Bilderserie

Von Wulffs Rücktritt bis Baumgartners All-Sprung: Das war 2012

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Januar (Foto: picture alliance / dpa)

Januar

Das Jahr 2012 neigt sich dem Ende. Das, was neulich noch die Schlagzeilen dominierte, wandert in die Geschichtsbücher. Vor den Feiertagen ist nochmal Zeit, an die vergangenen 365 Tage zu erinnern.

Januar

3. Januar: Der Arabische Frühling scheint zur islamistischen Wende in Ägypten zu führen. Bei der dritten Runde der Parlamentswahl sichern sich die radikal-islamischen Parteien mehr als 70 Prozent der Parlamentssitze.

6. Januar: Die Jamaika-Koalition von CDU, FDP und Grüne im Saarland platzt unerwartet. Grund für die Entscheidung von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer sollen Querelen in der FDP sein. Bei den Neuwahlen im März wird die FDP mit nur 1,2 Prozent abgestraft. Kramp-Karrenbauer startet ihre zweite Regierungszeit mit einer Großen Koalition.

11. Januar: Schießerei im Amtsgericht Dachau. Der Angeklagte erschießt den 31-jährigen Staatsanwalt. Im November wird der Täter zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ein Internet-Video zeigt US-Soldaten, die in Afghanistan auf getötete Taliban pinkeln. Die Schändung sorgt international für große Empörung. Die Täter werden zu Disziplinarstrafen verurteilt.

13. Januar: Das Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" kentert vor der toskanischen Küste. 32 Menschen kommen bei der Havarie ums Leben, darunter 12 Deutsche. Der Prozess gegen den beschuldigten Kapitän Francesco Schettino soll 2013 beginnen.

17. Januar: Neuer Europaparlaments-Präsident wird Martin Schulz. Der deutsche SPD-Abgeordnete tritt die Nachfolge des konservativen Polen Jerzy Buzek an.

"Unwort des Jahres" wird "Döner-Morde" als Synonym für die NSU-Mordserie an neun Migranten.

19. Januar: Die US-Behörden nehmen die Datentausch-Plattform Megaupload vom Netz. Dem Internet-Unternehmer Kim Schmitz, alias Dotcom, wird vorgeworfen, mit Raubkopien mehr als 175 Millionen Dollar verdient zu haben. Sein Vermögen wird beschlagnahmt, später wird ein Teil wieder freigegeben. Gegen Kaution kommt Schmitz aus der U-Haft in Neuseeland frei. Die USA verlangen, den Deutschen auszuliefern.

19. Januar: Das Foto-Unternehmen Kodak ist insolvent. Die gut 130 Jahre alte Traditionsfirma will nach Bestimmungen des US-Rechts, das Schutz vor Gläubigern bietet, einen Neustart wagen.

21. Januar: Die 16-jährige Laura Dekker ist der jüngste Mensch, der jemals alleine die Welt umsegelt hat. Die Niederländerin erreicht nach einjähriger Reise und 27.000 Seemeilen den Hafen Philipsburg der Karibikinsel Sint Maarten.

23. Januar: Die nächste Insolvenz: Der Drogeriekette Schlecker geht das Geld aus. Bund und Länder verweigern ihre Hilfe zur Gründung einer Transfergesellschaft. In Deutschland schließen bis zum 27. Juni die etwa 7000 Filialen. Rund 30.000 Mitarbeiter verlieren ihren Job - vor allem Frauen. Der österreicher Rudolf Haberleitner kündigt an, 2013 rund 600 Filialen in Deutschland zu übernehmen.

27. Januar: Der chinesische Konzern Sany übernimmt den Betonpumpenhersteller Putzmeister. Dadurch entsteht ein neuer weltweiter Marktführer. Der Kaufpreis für die wohl größte Übernahme durch ein chinesisches Unternehmen in Deutschland soll bei 500 Millionen Euro liegen.

Februar

1. Februar: Die Börsenfusion von Deutscher Börse und New York Stock Exchange scheitert am Veto der EU-Kommission. Grund ist vor allem die Marktmacht des angestrebten Börsenriesen im Derivatehandel.

3. Februar: Es ist einer der bislang blutigsten Zwischenfälle im syrischen Bürgerkrieg. Bei einem Panzerangriff auf die Stadt Homs sollen nach Berichten arabischer Medien zwischen 260 und 330 Menschen getötet worden sein. Mehr als eine halbe Million Menschen flieht aus Syrien. Schätzungsweise 40.000 bis 52.000 Menschen sterben bei dem Konflikt.

6. Februar: Das Büro der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Kairo stellt seine Arbeit ein. Die ägyptische Justiz beschuldigt sie, die Sicherheit des Landes gefährdet zu haben. Auf Druck Berlins dürfen die betroffenen Mitarbeiter ausreisen.

8. Februar: Die deutschen Exporte überschreiten erstmals die Billionen-Marke. Nur noch 59 Prozent der Lieferungen gehen in andere EU-Länder. Am stärksten steigt die Nachfrage aus China.

16. Februar: Das Urteil gegen den sogenannten Unterhosenbomber lautet lebenslange Haft. Der Nigerianer versucht Weihnachten 2009 ein Passagierflugzeug mit 290 Insassen über der Detroit in die Luft zu sprengen.

17. Februar: Prinz Johan Friso, zweitältester Sohn von Königin Beatrix der Niederlande, wird in Lech am Arlberg verschüttet. Der 43-Jährige erleidet schwere Hirnschäden wegen Sauerstoffmangels. Seit März liegt er in einer Londoner Klinik im Koma.

Es ist sein letzter Auftritt als Bundespräsident. Christian Wulff erklärt nach knapp 20 Monaten im Amt seinen Rücktritt. Einen Abend zuvor kündigt die Staatsanwaltschaft Hannover Ermittlungen an. Wulff war unter anderem wegen Urlaubsreisen auf Kosten befreundeter Geschäftsleute während seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident unter Beschuss geraten.

20. Februar: US-Soldaten bringen Ausgaben des Korans versehentlich zu einer Verbrennungsanlage. In Afghanistan sind viele Gläubige empört. Es kommt zu Ausschreitungen, mehrere Menschen sterben. Auch eine Entschuldigung von Präsident Barack Obama kann die Gemüter nicht besänftigen.

26. Februar: Bei der Oscar-Verleihung in Hollywood wird der französische Stummfilm "The Artist" von Michel Hazanavicius in fünf Kategorien ausgezeichnet, darunter als bester Film und für die beste Regie. Jean Dujardin bekommt den Preis als bester Hauptdarsteller.

Auch sein Filmhund wird ausgezeichnet. Er bekommt sogar einen Stern auf dem "Walk of Fame".

27. Februar: Griechenland wird mal wieder gerettet. Der Bundestag billigt das zweite Hilfspaket des Europäischen Rettungsschirms und des Internationalen Währungsfonds in Höhe von bis zu 130 Milliarden Euro. Mehrere Koalitionsabgeordnete sind dagegen. Im Gegenzug hatte Athen ein Sparprogramm von 3,3 Milliarden Euro beschlossen.

An das Abstimmen für Hilfszahlungen können sich die Parlamentarier gewöhnen. Einen Tag später entscheidet das Bundesverfassungsgericht: Über Euro-Rettungsaktionen müssen alle Parlamentarier votieren. Das Sondergremium des Bundestages für eilbedürftige Entscheidungen über Hilfsmaßnahmen des Euro-Rettungsschirms EFSF ist im Wesentlichen verfassungswidrig.

März

1. März: Serbien wird Beitrittskandidat der Europäischen Union. Das entscheiden die EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfel in Brüssel. Rumänien hat seinen Widerstand zuvor aufgegeben.

4. März: Wladimir Putin ist zurück als russischer Präsident. Nach vier Jahren als Regierungschef wird er mit 63,6 Prozent der Stimmen erneut gewählt. Oppositionelle protestieren gegen Wahlmanipulationen und Fälschungen.

11. März: Ein US-Soldat eröffnet das Feuer in der Provinz Kandahar und tötet 16 Zivilisten, darunter neun Kinder. Das Massaker gilt als eines der schlimmsten in Afghanistan. Der Amokschütze wird wegen Mordes angeklagt. Ihm droht die Todesstrafe.

14. März: Die rot-grüne Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen ist am Ende. Nach dem Scheitern des Haushalts 2012 löst sich der Landtag auf. Damit ist der Weg für Neuwahlen am 13. Mai frei.

18. März: Joachim Gauck wird Wulffs Nachfolger als Bundespräsident. Der frühere DDR-Bürgerrechtler tritt bereits zum zweiten Mal als Kandidat an. 991 von 1228 gültigen Stimmen gehen an Gauck, dessen Kandidatur von SPD, Grünen, Union und FDP getragen wird.

21. März: Ein Regime der Angst gründen Islamisten und Tuareg-Rebellen im Norden des westafrikanischen Mali. Sie führen die Scharia ein. In der Wüstenstadt Timbuktu zerstören Kämpfer mehrere muslimische Mausoleen, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehören. Die internationale Gemeinschaft verspricht Hilfe - im Dezember wird eine Friedensmission für 2013 beschlossen.

22. März: Für Schrecken sorgt der 23-jährige Mohamed Merah in Toulouse. Er bezeichnet sich selbst als Anhänger von Al-Quaida. Seine Mordserie beginnt Anfang März. Drei französische Soldaten erschießt er. Dann dringt er in eine jüdische Schule ein und ermordet drei Kinder und einen Lehrer. Merah wird nach 32-stündiger Belagerung von der Polizei erschossen.

30. März: Der Euro-Rettungsfonds, ESM, wird von bisher 500 Milliarden Euro auf rund 800 Milliarden Euro aufgestockt. Darauf einigen sich die Euro-Finanzminister. Deutschland hatte eine Erhöhung lange blockiert.

April

3. April: Der einst weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells in Bitterfeld beantragt Insolvenz. Im Sommer wird das hoch verschuldete Unternehmen von dem südkoreanischen Konzern Hanwha für 250 Millionen Euro übernommen.

4. April: Mit seinem Gedicht "Was gesagt werden muss" sorgt Günter Grass für Empörung im In- und Ausland. Grass schreibt: "Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden". Der Iran sei von einem atomaren Präventivschlag Israels bedroht. Im Dezember kürt ihn das Magazin "Cicero" zum wichtigsten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum.

5. April: Deutschland und die Schweiz unterzeichnen ein neues Abkommen zur Besteuerung von Schwarzgeld. Rückwirkend sollen deutsche Steuersünder pauschal 21 bis 41 Prozent zahlen, für künftige Kapitalerträge 26,4 Prozent. Im November scheitert der umstrittene Vertrag zunächst im Bundesrat.

12. April: Mehr als dreieinhalb Jahre nach der Pleite von Lehman Brothers will die Bank ihren Gläubigern eine erste Tranche von 22,5 Milliarden Dollar, umgerechnet 17,1 Milliarden Euro, Entschädigung zahlen.

14. April: Radikalislamische Salafisten verteilen in Dutzenden deutschen Städten kostenlose Koran-Exemplare. Dahinter steht das Netzwerk "Die wahre Religion" um den Prediger Ibrahim Abou Nagie. Die Aktion wird von Politikern heftig kritisiert.

16. April: Wegen des Doppelmords an seinen Nichten wird ein 51-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht stellt die besondere Schwere der Schuld fest. In Krailling soll der Mann die achtjährige Chiara und die elfjährige Sharon aus Habgier wegen einer Erbschaftssache getötet haben. Er bestreitet die Tat.

19. April: Das EU-Parlament verabschiedet das umstrittene Abkommen mit den USA über die Weitergabe von Passagierdaten. Fluggesellschaften sind verpflichtet den dortigen Behörden umfassende Informationen über USA-Reisende melden.

21. April: Borussia Dortmund wird zum achten Mal deutscher Fußball-Meister. Zwei Spieltage vor Saisonende macht die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp ihren erneuten Titelgewinn durch einen Sieg gegen Borussia Mönchengladbach perfekt. Dortmund hat acht Punkte Vorsprung auf den FC Bayern München.

22. April: Nach 19 Monaten Hausarrest entkommt der chinesische Bürgerrechtler Chen Guangcheng seinen Bewachern. Nach zeitweiliger Zuflucht in der US-Botschaft gestatten die Behörden am 19. Mai seine Ausreise in die USA. Der blinde Chen hatte vor allem gegen erzwungene Abtreibungen gekämpft.

27. April: Der Bundestag erleichtert die Zuwanderung von Fachkräften aus Nicht-EU-Ländern. Mit dem neuen Aufenthaltstitel "Blue Card" darf künftig zuziehen, wer mehr als 44.800 Euro jährlich verdient.

28. April: Der Bundesparteitag der Piratenpartei wählt Bernd Schlömer zum neuen Vorsitzenden. Nach einem Höhenflug in den Umfragen zu Beginn des Jahres rangiert die Partei ab Herbst bei Umfragen nur noch bei unter fünf Prozent.

Mai

2. Mai: Hat die Bundesforschungsministerin bei ihrer Doktorarbeit gepfuscht? Im Internet kursieren anonyme Plagiatsvorwürfe. In der 32 Jahre alten Doktorarbeit soll Annette Schavan Quellen nicht ausreichend benannt haben. Die Universität Düsseldorf prüft die Vorwürfe. Die Ministerin weist sie zurück.

2. Mai: Auktionsrekord: Das Bild "Der Schrei" des norwegischen Malers Edvard Munch wird beim Auktionshaus Sotheby's in New York für fast 120 Millionen Dollar, umgerechnet 91 Mio Euro, versteigert. Nie zuvor wurde bei einer Auktion mehr für ein Gemälde gezahlt.

5. Mai: Bei einer Veranstaltung der rechtsextremen Partei Pro NRW in Bonn gehen radikalislamische Salafisten brutal auf Polizeibeamte los. Zuvor hatten Anhänger von Pro NRW islamkritische Karikaturen gezeigt. Ein Salafist verletzt zwei Beamte mit einem Messer.

6. Mai: Gleich drei wichtige Wahlen finden an diesem Sonntag statt. Nach den vorgezogenen Wahlen in Schleswig-Holstein lernt Deutschland ein neues Wort: "Dänenampel". Gemeinsam mit den Grünen und der Partei der dänischen Minderheit bilden die Sozialdemokraten die neue Landesregierung. Torsten Albig wird Ministerpräsident. Erstmals ziehen auch die Piraten in den Landtag ein.

Ein Politikwechsel wird in Frankreich eingeläutet. Der Sozialist François Hollande gewinnt die Präsidentenwahl gegen den konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. In der Stichwahl erhält Hollande 51,6 Prozent der Stimmen, Sarkozy 48,4 Prozent.

Bei der griechischen Parlamentswahl verfehlen die Verfechter des Sparprogramms die Mehrheit. Die Bildung einer Regierungskoalition scheitert. Am 17. Mai wird ein Übergangskabinett vereidigt, dann werden Neuwahlen anberaumt. Diese gewinnt die konservative Partei "Nea Dimokratia". Die neue Regierung unter Antonis Samaras setzt einen harten Sanierungskurs durch.

8. Mai: Peinlich, peinlich. Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg wird erneut verschoben - vom 3. Juni auf voraussichtlich März 2013. Anfang September wird als neuer Termin der 27. Oktober 2013 genannt. Grund sind jeweils Probleme beim Brandschutz. Die Kosten sind um 1,2 Milliarden auf 4,4 Milliarden Euro für den Pannen-Flughafen gestiegen. Im Oktober nimmt ein Untersuchungsausschuss seine Arbeit auf.

12. Mai: Borussia Dortmund gewinnt nach der Meisterschaft auch den DFB-Pokal und schafft damit das erste Double. Im Finale im Berliner Olympiastadion besiegen die Dortmunder den FC Bayern München mit 5:2. Es ist der dritte Pokalsieg der Borussen nach 1965 und 1989.

13. Mai: Bei der vorgezogenen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen siegt die SPD mit 39,1 Prozent und kann weiter mit den Grünen regieren. Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Norbert Röttgen verliert stark und erhält nur 26,3 Prozent der Stimmen.

Drei Tage nach dem CDU-Wahlfiasko entlässt Bundeskanzlerin Angela Merkel Röttgen als Bundesumweltminister. Es ist das erste Mal, dass Merkel einen Ressortchef ablöst. Am 22. Mai wird Peter Altmaier sein Nachfolger als Minister.

18. Mai: Facebook legt ein holpriges Börsendebüt hin. Am ersten Handelstag schließt die Aktie 23 Cent über dem Ausgabekurs von 38 Dollar. Danach verliert das Papier deutlich an Wert. Der größte Internet-Börsengang bringt dem Unternehmen und seinen Alteigentümern 16 Milliarden Dollar- knapp 12,6 Milliarden Euro.

23. Mai: Der größte PC-Hersteller Hewlett-Packard kündigt einen massiven Stellenabbau an, weil immer mehr Kunden zum Tablet-Computer oder Smartphone greifen und auf einen neuen PC verzichten. Am 10. September teilt das Unternehmen den Wegfall von 29.000 Arbeitsplätzen bis Herbst 2014 mit. Das sind über acht Prozent der Beschäftigten.

25. Mai: Bei einem Massaker in dem syrischen Ort Al-Hula kommen nach UN-Angaben 108 Zivilisten ums Leben, darunter viele Frauen und Kinder. Mehrere Länder, auch Deutschland, weisen aus Protest die syrischen Botschafter aus. Das Bild haben syrische Rebellen bei Facebook veröffentlicht.

Organspende - ja oder nein? Alle Bundesbürger ab 16 Jahren werden künftig von ihren Krankenkassen danach gefragt. Einen Zwang zur Entscheidung wird es aber nicht geben.

30. Mai: Wikileaks-Gründer Julian Assange darf ausgeliefert werden. Das entscheidet das höchste britische Gericht in London. Der schwedische Haftbefehl gegen Assange wegen Sexualstraftaten sei rechtens. Am 19. Juni flieht der 40-jährige Australier in die Londoner Botschaft Ecuadors und erhält am 16. August Asyl. Seitdem sitzt er dort fest. Auf dem Balkon hält er im Sommer eine Rede.

Der liberianische Ex-Diktator Charles Taylor wird wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 50 Jahren Haft verurteilt. Das entscheidet ein UN-Sondertribunal. Chefanklägerin Brenda Hollis legt Berufung ein, sie fordert 80 Jahre.

31. Mai: Nach zehn Jahren an der Spitze der Deutschen Bank verabschiedet sich Josef Ackermann. Ihm folgt eine Doppelspitze: Anshu Jain und Jürgen Fitschen. Unter anderem gegen Fitschen ermittelt später die Staatsanwaltschaft. Am 12. Dezember durchsuchen 500 Beamte die Zentrale der Deutschen Bank. 25 Beschäftigte werden der schweren Steuerhinterziehung und der Geldwäsche verdächtigt. Fitschens späterer Beschwerde-Anruf bei Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier löst Empörung aus.

Juni

2. Juni: Ein Kairoer Gericht verurteilt Ex-Präsident Husni Mubarak wegen Mitschuld am Tod von mehr als 800 Demonstranten zu lebenslanger Haft. Die Staatsanwaltschaft hat die Todesstrafe gefordert. Zwei Wochen nach dem Urteil erleidet Mubarak einen Schlaganfall.

Der Bundesparteitag der Linken in Göttingen wählt Bernd Riexinger und Katja Kipping zu neuen Vorsitzenden. Sie folgen Klaus Ernst und Gesine Lötzsch.

4. Juni: Das US-Militär tötet in Pakistan einen der weltweit meistgesuchten Terroristen. Die "Nummer zwei" von Al-Kaida, Abu Jahja al-Libi, stirbt bei einem Drohnenangriff in Nord-Waziristan.

5. Juni: Mit dem Auftritt der Queen auf dem Balkon des Londoner Buckingham Palastes enden die großen Feierlichkeiten zum 60. Thronjubiläum der britischen Königin Elizabeth II. Millionen Menschen hatten vier Tage lang im ganzen Land gefeiert.

6. Juni: Das Bundeskabinett verabschiedet den Gesetzentwurf zum heftig umstrittenen Betreuungsgeld. Eltern, die für ihre Kleinkinder keinen staatlich geförderten Krippenplatz in Anspruch nehmen, sollen von 2013 an 100 Euro monatlich erhalten, von 2014 an dann 150 Euro. Am 9. November passiert das Gesetz nach heftigen Debatten innerhalb der Regierung den Bundestag.

9. Juni: Spanien schlüpft als viertes Euro-Land unter den europäischen Rettungsschirm und kann auf Notkredite von bis zu 100 Milliarden Euro hoffen. Das beschließen die Finanzminister der Eurozone. Die Mittel sollen das wankende Bankensystem stabilisieren.

In Kassel eröffnet Bundespräsident Joachim Gauck die documenta. Die weltweit wichtigste Ausstellung zeitgenössischer Kunst findet nur alle fünf Jahr statt und dauert 100 Tage. Mit rund 860.000 Besuchern verzeichnet die 13. documenta einen Rekord.

14. Juni: Der Bundestag beschließt den sogenannten Warnschussarrest für jugendliche Straftäter. Damit kann zusätzlich zur Bewährungsstrafe ein Arrest von bis zu vier Wochen verhängt werden. Die Höchststrafe für Heranwachsende bei Mord wird von zehn auf 15 Jahre heraufgesetzt.

14. Juni: Familiendrama in Ilsede. Ein Vater ersticht seine vier Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren. Der 36-Jährige verletzt sich bei einem missglückten Suizidversuch schwer. Seine Frau wollte sich scheiden lassen. Der psychisch Kranke wird im November zu 15 Jahren Haft verurteilt, die er in der Psychiatrie absitzen muss.

17. Juni: Der Kandidat der Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, gewinnt die Stichwahl um das Präsidentenamt in Ägypten. Mit knapp 52 Prozent siegt er über den ehemaligen Mubarak-Minister Ahmed Schafik.

21. Juni: Der in China verfolgte Schriftsteller Liao Yiwu erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Liao sei ein "unbeirrbarer Chronist", der Zeugnis ablege "für die Verstoßenen des modernen China", begründet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt die Entscheidung. Yiwu lebt seit 2011 in Deutschland.

25. Juni: Nach Spanien flüchtet Zypern als fünftes Land unter den Euro-Rettungsschirm. Grund für die Finanzprobleme sei die Griechenland-Krise.

26. Juni: Die Beschneidung von Jungen im Islam oder im Judentum ist nach einem Urteil des Kölner Landgerichts eine strafbare Körperverletzung. Schwerer als die Religionsfreiheit wiege das Selbstbestimmungsrecht des Kindes. Im Dezember entscheidet der Bundestag: Religiöse Beschneidungen nach der "ärztlichen Kunst" sind erlaubt.

27. Juni: Der frühere BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky (links) wird vom Landgericht München wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung verurteilt. Seine Strafe von acht Jahren und sechs Monaten muss er absitzen. Er hat 44 Millionen Dollar Schmiergeld von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone erhalten und nicht versteuert. Er legt Revision ein.

28. Juni: Die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama und damit seine wichtigste innenpolitische Reform wird eingeführt. Das Oberste Gericht der USA bestätigt das Gesetz. Die meisten Amerikaner sind von 2014 an krankenversichert.

29. Juni: Der Bundestag beschließt die Pflegereform. Danach steigt der Beitragssatz in der Pflegeversicherung von 2013 an von 1,95 auf 2,05 Prozent - um vor allem mehr Leistungen für Demenzkranke zu finanzieren. Pflegezusatzversicherungen werden ab jetzt steuerlich gefördert.

29. Juni: Bundestag und Bundesrat verabschieden die Gesetzentwürfe zum europäischen Fiskalpakt und zum Euro-Rettungsschirm ESM. Bei den drei Abstimmungen zum ESM im Bundestag verfehlt die schwarz-gelbe Koalition allerdings die Kanzlermehrheit.

30. Juni: Das Ende der WestLB ist beschlossen. Die Landesbank wird in drei Teile zerschlagen. Das Sparkassen- und das Mittelstandsgeschäft gehen mit 40 Milliarden Euro Bilanzsumme auf die Landesbank Hessen-Thüringen über. Papiere im Volumen von rund 100 Milliarden Euro und die WestLB-Immobilientochter Westimmo wandern in die "Bad Bank". Der Rest wird in eine Servicegesellschaft namens "Portigon" umgewandelt.

Juli

1. Juli: Spanien ist erneut Fußball-Europameister. In Kiew verteidigt das Team von Trainer Vicente del Bosque mit 4:0 gegen Italien seinen 2008 gewonnenen Titel. Die Italiener hatten im Halbfinale die deutsche Elf mit 2:1 geschlagen.

2. Juli: Der Kosovo erhält die volle Souveränität als jüngster Staat in Europa. Das beschließen die Mehrheit der EU-Länder sowie die USA und die Türkei.

2. Juli: Nach schweren Pannen bei den Ermittlungen zur Neonazi-Mordserie gibt der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, sein Amt auf. Verfassungsschützer hatten kurz nach dem Auffliegen der Terrorzelle Akten zur rechten Szene vernichtet. Am 3. Juli muss Thüringens Verfassungsschutzchef Thomas Sippel sein Amt aufgeben, später folgen die Chefs von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin.

4. Juli: Nach großen Protesten in ganz Europa stoppt das EU-Parlament das Handelsabkommen zur Abwehr von Fälschungen, ACTA. Die Demonstranten stellen sich gegen das geplante Anti-Piraterie-Abkommen, weil sie die Informationsfreiheit im Internet gefährdet sehen.

5. Juli: Die Europäische Zentralbank senkt den Leitzins im Euroraum erstmals seit Einführung des Euro unter ein Prozent. Der Zins wird um 0,25 Punkte auf 0,75 Prozent verringert.

Der Fußball-Weltverband Fifa gibt in Zürich grünes Licht für die Einführung technischer Systeme, die dem Schiedsrichter anzeigen, ob der Ball die Torlinie überschritten hat oder nicht.

6. Juli: Das Oberlandesgericht Stuttgart verurteilt die frühere RAF-Terroristin Verena Becker wegen Beihilfe zum Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback zu vier Jahren Haft. Buback und zwei Begleiter waren am 7. April 1977 in Karlsruhe von einem Kommando der Rote Armee Fraktion erschossen worden. Eine direkte Beteiligung an dem Mord könne Becker jedoch nicht nachgewiesen werden. Wegen des Härteausgleichs muss Becker nicht ins Gefängnis.

11. Juli: Mehr als acht Jahre nach Beginn des Einsatzes im Kundus übergibt die Bundeswehr die Verantwortung für die Sicherheit in der Unruheregion an die Afghanen. Sie sollen bis Ende 2014 im ganzen Land die Verantwortung von den internationalen Truppen übernehmen.

13. Juli: Nordrhein-Westfalen hat für 3,5 Millionen Euro eine CD mit Schweizer Bankdaten von etwa 1000 mutmaßlichen deutschen Steuerflüchtlingen gekauft. Die CD soll Namen von Kunden der Privatbank Coutts in Zürich, einer Tochter der britischen Royal Bank of Scotland, enthalten. Nach einer ersten Auswertung können die Staatsanwälte mit der CD Betrügereien in Höhe von 130 Millionen Euro verfolgen.

18. Juli: Der Versandhändler Neckermann mit bundesweit rund 2400 Arbeitsplätzen meldet Insolvenz an. Der Eigentümer, US-Finanzinvestor Sun Capital, stellt keine Finanzmittel mehr zur Verfügung. Am 1. Oktober wird das Verfahren eröffnet. Etwa 2000 Beschäftigte in Frankfurt und in Sachsen-Anhalt verlieren ihre Jobs.

18. Juli: Asylbewerber haben Anspruch auf mehr Geld. Das entscheiden die Verfassungsrichter in Karlsruhe. Bislang erhalten sie 224 Euro pro Monat. Die Erhöhung soll nach den Gesetzesentwürfen in Sachmitteln ausgezahlt werden.

20. Juli: Die Nürburgring GmbH, die größtenteils Rheinland-Pfalz gehört, stellt einen Insolvenzantrag. Das Hunderte Millionen Euro schwere Freizeit- und Geschäftszentrum sollte mehr Besucher an den Ring locken. Es ist die größte Krise in der Amtszeit von Ministerpräsident Kurt Beck, der einen Rücktritt ablehnt. Am 30. August übersteht er im Landtag einen Misstrauensantrag der CDU. Ende September kündigt er doch seinen Rückzug aus gesundheitlichen Gründen an - nach 19 Dienstjahren als Ministerpräsident.

Eine Serie von Organspende-Skandalen wird bekannt: Ein früherer Oberarzt der Göttinger Universitätsklinik soll in mindestens 25 Fällen Akten gefälscht und eigene Patienten beim Empfang von Spenderlebern bevorzugt haben. Auch das Regensburger Uni-Klinikum ist vom Organspende-Skandal betroffen. Daraufhin sinkt die Bereitschaft, Organe zu spenden, massiv.

Bei der Vorstellung des neuen "Batman"-Films "The Dark Knight Rises" erschießt der 24 Jahre alte James Holmes in einem Kino bei Denver zwölf Kinobesucher. 58 Menschen werden verletzt. Der Amokläufer wird festgenommen. Er muss sich vor Gericht verantworten.

25. Juli: Das Bundestags-Wahlrecht ist nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts verfassungswidrig. Das 2011 von der Bundesregierung beschlossene Wahlrecht verzerrt das Wahlergebnis demnach wegen zu vieler Überhangmandate.

28. Juli: In London starten die XXX. Olympischen Spiele. 62.000 Zuschauer verfolgen im Olympiastadion und weltweit Milliarden vor den Fernsehern die Eröffnungsfeier. Bis zum12. August kämpfen mehr als 11.000 Sportler aus 204 Ländern in 302 Wettbewerben um die Medaillen. Deutschland kommt auf 44 Plaketten.

Als erster Sprinter bei den Sommerspielen verteidigt Usain Bolt seine Goldmedaillen über 100 und 200 Meter. Über die 100-Meter-Strecke läuft er sogar einen neuen Olympiarekord.

August

1. August: Die Porsche AG wird komplett vom Volkswagen-Konzern übernommen. Die Wolfsburger zahlen für die noch fehlenden 50,1 Prozent der Aktien rund 4,49 Milliarden Euro an die Porsche-Dachgesellschaft.

6. August: Die Raumsonde "Curiosity" landet auf dem Mars. Wenige Minuten später erreichen erste Fotos die Erde. "Curiosity" soll dort zwei Jahre lang nach Spuren von Leben suchen.

9. August: In Libyen übernimmt das demokratisch gewählte Parlament die politischen Geschäfte. Der Nationale Übergangsrat übergibt nach einer Schweigeminute für die Opfer des blutigen Aufstands gegen Diktator Muammar al-Gaddafi die Macht an den Nationalkongress.

16. August: Wegen der ausufernden Gewalt in Syrien verlassen zwischenzeitlich die UN-Beobachter das Land. Der algerische Krisendiplomat Lakhdar Brahimi wird neuer Syrien-Sondervermittler. Er löst Kofi Annan am 1. September ab.

16. August: Der seit Monaten erbittert geführte Arbeitskampf in einer Platinmine in Südafrika eskaliert. Bei einer Schießerei mit Ordnungskräften in einem Bergwerk des britischen Unternehmens Lonmin PLC sterben 34 Bergleute.

17. August: Die Bundeswehr kann auch im Inland militärische Mittel zur Gefahrenabwehr einsetzen - aber nur in Extremfällen wie einem Terrorangriff. Der Spruch des Bundesverfassungsgerichts zum Luftsicherheitsgesetz verbietet jedoch den Abschuss von Passagiermaschinen. In Eilfällen muss das Kabinett entscheiden

Ein Moskauer Gericht verhängt gegen drei Frauen der Punkband "Pussy Riot" wegen Rowdytums aus religiösem Hass je zwei Jahre Haft. Sie hatten in einer Kirche gegen Kremlchef Wladimir Putin protestiert. Am 10. Oktober wird eine der Frauen überraschend auf Bewährung freigelassen. Die beiden anderen kommen in ein Straflager. International wird das Urteil kritisiert.

20. August: Apple ist das wertvollste börsennotierte Unternehmen aller Zeiten. Die Apple-Aktie steigt in New York auf 664,74 Dollar. Der Unternehmenswert beträgt damit 623 Milliarden Dollar. Bisheriger Spitzenreiter war Microsoft am 30. Dezember 1999 mit einem Wert von 620,6 Milliarden Dollar.

Politthriller in China: Ein Gericht verurteilt Gu Kailai, die Frau des entmachteten Spitzenpolitikers Bo Xilai, wegen Mordes zur Todesstrafe auf Bewährung. Die 53-Jährige hatte einen befreundeten Briten vergiftet. Ihrem Mann, Ex-Mitglied des Politbüros, droht ein Prozess wegen Korruption und Amtsmissbrauch. Die Affäre um ihn stürzte die Kommunistische Partei in eine Führungskrise.

22. August: Als erstes Bundesland führt Nordrhein-Westfalen islamischen Religionsunterricht als reguläres Schulfach ein. Zunächst werden an 44 Grundschulen rund 2500 muslimische Kinder unterrichtet. Das Fach wird in deutscher Sprache und von in Deutschland ausgebildeten Lehrkräften erteilt.

24. August: Der rechtsextremistische Massenmörder Anders Behring Breivik wird zur Höchststrafe von 21 Jahren Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt. Ein Osloer Gericht erklärt ihn für zurechnungsfähig und entscheidet sich gegen eine Einweisung in die geschlossene Psychiatrie. Breivik hatte am 22. Juli 2011 im Osloer Regierungsviertel und auf der Fjordinsel Utøya 77 Menschen ermordet.

September

11. September: Demonstranten töten im US-Konsulat im libyschen Bengasi den amerikanischen Botschafter Chris Stevens und drei weitere US-Amerikaner. Als Auslöser der Tat gilt ein Film, in dem der Prophet Mohammed als Trottel und Weiberheld dargestellt wird. In der Folgezeit kommt es zu weiteren gewaltsamen antiwestlichen Protesten in der muslimischen Welt.

Bei einem Großbrand in einer Textilfabrik im pakistanischen Karachi sterben mindestens 258 Menschen, meist an Rauchvergiftungen. Wegen fehlender Notausgänge können sich nur rund 100 Arbeiter retten.

12. September: Das Bundesverfassungsgericht genehmigt Deutschlands Beitritt zum dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM - knüpft daran aber Bedingungen. Die deutsche Haftungssumme muss auf 190 Milliarden Euro begrenzt bleiben und darf nicht ohne Zustimmung des Bundestages erhöht werden. Die Karlsruher Richter billigen auch den Beitritt zum europäischen Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin.

14. September: Die Gewaltwelle wegen des islamfeindlichen Videos erreicht die deutsche Botschaft in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. Demonstranten stecken sie in Brand. Zum Zeitpunkt des Angriffs sind die Botschaftsmitarbeiter nicht im Gebäude.

19. September: Das Bundeskabinett erhöht die Bezüge bei Hartz IV. Der monatliche Regelsatz steigt Anfang 2013 für einen Alleinstehenden um acht auf 382 Euro.

21. September: Deutschlands erster Tiefwasserhafen, der JadeWeserPort in Wilhelmshaven, wird eröffnet. Das Containerumschlagsunternehmen Eurogate will Frachter mit einem Tiefgang bis zu 16,5 Metern unabhängig von den Gezeiten abfertigen.

23. September: Bei der Parlamentswahl in Weißrussland festigt der autoritäre Staatschef Alexander Lukaschenko seine Macht. Eine Opposition ist im neuen Parlament nicht vertreten. Das Land gilt als letzte Diktatur Europas. International wird die Abstimmung als unfair kritisiert.

25. September: Autos ohne menschlichen Fahrer werden nun in Kalifornien Wirklichkeit. Der Gouverneur unterschreibt ein entsprechendes Gesetz.

26. September: In Neuss wird eine 32 Jahre alte Sachbearbeiterin des Jobcenters von einem Arbeitslosen erstochen. Nach seiner Verhaftung gibt der 52-jährige an, aus Wut gehandelt zu haben. Er vermute, dass seine Daten missbraucht werden.

28. September: Früher als angekündigt einigt sich die SPD-Troika auf einen Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013: Peer Steinbrück. Nach massiver Kritik an seinen Nebeneinkünften als Bundestagsabgeordneter legt er seine Honorare offen. Seit 2009 hat er insgesamt 1,25 Millionen Euro für Vorträge vor Unternehmen erhalten. Anfang Dezember wird Steinbrück auf dem SPD-Parteitag mit mehr als 93 Prozent als Kanzlerkandidat bestätigt.

Die Kämpfe in Syrien wüten weiter. Bei einem Großbrand im historischen Basar in Aleppo werden mehr als 500 Geschäfte zerstört. Aleppos Altstadt ist seit 1986 Weltkulturerbe.

Oktober

6. Oktober: Markus Lanz moderiert zum ersten Mal die traditionsreiche Samstagabendshow "Wetten dass..?". Der Tiroler bekommt für seine Leistung gemischte Kritiken - belächelt wird er unter anderem für seine Liegestütz-Einlage mit einem Bierkasten auf dem Rücken.

7. Oktober: In Venezuela wird Hugo Chávez für weitere sechs Jahre als Staatschef wiedergewählt. Der Sozialist setzt sich gegen den bürgerlichen Herausforderer Henrique Capriles Radonski durch. Der krebskranke Chávez wird seit Ende des Jahres wieder in Kuba behandelt.

9. Oktober: Heftige Krawalle und Hitler-Vergleiche begleiten den Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Athen. Bei einem Treffen mit Ministerpräsident Antonis Samaras spricht sie sich für den Verbleib des Landes in der Eurozone aus.

14. Oktober: Der Extremsportler Felix Baumgartner durchbricht als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer. Der 43-jährige Österreicher erreicht bei seinem Sprung über der Wüste des US-Bundesstaates New Mexico eine Höchstgeschwindigkeit von 1342,8 Stundenkilometern.

16. Oktober: Kuba schafft das Ausreiseverbot ab. Seine Bürger sollen vom Januar 2013 an weitgehend frei ins Ausland reisen können. Um das Land zu verlassen, reichen Pass und Einreisevisum des Ziellandes.

18. Oktober: Der Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtags zum Atommülllager Asse kommt zu einem niederschmetterndem Urteil: Das Salzbergwerk bei Wolfenbüttel hätte nie zur Lagerung von Atommüll genutzt werden dürfen. Der Landtag fordert die Bergung der 126.000 Atommüllfässer.

19. Oktober: Erstmals werden in Deutschland somalische Piraten verurteilt. Die zehn Männer bekommen Haftstrafen zwischen zwei und sieben Jahren. Sie wollten mit der Kaperung des Hamburger Frachters "Taipan" nach Auffassung des Gerichts im April 2010 Lösegeld von mindestens einer Million US-Dollar erpressen.

21. Oktober: Fritz Kuhn gewinnt als erster Grünen-Politiker die Oberbürgermeister-Wahl in einer Landeshauptstadt. In Stuttgart hat seit 1974 die CDU den Rathauschef gestellt.

22. Oktober: Russland beherrscht nun den Ölmarkt. Mit der Übernahme des russisch-britischen Unternehmens TNK-BP bildet der Staatskonzern Rosneft den größten börsennotierten Ölkonzern der Welt. Er beziffert das Geschäft auf 61 Milliarden Dollar, rund 46,76 Milliarden Euro. Rosneft kauft von BP und dem russischen Oligarchenkonsortium AAR jeweils 50 Prozent an TNK-BP.

25. Oktober: Der Beitragssatz für die Rentenversicherung sinkt im Januar 2013 von 19,6 auf 18,9 Prozent. Das beschließt der Bundestag. Das Gesetz schreibt eine Senkung vor, wenn die Rücklage der Rentenkasse das 1,5-fache einer Monatsausgabe übersteigt.

28. Oktober: In der Ukraine gewinnt Präsident Viktor Janukowitsch die Parlamentswahl und kann seine Koalition mit den Kommunisten fortsetzen. Die Vaterlandspartei der inhaftierten Julia Timoschenko wird zweitstärkste Kraft, gefolgt von der Partei des Boxweltmeisters Vitali Klitschko. Die Opposition erhebt starke Manipulationsvorwürfe.

29. Oktober: Der Wirbelsturm "Sandy" rast entlang der US-Ostküste. In New Jersey und New York werden Häuser, Straßen und Stromleitungen zerstört. In den USA sterben mindestens 110 Menschen. Die Sachschäden werden auf etwa 20 Milliarden Dollar, rund 15,5 Milliarden Euro, geschätzt.

November

6. November: US-Präsident Barack Obama bleibt den US-Amerikanern als Präsident erhalten. Der Demokrat besiegt mit 332 von 538 Wahlmännerstimmen seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney. Die Republikaner sichern sich aber die Mehrheit im Repräsentantenhaus.

8. November: Knapp ein Jahr nachdem die NSU-Mordserie aufgedeckt wird, erhebt die Bundesanwaltschaft Anklage gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe. Ihr wird die Mittäterschaft bei sämtlichen Taten der Terrorgruppe vorgeworfen - darunter zehn Morde. Auch drei Unterstützer der NSU werden angeklagt. Zschäpe gibt an, nicht aussagen zu wollen.

9. November: Nach großen Koalitionsstreitereien gibt die Union der FDP nach: Die Praxisgebühr wird abgeschafft. Zum 1. Januar 2013 müssen Patienten nicht mehr quartalsweise zehn Euro beim Arzt zahlen.

CIA-Chef David Petraeus tritt zurück. Bei FBI-Ermittlungen ist sein Ehebruch mit seiner Biografin Paula Broadwell aufgeflogen.

10. November: Der Parteilinke Jürgen Trittin und die Realo-Vertreterin Katrin Göring-Eckardt sind die Spitzenkandidaten der Grünen für die Bundestagswahl 2013. So haben die Grünen-Mitglieder in einer Ur-Wahl entschieden. Die Parteivorsitzende Claudia Roth wird mit 26,4 Prozent der Stimmen geradezu abgestraft. Als Vorsitzende wird sie später jedoch wiedergewählt.

13. November: Der traditionsreichen "Frankfurter Rundschau" droht das Ende. Der Verlag, der dem Kölner Medienhaus M. DuMont Schauberg MDS und der SPD-Medienholding DDVG gehört, stellt beim Amtsgericht in Frankfurt am Main einen Insolvenzantrag.

14. November: Nach mehrtägigen Raketenangriffen von Palästinensern tötet die israelische Luftwaffe in Gaza den Militärchef der radikal-islamischen Hamas, Ahmed al-Dschabari. Drei Tage später wird die Regierungszentrale der Hamas zerstört. Am 21. November kommt eine Waffenruhe zustande. Insgesamt sterben bei den mehrtägigen Luftangriffen mehr als 160 Menschen.

Millionen Beschäftigte streiken in mehreren Euro-Krisenländern. Bei den Anti-Spar-Protesten in Portugal, Spanien und Italien kommt es zu Krawallen mit zahlreichen Verletzten.

Generationswechsel bei den chinesischen Kommunisten. Auf dem Parteitag in Peking räumen Staats- und Parteichef Hu Jintao sowie andere Spitzenpolitiker ihre Plätze. Neuer Spitzenmann wird Vizepräsident Xi Jinping. Er soll im März 2013 auch Präsident werden.

15. November: Züge bleiben stehen, Ampeln fallen aus, Verkehrschaos im Berufsverkehr. Es ist der größte Stromausfall seit zwei Jahrzehnten in München. Knapp eine halbe Million Menschen sind bis zu einer Stunde ohne Strom.

18. November: Ein Geisterfahrer reißt bei einem Horror-Unfall fünf Insassen eines Kleinbusses mit in den Tod. Das Unglück ereignet sich in der Nähe des Parkplatzes Unditz auf der A5 Richtung Basel.

21. November: Die Türkei hat die Nato um "Patriot"-Abwehrraketen an der Grenze zu Syrien gebeten. Sie fürchtet Angriffe aus der Bürgerkriegsregion. Der Bundestag entscheidet im Dezember, deutsche "Patriots" an die Grenze zu schicken.

Vier Jahre nach der Terrorserie im indischen Mumbai mit 175 Toten wird der einzige lebend gefasste Angreifer hingerichtet. Der 24-jährige Pakistaner ist im Mai 2010 verurteilt worden. Unter den Opfern waren auch drei Deutsche.

22. November: Heftige Proteste ereignen sich in Ägypten. Präsident Mohammed Mursi erlässt ein Dekret, wonach bis zur Verabschiedung einer neuen Verfassung keine Rechtsmittel gegen seine Entscheidungen zulässig sind.

23. November: Der EU-Haushaltsgipfel in Brüssel scheitert. Besonders Großbritannien hatte sich gegen einen Finanzrahmen von 1,01 Billionen Euro bis 2020 gewehrt. Im Januar wird weiter verhandelt. Bundeskanzlerin Merkel ist nicht sonderlich "amused".

25. November: Rennfahrer Sebastian Vettel gewinnt beim Grand Prix im brasilianischen Sao Paulo seinen dritten Weltmeister-Titel in Folge. Vize-Meister wird der Spanier Fernando Alonso. Michael Schumacher verabschiedet sich zum zweiten Mal von der Formel 1, nachdem er nicht an alte Erfolge anknüpfen kann.

26. November: Bei einer Brandkatastrophe in einer Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt im Schwarzwald sterben 14 Menschen. Unglücksursache ist eine Gasverpuffung.

27. November: Die Euro-Finanzminister einigen sich auf weitere Hilfen für Griechenland in Höhe von 43,7 Milliarden Euro. Das neue Rettungspaket beinhaltet auch Zinserleichterungen und den Rückkauf von Staatsanleihen. Einen Schuldenschnitt lehnt Deutschland ab.

29. November: Freudenfeste auf Palästinas Straßen. Mit großer Mehrheit erkennt die UN-Vollversammlung Palästina als Staat mit Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen an. Deutschland enthält sich der Stimme. Am nächsten Tag kündigt Israel den Ausbau von Siedlungen in Ost-Jerusalem und im Westjordanland an.

30. November: Mit den Stimmen von Union, FDP, SPD und Grünen billigt der Bundestag das erweiterte Griechenland-Paket in Höhe von 43,7 Milliarden Euro. Zum ersten Mal müssen die Deutschen wirklich für die Griechen zahlen - sie verlieren 730 Millionen Euro im nächsten Jahr.

Dezember

3. Dezember: Prinz William und seine Frau Kate erwarten Nachwuchs. Das royale Baby wird die Nummer drei in der Thronfolge. Dafür ist extra ein Gesetz verabschiedet worden.

4. Dezember: In Hannover wird Angela Merkel mit rund 97 Prozent der Stimmen als CDU-Vorsitzende wiedergewählt.

6. Dezember: Die Unruhen in Ägypten dauern an. Vor dem ägyptischen Präsidentenpalast in Kairo fahren Panzer auf. Vorangegangen sind Zusammenstöße zwischen Islamisten und Gegnern von Präsident Mohammed Mursi. Dabei sterben mehrere Menschen. Am 8. Dezember annulliert Mursi sein umstrittenes Vollmachten-Dekret. An dem Verfassungsreferendum hält er fest.

6. Dezember: Die NPD soll nach Wunsch der Länder verboten werden. Die Beweise reichen in den Augen der 16 Innenminister aus, um Erfolg beim Bundesverfassungsgericht zu haben. Ein erstes Verbotsverfahren ist an den vielen V-Männern gescheitert. Führungspositionen in der NPD sollen nun nicht mehr von Verfassungsschutzleuten besetzt sein.

7. Dezember: In der Bundesrepublik verschwindet erstmals eine überregionale Tageszeitung. Der Verlag Gruner + Jahr stellt die "Financial Times Deutschland" ein. Sie soll in mehr als zehn Jahren nur Verluste geschrieben haben. Nach der Insolvenz der "Frankfurter Rundschau" macht der Begriff des "Zeitungsterbens" die Runde.

8. Dezember: Der Klimagipfel in Doha endet mit mageren Ergebnissen. Das Kyoto-Protokoll wird bis 2020 verlängert. Auch ein Fahrplan zum Aushandeln eines neuen Klima-Abkommens bis 2015 wird vereinbart.

Italiens parteiloser Ministerpräsident Mario Monti kündigt seinen Rücktritt an, weil er keinen Rückhalt mehr im Parlament hat. Er hat umfangreiche Sparprogramme in Italien installiert. Der frühere rechtspopulistische Regierungschef Silvio Berlusconi will dagegen bei Neuwahlen wieder antreten. Der Medienmonopolist wird zuvor wegen Korruption verurteilt.

10. Dezember: Mit dem Friedensnobelpreis wird die Europäische Union ausgezeichnet. Das Nobelkomitee begründet seine Entscheidung mit der jahrzehntelangen Friedensarbeit der Staatenunion.

Der Opel-Mutterkonzern General Motors kündigt an, 2016 die Autoproduktion in Bochum mit bis zu 3000 Beschäftigten dicht zu machen. Er reagiert damit auf Verluste und Überkapazitäten bei Opel.

Bombenalarm in Bonn: Eine herrenlose Sporttasche mit einem Sprengsatz wird im Hauptbahnhof gefunden. Weitgehend liegt der Zugverkehr lahm. Ob die nach Angaben der Bundesanwaltschaft "höchst gefährliche" Bombe funktionsfähig und für einen Terroranschlag gedacht war, ist zunächst noch nicht geklärt - wird aber vermutet.

14. Dezember: Zehn Tage vor Weihnachten schockiert der Amoklauf eines 20-jährigen im amerikanischen Newton die Welt. In einer Grundschule erschießt er 26 Menschen, darunter 20 Kinder. Zuvor ermordet er seine Mutter. Die Bluttat löst eine Debatte über die Verschärfung der Waffengesetze in den USA aus.

21. Dezember: Eigentlich soll - mal wieder- die Welt untergehen. Das wollen Wissenschaftler aus dem Ende eines Maya-Zeitalters abgelesen haben. Doch bisher ist nichts passiert. Die Maya feiern einen neuen Abschnitt in ihrer Zeitrechnung.

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