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Sekunden, die ihr Leben veränderten: Das Attentat auf Monica Seles

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Monica Seles ist 1991 gerade 17 Jahre alt, als sie Steffi Graf als beste Tennisspielerin der Welt ablöst. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Monica Seles ist 1991 gerade 17 Jahre alt, als sie Steffi Graf als beste Tennisspielerin der Welt ablöst.

Monica Seles ist 1991 gerade 17 Jahre alt, als sie Steffi Graf als beste Tennisspielerin der Welt ablöst.

Die beiden Frauen werden zu großen Rivalinnen. Sie respektieren sich, doch die Sympathien füreinander halten sich in Grenzen.

Seles startet als Favoritin in die Damen-Konkurrenz am Hamburger Rothenbaum. Am frühen Abend des 30. April 1993 trifft die Weltranglistenerste in ihrem Viertelfinale auf die Bulgarin Magdalena Maleeva. Es sieht gut aus, sie liegt 6:4, 4:3 in Führung.

Nach dem Seitenwechsel ruht sich Seles auf ihrer Bank aus, als das Unfassbare geschieht. Ein Unbekannter stürzt sich auf die 19-Jährige und rammt ihr ein 22 Zentimeter langes Küchenmesser in den Rücken.

Seles taumelt Richtung Netz, bricht wenige Meter später zusammen, ...

... während der Attentäter Günter Parche von Zuschauern überwältigt wird.

Der arbeitslose Dreher aus Thüringen outet sich als glühender Verehrer von Steffi Graf. Mit seinem Angriff auf Seles wollte er der Deutschen zurück auf den Tennis-Thron verhelfen.

Seles hat Glück im Unglück: Die Messerattacke verfehlt die Wirbelsäule, das Schulterblatt bleibt unversehrt. Der Einstich verletzt lediglich Muskel- und Fasergewebe. Allein die seelischen Narben sollen nie mehr verheilen.

"Er war nicht erfolgreich in seinem Versuch, mich zu töten", sagt Seles später. "Aber er hat mein Leben zerstört."

Monatelang traut sich Seles nur noch mit mehreren Bodyguards in die Öffentlichkeit. Ihr Psychotherapeut Dr. Jerry Russel May erklärt 1995 vor Gericht: "Sie ist wie ein Vogel im Käfig."

Der paraonide Graf-Fan kommt zum Entsetzen Seles' mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon. Das Gericht bescheinigt Günter Parche eine "hochabnorme Persönlichkeitsstruktur" und verminderte Steuerungsfähigkeit.

Erst zwei Jahre nach dem Attentat kehrt Monica Seles 1995 zurück in den Tenniszirkus. Zwar feiert sie weitere Erfolge, doch kann sie nie an ihre früheren Weltklasseleistungen anknüpfen.

Seles leidet jahrelang unter Panikattacken, erliegt nach eigener Auskunft regelmäßig Fress-Anfällen. 2008 beendet sie ihre Laufbahn.

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