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Mittwoch, 08. Juli 2015

Acht Tote, 130 Verletzte: Der Sandsturm-Crash auf der A19

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Am 8. April 2011 kommt es auf der A19 südlich von Rostock zu einer fatalen Kettenreaktion mit schrecklichen Folgen. (Foto: dpa)

Am 8. April 2011 kommt es auf der A19 südlich von Rostock zu einer fatalen Kettenreaktion mit schrecklichen Folgen.

Am 8. April 2011 kommt es auf der A19 südlich von Rostock zu einer fatalen Kettenreaktion mit schrecklichen Folgen.

Nach einer langen Trockenperiode wirbeln Windböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 km/h Ackerstaub von den neben der Autobahn liegenden Feldern auf.

Innerhalb kürzester Zeit fällt die Sichtweite auf unter 100 Meter, Unfallzeugen berichten, man habe die Hand vor Augen nicht mehr sehen können.

Weil die Felder höher liegen als die Autobahn, bilden sich regelrechte Verwehungen, in die Autos hineinrasen.

Nahe der Ortschaft Kavelstorf krachen um die Mittagszeit in beiden Fahrtrichtungen rund 80 Fahrzeuge ineinander.

Es ist der schlimmste Verkehrsunfall, den Mecklenburg-Vorpommern je erlebt hat.

130 Menschen werden zum Teil schwer verletzt.

Viele Autos brennen komplett aus.

Auch ein Gefahrguttransporter ist unter den Unfallwagen.

Die Feuerwehr muss zunächst die Brände löschen, bevor überhaupt daran zu denken ist, die Toten zu bergen.

Die Rettungskräfte versuchen, sich mit Mundschutz und Brillen vor dem feinen Ackerstaub zu schützen, der an der Unfallstelle von den Feldern ungebremst über die vierspurige Straße fegt.

Die im beginnenden Wochenendverkehr stark befahrene Autobahn zwischen Rostock und Berlin wird voll gesperrt und bleibt es tagelang.

Nebenstrecken werden ebenfalls gesperrt - zur Bergung und zum Transport der Verletzten.

Die Verletzten werden in Krankenhäuser in Rostock und Güstrow gebracht.

Zusätzliche Ärzte und Schwestern werden über Notfallpläne herangeholt und weitere Betten vorbereitet.

Die Patienten erleiden vor allem Knochenbrüche, ...

... Prellungen, Stauchungen und Schädel-Hirn-Verletzungen.

Rund 250 Rettungskräfte und Helfer sind im Einsatz.

Um der Situation Herr zu werden, werden Helfer aus ganz Mecklenburg-Vorpommern zusammengezogen.

Für acht Menschen kommt jede Hilfe zu spät.

Die meisten Opfer verbrennen in ihren Autos.

Erst nach 20 Stunden kann die Feuerwehr melden, dass auch die letzten Autobrände gelöscht sind.

Metertief haben sich die Unfallwagen zum Teil in die benachbarten Felder gebohrt.

Über Jahre hinweg sind Ermittler und Gutachter damit beschäftigt, die Unfallursache und die Folgen zu rekonstruieren.

Am Ende kommen sie zu dem Schluss: Es war ein komplexes Geschehen, aber die Sandwolke war schon von Weitem zu sehen.

Bei angepasster Geschwindigkeit aller Autofahrer hätte das Unfallgeschehen weit glimpflicher ausgehen können. Ein Gericht verwarnte eine 54-jährige Autofahrerin deshalb und setzte eine Geldstrafe zur Bewährung aus.

Der Unfall hatte auch zu einer Debatte geführt, ob die industrielle Landwirtschaft zu mehr Wind- und Bodenerosion führt.

Der BUND fordert deshalb ein Feldhecken-Programm. So sollen Unfälle diesen Ausmaßes verhindert werden.

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