca"

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"Casablanca" - am 26. November 1942 erlebte der Film seine Uraufführung im Hollywood Theater in New York. Seitdem hat er sich zu einem der beliebtesten Filme aller Zeiten entwickelt. Doch worin liegt sein Geheimnis?

"Casablanca" - am 26. November 1942 erlebte der Film seine Uraufführung im Hollywood Theater in New York. Seitdem hat er sich zu einem der beliebtesten Filme aller Zeiten entwickelt. Doch worin liegt sein Geheimnis?

"Casablanca" - am 26. November 1942 erlebte der Film seine Uraufführung im Hollywood Theater in New York. Seitdem hat er sich zu einem der beliebtesten Filme aller Zeiten entwickelt. Doch worin liegt sein Geheimnis?

Ist es die Liebesgeschichte zwischen dem zynischen Barbesitzer Rick (Humphrey Bogart) und Ilsa Lund (Ingrid Bergman), die mit ihrem Mann vor den Nazis flieht und die Hilfe ihres früheren Geliebten benötigt?

Oder ist es die Kriminalgeschichte vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs? Auch der Propagandaeffekt und die positive Grundstimmung sind, mitten im Krieg, nicht zu unterschätzen.

Jeder kennt Zitate aus dem Film. Am bekanntesten ist wohl "Ich seh' Dir in die Augen, Kleines" (im Original "Here's looking at you, kid"). Dieser Satz stand allerdings nicht im Originaldrehbuch.

Der Satz "Play it again, Sam" ("Spiel's noch einmal, Sam") taucht im Film gar nicht auf. Der Ausdruck geht auf eine spätere Parodie der Marx Brothers zurück.

Der Schlusssatz "Ich glaube, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft" (im Original: "I think this is the beginning of a beautiful friendship") ist ebenfalls legendär. Er wurde nachträglich einsynchronisiert.

1944 gewann der Film den Oscar für den besten Film. Hinzu kamen Trophäen für das beste adaptierte Drehbuch und die beste Regie (Michael Curtiz).

Der Produzent Hal B. Wallis hatte die Rechte an dem Theaterstück "Everybody comes to Rick's" ("Jeder kommt in Ricks Bar") von Murray Burnett und Joan Alison gekauft. Er zahlte die außergewöhnlich hohe Summe von 20.000 Dollar und änderte den Namen in "Casablanca".

Der Streifen ist einer der bekanntesten Filme des Warner Brothers Studios. (Im Bild: Jack Warner, der den Film auch produzierte.) Der zuständige Drehbuchlektor hatte die Vorlage als "anspruchsvollen Kitsch" bezeichnet und dem Film einen großen Erfolg vorausgesagt.

Die Autoren Julius und Philip Epstein fertigten das Drehbuch an. Sie erhöhten vor allem den Anteil an humoristischen Szenen. Julius Epstein (hier im Bild) nannte den Film später allerdings eine seiner schlechtesten Arbeiten.

Die politischen und melodramatischen Teile wurden von Howard Koch (im Bild) geschrieben. Weitere Szenen stammen von Casey Robinson.

Die weibliche Hauptdarstellerin Ingrid Bergman, eine Schwedin mit deutscher Mutter, hatte in "Casablanca" eine ihrer berühmtesten Rollen.

Als männlicher Hauptdarsteller war von Anfang an Humphrey Bogart im Gespräch, ...

... obwohl er kleiner als Bergman war und Plateau-Schuhe tragen musste, um ihr wirklich in die Augen schauen zu können.

Bis dahin hatte er vor allem Gangsterrollen gespielt. Oder den Privatdetektiv Sam Spade in "Die Spur des Falken". "Casablanca" war die erste romantische Liebesgeschichte, in der Bogart auftrat ...

... und mit der er zum Superstar wurde. (Im Bild: Bogart mit seiner vierten Ehefrau Lauren Bacall.)

Für seine Darstellung des Rick Blaine erhielt Bogart seine erste Oscar-Nominierung - ging aber leer aus.

Auf den Preis musste er bis 1952 warten. Er erhielt ihn für seine Rolle in dem Film "African Queen".

Dabei war Bogart einer der wenigen amerikanischen Schauspieler in "Casablanca". Nicht nur Ingrid Bergman, auch andere Darsteller kamen aus Europa. Einige von ihnen kannten das Leben der Emigranten aus eigener Erfahrung.

Der Widerstandskämpfer Victor Laszlo etwa wird von Paul Henreid gespielt. Der Österreicher war 1935 als Gegner des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich nach England und danach in die USA geflohen.

Der Ungar Peter Lorre spielt in "Casablanca" den Schmuggler Ugarte.

Lorre war 1933 aus Deutschland geflohen, wo er große Erfolge als Schauspieler gefeiert hatte.

Der Deutsche Curt Bois (hier rechts, mit Carl Raddatz 1965) spielt einen Taschendieb. Bois war ebenfalls nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten geflohen.

Der Polizeichef von Casablanca wird von dem Engländer Claude Rains verkörpert. (Im Bild mit Vivian Leigh in dem Film "Caesar und Cleopatra".)

Einer der Amerikaner war Dooley Wilson, der den Barpianisten Sam darstellt. Berühmt wurde er für seine Interpretation des Songs "As Time Goes By" in dem Film.

Gedreht wurde der Film in den Warner Brother Studios in Hollywood. (Im Bild eine Ansicht von 1946).

Denn das reale Casablanca im damals französischen Marokko war im Zweiten Weltkrieg umkämpft. Das Bild zeigt den strategisch wichtigen Hafen der Stadt im November 1942.

Ende 1942 wurde die Stadt in der Operation "Torch" (Fackel) von amerikanischen Truppen erobert.

Im Januar 1943 trafen sich hier der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt (2.v.l.), der französische General Charles de Gaulle (2.v.r.) und der britische Premier Winston Churchill (r.), um das weitere Vorgehen gegen Deutschland zu planen.

Die alliierte Invasion in Nordafrika und die Konferenz fielen mit dem Filmstart zusammen und bedeuteten zusätzliche Werbung. (Filmplakat: Neue Visionen Filmverleih)

Und so startete "Casablanca" seinen Siegeszug um die Welt. (Im Bild ein Filmplakat bei einer Auktion im Jahre 2000.)

In Casablanca selbst gibt es mittlerweile eine "Casablanca-Bar" ...

... und auch "Rick's Cafe" ist am authentischen Ort auferstanden.

2005 wurde der Stoff in China zu einem Musical verarbeitet.

Der Film wird weltweit immer wieder aufgeführt. (Hier 1999 in Washington.)

Die Liebe aber zwischen Rick und Ilsa bleibt ewig jung. (Text: Markus Lippold)

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