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Gewissenloser Schwerstkrimineller: Der Fall des Kindermörders Marc Dutroux

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Doch bisher hat er das nicht getan. Im Gegenteil. Immer wieder rühmt er sich seiner Taten. Selbst Dutroux' Anwalt rechnet daher nicht mit einer vorläufigen Entlassung. Der Antrag sei lediglich "ein symbolischer Akt", sagte er. Wofür, das ließ er allerdings offen. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Doch bisher hat er das nicht getan. Im Gegenteil. Immer wieder rühmt er sich seiner Taten. Selbst Dutroux' Anwalt rechnet daher nicht mit einer vorläufigen Entlassung. Der Antrag sei lediglich "ein symbolischer Akt", sagte er. Wofür, das ließ er allerdings offen.

Der Kindermörder Marc Dutroux will raus aus der Haft. Er hat einen entsprechenden Antrag gestellt. Er wolle fortan mit Fußfesseln, aber außerhalb des Gefängnisses leben.

Sein Anliegen begründete der Kriminelle vor einem Gericht in Belgien. Rein formal ist Dutroux berechtigt, das zu tun.

Belgien aber ist empört.

Es gibt Proteste. Der Fall ist ein Trauma für das Land - bis heute. Seit Dutroux verbindet die ganze Welt Belgien mit den Begriffen "Kinderschänder" und "Kinderpornografie". Ein Stereotyp, sicher.

Aber auch ein Zeichen, wie sehr sich das Verbrechen eingebrannt hat. Hier beerdigen Bürger symbolisch die Täter und die Gerechtigkeit.

Viele Belgier halten die Behörden seitdem für Versager. Fußballfans machen das auf ihre Weise deutlich.

Marc Dutroux ist ein Schwerstverbrecher, ein gefühlloser Sadist. Zahlreiche psychiatrische Gutachten belegen seine tiefe emotionale Kälte. Er ist der meistgehasste Mann Belgiens.

Bereits 1989 wird er wegen Vergewaltigung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Nach nur drei Jahren kommt er aber wieder auf freien Fuß. Bis heute ist unklar, warum er nach der kurzen Zeit schon begnadigt wird. Eigentlich sollte er 13 Jahre sitzen.

1995 beginnt er, Mädchen zu entführen und zu foltern. Die achtjährigen Julie und Melissa sind die ersten. Sie geraten im Juni in seine Hände.

Im August 1995 entführt Dutroux die 19-jährige Eefje und die 17-jährige An.

In seinem Haus bei Charleroi hatte Dutroux seinen Keller umgebaut. Dorthin bringt er die Mädchen.

Hinter einem mit einem Regal getarnten Zugang befindet sich ein Verlies.

Es ist 2,15 Meter lang, 1,64 Meter hoch und kaum 1 Meter breit. Darin müssen die Mädchen vegetieren. Dutroux vergewaltigt seine Opfer, macht Bilder und dreht Videos davon. Er will die Filme verkaufen.

Michelle Martin, Dutroux' Frau, ist immer dabei. Bei der Jagd nach den Mädchen, bei den Quälereien, bei der Organisation der Verbrechen. Sie ist ihrem Mann hörig.

Eefje und An tötet Dutroux. Julie und Melissa verhungern in dem schrecklichen Keller, als er kurzzeitig nach einem Diebstahl im Gefängnis sitzt. Martin hilft den Mädchen in der Zeit nicht.

Die Leichen verscharrt der Verbrecher in der Nähe seines Hauses.

Im Mai 1996 entführt Dutroux die 12-jährige Sabine. Im August sucht er sich ein weiteres Opfer: die 14-jährige Laetitia.

Doch dabei wird der Schwerstkriminelle beobachtet. Das Kennzeichen seines Wagens bringt die Ermittler auf seine Spur.

Sie entdecken die toten Mädchen.

Für die Angehörigen das Ende jeder Hoffnung.

Die Polizei befreit aber auch die beiden entführten Mädchen Laetitia und ..(im Bild: während des Prozesses)

... Sabine. Beide werden zu Hauptbelastungszeuginnen gegen den Mörder. (im Bild: während des Prozesses)

Bis der Prozess unter starken Sicherheitsvorkehrungen beginnt, vergehen Jahre. 2004 sind 400.000 Seiten zu dem Fall gefüllt, alles scheint ermittelt.

Neben Dutroux selbst sind auch ...

... Michelle Martin und weitere Komplizen angeklagt.

Dutroux' Frau wird zu 30 Jahren Haft verurteilt. Vor wenigen Monaten kommt sie zum Entsetzen der Belgier frei - nach 16 Jahren Haft.

Ein Kloster nimmt sie auf. Angeblich ist Martin inzwischen sehr religiös. Sie halte sich strikt an die Ordnung, betonen die Schwestern.

Als sie jedoch eine Ausfahrt zum Frisör macht, wird sie gesehen. Belgien ist empört. Ihr Ausflug jedoch war völlig legal.

Dutroux bekommt lebenslange Haft. Im Prozess betont er immer wieder, er sei nur ein Handlanger gewesen - für ganz hohe Tiere der oberen Zehntausend.

Diese Aussagen und auch diverse Pannen bei den Ermittlungen lassen bis heute viele Belgier an ihrem Rechtsstaat zweifeln. Sollte die Kammer in Brüssel Dutroux' Anliegen stattgeben, wäre die Aufregung gigantisch in dem kleinen Königreich.

Die Chancen, dass das passiert, sind nach Expertenansicht jedoch "gleich null". Bedingung wäre etwa, dass Dutroux glaubhaft Reue zeigt.

Doch bisher hat er das nicht getan. Im Gegenteil. Immer wieder rühmt er sich seiner Taten. Selbst Dutroux' Anwalt rechnet daher nicht mit einer vorläufigen Entlassung. Der Antrag sei lediglich "ein symbolischer Akt", sagte er. Wofür, das ließ er allerdings offen.

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