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Das Elbtal in Dresden kennt inzwischen jeder. Doch leider nicht, weil es zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört,
sondern vielmehr, weil dieser einzigartige Status bedroht ist durch den Bau der Waldschlösschenbrücke.
Der Kinkai-ji oder "Goldene Pavillon" ist der bekannteste Tempel im japanischen Kyoto. 1950 fiel er einem Brandanschlag zum Opfer, seit 1994 gehört er zum Weltkulturerbe.
Lalibela in Äthiopien ist durch seine Felsenkirchen berühmt. Sie wurden in rote Basaltlava geschlagen und entstanden um das 12. und 13. Jahrhundert.
Die Reisterrassen in den philippinischen Kordilleren zählt die UNESCO seit 1995 zum Weltkulturerbe. Sie wurden vor über 2000 Jahren mit primitivsten Mitteln errichtet.
Aufgrund eines fehlenden Management-Plans stehen die Terrassen auf der Roten Liste.
Die Große Moschee von Djenn in Mali ist vollständig aus Lehm gebaut. Nach jeder Regenzeit wird sie von der Bevölkerung neu verputzt.
Das vermutlich älteste Dorf der USA, Taos Pueblo, steht im Bundesstaat New Mexico. Gebaut wurde es im 10. Jahrhundert von Anasazin-Indianern.
Auf der Macquarieinsel in Australien landen jedes Jahr zur Brutzeit tausende Seevögel. 2006 kam es zu einem Hangrutsch, da Kaninchen den Boden unterhöhlt hatten. Unzählige Vögel starben bei dem Unglück.
Die Grotten des Vzre-Tals in Frankreich enthalten einige der ältesten Kunstwerke aus Menschenhand. Die Höhlenmalereien sind um die 17.000 Jahre alt. 1963 mussten die Grotten geschlossen werden, da die Bilder durch die Besucher beschädigt wurden.
Der Kluane-Nationalpark in Kanada wurde 1976 gegründet. Bereits drei Jahre später wurden große Teile des Parks im Yukon-Territorium zum Weltnaturerbe. (Mount Gibson, im Hintergrund: Mount Samson)
Das größte Korallenriff der Erde, das Great Barrier Reef in Australien, wird durch vielfältige Einflüsse bedroht. Dazu zählen Klimaerwärmung, Tourismus und intensive Landwirtschaft. Um das Riff zu schützen, wurde ein langfristiger Strategieplan entwickelt.
Doch nicht jedes Weltkultur- und Weltnaturerbe wird so gewissenhaft vor der Zerstörung bewahrt. Manchmal reicht bereits eine falsche Bauplanung, um Schätze der Menschheit für immer zu zerstören.
Die Innenstadt von Prag hat mit Autoverkehr und Touristen zu kämpfen. Die barocken Statuen auf der 1357 erbauten Karlsbrücke werden nach und nach von Nachbildungen ersetzt und im Prager Lapidarium ausgestellt.
Die Halong-Bucht in Vietnam fasziniert durch fast 2000 Kalkfelsen und Inseln. Das Kalksteinplateau, auf dem die Bucht beheimatet ist, versinkt jedoch im Meer.
Dabei zielt das Welterbe-Konzept gerade auf die Bewahrung einzigartiger Orte ab - im Sinne zukünftiger Generationen. (Bild: Kinder vor einem Maya-Tempel in Chichen Itza)
Doch viele Weltkultur- und Naturwunder sind bedroht, sei es durch Stadtplanung und Bevölkerungswachstum,
durch Umweltverschmutzung und Tourismus (Galapagos-Inseln)
oder durch Kriege und menschliche Zerstörungswut. (Taliban sprengten 2001 die Statuen des Bamiyan-Tals in Afghanistan)
Von den über 800 Welterbe-Stätten gelten 30 als "besonders gefährdet" - sie stehen auf der Roten Liste. (Das Minarett von Samarra im Irak)
Der Bildband "Bedrohte Paradiese - Nationalparks, Tempel, Wilde Tiere" von National Geographic Deutschland zeigt 101 Stätten, die auf unterschiedliche Weise gefährdet sind. Anhand von Fotos, Karten, Grafiken und Texten wird der Zustand des Welterbes geschildert.
So sind die karge Vegetation und die trockenen Böden der Naturparks Air und Tnr in Niger durch Überweidung und Erosion bedroht.
Der Tempel des Zeus in Libyen, das größte Pantheon außerhalb Athens, bröckelt erneut - trotz eines Restaurationsversuches mit Beton und Eisen in den 1960er Jahren.
Im antiken Theben in Ägypten steht die Statue der Königin Hatshepsut vor dem Tempel Dayr al Bahri - auch er gehört zu den gefährdeten Stätten.
Die heiligen Stätten von Machu Picchu in Peru sind durch tausende Touristen täglich bedroht. Die UNESCO fordert eine Reduzierung der Besucherzahlen.
Alle nicht gekennzeichneten Bilder entstammen dem Buch: "Bedrohte Paradiese - Nationalparks, Tempel, Wilde Tiere", National Geographic Deutschland, 272 Seiten, über 400 Fotos, Karten und Abbildungen, 34,95 Euro (D).
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