Suche
hier klicken, um den Ort für die Startseite festzulegen
Berlin
17
SA 9° / 23°
SO 12° / 22°
Panorama

Chronik: Columbine-Massaker

 
Eric Harris und Dylan Klebold aus der Sicht der Columbine-Schulkamera in der Cafeteria. Es ist der 20. April 1999, 11.57 Uhr.

Eric Harris und Dylan Klebold aus der Sicht der Columbine-Schulkamera in der Cafeteria. Es ist der 20. April 1999, 11.57 Uhr.

Es sollten besonders viele Menschen sterben. Hierfür bauten die Amokläufer Gasbomben, die in der Cafeteria explodieren sollten. Die Bomben zündeten nicht, sonst wären wohl 488 Menschen getötet worden.

Ihr Vorgehen hatten Eric und Dylan minutiös geplant und in ihrem Tagebuch festgehalten. Die brutalen Ideen stammten meist aus dem Computerspiel "Doom2", Erics Lieblingsbeschäftigung.

Vom Westeingang stürmten sie die Schule. Planlos ballerten sie umher und jubelten, wenn sie jemanden erschossen hatten, berichteten Augenzeugen später.

Von der Cafeteria aus gingen Eric und Dylan hoch in den ersten Stock. In der Bibliothek erschossen sie innerhalb von 7 Minuten 10 Menschen. Brutal und ohne Skrupel - dabei lachend. So wie beim PC-Spielen?

Zu den schreienden Schülern, die versuchten wegzurennen, sagten sie: "Beruhigt euch. In ein paar Minuten seid ihr sowieso alle tot."

Schwarze Mäntel, Nazi-Sprüche und Gewaltphantasien - Eric und Dylan hassten die ganze Welt. Alles niederzumetzeln schien ihnen die beste Lösung. Ratlos blickte die Kleinstadt Littleton auf ihre Kinder.

Mit abgesägten Schrotflinten schossen sie Mitschülern mitten ins Gesicht. Lachend stellten sie fest: "Ich wusste gar nicht, dass Gehirn fliegen kann!"

In ihrem Tagebuch war nachzulesen, dass sie mindestens 500 Menschen töten wollten, nach der Schule sollte die Nachbarschaft "drankommen". Geiseln wollten sie nehmen und ein Flugzeug entführen.

Der Wahn und die Skrupellosigkeit von Eric und Dylan kostete in Littleton, Colorado zwölf Schüler und einen Lehrer das Leben. 23 weitere wurden schwer verletzt.

Die meisten kamen mit einem Schock davon. Erst später realisierten die Menschen von Littleton, was geschehen war. Die Gewalt an Schulen hatte eine neue Dimension erreicht. Littleton wurde ein Synonym für diese Entwicklung.

Zur Erinnerung an die Opfer wurde in der Nähe der Schule eine Gedenkstätte gebaut.

Die Schüler wünschten sich diese Gedenkstätte, damit die Touristen dort hin gehen und nicht mehr ihre Schule belagern.

Psychologen und Ärzte halfen den traumatisierten Schülern und Lehrern, die Ereignisse zu verarbeiten. An der Columbine High School läuft der Unterricht jetzt wieder normal.

Eric Harris (18) und Dylan Klebold (17) haben mit ihrer unglaublichen Tat eine Diskussion um gewaltverherrlichende PC-Spiele, das Bildungssystem und die Waffenliebe in den USA losgetreten.

Sie waren aber nicht die ersten und nicht die letzten Amokläufer an einer Schule. Und: Auch Deutschland erlebte sein Littleton. Robert Steinhäuser lief am 26. April 2002 Amok.

Am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt wurden 17 Schüler und Lehrer seine Opfer. Auch er erschoss sich anschließend selbst. Er rächte sich, weil er von der Schule verwiesen wurde.

In Bad Reichenhall schoss ein 16-jähriger Schüler am 1. November 1999 mit den Waffen seines Vaters wahllos umher. Drei Passanten, seine Schwester und er selbst starben.

Ein Jahr später, am 16. März 2000, erschießt ein 17-Jähriger den Heimleiter des Internats Brannenburg. Auch er sollte von der Schule fliegen. Auch er benutzte die Waffen seines Vaters.

Besonders brutal ging auch ein 15-Jähriger an einem Meißener Gymnasium vor. Er attackierte seine verhasste Lehrerin mit einem Messer und stach 22 Mal zu. Sie starb noch im Klassenraum.

Bilderserie versenden
Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.