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Dienstag, 05. Juli 2011

Vier Dreiecke machen den Sommer heißer: Der Bikini

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Ein typischer Tag am Strand: Die Sonnenanbeter gehen liegend auf die Jagd nach dem perfekten Teint, ... (Foto: picture alliance / dpa)

Ein typischer Tag am Strand: Die Sonnenanbeter gehen liegend auf die Jagd nach dem perfekten Teint, ...

Ein typischer Tag am Strand: Die Sonnenanbeter gehen liegend auf die Jagd nach dem perfekten Teint, ...

... die Kleinen bauen eine Sandburg ...

... und zwischendurch gönnt sich jeder eine Abkühlung.

Bei den Herren der Schöpfung dürfte die jedoch nur bedingt wirken.

Ein Blick in die falsche Richtung und der Puls schnellt wieder nach oben. Schuld daran sind zwei winzige Stofffetzen - am Körper einer Frau zum Bikini vereint.

Für die Damen ist der Zweiteiler Segen und Fluch zugleich. Schließlich ist der Weg zur perfekten Bikinifigur kein Zuckerschlecken.

Ganz im Gegenteil: Einige schwören in ihrer Sommervorbereitung den Kohlenhydraten ab und setzen stattdessen gänzlich auf leichte Kost.

Doch selbst wenn der Bikini so manches Opfer fordert, ist die Liebe zu ihm ungebrochen.

Ohne ihn wären Misswahlen nur halb so spannend ...

... und "Ein Colt für alle Fälle" hätte sich wohl nur halb so großer Beliebtheit erfreut.

Auch wenn er ihn selbst erst im Winter genießen kann: Der Bikini feiert in diesem Jahr seinen 65. Geburtstag.

Am 5. Juli 1946 schickt der Modeschöpfer Louis Réard die Nackttänzerin Micheline Bernandini über den Laufsteg im Pariser Nobelbad "Molitor". Mit nichts als vier Dreiecken - zwei für oben, zwei für unten - am Körper. Ein Skandal.

Es schien, als hätte die Bademode ihr letztes bisschen Unschuld verloren.

So wie das Bikini-Atoll, der Namensgeber des Zweiteilers. 1946 waren die Bewohner der Südseeinsel gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Die US-Armee übernahm das Zepter, nachdem die Truman-Administration das Atoll für Atomtests auserkoren hatte.

Am 30. Juni explodierte die erste Bombe.

23 weitere folgten bis 1958.

In Sachen Empörung stand der Bikini den Atombombentests in nichts nach. Zwar zeigten sich in den 1950er Jahren gefeierte Schauspielerinnen wie Brigitte Bardot, ...

... Marilyn Monroe (Foto von 1962) ...

... und Liz Taylor immer wieder im knappen Badeoutfit. In der Öffentlichkeit war es jedoch verpönt.

Der Bikini galt als unmoralische Entgleisung und entsprach nicht dem Modediktat der 1950er Jahre, das den züchtigen Einteiler mit figurmodellierendem Innenleben vorschrieb.

Und so blieb der Auftritt im Badeanzug der Höhepunkt von Miss-Wahlen, ...

... während nur Männer wie Playboy-Gründer Hugh Hefner öffentlich die zweiteilige Variante zelebrierten.

1962 stieg dann Ursula Andress aus dem Wasser und bezirzte Sean Connery in "James Bond jagt Dr. No". Der Kassenschlager samt der schönen Schweizerin half dabei, den Bikini wieder aus dem Tal der Tränen zu holen.

Die sexuelle Revolution der 1960er Jahre machte den Weg für seinen Siegeszug an den Stränden in aller Welt frei.

Und vor allem Modeschöpfer Paco Rabanne, ohnehin bekannt für seine freizügigen und ungewöhnlichen Kleidungsstücke, ...

... sorgte für neue Bikini-Trends.

Als Halle Berry 2002 im Bond-Film "Stirb an einem anderen Tag" aus dem Wasser schlenderte, standen der Männerwelt zwar die Münder offen, ein Sturm der Entrüstung machte sich jedoch nicht breit.

Ohne Frage: Der Bikini ist heutzutage ein normaler Gebrauchsgegenstand ...

... und hat nicht umsonst selbst in Afghanistan Einzug gefunden.

Beim Beach-Volleyball fungiert er sogar als Mannschaftskleidung.

Will das zarte Geschlecht einer Sache Nachdruck verleihen ...

... sichert das Outfit unweigerlich interessierte Blicke.

Zudem lassen sich durch den Bikini-Effekt selbst hartgesottene Do-It-Yourself-Männer davon überzeugen, ihr Auto in die Waschanlage zu fahren.

Mittlerweile bekommt der "Stofffetzen mit Schnüren" Konkurrenz. Vorbei sind die Zeiten, in denen eine Modifizierung nur eine weitere Verknappung bedeuten konnte.

Dabei darf jedoch bezweifelt werden, dass der Monokini ...

... der Trikini ...

... der Tankini ...

... oder eine der anderen Spielarten das Original verdrängen werden.

So sollten sich die Trägerinnen von Alternativmodellen zumindest eines vor Augen halten: ...

... Der Bikini bleibt Mannes Liebling (Text: Michael Kreußlein/dpa).

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