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Sonntag, 09. Oktober 2016

Chinas Krebs-Patienten: Das lange Warten auf den Arzt

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Jedes Jahr bekommen mehr als drei Millionen Chinesen eine Krebs-Diagnose. Wer sich überhaupt eine Behandlung leisten kann, muss in die Metropolen des Landes reisen, da auf dem Land fast keine Krebs-Spezialisten arbeiten wollen. (Foto: REUTERS)

Jedes Jahr bekommen mehr als drei Millionen Chinesen eine Krebs-Diagnose. Wer sich überhaupt eine Behandlung leisten kann, muss in die Metropolen des Landes reisen, da auf dem Land fast keine Krebs-Spezialisten arbeiten wollen.

Jedes Jahr bekommen mehr als drei Millionen Chinesen eine Krebs-Diagnose. Wer sich überhaupt eine Behandlung leisten kann, muss in die Metropolen des Landes reisen, da auf dem Land fast keine Krebs-Spezialisten arbeiten wollen.

Eine dieser Patientinnen ist Wang. Zusammen mit ihrem Mann Lui ist sie mehr als 750 Kilometer nach Peking gezogen und lebt nun in einem der vielen "Krebs-Hotels", die rund um die Krebs-Kliniken der Stadt gegründet wurden.

Trotz der hohen Kosten für das Hotel lebt Wang neben den Lichtern Pekings unter einfachsten Verhältnissen …

… und wartet mit Lui und Hunderten anderen Patienten auf ihre Behandlung.

Fernab der Heimat ist ihr Ehemann Wangs einzige Bezugsperson. Mit ihren Verwandten kann sie nur über das Handy kommunizieren. Ein Besuch wäre zu teuer.

Überhaupt sind die Behandlungen für Wang und ihre Mitbewohner kaum erschwinglich.

Nur rund die Hälfte der Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. Teilweise müssen die Angehörigen der Patienten über 270.000 Yuan (etwa 36.000 Euro) für die Behandlung aufbringen.

Zwischen einigen Monaten und einem Jahr vergehen, bis die Patienten überhaupt eine Behandlung bekommen.

Viele der Wartenden sind verzweifelt und bestechen die Ärzte in den Kliniken für einen schnelleren Therapiebeginn. Wer endlich mit der Behandlung beginnen kann, ist trotz der hohen Kosten überglücklich.

Nur die wenigsten haben einen Partner an ihrer Seite, der sie bei der Therapie unterstützen kann.

Meistens bleibt es bei kurzen Besuchen, da die Familien in ihrer Heimat Geld für die Behandlung verdienen müssen.

Rund 44 Prozent der Familien, deren Angehörige an Krebs erkrankt sind, verschulden sich oder verarmen, um für die Genesung der Familienmitglieder aufkommen zu können.

Auch die Patienten müssen Einschränkungen in Kauf nehmen.

In den provisorisch eingerichteten Zimmern ...

... der oft heruntergekommenen Gebäude ...

... gleicht das Leben mehr einem Überleben.

Einzig die Hoffnung auf Heilung ist den Hotel-Bewohnern eine Stütze für die Zeit ihres Aufenthaltes.

Und obwohl die erkrankten Bewohner die Flure und Zimmer des Hotels belebt haben …

… und auch die Umgebung des Hotels zu ihrem neuen Zuhause geworden ist, …

… fristen sie doch ein Schattendasein in den dunkeln Gängen der "Krebs-Hotels" (arö).

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