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Völkerverständigung mit Wagner: Daniel Barenboim

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Der Stardirigent Daniel Barenboim ...

Der Stardirigent Daniel Barenboim ...

Der Stardirigent Daniel Barenboim ...

... sorgt seit Jahrzehnten auf ...

... und neben den Konzertbühnen in aller Welt für Aufsehen (hier küsst er die Sopranistin Anna Netrebko).

Bereits als Siebenjähriger galt Daniel Barenboim als Wunderkind, so kunstvoll verstand er Klavier zu spielen.

Später verlegte er sich zunehmend aufs Dirigieren und schuf sich einen herausragenden Ruf.

Der in Buenos Aires (im Bild) geborene und in Israel aufgewachsene Barenboim ist nicht nur ein begnadeter Musiker, ...

... sondern seit Jahren zudem scharfer Kritiker der israelischen Nahost-Politik.

Zu seinen Leidenschaften zählen zum einen die Völkerverständigung ...

... zum anderen Aufführungen von Werken Richard Wagners (im Bild: Parsifal, Staatsoper Berlin).

Das kann zu Zusammenstößen führen: 2001 entschied sich der mit einem israelischen Pass versehene Musiker dafür, bei einem Konzert in Jerusalem Musik von Richard Wagner mit ins Programm zu nehmen, ...

... dem erklärten Lieblingskomponisten von Adolf Hitler (hier 1934 mit Winifred Wagner). Und sorgte damit für einen Eklat.

Barenboim machte das wenig aus: Er wolle Holocaust-Überlebenden nicht vorschreiben, was sie hören sollten. "Aber sie sollten Wagner nicht anderen verbieten, die kein Problem damit haben", erklärte er. (Im Bild: Tristan und Isolde, Staatsoper Berlin).

Wagner sei als Mensch zu kritisieren, aber er habe "unglaubliche Musik" geschrieben.

Seit langem setzt sich Barenboim für die Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern ein.

1999 gründete er das WestEastern Divan Orchestra mit jugendlichen Musiker aus Israel, Palästina, Libanon, Ägypten, Jordanien sowie Syrien ...

... und geht mit ihm auf Tourneen.

"Wenn man Leidenschaft teilt, bringt das die Menschen sehr viel näher", ist der Dirigent überzeugt.

Das Orchester ist für Barenboim "eindeutig" das wichtigste musikalische Projekt seines Lebens.

Und der Traum eines Konzerts im Westjordanland ging 2005 erstmals in Erfüllung. In einer überfüllten Konzerthalle in Ramallah traten gemeinsam israelische und arabische Musiker auf.

Barenboim ist ein Mann klarer Worte. Israels Zukunft hänge von der Gründung eines palästinensischen Staates ab. Es sei zwingend notwendig, dass eine Lösung für die palästinensische Unabhängigkeit gefunden werde.

"Entweder wir töten einander alle, oder wir lernen mit der Tatsache zu leben, dass wir dieses Land in Gleichheit und Würde miteinander teilen müssen."

Sein Selbstbewusstsein musste sich der als Sohn russisch-jüdischer Klavierlehrer geborene Barenboim (hier zusammen mit Nabil Schehata) bereits als Kind erwerben.

Schon früh förderten seine Eltern das Talent ihres Sprösslings und schickten ihn jahrelang auf Ausbildungsreisen quer durch Europa. (Im Bild: Verleihung des Toleranz-Preises).

Als Neunjähriger spielte er im Salzburger Mozarteum Bach und studierte bei Edwin Fischer, seinem Vorbild als dirigierender Pianist. Komposition lernte er bei Nadia Boulanger (im Bild) in Paris.

Als Zwölfjähriger - er nahm in diesem Alter bereits die ersten Platten auf - spielte er seinem Idol Wilhelm Furtwängler vor. Der war sichtlich beeindruckt und schrieb einen Brief, der dem Jungen künftig viele Türen öffnen sollte: "Daniel Barenboim ist ein Phänomen."

Nach glanzvollen Konzerttourneen weltweit suchte sich Barenboim mit 20 Jahren eine zweite Karriere: Er verlegte sich zunehmend aufs Dirigieren.

Ab 1965 arbeitete er zunächst vor allem mit dem English Chamber Orchestra zusammen. 1975 übernahm er die Leitung des Orchestre de Paris (im Bild die Staatskapelle Berlin).

1981 dirigierte er erstmals auf den Festspielen in Bayreuth, wo er danach regelmäßig Gast war (im Bild zusammen mit Wolfgang Wagner).

Jahrelang arbeitete der Dirigent auch immer wieder mit seiner Frau, der Cellistin Jacqueline du Pré, zusammen, die 1987 an Multipler Sklerose starb. Ein Jahr später heiratete er die Pianistin Jelena Baschkirowa, mit der er zwei Söhne hat (im Bild: Sohn Michael).

1991 wurde Barenboim Nachfolger von Georg Solti Leiter des Chicago Symphony Orchestra, das er bis 2006 leitete.

1992 trat er die Stelle als Generalmusikdirektor an der Berliner Staatsoper an.

Sein Repertoire reicht von klassischer über romantische Musik bis hin zu Jazz, Tango oder brasilianischer Musik (hier spielt er Duke Ellington).

Barenboim musste auch schmerzliche Niederlagen einstecken: Mehr als 20 Jahre arbeitete er mit den Berliner Philharmonikern zusammen.

Gerne wäre er als Nachfolger von Claudio Abbado Chefdirigent geworden.

Doch die Musiker wählten 1999 Simon Rattle zu ihrem neuen Chef. Barenboim entschied sich für weitere Jahre an der Staatsoper.

Eine weitere Grenzüberschreitung stand 2008 an: Mit seinem Divan-Orchester ging er auf Tournee - und zwar mit dem ersten Akt von Wagners "Walküre".

Gemeinsam spielten sie in der Berliner Waldbühne.

"Stellen Sie sich das vor: Die Waldbühne, von Hitler gebaut. Die Musik von Wagner. Gespielt von uns. Hitler und Wagner würden sich im Grabe umdrehen", kommentiert Barenboim. (Alle Fotos: AP, dpa, Wikipedia).

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