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Einmal im Jahr ist soweit.
Zehntausende Schwule und Lesben sind auf den Straßen der Hauptstadt unterwegs.
Sie feiern den Christopher Street Day, die Regenbogenfahne ist gehisst.
Trotz aller Lebensfreude - der Christopher Street Day hat eine ernste Geschichte und eine ernste Gegenwart.
Die rechtliche Lage der Homosexuellen hat sich in Deutschland zwar gebessert, doch die Akzeptanz in der Gesellschaft ist nicht überall gleich gut.
Genaue Zahlen zur Gewalt gegen Homosexuelle gibt es nicht.
Nach bundesweiten Studien der Berliner Einrichtung Maneo erfahren rund ein Drittel aller Befragten allein in zwölf Monaten Gewalt, viele davon sogar mehrmals.
Experten gehen von hohen Dunkelziffern aus. Schließlich melden viele Opfer die Übergriffe nicht. Viele haben immer noch Angst, sich durch die Anzeige als homosexuell zu outen.
"Schwule Sau" als Schimpfwort nimmt laut Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft immer mehr zu. Oftmals wüssten Schüler aber gar nicht, was "schwul" eigentlich bedeute.
Knapp 40 Jahre nach dem Aufstand von Homosexuellen gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street ist Toleranz also immer noch nicht selbstverständlich.
"Homosexuellenfeindlichkeit hat eine jahrhundertelange Tradition - ein paar Partys helfen da nicht", sagt Renate Rampf, Sprecherin des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland.
"Jede Generation muss sich Respekt und Akzeptanz neu erarbeiten und aneignen."
Im bunten Zug der Schwulen und Lesben machen viele Kostümierte auf Verfolgung und Hinrichtung von Homosexuellen in vielen Ländern der Erde aufmerksam.
Überhaupt Kostümierung: Ganz wichtig am CSD.
Die einen weniger verhüllt, ...
... andere dafür umso mehr.
Etliches provozierend ...
... oder mehr zum Schmunzeln.
Bunt und lustig ...
... oder ernst angesichts von HIV und Aids.
Der Christopher Street Day steht weltweit für das Selbstbewusstsein der Homosexuellen und ihren Widerstand gegen Diskriminierung.
Er wird jährlich im Sommer mit bunten Paraden und Demonstrationen gefeiert.
In Berlin nun schon seit Jahrzehnten. (Alle Fotos dpa, AP)
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