Bilderserie

Fische und Leben: Der Aralsee kommt ein bisschen zurück

Bild 1 von 35
Der Aralsee war einst der viertgrößte Binnensee der Erde. (Foto: REUTERS)

Der Aralsee war einst der viertgrößte Binnensee der Erde.

Der Aralsee war einst der viertgrößte Binnensee der Erde.

Doch inzwischen ist davon nicht mehr viel übrig.

Weil jahrzehntelang gewaltige Wassermengen zur Bewässerung der Baumwollfelder entnommen wurden, verlandete der See immer mehr.

Am Ende blieben nur noch zehn Prozent der Wasserfläche übrig.

In den 1990er-Jahren, als die Sowjetunion auseinander brach, bestand der Aralsee nur noch aus einzelnen kleinen Gewässern.

Wo früher der See war, grasen nun Kamele auf der von einer salzige Kruste bedeckten Erde.

Viele Fischer verloren ihre Existenzgrundlage und versuchten sich als Bauern.

Zu ihnen gehörte 56 Jahre lang auch Sagnai Shurimbetow.

Der heute 84-Jährige sah das Wasser verschwinden und kann nun zumindest im nördlichen Teil des Sees verfolgen, wie es ein wenig zurückkehrt.

Um den nördlichen Teil, den sogenannten Kleinen Aralsee, zu retten, ...

... baute Kasachstan den Kokaral-Damm.

Ein erster Dammbau Ende der 1990er-Jahre scheiterte am schlechten Baumaterial, der Damm brach.

2003 wurde ein zweiter Anlauf unternommen, diesmal unter anderem unterstützt von der Weltbank.

2005 wurde der Damm, der diesmal aus Beton war, fertiggestellt.

Seitdem ist die Küstenlinie von ehemals 100 Kilometern wieder auf 20 bis 25 an die frühere Hafenstadt Karateren herangerückt.

Einige Dörfer liegen bereits wieder wenige Gehminuten vom Wasser entfernt.

Auch der Salzgehalt des Wassers ist schon deutlich gesunken.

Es gibt wieder etwas zu tun für die Fischer von Karateren.

Sie fangen Brachsen, Karpfen und Zander.

Mit der Rückkehr der kommerziellen Fischerei sind auch Arbeitsplätze an Land entstanden, ...

... wo der Fisch sortiert und verarbeitet wird.

Auch mit dem Import und Verkauf von Motorbooten lässt sich wieder Geld verdienen.

Es scheint, als habe der Landstrich wieder eine Zukunft.

In die Dörfer am Aralsee kehrt das Leben zurück.

Weniger Menschen entschließen sich, wegzugehen.

Doch noch immer sind die Lebensbedingungen nicht gut.

Salz und Staub aus der Luft sorgen dafür, dass die Menschen insgesamt häufiger erkranken.

Vor allem Atemwegs- und Augenerkrankungen sind weit verbreitet.

Die Säuglingssterblichkeit ist höher als anderswo in Kasachstan.

Auch die sozialen Lebensbedingungen sind noch immer schlecht.

Die Fischer sagen, wo Fisch ist, ist auch Leben.

Die Menschen haben zumindest wieder die Chance auf ein Auskommen.

Im benachbarten Usbekistan und Turkmenistan kritisiert man den Egoismus der Kasachen.

Der Damm beschleunige den Tod des Restes vom Aralsee.

Doch Kasachstan hält diesen Weg für die beste der verbleibenden Optionen und die Entwicklung scheint das zu bestätigen.

weitere Bilderserien