24 Jahre im Verlies: Der Inzest-Fall von Amstetten
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Die Welt ist erschüttert über ein Verbrechen, das man sich kaum vorstellen kann. Wieder geschah es in Österreich.Bild 1 von 42 Schon die Flucht von Natascha Kampusch nach acht Jahren in der Gewalt ihres Entführers Wolfgang Priklopil im August 2006 hatte Entsetzen ausgelöst. (Im Bild Priklopils Haus)Bild 2 von 42 Doch jetzt wurde eine 42-Jährige befreit, die dreimal so lange in der Hand ihres Peinigers war.Bild 3 von 42 Hinzu kommt: Der Peiniger war ihr Vater; er zeugte mit ihr sieben Kinder.Bild 4 von 42 Am 28. August 1984 lockt Josef F., der mit seiner Ehefrau bereits sieben Kinder hat, seine damals 18-jährige Tochter Elisabeth in den Keller, betäubt sie und sperrt sie mit Handschellen gefesselt in einem Raum ein.Bild 5 von 42 Einen Tag später meldet die Mutter Elisabeth als vermisst, etwa einen Monat nach ihrem "Verschwinden" präsentiert der Vater einen Brief, in dem die junge Frau darum bittet, nicht nach ihr zu suchen.Bild 6 von 42 Angeblich hat sich seine Tochter einer satanischen Sekte angeschlossen. Da sie volljährig ist, wird kaum nach Elisabeth gesucht.Bild 7 von 42 Neun Jahre später, im Mai 1993, legt die "vermisste" Tochter nach Angaben des Vaters ein neun Monate altes Mädchen im Mehrparteienhaus der Familie ab.Bild 8 von 42 In einem handschriftlichen Brief der "Vermissten" heißt es, sie habe keinen Platz für die Tochter.Bild 9 von 42 In dem Brief werden zudem eine weitere Tochter und ein Sohn erwähnt.Bild 10 von 42 Was nicht in dem Brief steht: Diese vorher geborenen Kinder leben seit ihrer Geburt bei der Mutter im Verlies.Bild 11 von 42 Im Dezember 1994 wird wieder ein zehn Monate altes Mädchen bei der Familie "entdeckt". Elisabeths Vater nimmt das Mädchen bei sich auf, ebenso wie dessen 15 Monate alten Bruder, ...Bild 12 von 42 ... der im August 1997 angeblich im Haus der Großeltern "gefunden" wird..Bild 13 von 42 Der andere Zwilling starb offenbar bei der Geburt, der Vater verbrannte den Leichnam später in einem Heizofen seines Hauses.Bild 14 von 42 Im Nachhinein wird klar, kränkliche und zu laute Kinder durften den Keller verlassen, die anderen mussten bleiben.Bild 15 von 42 Im Dezember 2002 bringt Elisabeth F. einen weiteren Sohn zur Welt. Das Kind bleibt im Versteck.Bild 16 von 42 Nur durch eine lebensgefährliche Erkrankung der 19-jährigen Tochter von Elisabeth F., Kerstin, kommt die Polizei dem Verbrechen überhaupt auf die Spur.Bild 17 von 42 Kerstin wird angeblich bewusstlos im Wohnhaus der Großeltern "abgelegt" und in das Landesklinikum Amstetten eingeliefert.Bild 18 von 42 Kerstin befindet sich in einem kritischen Zustand. Sie leidet an einer schweren Erbkrankheit als Folge des Inzests.Bild 19 von 42 Das Krankenhaus sucht auch per Fernsehaufruf nach der Mutter, um genaueres über die Erkrankung zu erfahren.Bild 20 von 42 Währenddessen holt Josef F. seine Tochter Elisabeth sowie zwei Söhne im Alter von 18 und 5 Jahren aus dem Verlies.Bild 21 von 42 Er erklärt seiner Ehefrau, die Tochter wäre mit den beiden Kindern nach Hause gekommen.Bild 22 von 42 Als sich Elisabeth F. mit den beiden "Kellerkindern" auf den Weg zu Kerstins Krankenbett macht, geht bei der Polizei ein anonymer Anruf ein.Bild 23 von 42 Wegen der vorliegenden Vermisstenanzeige, anderseits wegen des Verdachtes der Kindesweglegung wird zunächst die 42-Jährige am Krankenhaus von der Polizei angehalten.Bild 24 von 42 Elisabeth F. macht einen äußerst verstörten psychischen Eindruck und ist nach 24 Jahren in dem Verlies auch in äußerst schlechter körperlicher Verfassung. Ihre Haare seien bereits "schlohweiß", berichten Ermittler.Bild 25 von 42 Erst nach einem längeren Gespräch und der Zusicherung, dass es zu keinem Kontakt mit dem Vater mehr kommen und auch für ihre Kinder gesorgt werde, ist sie zu einer umfassenden Aussage bereit.Bild 26 von 42 Erst jetzt wird den Ermittlern das Ausmaß der Taten klar, mit denen sie hier konfrontiert werden. Daraufhin wird Josef F. verhaftet.Bild 27 von 42 Die Räume in dem Haus in Amstetten, in dem Elisabeth F. mit drei ihrer Kinder jahrelang gefangen gehalten wurde, waren elektronisch gesichert.Bild 28 von 42 Sie können erst geöffnet werden, nachdem der Vater der Polizei den Code offenbart hatte.Bild 29 von 42 Der Vater hatte drei enge, nur etwa 1,70 Meter hohe Räume, an seine Werkstatt angebaut. Die Räume waren über einen kleinen Einstieg hinter einem Regal zu erreichen.Bild 30 von 42 Sie bestanden aus einer sanitären Anlage, Kochnische und hatten unebene Böden. In den Räumen gab es nur ein Fenster.Bild 31 von 42 Die massive Stahlbetontür mit Elektromotor konnte nur per Fernbedienung mit einem Zahlencode geöffnet werden.Bild 32 von 42 Bei einer Feuerbeschau im Jahr 1999 ahnt niemand etwas von dem unglaublichen Martyrium gleich nebenan.Bild 33 von 42 Doch auch die psychische Gewalt, die Josef F. ausgeübt hat, schätzen die Ermittler als enorm ein.Bild 34 von 42 Elisabeth F. berichtet, ihr Vater habe gedroht, es werde Gas in ihr Verlies einströmen, wenn ihm etwas zustieße.Bild 35 von 42 Es gibt, so meinte ein Ermittler, "Dinge, die will man gar nicht sehen".Bild 36 von 42 Gegenüber der Polizei erklärt der Vater Josef F. zunächst, seine Familie "täte ihm leid". Allerdings habe er seine Tochter weggesperrt, um sie vor Drogen zu schützen.Bild 37 von 42 Später gesteht er die Taten weitgehend ein, "schwächt" die Details aber ab.Bild 38 von 42 Seine 69-jährige Ehefrau Rosemarie will vom Martyrium ihrer Tochter und Enkel nichts mitbekommen haben.Bild 39 von 42 Es wird noch Wochen dauern, bis alle Details aufgeklärt sind.Bild 40 von 42 Auch für die Familie, die mit Josef F. oben im Haus lebte, ist eine Welt zusammengebrochen.Bild 41 von 42 Gemeinsam wohnt Elisabeth F. mit ihrer Mutter und allen Kindern in einer Klinik und sucht Ruhe und einen Weg in ein neues Leben.Bild 42 von 42